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den 26. November 2019

# 668

Twitter – Informationswissenschaft – Hans-Christoph Hobohm – Dirk Lewandowski - Informationskompetenz und Demokratie – Joachim Griesbaum - Daphné Cetta – Thomas Mandl – Elke Montanari – Zukunftsdiskurse – Lisa Merten – Filterblasen - Thomas Mandl – Künstliche Intelligenz – Suchmaschinen – Judith Scharf – Schüler - Sarah Stumpf – Bernhard Franke – Stefan Dreisiebner - MOOC – Information Literacy Online – Facebook – Marcus Bölz – Hans-Jakob Erchinger – Journalismus – Inka Tappenbeck – Antje Michel – D 21 – Algorithmische Systeme – Enquete-Kommission „Künstliche Intelligenz“ – Datenethikkommission – Gould Finch – Frankfurter Buchmesse – KI-Anwendungen

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Stand und Aufgaben
der „deutsche“ Informationswissenschaft

H.-Chr. Hobohm @hobohm: Sehr guter, differenzierter Bericht zum Stand und den Aufgaben der „deutschen“ Informationswissenschaft von @Dirk_Lew bei@WilhelmHeinrich

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Informationskompetenz und Demokratie

Im Informationsdschungel Internet
Journalisten und Lehrer
vor schwierigen Aufgaben

Von Joachim Griesbaum und Daphné Cetta


Eröffnungstagung zum Projekt »Informationskompetenz und Demokratie (IDE): Bürger, Suchverfahren und Analyse-Algorithmen in der politischen Meinungsbildung« unter Leitung von Professor Dr. Joachim Griesbaum und Professor Dr. Thomas Mandl (Institut für Informationswissenschaft) sowie Professorin Dr. phil. Elke Montanari (Institut für Sprache und Literatur) der Stiftung Universität Hildesheim

An der Tagung nahmen 89 Informationswissenschaftler, Bibliothekare, Lehramtsausbilder, Studierende und Bürger teil. Die Tagung wurde im Rahmen des Projekts »Informationskompetenz und Demokratie (IDE): Bürger, Suchverfahren und Analyse-Algorithmen in der politischen Meinungsbildung« durchgeführt, das vom Niedersächsischen Ministerium für Wissenschaft und Kultur im Rahmen der Ausschreibung „Zukunftsdiskurse“ aus Mitteln des Niedersächsischen Vorab gefördert wird. 

Lisa Merten (Leibniz-Instituts für Medienforschung | Hans-Bredow-Institut) zeigte in ihrem Einführungsreferat zu Praktiken der informationsorientierten Mediennutzung, dass soziale Medien nur in einem verschwindend geringen Maß als Nachrichtenquelle genutzt werden. Neue Phänomene stellen Fake News Filterblasen, Social Bots und Echokammern dar.

Joachim Griesbaum (Universität Hildesheim) argumentierte, das Internet weise einerseits vielfältige Wissensbestände auf und ermögliche einen ubiquitären Informationszugriff, andererseits stelle es einen schwer zu durchdringenden Informationsdschungel dar. Es sei komplex, intransparent und interessengesteuert. Nutzer würden zumeist dazu neigen, den Aufwand bei der Suche gering zu halten, was je nach Informationsbedürfnis sehr problematisch sein kann. Zusätzlich zum notwendigen Wissen zur Informationsumwelt und einer Motivation, sich informationskompetent zu verhalten, sei eine kritische, rationale Sicht auf die Realität für gelebte Informationskompetenz wünschenswert.

Thomas Mandl (Universität Hildesheim) ging auf vier Handlungsfelder ein, die im Kontext der Informationskompetenz von Bedeutung seien: Suche, Geschäftsmodelle, Datennutzung und Künstliche Intelligenz. Sollten wirklich bei allen Anfragen, beispielsweise bei Gesundheitsthemen, Ergebnisse erscheinen? Die Kenntnisse über die Funktionsweisen von Suchmaschinen seien meistens gering, da sich das Suchverhalten vieler Nutzer auf wenige Tools, Suchbegriffe und Ergebnisse beschränke. Künftige Dienste würden auch angesichts des größer werdenden Einflusses von Künstlicher Intelligenz zu einem komplexeren Begriff von Informationskompetenz führen.

Elke Montanari und Judith Scharf (Universität Hildesheim) thematisierten die Fragen, ob und wie Medien Schüler formen, wie sich ihre Wahrnehmung bei der Nutzung verschiedener Medien verändert und was daraus für die Vermittlung von Informationskompetenz folgt. Junge Nutzer kämen durchaus zu differenzierten Urteilen, wenn man sie dazu in einem Diskurs heranführe.

Sarah Stumpf und Bernhard Franke (Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg) zeigten, wie abhängig das Anzeigen von Nachrichten von Facebooks Geschäftsmodell sei.  Stefan Dreisiebner (Universität Hildesheim) stellte in seinem Vortrag den „Massiven Offenen Online Kurs“ (MOOC) das Projekt ILO (»Information Literacy Online«) vor und empfahl, Angebote zum Selbstlernen zu orchestrieren, also mit anderen Lernangeboten verbunden zu nutzen.

Marcus Bölz (Fachhochschule des Mittelstandes) und Hans-Jakob Erchinger (Landesinstitut für schulische Qualitätsentwicklung) sahen journalistische Fähigkeiten als wichtigen Bestandteil für die Vermittlung einer demokratischen Wertekultur an. Journalismus besitze das Potenzial, Schüler auf die Gesellschaft und ihre Konflikte neugierig und letztlich mündig zu machen.  Mit dem: „Jeder muss ein Journalist sein“, lässt sich ihre Sicht zu Anforderungen an die Vermittlung von Informationskompetenz auf den Punkt zu bringen. Für die Erörterung journalistischer Inhalte würden Lehrkräfte als Multiplikatoren benötigt.

Inka Tappenbeck (Technische Hochschule Köln) und Antje Michel (Fachhochschule Potsdam) plädierten angesichts der heterogenen Informationsbedarfe verschiedener Gruppen dafür, sich bei Maßnahmen zur Förderung der Informationskompetenz stärker auf einzelne Fachbereiche auszurichten und sich deren Arbeitsweisen anzupassen.

Die Vortragsfolien, Sketchnotes und Videos zur Tagung werden schrittweise auf der Website unter https://informationskompetenz.blog.uni-hildesheim.de/ veröffentlicht.

Auf der Abschlusstagung des Projekts am 19. und 20. Juni 2020 in Hildesheim werden die Projektergebnisse zusammengeführt und zudem eine internationale Perspektive eingenommen.  

Joachim Griesbaum ist Professor für Informationswissenschaft an der Universität Hildesheim.

Daphné Çetta ist wissenschaftliche Mitarbeiterin im Projekt Informationskompetenz und Demokratie an der Universität Hildesheim.


D 21

Leitlinien zum verantwortungsvollen Umgang mit algorithmischen Systemen

Die Initiative D21 hat neun Leitlinien zum Monitoring von algorithmischen Systemen veröffentlicht. Diese wurden in Berlin auf Praxistauglichkeit mit Vertretern der Enquete-Kommission „Künstliche Intelligenz – Gesellschaftliche Verantwortung und wirtschaftliche, soziale und ökologische Potenziale“, der High-Level Expert Group on Artificial Intelligence (AI HLEG), sowie der Datenethikkommission diskutiert. Die Leitlinien lauten:  

(1)    Verantwortlichkeiten verteilen und verorten: Verantwortlichkeiten müssen zwischen den beteiligten Akteurinnen und Akteuren aufgeteilt werden, so dass Verantwortliche vor allem für Nutzende und Betroffene eindeutig identifiziert werden können.

(2)   Bias erkennen und bewerten: Durch die deutlichere Konfrontation mit bisher verborgenen subjektiven Wertungen müssen diese sogenannten Bias überprüft und der Umgang mit ihnen gestaltet werden.

(3)   Transparenz ermöglichen: Transparenz ist eine notwendige Grundlage für Prüfbarkeit, ihre Umsetzung in algorithmischen Systemen muss spezifisch an die Nutzungsgruppen angepasst werden.

(4)   Nachvollziehbarkeit gewährleisten: Algorithmische Systeme müssen von Anfang an so gestaltet werden, dass Prozesse im Nachhinein durch kontextbezogene Informationen über das System für unterschiedliche Nutzungsgruppen nachvollziehbar sind.

(5)   Bestehende Regulierungen anwenden: Das bestehende Recht muss angewendet, für eine digitale Anwendung überprüft und gegebenenfalls angepasst werden. 

(6)   Grundlegende Regeln definieren: Mit Mindeststandards sind algorithmische Systeme vergleichbarer und deren Einhaltung kann zu mehr Vertrauen und Akzeptanz führen.

(7)   Wissen interdisziplinär austauschen: Kontinuierlicher, disziplin- und organisationsübergreifender Austausch verbessert die Qualität algorithmischer Systeme.

(8)   Positiven Nutzen für Gesellschaft erzeugen: Nur eine am Gemeinwohl orientierte Entwicklung und ein nachhaltiger Einsatz algorithmischer Systeme können ethischen Anforderungen langfristig gerecht werden.

(9)   Leitlinien kontinuierlich überprüfen: Die regelmäßige Beurteilung von Anpassungen rechtlicher Regelungen und deren Auswirkungen auf die Gestaltung algorithmischer Systeme müssen Bestandteil der Überprüfung sein, die Leitlinien kontinuierlich verbessert werden.

 

Gould Finch - Frankfurter Buchmesse

Sechs Schritte zur richtigen Anwendung
von KI in Ihrem Unternehmen

Sechs Schritte zur richtigen Anwendung von KI in Ihrem Unternehmen:

1) Definieren Sie eine Problemstellung, die Sie mit KI lösen möchten und identifizieren Sie Optimierungspotenziale durch den Einsatz von KI. KI anzuwenden sollte kein Selbstzweck sein.
2) Schaffen Sie eine offene Diskussionskultur und kreatives Mindset zu dem Einsatz von KI in Ihrem Unternehmen.
3) Stellen Sie ein kollaboratives KI-Team aus Fachanwendern sowie Business­, Daten­ und Technologie-­Experten zusammen.
4) Identifizieren Sie Datenquellen, analysieren und strukturieren Sie die Daten und erstellen Sie eine valide Dateninfrastruktur.
5) Sammeln Sie erste Erfahrungen mit KI, indem Sie verfügbare Anwendungen oder Open-Source-Lösungen einsetzen, testen und lernen.
6) Fördern Sie den Umgang mit KI in Ihrem Unternehmen und schaffen Sie ein Ökosystem zur Adaption Ihrer Ergebnisse.  

Aus dem Weißbuch: Die künftige Bedeutung von künstlicher Intelligenz für die Verlagsbranche - Von Gould Finch und Frankfurter Buchmesse

 

 

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