Open Password - Montag, den 4. Februar 2019

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100 Jahre ZBW – Digitalisierung – Vernetzung – Bibliothek für alle Wirtschaftswissenschaften – Forschungsbasierte Informationsinfrastruktur – Horst Thomsen – Erwin Heidemann - Wilhelm Gülich – Wolfgang Scherwarth – HWWA – Heide Simonis – Günter Rexrodt – Walter von Lom – Arbeitsgemeinschaft der Blauen Liste des Wissenschaftsrates – Standard-Thesaurus Wirtschaft – Klaus Tochtermann – Universität Kiel – Wissenschaftliches Publizieren – Internationale Vernetzung – Forschungsverbund Open Science – LIBER Award – dbv – Thorsten Meyer - Dun & Bradstreet - D&B Compass - Nicole Walger - Tanja Estler-Ziegler - Raubverlage - Wissenschaft - BAK

 

100 Jahre ZBW

 

Erste Schritte in Richtung Digitalisierung und Vernetzung

 

Eine Bibliothek für alle Wirtschafts-wissenschaften und eine forschungs-basierte Informationsinfrastruktur

 Zweiter Teil

Erste Schritte in Richtung Digitalisierung und Vernetzung. Unter ihrem seit 1992 amtierenden Leiter Horst Thomsen beschritt die ZBW auch inhaltlich neue Wege. 1986 wurden die ersten Online-Zugänge eingerichtet. Horst Thomsen war nicht wie sein Vorgänger Erwin Heidemann von den Gülichschen Werten geprägt, der die Bibliothek des Instituts für Weltwirtschaft als einen unabhängig agierenden Monolithen in der Landschaft der wirtschafts- und sozialwissenschaftlichen Spezialbibliotheken verstand. Thomsen hatte seit Beginn seiner Tätigkeit als Referent in den 1970er Jahren die schrittweise Einführung der Digitalisierung begleitet und setzte nun wie sein Kollege Wolfgang Scherwath am Hamburgischen Welt-Wirtschafts-Archiv (HWWA) stärker auf Vernetzung.

 

Die Ministerpräsidentin von Schleswig-Holstein, Heide Simonis, legt den Grundstein für den heutigen Bibliotheksbau der ZBW am Düsterbrooker Weg 120 (1999).


Parallel dazu liefen seit 1997 die Vorbereitungen zum Auszug aus dem „Kubus“. Nur für einen Tag schloss die Bibliothek. Am 16. Juli 1998 wurde der Grundstein für das heutige ZBW-Gebäude in Kiel gelegt. Ministerpräsidentin Heide Simonis und der deutsche Wirtschaftsminister Günter Rexrodt mauerten gemäß der Tradition eine Dokumentenrolle in das Fundament ein. Am 23. Mai 2001 wurde das jetzige ZBW-Gebäude nach Entwürfen des Kölner Büros Walter von Lom mit einer Gesamtfläche von 15.000 Quadratmetern offiziell übergeben.

ZBW und HWWA erstellen den Standard-Thesaurus Wirtschaft. Wie von ihren Gründern angestrebt, war die ZBW zum Ende des 20. Jahrhunderts zu einer der bekanntesten und international am besten ausgestatteten volkswirtschaftlichen Fachbibliotheken aufgestiegen. Parallel dazu verteidigte die Bibliothek des HWWA für die betriebswirtschaftliche Forschung ihren guten Ruf. Dazu gehörte ihr Status als Depotbibliothek verschiedener Organisationen von der UN bis zur Europäischen Gemeinschaft.

Ab den 1970er Jahren arbeiteten die Bibliothek des HWWA und die Bibliothek des Instituts für Weltwirtschaft in einzelnen Projekten enger zusammen. 1990 wurde die ZBW in die Arbeitsgemeinschaft der Blauen Liste des Wissenschaftsrates aufgenommen, der Vorläuferin der Leibniz-Gemeinschaft. Die beiden Bibliotheken in Kiel und Hamburg erstellten gemeinsam den Standard-Thesaurus Wirtschaft und stimmten sich beim Ausbau ihrer Bestände eng ab.

Erste Schritte zur Digitalisierung und Vernetzung mit Horst Thomsen (2008).

Eine Bibliothek für alle Wirtschaftswissenschaften in Deutschland. 2005 schloss sich ein bibliothekarischer Kreis für die Wirtschaftswissenschaften. Die Bibliothek des HWWA und die Bibliothek des Instituts für Weltwirtschaft fusionierten zum Leibniz-Informationszentrum Wirtschaft. Erstmals lief die Versorgung von Volkswirtschaft und Betriebswirtschaft unter einem Dach. Dieses Dach hieß ZBW – Leibniz-Informationszentrum Wirtschaft. Die ZBW bekam in diesem Zuge nicht nur einen prominenten zweiten Standort. Die ZBW war nun die Bibliothek für alle Wirtschaftswissenschaften in ganz Deutschland.

Prof. Dr. Klaus Tochtermann (r.) ist Direktor des ZBW seit 2010 (im Bild mit seinem Stellvertreter Thorsten Meyer).

Eine forschungsbasierte Informationsinfrastruktur. 2010 wurde der Informatiker Klaus Tochtermann zum Direktor berufen. Unter ihm baute die ZBW 2010 die anwendungsorientierte Forschung in den Bereichen Informatik und Informationswissenschaft auf. Es sollte sichergestellt werden, dass die Infrastrukturangebote der ZBW auf neuesten wissenschaftlichen Erkenntnissen basieren.

Mittlerweile befassen sich die an der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel angesiedelten Professuren und eine internationale Doktorand*innengruppe unter der Leitung Tochtermanns mit der Frage, wie die Digitalisierung der Wissenschaft Forschungs- und Publikationsprozesse verändert. Im Rahmen dieser Thematik führt die ZBW wissenschaftspolitische Beratungen auf nationaler und internationaler Ebene durch.

Forschergruppe des ZBW.

Die ZBW ist in ihrer Forschung international vernetzt. Die hauptsächlichen Kooperationspartner kommen aus EU-, DFG- und BMBF-Projekten sowie aus dem Leibniz-Forschungsverbund Open Science. Die ZBW wurde mehrfach für ihre innovative Bibliotheksarbeit mit dem internationalen LIBER Award ausgezeichnet. Im Jahr 2014 erhielt sie vom Deutschen Bibliotheksverband (dbv) den Innovationspreis „Bibliothek des Jahres“. Die Begründung:

„Die ZBW ist eine radikal moderne Bibliothek, deren Kunden- und Innovationsorientierung als Vorbild für andere Bibliotheken dienen kann.“

Eine Chronik der ZBW nach Jahren findet sich unter: 100jahre.zbw.eu/geschichte.

ZBW Kiel, Blick auf die Kieler Förde. 

ZBW Hamburg, Neuer Junfernstieg 21.

Provider´s Corner

Dun & Bradstreet

D&B Compass: Launching Third-Party Risk Management Solution  

D&B Compass is now available to provide businesses a more complete view of customers, suppliers and third-parties, leveraging an AI workflow platform.

Businesses need to know with whom they’re doing business. A seemingly obvious pursuit, however, remains a primary challenge across industries. Understanding third-party relationships – the multi-layered tiers of vendor and supplier connections - is a critical need unmet for many companies. Dun & Bradstreet has now announced details and availability of D&B Compass, its new third-party risk management solution powered by Artificial Intelligence that allows for comprehensive due diligence and monitoring of all levels of customer, supplier, and third-party relationships.

A 2018 Dun & Bradstreet survey of procurement and compliance professionals revealed that customer/vendor due diligence and ongoing supplier/vendor monitoring were among their top concerns, yet many companies have struggled to implement automation in their third-party risk programs to help combat these issues. “Organizations are still struggling to glean true insights because their data is spread out, housed in disparate systems across the company,” said Brian Alster, global head of procurement and compliance, Dun & Bradstreet. “Utilizing automated solutions that manage data and workflow to monitor and report problems can save companies time and money, which can ultimately lead to more profitable growth.”

The lag in automation adoption by organizations may be rooted in a number of issues, ranging from difficulty integrating systems after mergers or acquisitions, to a lack of consistent data. The complexities in successfully collecting and screening third-party data continue to grow, but it is imperative for deeper due diligence. In fact, over half of survey respondents reported that their organizations had been subject to fraud in the last two years, with many citing failure of their monitoring tools to detect changes in entities as a contributor. Harnessing business insights is increasingly important for compliance and procurement professionals to help mitigate risk to their reputations, and can be achieved by implementing a single, automated workflow.

D&B Compass creates a seamless onboarding experience by working across data system structures to create aggregated views of third-party entities. Having a near real-time, useful view of potential and current business relationships can enable companies to screen efficiently to onboard faster, and monitor entities throughout the entire lifecycle of a relationship. By realizing cost savings and reduced time to onboard, businesses can focus on scaling a flexible program to respond to the dynamic business landscape and regulations. D&B Compass is currently available in North America,United Kingdom and Ireland.

For more information about D&B Compass and Dun & Bradstreet’s risk management solutions, visithttps://www.dnb.com/compassforcustomers.

Briefe

Wie sich die Wissenschaft
gegen Raubverlage wehren sollte

Lieber Herr Bredemeier,
 
wir möchten Sie herzlich zur ersten Veranstaltung des „BAK Information“ im Jahr 2019 einladen:
 
Nicole Walger spricht zum Thema:
 
"Vom Schein des Rechten getäuscht? Raubverlage und was die Wissenschaft dagegen unternehmen kann" 

Im Sommer 2018 sorgten Medienberichte von NDR, WDR, Süddeutsche Zeitung, SZ Magazin und weiteren anerkannten nationalen und internationalen Medien für einen nicht unbeträchtlichen Aufruhr als sie darüber berichteten, dass mehrere hunderttausende Forschende ihre Forschungsergebnisse bei scheinwissenschaftlichen Verlagen, sogenannten Raubverlagen, Open Access veröffentlichten, die kein Qualitätssicherungsverfahren durchführen.

Nicole Walger,Stellvertretende Bibliotheksleiterin der Universitätsbibliothek Siegen, wird sich in ihrem Vortrag mit folgenden Fragen beschäftigen: Warum publizieren Forschende in Raubjournalen? Wie groß ist das Ausmaß aber tatsächlich? Welches Vorgehen kennzeichnet die scheinwissenschaftlichen Verlage? Und: Wem schaden sie und was kann in der Wissenschaft gegen ihre Existenz unternommen werden?

Vortrag und Diskussion finden am Donnerstag, den 28. Februar 2019 um 18:15 Uhr im Hörsaal 14 der Universitätsbibliothek der TU, Fasanenstr. 88, 10623 Berlin (R/S/U Zoologischer Garten) statt.
 
Im Anschluss gibt es die Möglichkeit, die sich ergebenden Fragen bei einem Snack und Getränken mit dem Vortragenden zu diskutieren.
Die Veranstaltung ist kostenlos. Bitte melden Sie sich trotzdem telefonisch (030-755 183 66) oder per Mail (bak[at]ub.tu-berlin.de) an.
 
Wir freuen uns auf Ihr Kommen.
 
Mit freundlichen Grüßen
Tanja Estler-Ziegler, Berliner Arbeitskreis Information

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