Open Password - Montag, den 17. Juni 2019

# 576

 

Michael Klems - Information Professionals - Blogs – Podcasts – Videos – YouTube – Rezo – Video.-Affinität – Bildung – Weiterbildung – Rat für kulturelle Bildung – Videoproduktion - EU - Authentifizierungsregeln - Microsoft - Oracle - Cloud-Interoprabilität - LinkedIn - Chitu - LexisNexis - LEAD - Time Matters - Cloud Library App - Mobile Nutzung - Google - Locker - Messe Frankfurt - EDI - Nexttrade - Philipp Ferger - Outsell

Warum Blogs, Podcasts und Videos
für InfoPros ein Muss werden

Wenn die videoaffinen Natives erst in Entscheidungspositionen einrücken, ist es für den Kompetenzerwerb vielleicht zu spät

Einsatzbereiche "Videos"

für Information Professionals

Ein Brief an die Branche von Michael Klems

Wann waren Sie das letzte Mal auf YouTube und haben sich einen Videobeitrag angesehen? Die Videoplattform von Google dürfte so manchen Schüler das Lernen fürs Abitur erleichtert haben. Denn Video ist mehr als “Rezo und die Zerstörung der CDU”. Video ist in seinen verschiedensten Formaten Erklärmodell, Tutorial und Wissensvermittler. YouTube ist zum zentralen Nachhilfe-Medium für Schüler aufgestiegen, die alternative oder ergänzende Erklärungen zum Frontalunterricht des Lehrers benötigen. Die Jugendlichen setzen die Suchfunktion von YouTube gezielt ein und setzen dabei auf die Empfehlungen von Freunden und Mitschülern. Dies ist das Fazit der Studie des Rats für kulturelle Bildung dar (Jugend/YouTube/Kulturelle Bildung - Horizont 2019), in der 818 Schüler repräsentativ über das Nutzungsverhalten von Youtube befragt wurden.  

Inwieweit können die Empfehlungen der Studie auf Information Professionals übertragen werden? Ersetzen Sie den Begriff der „Jugendlichen“ durch „Information Professionals“ und urteilen Sie selbst:  

• Digitalisierung als Aufgabe und Gegenstand der Kulturellen Bildung verstehen.

• Die Bedeutung der neuen Bildungsangebote für kulturelle Teilhabe nutzen.

• Konsequenzen aus dem digitalen Lernen über Webvideos ziehen: Eigene Formate entwickeln und in Fort- und Weiterbildung implementieren.

• Die Bedürfnisse der Jugendlichen aufgreifen, Hilfestellung bei der Erstellung von Videos leisten und Raum für kritische Auseinandersetzung bieten.

• Bildungswelten stärker verschränken.

• Die Politik vor Ort auffordern, nichtkommerzielle Räume für digitale Kulturpraktiken aufzubauen.

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Video - "Iron Man des Publishing".

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Nehmen wir die Empfehlung „Bedürfnisse der Kunden aufgreifen, Hilfestellung bei der Erstellung von Informationsmaterialien in verschiedenen Formaten leisten und Raum für kritische Auseinandersetzung bieten“. Für Information Professionals sollte eine Vermittlung und Aufbereitung von Wissen ein leichtes sein, sollte man meinen, ist das doch seine Kernkompetenz. Die Sache hat aber den Haken, dass die neuen Formate in ihrer Aus- und Weiterbildung bislang kaum eine Rolle gespielt haben. Für die Nutzung von YouTube als Video-Publisher sind zudem umfangreiche Erfahrungen in der Video-Erstellung notwendig. Hierzu bedarf es Fertigkeiten in der Konzeption, im Drehen, im Schnitt und in der Audiobearbeitung. Hinter einem Auftritt steht jede Menge professionelle Technik, die erst einmal beherrscht werden muss. Diese Fähigkeiten lassen sich nicht eben mal in einem Seminar aneignen und sind noch lange nicht vorhanden, wenn man eine gute Kamera gekauft hat.

YouTube ist vielmehr eine eigene Welt mit Formaten, die nicht linear und professionell aufgebaut sind. Schaut man sich die populären Kanäle an, so sieht man, dass zum Erfolg überdies Kreativität und authentisches Auftreten gehört.  

Spätestens dann, wenn die videoerfahrene neue Generation Digitaler Natives in Entscheidungsposition rückt und Aufbereitungen im Videoformat einfordert, ist es für ein Aufholen dieser Kompetenzen für Information Professionals zu spät. Es ist daher dringend geboten, den Informationstransfer per Video aufzugreifen und zu beherrschen. Die gute Nachricht zuerst: Für YouTube ist es nie zu spät. Die schlechte Nachricht lautet: Es kommt verdammt viel Arbeit auf Sie zu und der Erfolg wird sich erst nach langer und konsequenter Arbeit einstellen. Eine realistische Einschätzung lautet: Nach drei bis vier Jahren werden Sie voraussichtlich voll mithalten können. Anders gesagt: YouTube ist der „Iron Man des Publishing“.

Wenn Ihnen diese Nummer zu groß erscheint, beginnen Sie mit einem Blog und arbeiten sich systematisch in das Content Marketing ein. Auf der nächsten Stufe produzieren Sie Podcasts ein und erst in Stufe 3 befassen Sie sich mit dem Video-Format.

Text Box

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Tutorials und Kurse – FAQ und Supports – Einblicke gewähren und Kundennähe schaffen – Ergebnistransfer

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Information Professional sollten sich auf Dauer mit Videos in mehreren Aufgabenbereichen engagieren. Die folgenden Einsatzbereiche sehe ich als besonders wichtig an:

Tutorials und Kurse: Information Professionals vermitteln das Handwerk der Online-Recherche über Video-Kurse. Das beginnt mit dem Durchgehen einer PowerPoint-Präsentation bis zu ausgefeilten Vorträgen. Gerade im Umgang mit Hostsystemen und deren Datenbanken eröffnen sich große Potenziale.

FAQ und Support Videos: Immer wiederkehrende Fachfragen, die einen Information Professional im Kontakt mit dem Kunden ereilen, lassen sich mit Standard-Erklärvideos umfassend erläutern. Leistungsangebote werden so skalierbar gemacht.

Einblicke und Kundennähe: Was genau macht ein Information Professional? Wie sieht seine tägliche Praxis aus? Wie und wo kann er helfen? Mit einem Vlog wird Authentizität ausgestrahlt und Nähe zum Kunden bewirkt, was Vertrauen schafft. Am Anfang sollte ein kluges redaktionelles Konzept stehen, in dem zunächst die immer wieder gestellten Fragen aufzulisten sind.

Ergebnistransfer per Video: Hier kommt die absolute Königsklasse des Video-Formats und ein Addon, das von jüngeren Kunden in naher Zukunft eingefordert werden könnte. Das Abschlussgespräch wird bei komplexen Reports durch ein Video ersetzt und unterstützt den Kunden bei der Interpretation der Ergebnisse. Auch Zusammenfassungen von Ergebnissen lassen sich per Video gut vermitteln. Bei verteilten Arbeitsplätzen wird der Video-Austausch eine wirtschaftliche Methode im kollaborativen Arbeiten unter anderem sein.

Bitte denken Sie an unseren Aufbruch in das Webzeitalter Mitte der 90er Jahre. Heute gehört das Arbeiten in Web-Applikationen zum Alltagsgeschäft. Bald wird Video angesichts der hohen Bandbreiten, die bereits in den Metropolen vorhanden sind und bald auch in dünner besiedelten Regionen verfügbar sein werden, allerorten möglich gemacht. Zudem sind die Endgeräte für die Video-Technik wie SmartPhone, Smart-TV und Tablets bereits heute weitgehend Standardelektronik.

“Video kills the Radio Star” war das erste Video, mit dem MTV die Musik-Video Ära startete. 38 Jahre später sorgt ein YouTuber mit blauen Haaren (Rezo) mit einem Video-Statement in der etablierten Politik für Angst, Schrecken und Unsicherheit. So sollten wir Information Professionals nicht reagieren. Sehen wir Video als Chance und greifen wir sie auf! Lassen Sie sich inspirieren und engagieren Sie sich möglichst schon heute in neuen Formaten. Dabei wünsche ich Ihnen viel Freude, Geduld mit sich selbst und viel Erfolg.

Ihr Michael Klems


Die Studie finden Sie zum direkten Download ohne Angabe von Daten über diesen Link:https://www.rat-kulturelle-bildung.de/fileadmin/user_upload/pdf/Studie_YouTube_Webversion_final.pdf

Kanäle für Nachhilfethemen im schulischen Bereich:
Mathe by Daniel Jung: https://www.youtube.com/user/beckuplearnin

https://www.youtube.com/channel/UCsVWpmoRsNAWZb59b6Pt9Kg

Lehrer Schmidt: https://www.youtube.com/channel/UCy0FxMgGUlRnkxCoNZUNRQQ

Mathe Simple club   https://www.youtube.com/user/TheSimpleMaths

100 Sekunden Physik https://www.youtube.com/user/100SekundenPhysik

LexisNexis

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Quelle: Outsell

 

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