Open Password - Mittwoch, den 20. März 2019

# 532


Bibliothekartag – VDB – Dietrich Nelle – ZB MED – Wissenschaftliche Bibliotheken – Deutscher Bibliotheksverband – Open Password - Gabriele Herrmann-Krotz – BMBF - Klaus-Dieter Lehmann - Sigrid Reinitzer - Klaus G. Saur - Steilvorlagen für den Unternehmenserfolg - Personalführung – Charisma – Willi Bredemeier – Brexit – Christiane Mitter – Elisabeth Simon – Ko-Education – Schüleraustausch – Öffentliche Bibliotheken – David Lankes – Erwarten Sie mehr – Bibliothekarische Auslandsstelle – Deutsches Bibliotheksinstitut – Englisch International – British Council – Ökonomisierung – Open Password – Zukunft der Informationswissenschaft – Simon Verlag für Bibliothekswissen – Open Access – Rainer Kuhlen – Walther Umstätter – Winfried Gödert - Donald Trump - Bibliotheksförderung - IMLS - London Book Fair - Academic Publishing . Dow Jones Risk & Compliance - Dun & Bradstreet - McGraw Hill - Affordability - Experian - Vollständigkeit der Information - UNO - Wochit - Tobi - Schweizer Wahlen - Tamedia

 

Bibliothekartag

Dietrich Nelle mit Ehrenmitgliedschaft
des VDB ausgezeichnet

„In kurzer Zeit ZB MED neu aufgestellt
und inhaltlich gestärkt“

Auf dem Bibliothekartag in Leipzig hat der VDB – Verein Deutscher Bibliothekarinnen und Bibliothekare heute Dr. Dietrich Nelle die Ehrenmitgliedschaft verliehen. Der Verein würdigt damit die Verdienste des ehemaligen Interimsdirektors von ZB MED – Informationszentrum Lebenswissenschaften um das Bibliothekswesen.

Dr. Dietrich Nelle übernahm im Oktober 2016 die Interimsleitung von ZB MED. Er leitete im Informationszentrum einen Transformationsprozess ein und gestaltete ihn. In der Begründung für die Verleihung der Ehrenmitgliedschaft heißt es: „Innerhalb von kurzer Zeit konnte ZB MED neu aufgestellt und inhaltlich gestärkt werden. Mit ZB MED handelt es sich um den besonders exponierten Fall einer zentralen Fachbibliothek mit überregionalen Aufgaben. Mit seinem Handeln hat Dietrich Nelle den Beweis angetreten, dass Bibliotheken, Bibliothekarinnen und Bibliothekare für die Wissenschaft unverzichtbar sind.“ Mit der Ehrenmitgliedschaft erkennt der VDB zudem Nelles Mitarbeit am Positionspapier "Wissenschaftliche Bibliotheken 2025" der Sektion 4 des Deutschen Bibliotheksverbands (dbv) an: „Über sein Engagement für ZB MED hinaus hat er einen wesentlichen Diskussionsbeitrag für das wissenschaftliche Bibliothekswesen geleistet und dieses nachhaltig gefördert.“ Nelle ist regelmäßiger Autor von Open Password.  

Die kaufmännische Geschäftsführerin der ZB MED, Gabriele Herrmann-Krotz, gratulierte Dr. Dietrich Nelle persönlich vor Ort und freute sich über die Auszeichnung: “Als neue Leitung von ZB MED greifen wir die strukturellen und inhaltlichen Korrekturen, die Dr. Nelle angestoßen hat, jetzt auf. Wir verfolgen zielgerichtet und strategisch die Umsetzung der geplanten Meilensteine. Dietrich Nelle hat dafür die Basis gelegt und uns hervorragende Bedingungen hinterlassen.“

Im Anschluss an seine Tätigkeit für ZB MED ist Dr. Dietrich Nelle im Juli 2018 ins Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) zurückgekehrt. Er ist dort als ständiger Vertreter des Abteilungsleiters „Grundsatzfragen und Strategien; Koordinierung“ tätig. Der VDB hat den ehemaligen ZB MED-Interimsdirektor nach Prof. Dr. Klaus-Dieter Lehmann, Hofrätin Dr. Sigrid Reinitzer und Prof. Dr. Klaus G. Saur den als vierte Persönlichkeit mit der Ehrenmitgliedschaft ausgezeichnet.

 

Brief

Für eine fairtrade Schokolade

Zu: Steilvorlagen für den Unternehmenserfolg - Mitarbeiter mit unersättlichem Bedürfnis nach Lob und Anerkennung - Führung einer verunsicherten Belegschaft
durch Charisma,  von Willi Bredemeier, in: Open Password, 15. März, #529

Hallo,

Ihr Beitrag „Mitarbeiter mit unersättlichem Bedürfnis nach Lob und Anerkennung“ hat mich wieder mal getroffen. Danke dafür! Daher meine Spende – für eine fairtrade Schokolade.

Schönen Gruß, Christiane Mitter

Mit dem Brexit:
A Farewell to British Pragmatism?

Eine Erinnerung, wie wir
Britannien geliebt haben

Von Elisabeth Simon

 

Man vergisst es: Als die heutige Seniorengeneration in den 50er Jahren die Gymnasien bevölkerte, die Quote der Abiturienten lag bei ca. 4 %, waren Aufenthalte im Ausland eine Ausnahme. Die Hamburger Schule am Bondenwald mit ihrem Ko-Educationsmodell war eine solche. Sie begann einen Austausch mit einer Schule in Kent. Zusammen mit anderen Freunden fuhren wir nach England: man brauchte ein Visum, anderes Geld (1 Pfund ca. 11 DM), eine Schiffspassage und Sprachkenntnisse. Als Kriegskind, das bis zu seinem zwölften Lebensjahr nur sporadisch zur Schule gegangen war, waren diese schlecht. Trotzdem durfte ich teilnehmen und verbrachte eine herrliche Zeit, ich lernte, Latein ins Englische zu übersetzen, trug eine Schultracht, nahm am Squaretanz teil und erfuhr die Großzügigkeit einer Engländerin, die ihren Mann im Zweiten Weltkrieg verloren hatte.

Großbritannien war in den folgenden Berufsjahren Vorbild für die Öffentlichen Bibliotheken, die sich in Deutschland entwickelten. Die Community-zentrierte Bibliotheksarbeit, die Ablehnung einer strikten Regelung beim Bestandsaufbau, die mit ihrer oberen und unteren Grenze die professionelle Diskussion in Deutschland beherrschte, der hohe Leseranteil an der Bevölkerung und die Einbindung der Bibliothek  in soziale und kulturelle Dienste des Landes waren erstrebenswerte Ziele. Wie spät diese Überzeugungen Deutschland erreichten, zeigt die Popularität  des Buches von David Lankes: „Erwarten Sie mehr“, Berlin 2017.

Deshalb hat die von mir geleitete Bibliothekarische Auslandsstelle des Deutschen Bibliotheks Instituts gleich nach der Anbindung an das Deutsche Bibliotheksinstitut 1974 die Kooperation und den Austausch mit Großbritannien besonders gefördert und unter anderem Seminare für deutsche Bibliothekare in Aberystwyth, Wales und Brighton entwickelt. In den folgenden Jahren wurden Besuche, Praktika und Studienaufenthalte in beiden Ländern durchgeführt. Ein lebendiges berufliches Netzwerk, was in der Verleihung der Ehrung international librarian of the year und des akademischen Titels des britischen Bibliotheksverbandes, einem Fellowship, seinen Ausdruck fand, machten aus Kollegen Freunde und aus Kenntnissen Lust, neue Wege im beruflichen Alltag auszuprobieren. Dieses wurde auch Kollegen aus anderen Ländern übermittelt, wie es die Publikation Kanic, Ahlfänger und Simon: EnglischInternational, 2. Auflage Berlin 2018, beweist.

Alle diese Unternehmen wurden von kontinuierlichen Begegnungen mit dem britischen Alltag begleitet. Nach der Einrichtung der ersten Billigfluglinie nach London, die Besuche in England und die Weiterfahrt in andere Städte auch nach Wales ermöglichten, begannen Freunde in Großbritannien zum täglichen Leben zu gehören. Ihre Gelassenheit, ihre demokratische Überzeugung und besonders ihr Humor machten Begegnungen und Kooperation erfreulich und trugen zur Beliebtheit von Leuten und Land bei.

Obwohl die Konzentration der Bibliotheksarbeit auf die Informationen für die Wirtschaft, besonders für kleine und mittlere Betriebe in den 80er Jahren, zu einer neuen Zusammenarbeit, auch mit Hilfe des British Council in Köln, führte, erschwerte die zunehmende Ökonomisierung eine weitere Stärkung der Kooperationen. Der Aufbau von Verbindungen und die spätere Zusammenarbeit zahlt sich nicht unmittelbar aus, sondern bedarf der Pflege und Aufmerksamkeit über einen längeren Zeitraum.

Die Freunde blieben, aber die Freude an Großbritannien ist jetzt einem Entsetzen gewichen. Ist das unser geliebtes England? Das wir so oft besucht hatten, um dessen Demokratie und um deren Fähigkeit, mit Problemen, auch mit politischen, fertig zu werden, wir die Engländer oft beneideten? Unsere Erfahrungen müssen nun zu bloßen Erinnerungen werden. Sie sind vielleicht ohne Zukunft. Unsere Kinder fuhren mit uns nach England. Unsere Enkelkinder lernen Französisch. Die Liebe rostet.

 

Ein Projekt von Open Password – In der Pipeline:

Zukunft der Informationswissenschaft
Hat die Informationswissenschaft eine Zukunft?

 

Eine neue Informationswissenschaft
aus den Ruinen!

Was sind die Kernbereiche der Informa- tionswissenschaft, was ihre Grenzen?

Herausgegeben von Willi Bredemeier – Simon Verlag für Bibliothekswissen, Berlin 2019 – Weitere Veröffentlichungen in Open Password sowie Open-Access-Publikation auf der Webseite einer branchenrelevanten Einrichtung

Siehe auch Open Password, 25. Februar, #518: Kurzbeschreibung des Buches – Curriculum Vitae des Herausgebers, www.password-online.de/archiv

Open Password, 5. März 2019, #523: Der Inhalt: Grundlagen und Perspektiven – Angebote in der Lehre – An den Forschungsfronten der Informationswissenschaft

Open Password, 14. März 2019, #528: Das Vorwort des Herausgebers: Von Abenteurern im Geiste, die unserem Wissen neue Erkenntnisse hinzufügen - Wissenschaft als Selbstbild, als soziales System und als Erarbeiter zukunftsfähiger Lösungen

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Der erste Teil des Buches:

Die Ausgangspunkte einer informationswissenschaftlichen Debatte in Open Password: Briefe von Walther Umstätter und Winfried Gödert – ISI-Tagung

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Alle Beiträge des ersten Teiles des Buches sind bereits in Open Password erschienen und können unter www.password-online.de/archiv unter den angegebenen Tagen nachgelesen und heruntergeladen werden:

Eine neue Informationswissenschaft aus den Ruinen! - Eine kurze Antwort auf zwei offene Briefe von R. Kuhlen - Von Walther Umstätter

Erschienen in Open Password am 12. April 2016

Wie die Informationswissenschaft wieder zu beleben ist - Zur Notwendigkeit und zur Frage des angemessenen Formates - Brief von Winfried Gödert

Erschienen in Open Password am 21. Juni 2016

Kann die Informationswissenschaft eine Zukunft haben? - Ein diskursiver Wettstreit um den einzuschlagenden Weg findet nicht statt – Kernfragen für eine etwaige Trendumkehr - Ein Brief von Winfried Gödert (10. Januar 2017)

Erschienen in Open Password am 10. Januar 2017

Was sind die Kernbereiche der Informationswissenschaft, was ihre Grenzen? - Protokolle aus der ISI-Tagung – All-Zuständigkeit für die Digitale Gesellschaft oder Beschränkung auf Themen mit Alleinstellungsmerkmalen – Kritische Gesellschaftssoziologie oder das, was die Ausländer machen, oder eine BWL für die InfoPros? -Von Willi Bredemeier

Erschienen in Open Password am 24. April 2017 

Provider´s Corner

Bundesförderung der US-Bibliotheken

vor dem Aus?

On March 11, the White House released President Trump’s proposed fiscal year (FY) 2020 budget. For the third straight year, the Trump budget proposes permanent elimination of the Institute of Museum and Library Services (IMLS), an independent federal agency that provides library and museum grants, policy development, and research. Defunding the IMLS would effectively end all federal funding of public libraries. 

London Book Fair 2019: Brexit Hits British Academic Publishers Hardest.  Brexit remains a source of uncertainty for all British publishers, but it has already negatively impacted the academic publishing sector in the U.K.

Dow Jones Risk übernimmt Dun & Bradstreet-Daten für Compliance-Lösungen.  Dow Jones Risk & Compliance and Dun & Bradstreet have agreed to utilize their datasets to enhance their respective risk management and regulatory compliance solutions. Dow Jones Risk & Compliance will make Dun & Bradstreet’s beneficial ownership data available through its web-based platform, RiskCenter, or via API.

McGraw-Hill’s New will Studiengänge für Studenten finanzierbar machenAs rising costs associated with higher education continue to weigh heavily on students, McGraw-Hill is strengthening its commitment to students, educators and institutions to lower costs and increase student achievement. In 2019, McGraw-Hill will continue to expand its programs that in previous years saved students millions of dollars, while increasing student success and equity. In 2018, these initiatives saved students an estimated $55 million.

New data sources could boost financial inclusion by 1.5 million.  Experian hat Wege gefunden, 1,5 Millionen britische Bürger zu covern, die von der Kreditinformationsindustrie bislang nicht erfasst wurden. Führt diese „Inklusion“ auch zu einer leichteren Kreditvergabe?

Videonachrichtendienst der UNO öffnet sich.  The United Nations has inked a partnership with predictive video creation platform Wochit, bringing its video content to Wochit’s content library. Through the deal, the UN’s video news wire service, UNifeed, becomes open to Wochit customers.

Tobi schreibt 40.000 Wahlberichte in fünf Minuten.  A text-generating "bot" nicknamed Tobi produced nearly 40,000 news stories about the results of the November 2018 elections in Switzerland for the media giant Tamedia—in just five minutes. These kinds of artificial intelligence programsare becoming more widespread as news organizations turn to them to produce stories, personalize news delivery and in some cases sift through data to find important news.

Quelle: Outsell

 

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