Freitag, den 10. September 2019

# 625

 

Zukunft der Informationswissenschaft – Digital Science – HTW Chur – Bernard Bekavac - Schweizerisches Institut für Informationswissenschaft - Master of Science in Business Administration – Major Information and Data Management - Master of Advanced Studies – Angewandte Zukunftstechnologien – IMK – IPI – Informationsorganisation – Big Data und Analytics – Archivwissenschaft – Records Management – Langzeitarchivierung – NESTOR – Bibliothekswissenschaft und -beratung – Change Management – Informationsmanagement – Informations- und Medienkompetenz – Information Engineering – Bachelor of Science and Information Science – Digital Business Management - Open Science Conference - ZBW - ECO - Sicheres Zahlen - IFA - Sprachsteuerung - Stimmbiometrie - Brett Beranek - Nuance Communications


Zukunft der Informationswissenschaft

Aus der informationswissenschaftlichen Lehre
Gesamtbilder – Beispiele

Der Fachbereich Digital Science

an der Hochschule für Technik und Wirtschaft

Strukturen (I)

Von Bernard Bekavac

Bernard Bekavac

Träger des Fachbereichs Digital Science ist das Schweizerische Institut für Informationswissenschaft (SII). Das SII ist Teil des Departements „Angewandte Zukunftstechnologien“, eines von drei Departementen an der HTW Chur. Zu den „Angewandten Zukunftstechnologien“ zählen ferner das Institut für Photonics und Informationstechnik (IPI) mit dem Bachelorstudiengang Systemtechnik NTB (in Kooperation mit der Interstaatlichen Hochschule für Technik Buchs NTB) und dem Studiengang Photonics sowie dem Institut für Medien und Kommunikation (IMK) mit dem Studiengang Media Engineering. Das SII wurde 2006 gegründet und umfasst gegenwärtig knapp dreißig Mitarbeitende (Professoren, Dozierende und wissenschaftliche Mitarbeitende).

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1.      Lehre, Forschung und Dienstleistung

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Lehre. Der Fachbereich Digital Science bietet einen Bachelor Studiengang Information Science mit vier Vertiefungsrichtungen an den Standorten Chur (Vollzeit und Teilzeit) und Zürich (nur Teilzeit) und einer speziellen Studienrichtung Digital Business Management in Chur (Vollzeit und Teilzeit) an.

Der konsekutive Master-Studiengang mit der Bezeichnung Master of Science in Business Administration – Major Information and Data Management baut direkt auf dem Bachelor-Angebot auf und wird als Teilzeitstudiengang angeboten.

Im Rahmen der informationswissenschaftlichen Weiterbildung wird ein Master of Advanced Studies (MAS) in Information Science angeboten, der ein Hochschulstudium voraussetzt und einen Berufswechsel in die klassischen informationswissenschaftliche Gebiete Bibliothek, Archiv, Museum und Dokumentation unterstützt.

Forschung und Dienstleistung. Das SII ist zum einen stets darauf bedacht, in Forschungsprojekten zu aktuellen Entwicklungen und Themen der Informationswissenschaft neues Know how und Kompetenzen aufzubauen und bestehende Kompetenzen auszuweiten. Zum anderen muss aufgrund der Vorgaben des Gesetzgebers in der Schweiz zum Betrieb eines Masterstudiengangs ein Forschungsvolumen von mindestens einer Million Schweizer Franken im Jahr nachgewiesen werden.

Um die Forschungsziele zu erreichen, wurden innerhalb des Departementes „Angewandte Zukunftstechnologien“ institutsübergreifend mehrere Forschungsschwerpunkte definiert. Dabei stehen folgende Ziele im Vordergrund:

• Verfolgung einer institutsübergreifenden Konvergenzstrategie mit den Instituten SII, IMK und IPI;

• Konzentration der Forschungskräfte, um eine national führende Stellung in den Forschungsschwerpunkten zu erreichen.

Das SII betreibt zwei Forschungsschwerpunkte (FSP) mit diesen Forschungsfeldern:

• FSP Informationsorganisation mit den Forschungsfeldern Datamanagement, Digitale Bibliothek, Digitalisierung von analogem Kulturgut und digitale Langzeitarchivierung

• FSP Big Data and Analytics mit den Forschungsfeldern Data Analytics, User Research, Digital Business und Usability Engineering.

Die für den Betrieb des MSc notwendige Forschungsmillion wird seit Einführung des Studiengangs im Jahr 2010 erreicht. Die Einwerbung von Drittmitteln im Jahre 2017 betrug 1.7 Millionen Schweizer Franken. Damit ist das SII zugleich das forschungsstärkste Institut an der HTW Chur.

Die Forschungsfelder basieren auf folgenden Kernkompetenzen des SII:

Archivwissenschaft und Records Management

Hier liegen die Schwerpunkte einerseits im Bereich der Entwicklung innovativer Informationssysteme für Bild- und Wissenschaftsarchive. Andererseits beschäftigt sich die Gruppe mit der Entwicklung und Implementierung technischer und organisatorischer Möglichkeiten zur Verwaltung und Archivierung von Geschäfts- und Verwaltungsunterlagen unterschiedlichster Form unter besonderer Berücksichtigung neuer technischer und rechtlicher Anforderungen. Ein besonderer Fokus liegt auf der digitalen Langzeitarchivierung von Unterlagen. Der internationale Austausch findet unter anderem im Kompetenznetzwerk Langzeitarchivierung (NESTOR) statt.

Bibliothekswissenschaft und -beratung. Im Zentrum der Forschungs- und Dienstleistungsaktivitäten stehen Strategien digitaler Bibliotheken und deren Umsetzung in der Schweiz. Ein Schwerpunkt liegt auf Organisationsfragen. Ferner stehen die Analyse neuer Trends in Bibliothekswissenschaft und -praxis sowie ein darauf aufbauendes Innovationsmanagement im Fokus. Ein weiteres wichtiges Thema ist die mobile Nutzung von Bibliotheksangeboten und Ressourcen. Das SII ist spezialisiert auf:

• Beratung und Begleitung beim Change Management (Innovationseinführung, Reorganisation, Umbau)

• Strategieentwicklung für und mit Bibliotheken (Evaluation, Betriebsanalyse)

• Schulungen und Workshops zum Forschungsbereich
•       Überblicksforschung (State of the Art, Expertisen)

•  Supervision.

Information Management. Die Anwendung der Konzepte und Methoden der Informationswissenschaft stehen für das Forschungsfeld Information Management im Zentrum, z.B. die Entwicklung von Online-Portalen, Informations- und Wissensplattformen sowie Online-Repositorien.

Die Konzeption und Analyse von Informationssystemen in Anwendungsfeldern wie z.B. im Tourismus sind ebenfalls Gegenstand dieses Forschungsbereichs.

Informations- und Medienkompetenz. Dieses Forschungsfeld beschäftigt sich mit der Verbesserung der Entwicklung und Ausbildung fachspezifischer Fertigkeiten und Medienkenntnisse in der Hochschulausbildung, insbesondere in der informationswissenschaftlichen Ausbildung, aber auch in der beruflichen Aus- und Weiterbildung.

Die Vermittlung von Kernkompetenzen muss immer im fachlichen Kontext eingebunden sein und kann somit nie losgelöst als eigenständige Disziplin behandelt werden.

Das Forschungsfeld versucht die Vermittlung von Informations- und Medienkompetenz durch erprobte didaktische Konzepte in die Fachhochschulausbildung einzubinden und zu einem festen Bestandteil der Lehre zu machen. Die daraus gewonnenen Erkenntnisse lassen sich ferner zur Adaption an berufliche Ausbildungsprozesse anpassen und verfeinern.

Information Engineering. Im Forschungsfeld Information Engineering werden alle Aktivitäten der IT-basierten Informationswissenschaft zusammengefasst. Im Fokus stehen vor allem Architekturen und Komponenten von Informationssystemen für Information Professionals. Das sind unter anderem Information-Retrieval-Systeme und Suchtechnologien, Archiv- und Bibliotheksverwaltungssysteme, Content-Management-Systeme sowie Museumsinformations- und Publikumsinformationssysteme. Zusätzlich zur Entwicklung neuartiger Einsatzszenarien, Evaluationskonzepte und Usability-Studien werden innovative Methoden zur Erweiterung der Informationssysteme entwickelt, z.B. in den Bereichen der Informationsvisualisierung, der semantischen Wissensrepräsentation sowie für den Einsatz von Web-2.0-Technologien.

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2.      Die Studienangebote des SII

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Bachelor of Science in Information Science – BSc. Der Bachelorstudiengang in Information Science entstand nach dem 1998 erstmalig eingeführten Diplom-Studiengang „Information und Dokumentation“ in einer evolutionären Entwicklung. Das Angebot kann als Teilzeitstudium in Chur und Zürich (acht Semester) und als Vollzeitstudium in Chur (sechs Semester) studiert werden. Das Studium ist in ein Grundstudium (Semester 1–3) und in eine Major-Phase (Semester 4–6) aufgeteilt. In der Majorphase werden die Vertiefungsrichtungen (Major) Archivwissenschaft, Bibliotheksmanagement, Informations- und Medienmanagement sowie Web- und Usability Engineering angeboten. Seit dem Studienjahr 2016 wird zusätzlich die Studienrichtung „Digital Business Management“ angeboten (DBM – siehe htwchur.ch/digitalbusinessmanagement). Die dazu gehörenden Module starten im Grundstudium, so dass Studierende sich vor dem Studium für diese Studienrichtung entscheiden müssen. Die neue Studienrichtung wird seit 2017 auch als Teilzeitstudium und nur am Studienort Chur angeboten. Alle aufgeführten Studienangebote im BSc im Bereich Information Science sind in der deutschsprachigen Schweiz einzigartig.

Zum Studienjahr 2018 begannen knapp 150 Neustudierende am Fachbereich Digital Science ein Bachelorstudium: 68 Studierende BSc Information Science (40 in Zürich, 28 in Chur) und 80 Studierende in der neuen Studienrichtung DBM (40 Vollzeit, 40 Teilzeit). Damit kam der Fachbereich „Digital Science“ zu dem höchsten Zuwachs an Neustudierenden an der HTW Chur, die selbst wiederum mit knapp 660 Neustudierenden den höchsten Zuwachs in der ganzen Schweiz verzeichnet.

Master of Science in Business Administration,  Major Information Science – MSc. Der konsekutive Masterstudiengang am Fachbereich Digital Science richtet sich primär an die Absolventen einschlägiger informationswissenschaftlicher und benachbarter Bachelor-Studiengänge.

Da an der HTW neben dem Master in Information Science zwei weitere Masterstudiengänge angeboten werden (Tourismus und Betriebsökonomie) und sich die Inhalte vor allem im Management-Bereich überlappen, gibt es seit dem Studienjahr 2014 ein gemeinsames Master-Programm. Die Basis des Master of Science in Business Administration ist folglich die Ausbildung im Bereich General Management. Die konsekutiven Ausrichtungen finden dann in den jeweiligen Vertiefungen (Major) in den Fachbereichen Information Science (Major „Information and Data Management“), Betriebswirtschaft (Major „New Business“) und Tourismus (Major „Tourism“) statt. Der MSc wird jedes Jahr zu Beginn des Herbstsemesters angeboten. Die Studierenden müssen sich von vornherein für den jeweiligen Major anmelden. Der MSc weist zum Herbstsemester 2018 knapp fünfzig Studienanfänger auf, wobei der Major „Information and Data Management“ mit 22 Neustudierenden am stärksten besetzt ist.

Master of Advanced Studies – MAS. Das Weiterbildungsprogramm Master of Advanced Studies in Information Science ist das älteste informationswissenschaftliche Angebot am SII. Seit 1992 bestehend, richtet es sich primär an Absolventinnen und Absolventen eines fachfremden Erststudiums, die mit dem MAS eine Zusatzqualifikation im Bereich Archiv, Bibliothek, Dokumentation oder Museum erwerben wollen. Die 24 Plätze pro Jahr sind stets ausgebucht.

Der Fachbereich Digital Science mit seinen über 350 eingeschriebenen Studierenden ist der zahlenmäßig größte an der HTW Chur.

Lesen Sie in der abschließenden Folge: Entwicklung eines Currriculums.

Open Science Conference

Call for Poster Presentations
and Call for Speakers

The Open Science Conference is one of the most important international conferences of the Open Science movement. The Open Science Conference is unique because it offers a forum for professionals from different fields. Both researchers, librarians, practitioners, infrastructure providers and policy makers from all over the world come to the International Open Science Conference to discuss the latest and future developments in Open Science (from ZBW).

11-12 March 2020, Berlin, Germany - www.open-science-conference.eu - contact osc2020@easychair.org

Call for Poster Presentations: https://www.open-science-conference.eu/calls2020/

Call for Speakers: https://www.open-science-conference.eu/calls2020/

ECO

Sieben Tipps für sicheres Zahlen

Der ECO-Verband hat Tipps für sicheres Zahlen zusammengestellt:

• Nutzen Sie die Zwei-Faktor-Authentifizierung, wenn es möglich ist. Bei Kreditkarten erhöht das 3-D Secure-Verfahren, das einen zweiten Faktor abfragt, die Sicherheit. Auch andere Zahlungsdienstleister bieten Zwei-Faktor-Authentifizierungen optional an.

• Nutzen Sie zur Identifikation zwei Faktoren aus unterschiedlichen Kategorien. Verwenden Sie eine Kombination aus eigenem Wissen wie Passwort oder PIN, Dingen im persönlichen Besitz wie Chipkarte oder TAN-Generator oder setzen Sie biometrische Daten ein, etwa den eigenen Fingerabdruck.

• Zwei unterschiedliche Geräte einsetzen. Sendet Ihnen ein Anbieter eine TAN per App oder SMS, dann sollte diese aus Sicherheitsgründen auf einem anderen Gerät ankommen. Sie können also beispielsweise mit dem Laptop shoppen und bezahlen und mit dem Smartphone die Zahlung verifizieren. Eine weitere Möglichkeit sind Hardware-TAN-Generatoren, zum Beispiel Chip-TAN-Generatoren oder auch Photo-TAN-Generatoren.

• Starke Passwörter verwenden. Wählen Sie starke Passwörter mit mindestens acht Stellen, die Buchstaben, Zahlen und Sonderzeichen enthalten und nutzen Sie kein Passwort zweimal. Ein Passwortmanager mit einem Masterpasswort hilft dabei, die Übersicht zu behalten.

• Speichern Sie Passwörter nicht im Browser und geben Sie Passwörter oder TANs niemals weiter. Damit verhindern Sie einen möglichen Zutritt nicht autorisierter Personen.

• Alle Geräte Up-to-Date halten. Aktivieren Sie automatische Updates, um die Software auf allen an einer Zahlung beteiligten Geräten aktuell zu halten und bekannte Sicherheitslücken zu schließen.

• Nutzen Sie keine gerooteten Mobilgeräte für Online-Zahlungen. Wer auf seinem Smartphone die eingebauten Systemsperren umgeht, um sein Android-Gerät zu rooten oder mittels Jailbreak auf zentrale Funktionen des iPhones zuzugreifen, der setzt sich einer höheren Gefahr aus. Die Superuser-Rechte, die ein Nutzer auf einem solchen Smartphone hat, können auch zum Einfallstor für Schadsoftware und Kriminelle werden.

IFA

Aufstieg der Sprachsteuerung
und der Stimmbiometrie

„Die Produktpräsentationen auf der IFA zeigen, dass immer mehr Geräte über Sprachsteuerung bedient werden. Dadurch besteht jedoch ein gewisses Risiko, dass Unbefugte oder Minderjährige Geräte bedienen, die sie nicht dürfen. Alexa bietet beispielsweise neuerdings durch „Alexa lerne meine Stimme“ persönliche Stimmprofile einzurichten und zu personalisieren. Generell ist das ein guter Ansatz, mit Hilfe von Stimmbiometrie einzelne Personen zu identifizieren, um ein besseres Nutzererlebnis zu schaffen.

Allerdings sollten Hersteller, die Sprachsteuerung in ihre Geräte implementieren, einen Schritt weitergehen und Stimmbiometrie auch dafür nutzen, um Stimmprofile zur Authentifizierung zu nutzen. So haben Anwender die Möglichkeit selbst zu bestimmen, welche Funktionen nur durch ein bestimmtes Stimmprofil ausgeführt werden können (wie z.B. Online-Bestellungen, bestimmte Inhalte aufrufen etc.) und letztendlich wessen Daten dann weitergegeben werden.

Um unbeteiligte Dritte und Minderjährige von der Datensammlung auszuschließen, gibt es mit Systemen wie der Nuance Security Suite die Möglichkeit eine Blacklist zu verwalten mit deren Hilfe sich Stimmprofile sperren lassen. Einzelne Nutzer können so von der Sprachaufzeichnung ausgeschlossen werden.“ 

Brett Beranek, Vice-President & General Manager,
Security & Biometrics bei Nuance Communications

 

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