Open Password - Montag, den 25. März 2019

# 534


Trends des Jahres - Karlsruher Institut für Technologie – Open Password – Künstliche Intelligenz – Lernende Systeme – Holger Henselka – Lenkungskreis der Plattform Lernende Systeme – Intelligente Übersetzungssysteme – Intelligente Verkehrssysteme – Roboter – Industrie 4.0 – Logistik – Gesundheitswesen – Tiefsee – Fremde Planeten – Cybersicherheit – Datenschutz – Datensicherheit – Kryptographie – Cyberkriminelle – Jörn Müller-Quade – Alexander Weibel – Lecturer Translator – Tamim Asfour – Humanoide Robotersysteme – ARMAR-6 – Maschinelles Lernen – Michael Flad – Drohnen – Autonomes Fahren – Marius Zöllner – Neuronale Netze – Barbara Deml – Unternehmenskultur – Arbeitsbedingungen – Kontrollverlust – Armin Grunwald – Büro für Technikfolgenabschätzung beim Deutschen Bundestag – Ethik – Michael Decker – Algorithm Engineering – Haushaltsroboter - Facebook - Discrimination in Ads - Logistikmonitor - Bundesvereinigung Logistik - Emerald - Emerald Insight - Social Sciences Research - Wolters Kluwer - Health Regutlatory Change Analyzer - Linked In - Interest Targeting - Bing - Research Solutions - Reprints Desk - Galaxy - Gadget Store - CRIF High Mark - Credit Assessments -- Financially Underdeserved - GeoIT - Zenit - Technical University Georg Agricola - Peter Loef


Trends des Jahres

Eroberung der Tiefsee und fremder Planeten durch Künstliche Intelligenz

Karlsruher Institut für Technologie
- KIT –

Breite Anwendungsszenarien und
strukturierte Entwicklung von Algorithmen


Cyberkriminelle lassen KI aus vergangenen Angriffen lernen und werden vielleicht erst konventionell gestoppt


Erkundung der Tiefsee und fremder Planeten
durch Drohnen

Zur Künstlichen Intelligenz, Open Passwords Thema des Jahres, hat das in KI breit aufgestellte stark anwendungsorientierte und mit der Bundespolitik bestens vernetzte Karlsruher Institut für Technologie (KIT) eine Leistungsschau gegeben und damit verbunden einen Überblick über die Forschungsbereiche und ihre voraussichtlichen wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Folgen auf der Basis seiner Arbeiten gewagt.  

„Lernende Systeme und Künstliche Intelligenz bedeuten eine Umwälzung, auf die wir uns als Gesellschaft vorbereiten müssen“, sagt der Präsident des KIT, Professor Holger Hanselka, der auch dem Lenkungskreis der Plattform Lernende Systeme (PLS) der Bundesregierung angehört (Bild) . KI biete gewaltige Möglichkeiten, beispielsweise für die Gestaltung unserer Informationsgesellschaft sowie eine sichere und umweltfreundliche Mobilität.„Information und Mobilität sind Themenfelder, auf die sich das KIT fokussiert, sei es bei intelligenten Übersetzungs- oder Verkehrssystemen, der Entwicklung lernender Roboter für die Assistenz oder dem Einsatz in Industrie 4.0, Logistik, Gesundheitswesen sowie in menschenfeindlichen Umgebungen wie der Tiefsee oder fremden Planeten.“ Dabei müssten indes auch die Risiken für die Cybersicherheit und den Datenschutz in den Blick genommen werden.

KI-Methoden könnten zwar helfen, IT-Systeme sicherer zu machen, erwartet Jörn Müller-Quade, der Leiter der Forschungsgruppe Kryptographie und Sicherheit am KIT. „Aber es wird auch heute noch unbekannte Angriffe mit KI geben.“ Auch das Zerstörungspotenzial klassischerer Angriffswaffen von Cyberkriminellen werde sich durch KI vervielfachen: „Angriffe werden in Zukunft vermutlich erfolgreicher sein, weil Kriminelle mittels KI automatisiert aus vergangenen Angriffen lernen können.“ Eine Möglichkeit, Angriffe auf KI-Systeme einzudämmen, sieht Müller-Quade darin, diese mit klassischen Systemen zu überwachen, die eine Art Schutzreflex auslösen könnten: „Wenn man auf eine heiße Herdplatte fasst, entscheidet auch nicht die Intelligenz darüber, ob man die Hand auf der Herdplatte lässt oder wegzieht.“

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Symbiose zwischen Mensch und Maschine und autonome Roboternetzwerke.
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Dass lernende Systeme in der vorhersehbaren Zukunft den Menschen ersetzen, hält Alexander Waibel für unrealistisch. Zwar sei es möglich, einen Go-Computer mithilfe von Lernalgorithmen auf Weltmeisterschaftsniveau zu bringen. „Aber ein solcher kann sich heute danach nicht selbst beibringen, auch Schach zu spielen“, sagt der Leiter des Instituts für Anthropomatik und Robotik (IAR) des KIT. Dazu müsste er von Entwicklern komplett umgebaut und neu trainiert werden. Gebraucht werden also Systeme, die sich am menschlichen Lernen orientieren, mit dem Menschen interagieren, von ihm inkrementell lernen, und nicht komplett neu trainiert werden müssen, wenn sich ihre Umgebung ändert. All das spricht eher für eine Symbiose zwischen Mensch und Maschine. Hierfür entwickelt der Informatikprofessor Spracherkennungs- und Dialogsysteme, mit deren Hilfe Roboter einmal lernen können sollen. Die Sprachverarbeitung leistet dem Menschen schon jetzt wichtige Hilfe:  Der von Waibel entwickelte „Lecture Translator“ wird am KIT zur Simultanübersetzung von Vorlesungen für ausländische Studenten eingesetzt und wurde auch schon im europäischen Parlament getestet. Derzeit arbeitet Waibels Team daran, das System auch auf dem Smartphone nutzbar zu machen. In einem neuen BMBF-Projekt soll die Technologie zur besseren Verständigung bei der ärztlichen Behandlung von Migranten beitragen. 

„Das ultimative Ziel der KI-Forschung besteht darin, Systeme zu schaffen, die mit ihrer Umwelt interagieren und diese aktiv verändern können“, sagt Tamim Asfour, Professor für Hochperformante Humanoide Robotik Systeme am IAR. Das KIT erforscht und entwickelt humanoide Roboter, die Aufgaben im Haushalt und in industriellen Umgebungen verrichten. Dabei spielt die Frage eine zentrale Rolle, wie diese ihre Fähigkeiten aus Bildern, Sprache und Tastsinn lernen können. Der humanoide Roboter ARMAR-6 verbessert seine Fähigkeiten mithilfe von Methoden des Maschinellen Lernens, indem er Menschen bei ihren Tätigkeiten beobachtet. Er kann Hand-in-Hand mit dem Menschen bei Wartungsaufgaben in Industrieanlagen arbeiten. Mit KI-Methoden lernt er zu beurteilen, wann ein Techniker Hilfe benötigt und bietet diese an, indem er mit ihm spricht.

High-Performance-Roboterteams könnten Herausforderungen bewältigen, an denen einzelne spezialisierte Maschinen scheitern. „Autonome Roboternetzwerke werden künftig eine Schlüsseltechnologie sein“, sagt Michael Flad, Forschungsgruppenleiter Kooperative Systeme am Institut für Regelungs- und Steuerungssysteme (IRS) des KIT. Schwimmende oder fliegende Drohnen könnten in der Tiefsee oder auf dem Mars geeignete Standorte für Ausrüstung oder Untersuchungen auskundschaften, während sich andere Einheiten dorthin bewegen und Material bringen, verladen und aufbauen. „Für solche Aufgabenstellungen brauchen wir Robotersysteme mit vielfältigen Fähigkeiten“, so Flad. Die Systeme müssen in der Lage sein, ihnen vorher unbekannte Objekte zu greifen und zu manipulieren, sich an sich ändernde Umgebungen anzupassen und vor allem Aufgaben im Team zu verteilen und abzustimmen. „Dafür brauchen wir zuverlässige Algorithmen, die Informationen bündeln und ihre Koordination ermöglichen, aber auch Schnittstellen, durch die menschliche Bediener und das Roboterteam die Mission gemeinsam planen und koordinieren können.“ Benötigt werden all diese Fähigkeiten auch beim Autonomen Fahren sowie in Logistik und Transport.  

„Das Ziel des Autonomen Fahrens – mehr Sicherheit, Komfort, Energieeffizienz und Zeitersparnis – lässt sich nur verwirklichen, wenn wir die autonomen Systeme so miteinander vernetzen und sie so gestalten, dass sie selbstständig und koordiniert handeln“, sagt Marius Zöllner, Leiter des Testfelds Autonomes Fahren Baden-Württemberg (TAFBW). „Dazu müssen autonome Fahrzeuge ihre Umgebung wahrnehmen, die jeweilige Situation verstehen und schließlich die richtigen Verhaltensentscheidungen treffen“, so der Professor am Institut für Angewandte Informatik und Formale Beschreibungsverfahren (AIFB) des KIT weiter. Dies gelinge mithilfe von Verfahren der KI und des Maschinellen Lernens. Damit das Gesamtsystem am Ende zuverlässig und sicher funktioniert, „müssen wir neuronale Netze besser verstehen und ihre Entscheidungen nachvollziehen können. Dazu müssen wir die Art überdenken, wie wir solche Systeme entwickeln.“

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Vor Revolution der Arbeitsverhältnisse und Gefahr von Kontrollverlusten.
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„Durch lernende Systeme werden sich unsere Arbeitsbedingungen schneller und öfter verändern, als wir das bislang gewohnt waren“, sagt Barbara Deml, Professorin und Leiterin des Instituts für Arbeitswissenschaft und Betriebsorganisation (ifab). „Für Unternehmen bedeutet das, dass sie flexibler und schlanker werden müssen. Für Arbeitnehmer heißt das, dass sie vielleicht gar nicht mehr fest zu einer Organisation gehören, ihre Dienstleistung auf Plattformen anbieten und zeitlich befristet für den einen oder anderen Auftraggeber tätig sind. Das könnte auch unser heutiges Verständnis von Unternehmenskultur obsolet machen.“ Diese Punkte müssten aber nicht nur arbeitstechnisch, sondern auch gesellschaftspolitisch angegangen werden: „Wir müssen zum Beispiel vor dem Hintergrund zeitlicher und räumlicher Flexibilitätsanforderungen auch Arbeitsschutz neu denken.“ 

„Bei allen positiven Folgen, die der Weiterentwicklung von KI und Digitalisierung zugeschrieben werden, machen sich viele Menschen Sorgen, weil Fragen nach dem zukünftigen Verhältnis von Mensch und Algorithmus sowie nach möglichem Kontrollverlust noch weitgehend ungeklärt sind“, sagt Armin Grunwald, der Leiter des Instituts für Technikfolgenabschätzung und Systemanalyse (ITAS) .„Komplexe Software hat eine ähnliche Wirkung wie Institutionen – sie reguliert unser Handeln“, erläutert der Physiker und Philosoph, der auch das Büro für Technikfolgen-Abschätzung beim Deutschen Bundestag leitet. „In welcher Weise sie das tut, hängt von den Werten und Interessen ihrer Erzeuger ab. Wenn also Digitalisierung in ethisch reflektierter Weise gestaltet werden soll, muss erforscht werden, wie die Anforderungen an Software und ihre Realisierung aussehen müssten, um Ergebnisse im Einklang mit ethischen Standards erwarten zu lassen. Selbstfahrende Autos sind hier ein gutes Beispiel.“  

„Das Besondere an der KI-Forschung des KIT ist, dass wir die verschiedensten Anwendungsszenarien von KI erforschen, vom Autonomen Fahren über Assistenzroboter für Industrie, Haushalt und Pflege bis hin zur Produktionsrobotik und der Cybersicherheit“, betont Michael Decker, der den Bereich II Informatik, Wirtschaft und Gesellschaft des KIT leitet.Denn einerseits müssten neue KI-Methoden entwickelt werden, um die unterschiedlichen Probleme zu lösen, und andererseits kann man aus gelungenen Lösungen in anderen Anwendungsbereichen lernen. „Dieses problemorientierte Vorgehen nützt unmittelbar der Technikentwicklung. Am KIT haben wir zudem großartige Expertise im Algorithm Engineering. Die strukturierte Entwicklung von Algorithmen, die auch mit gewaltigen Datenmengen umgehen können, ergänze die KI-Forschung in optimaler Weise.“

 

Provider´s Corner

Facebook stoppt diskriminierende Werbung

After years of criticism, Facebook announced that it would stop allowing advertisers in key categories to show their message only to people of a certain race, gender or age group. The company said that anyone advertising housing, jobs or credit — three areas where federal law prohibits discrimination in ads — would no longer have the option of explicitly aiming ads at people on the basis of those characteristics.

Logistikmonitor Statistas. Die Bundesvereinigung Logistik (BVL) e.V. und Statista haben gemeinsam eine Umfrage unter Experten und Akteuren der Logistikbranche aufgesetzt. Der daraus entstandene "Logistikmonitor 2018" dient als Pulsmesser und Trendbarometer des größten deutschen Wirtschaftsbereiches. Insgesamt blickt die deutsche Logistik positiv auf die wirtschaftliche Situation, erwartet jedoch, dass der Fachkräftemangel weiter zunehmen wird.

Emerald: Sozialwissenschaftliche Forschung leicht gemacht. In July 2019, Emerald Publishing will launch a completely new Emerald Insight digital research platform. Developed in collaboration with twelve international universities, it is designed to make social sciences research easy and enjoyable to discover. Emerald Insight has been entirely reimagined and rebuilt. The design offers an engaging and rewarding user experience; showcasing researchers’ work, paving the way for rapid evolution and meeting future research needs.

Tracking Health Law Changes Over Time. Wolters Kluwer Legal & Regulatory U.S. launched the Health Regulatory Change Analyzer, a legal research solution designed to accelerate healthcare regulatory research by tracking health law changes over time. Available on Wolters Kluwer's MediRegs and Cheetah platforms, this solution allows for increased efficiency and accuracy while monitoring evolving regulatory changes.

LinkedIn´s Interest Targeting: Neue Zielgruppen gewinnen.  LinkedIn beefed up its ad-targeting options with three new offerings: lookalike audiences, audience templates and the addition of search data from Microsoft corporate sibling Bing to its recently introduced interest targeting. Much like their namesakes on other social platforms, lookalike audiences enable advertisers to target new audiences who are similar to ideal customers, under the premise that if they are already engaging with the company, conversions are more likely.

Bibliothek für wissenschaftliche Experimente. Research Solutions, Inc. and its subsidiary Reprints Desk have launched the Article Galaxy Gadget Store. The Gadget Store provides access to a library of science applications designed for research and scientific experimentation.

Kreditbeurteilungen fast ohne Daten. CRIF High Mark, a credit bureau licensed by the RBI, and CreditVidya, the provider of alternative data-based credit assessment, announced a strategic tie-up to provide lenders with credit scoring even for new-to-credit and ‘thin-file’ customers. By joining forces, CreditVidya and CRIF High Mark seek to help banks and NBFCs provide reasonably-priced credit to the large section of millions of financially underserved. 

Quelle: Outsell, Statista

Zenit

Copernicus meets Galileo
Earth Observation, Navigation, GeoIZ

Dear Dr Bredemeier,

on 8 and 9 May 2019 the international conference "Copernicus meets Galileo - Earth Observation - Navigation - GeoIT" will take place in Bochum, Germany. The event will be held at the premises of the Technical University Georg Agricola, Herner Straße 45, 44787 Bochum, Germany.

The conference is aimed at experts, users and customers from the fields of earth observation and navigation using the European satellite systems Copernicus and Galileo, GeoIT as well as from selected fields of application. The focus is on the development of integrated systems and cross-industry products and services.

Presentations by internationally operating specialists as well as workshops and a matchmaking session allow for networking with companies and research institutions from all over Europe. The following areas are at the centre of thematic workshops:

• - Data Access Points and Cloud Computing

• - Autonomous vehicles, aviation and transport (land, water, air, rail)

• - Monitoring of ground movement and ground changes

• - From technology & Innovation to markets

• - Further fields of application

For more information regarding the conference and the optional matchmaking session as well as the registration, please follow this link: https://copernicus-meets-galileo.b2match.io/. Please find the Flyer and the Agenda. For further information and questions, please contact Mr. Johannes Böhmer at Tel.: 0208/30004-12 or jb@zenit.de

Best regards Peter Loef

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