Open Password - Dienstag, den 18. Juni 2019

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Sören Auer – TIB – KI-Wirtschaft – Wissensgraphen – FIZ Karlsruhe – Standortqualität – Leuchttürme – Google – Produktion – Mobilität – Medizinische Forschung – Gesundheitswesen - Datenintegration – Datenaufbereitung – Fraunhofer-Institute – eccenca - L3S – Startups – Universität Hannover - Forschungsförderung – Forschungstransfer - Kickstarter – Crowdfinanzierung - Wissenschaft und Wirtschaft - Web of Science - Clarivate - Apple - Google - Facebook - Umweltbundesamt - Umweltbewusstsein - China - Kreditsystem - Know Your Customer - Refinitiv - World Risk Intelligence - BMJ - medRxiv - Thule - Digital Payments


Sören Auer zur KI-Wirtschaft in Deutschland
im Vorfeld der SEMANTiCS

Deutschland in Sachen KI
auch ohne Leuchttürme gut aufgehoben


Vorteile bei Produktion, Mobilität,

medizinische Forschung und Gesundheitsheitswesen

10.- 11. September, SEMANTiCS 2019 – The Power of AI and Knowledge Graphs, in Karlsruhe, Gartenhalle, Festplatz 3 – http://2019.semantics.cc

Die SEMANTiCS ist europaweit die einzige Konferenz, die zugleich Entscheider aus Industrie und Verwaltung sowie Entwickler, Forscher und IT-Berater anspricht. Gegründet 2005 thematisiert sie in vielen Vorträgen, Workshops und Diskussionsrunden, welche konkreten Anwendungen in unterschiedlichen Branchen durch semantische Technologien bereits realisiert werden und künftig zum Einsatz kommen.

Die diesjährige Veranstaltung wird gemeinschaftlich organisiert durch FIZ Karlsruhe – Leibniz-Institut für Informationsinfrastruktur GmbH, die Semantic Web Company Fachhochschule St. Pölten Forschungs GmbH, KILT Competence Center am Institut für Angewandte Informatik e.V. und die Vrije Universiteit Amsterdam.  

Wir beenden unsere Berichterstattung im Vorfeld der SEMANTiCS mit den Tipps internationaler Experten und Ökonomen zur Integration semantischer Technologien in Unternehmensprozesse und ihren Darstellungen der aktuellen KI-Trends mit einem Gespräch mit Sören Auer. Prof. Dr. Sören Auer ist Direktor der Technischen Informationsbibliothek (Hannover) und Leiter der Forschungsgruppe Data Science and Digital Libraries.

Hundert neue KI-Professuren sollen Deutschland an die Weltspitze künstlicher Intelligenz bringen. Die einen meinen, Deutschland sei vorn dabei, die anderen, Deutschland sei im internationalen Vergleich im Wettlauf um die Märkte der Zukunft abgehängt. Was stimmt denn nun? Ich denke, diese Frage ist schwierig zu beantworten. Wir haben sicher eine exzellente und breit aufgestellte Wissenschaftscommunity in Bezug auf KI und viele Unternehmen, die KI bereits sehr erfolgreich einsetzen. Große Leuchttürme, wie es sie mit Google, Facebook oder Amazon in den USA gibt, fehlen allerdings. Ob wir eventuell auch ohne Leuchttürme auskommen, wird sich zeigen. Aber ich persönlich denke, dass eine starke und breite Basis mittelfristig wichtiger ist, und diese stärken wir derzeit ja durch vielfältige Initiativen wie z. B. die Professuren und den Aufbau von KI-Zentren. 

Was muss sich ändern in Deutschland, um KI-Vorreiter zu werden? Ich denke, wir sollten uns auf unsere Stärken besinnen. Die KI-Strategie sollte daran anknüpfen. Wir sind sehr stark im Ingenieurwesen, Produktion, Mobilität, haben eine ausgezeichnete Medizinische Forschung und Gesundheitsversorgung sowie ein reiches kulturelles Erbe. Auf diese Stärken sollten wir aufbauen. Es zeigt sich auch, dass Daten eine zentrale Rolle für KI spielen. Mit Initiativen wie dem International Data Space, Europeana, Open Knowledge und TimeMachine existieren Ansätze, Daten und Wissen aus vielen verteilten Quellen auszutauschen oder zusammenzuführen. 

In welchen KI-Bereichen sehen Sie in Deutschland das größte Potenzial? Aus meiner Erfahrung unter anderem bei der Arbeit mit großen Unternehmen bei Fraunhofer oder in unserem Spin-Off eccenca zeigt sich, dass die Datenintegration und Aufbereitung oft einen enormen Aufwand bei KI-Projekten verursacht, oft bis zu 70 und 80 Prozent. Andererseits sind wir in Deutschland sehr stark in der Forschung zu semantischen Technologien, Wissensgraphen und vernetzten Daten. Dieses Potenzial müssen wir intensiver nutzen und die verteilte Vernetzung, Integration und den Austausch von Daten und Wissen in Wertschöpfungsketten noch stärker systematisieren. 

Gibt es Standorte oder Institutionen, die, was KI angeht, besonders herausragen? Es gibt Standorte, die in der Breite und Tiefe der Forschung und Anwendung besonders gut aufgestellt sind. Dazu gehören sicher Karlsruhe mit dem KIT, die Universität Bonn und die Fraunhofer-Institute in Sankt Augustin, die Zentren in Berlin und Leipzig und nun auch Dresden mit dem neu gegründeten KI-Zentrum. Auch mit dem Forschungszentrum L3S in Hannover bringen wir vielfältige Forschungs- und Anwendungsaspekte insbesondere in den Bereichen Produktion, Medizin, Bildung und Mobilität zusammen, um KI besonders verlässlich und verantwortungsvoll zu gestalten. 

 

Welche Rolle spielen Start-ups? Startups sind extrem wichtig, da nur sie die Agilität haben, Innovationen an den Markt anzupassen und schnell genug voranzutreiben. Eine besondere Herausforderung ist es, Gründer mit tiefem wissenschaftlich-technischen Know-How mit Business-Developern und Marketing/Vertriebsexperten zusammenzubringen - das scheint selten so gut zu funktionieren, dass es zu einer optimalen Balance beider Seiten kommt. 

Was tut Ihre Forschungseinrichtung für vielversprechende Gründer? Am Forschungszentrum L3S und der Leibniz-Universität haben wir vielfältige Unterstützungsangebote für Gründer, wie z.B. Startup@L3S http://www.l3s.de/de/node/70. Das reicht von der Bereitstellung von Räumen über Beratung und Unterstützung bei der Beantragung von Projektmitteln bis zur Vernetzung mit größeren Unternehmen und Investoren, z. B. im Rahmen unserer Transfer-Veranstaltungsreihe an L3S und TIB: http://www.l3s.de/de/events

Arbeiten Industrie und Wissenschaft arbeiten in Deutschland ausreichend zusammen?  Auch wenn das sicherlich weiter intensiviert werden kann, habe ich den Eindruck, dass es kaum andere Länder gibt, wo die Zusammenarbeit so intensiv wie in Deutschland ist. Das wird insbesondere durch Fraunhofer, die AIF-Förderprogramme und die BMBF-Förderung gemischter Konsortien stark unterstützt. 

Was sollte getan werden, um den Transfer von Forschungsergebnissen in Richtung Industrie zu verbessern?  Eventuell müssten wir die Instrumente für Startups oder kleinere Forschungs-, Innovations- und Transferprojekte z. B. durch eine Art Transfervoucher weiterentwickeln. Auch schwebt mir eine Crowdfunding-Plattform für Forschungsförderung mit konkretem Anwendungsbezug nach dem Vorbild der US-Plattform Kickstarter vor.

Und an welchen Stellen könnte die Industrie die akademische Forschung besser unterstützen? Das gibt es natürlich viele Möglichkeiten. Am wichtigsten ist es aber, denke ich, realistische Erwartungen zu bilden. Zusammenarbeit mit Forschung ist absolut notwendig, braucht aber einen langen Atem und wird auch viele kleinere und manchmal größere Rückschläge verkraften müssen. Mittelfristig und langfristig zahlt sich dies aber aus und ist wahrscheinlich die einzige Möglichkeit, auf Dauer in einem zunehmend innovationsgetriebenen Umfeld erfolgreich zu sein.

Evidenzbasierte Verlegerstrategien
vom Web of Science

The Web of Science Group, part of Clarivate Analytics, launches its first range of analytical reports aimed specifically for academic publishers. The reports provide a snapshot of journals’ performance and inform competitor analysis. They will help publishers to easily plan robust, evidence-based strategies, based on the publisher-independent, editorially curated data in the Web of Science, combined with data from InCites analytics and where appropriate, ScholarOne.

Apple will vor „Rival Buttons“ von Google und Facebook seinApple Inc will ask developers to position a new “Sign on with Apple” button in iPhone and iPad apps above rival buttons from Alphabet Inc’s Google and Facebook Inc, according to design guidelines released this week.

Wachsende Dringlichkeit des Umweltschutzes. Nach der Umweltbewusstseinsstudie des Umweltministeriums und des Umweltbundesamtes schätzen 64 Prozent der Menschen in Deutschland Umwelt- und Klimaschutz als eine sehr wichtige Herausforderung ein – 11 Prozentpunkte mehr als im Jahr 2016. Das Handeln aller relevanten Akteure für Umwelt- und Klimaschutz wird schlechter bewertet wird als in früheren Erhebungen: Mit dem Engagement der Industrie sind nur 8 Prozent zufrieden („tut genug“/„tut eher genug“), mit dem der Bundesregierung 14 Prozent. Nur 19 Prozent der Befragten finden, dass die Bürger genug tun, vor zwei Jahren waren es mit 34 Prozent deutlich mehr.    

China: Transparenz für Ausländer, die Geld leihen wollen. China has announced that it will be adding a new feature to its national creditsystem involving foreign borrowers.The country's centralbank, the People's Bank of China, will apparently now be requiring foreigners to submit their personal credit reports and register their nationality before they can borrow money from any financial institution.  

Für mehr „Know-Your-Customer“-Prozesse. Refinitiv is set to expand its suite of financial crime solutions into the wealth industry as increased scrutiny from regulators and the demand for a more frictionless client experience from investors drive the need for more digital Know-Your-Customer (KYC) and onboarding processes. The push into the Wealth and Advisory segments is set to expand on Refinitiv’s World-Check Risk Intelligence.

Neuer Preprint-Server für LebenswissenschaftenCold Spring Harbor Laboratory, Yale University, and BMJ announced the forthcoming launch of medRxiv (pronounced "med-archive"), a free online archive and distribution service for preprints in the medical and health sciences. medRxiv is expected to begin accepting manuscripts in June and will be overseen by the three organizations.

Quelle: Outsell, Umweltbundesamt, BIIA.

Thule

How do we help 1.7 billion people
excluded from financial services?

In a time where we have many payment options, it’s hard to imagine how 1.7 billion people in emerging markets don’t have access to have financial services. Poor households sadly rely on cash and physical assets which are unreliable as cash is spent and physical assets can easily get lost or stolen. There is no value in keeping cash as it doesn’t grow and most physical assets depreciate. For some in emerging markets, having a bank account can be scary because they don’t trust banks, feel they don’t have enough money for an account, or don’t understand the benefits of having an account. Financial inclusion goes far beyond bank accounts, it also includes credit, savings, payments, and insurance. 

How do we end this cycle of poverty? By increasing the development of digital payments systems. Fortunately, due to today’s technological advancements, it’s easy to send money through digital payments. It enables a more convenient life for everyone whether they want to pay bills, make purchases online, in-person, or inward/outward remittances.

Thunes, a B2B global cross-border payments network for emerging markets is on top of it. Its mission is to make sure the 1.7 billion people excluded have the same resources the rest of the world has. The power of this network allows its B2B customers to process payments instantly, cost-effectively, and in compliance with rigorous international standards. Thunes interconnects mobile wallet operators, corporates, merchants, money transfer operators, payment service providers and banks to support local and relevant payment and transfer methodseverywhere. The company offers three key payment solutions: P2P remittance processing, corporate mass payouts and digital payment services.

Today, Thunes' global network reaches over 80 countries with more than 9,000 payout partners. They connect hundreds of diverse payment systems, and provide access to 3.6 billion accounts and mobile wallets. Best of all, it creates a seamless experience for millions of people around the world, every single day.

Quelle: Selbstdarstellung Thule

 

 

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