Open Password - Mittwoch, den 9. Januar 2019


#492

 

Wahlen des Jahres – Open Password – Zivilgesellschaft – Willi Bredemeier – Datenschutz – ZB MED – Datenschutzlobby – Medien - Öffentlichkeit – Essener Tafel – Reputationssteuerung – Italien als Vorbild – Ziviler Ungehorsam – WTI – TEMA – Polymer Library – Automotive – Künstliche Intelligenz – Klimawandel – Energiewende – Brexit - Bitcoin


Open-Password-Wahlen

für die Jahre 2018/2019

Nehmt die DSGVO erst gar nicht

zur Kenntnis

2018/2019:

Die übelste Tat/Entwicklung
des Jahres (I)

DSGVO

Appell an die Zivilgesellschaft:
Ignoriert unsinnige Regulierungen!

Von Willi Bredemeier

Open Password hat die Verabschiedung der Datenschutzgrundverordnung (DSGVO) und die sich daran knüpfenden weiteren Entwicklungen zur übelsten Tat/Entwicklung des Jahres 2018 gewählt (eine zweite üble Tat und Entwicklung folgen demnächst). Mit der Wahl der Begriffe „Tat“ und „Entwicklung“ wird anerkannt, dass die Datenschutzlobby mit der DSGVO hehre Ziele, nämlich den Schutz der Bürger vor den Datenzugriffen vor allem der Internet-Konzerne, verfolgte. Es wird aber auch gesehen, dass sie fast nur Übles bewirkten.

Zwar kann Open Password mit den knapp 3.000 Beziehern seines Pushdienstes kaum eine Bewegung initiieren. Dennoch gab es auf meine Kritik an der DSGVO ein für die Verhältnisse von Open Password ungewöhnlich starkes Echo, das fast schon mit dem Echo auf die seinerzeitige Mobilisierung der Branche für das Überleben der ZB MED zu vergleichen ist. In allen Gesprächen, die ich führte, wurde bestätigt, dass sich die DSGVO lähmend auf die Zivilgesellschaft auswirkt und wussten meine Gesprächspartner von weiteren gemeinnützigen Initiativen zu berichten, deren Tätigkeiten wesentlich erschwert wenn nicht eingestellt wurden.

Mittlerweile sehe ich die DSGVO und ihre Folgen als exemplarisches Beispiel, wie hierzulande mit der Zivilgesellschaft umgesprungen wird:

• Die Zivilgesellschaft erweist sich abseits von Sonntagsreden und gelegentlichen Empfängen ehrenamtlicher Helfer beim Bundespräsidenten als abhängige Variable der Politik, ohne dass die Datenschutzlobby oder andere Bereiche der Politik deren Zusammenhänge kennen oder sich für sie interessieren würden. So entgingen ihr, dass die Aktiven in der Zivilgesellschaft, meistens ehrenamtlich Tätige, nicht vor Zugriffen auf ihre Daten geschützt, sondern von Ihresgleichen und in der Öffentlichkeit wahrgenommen werden wollen. Soweit es davon Ausnahmen gibt, ließen sich diese leichter und wirksamer schützen als mit der DSGVO.

• Leider muss auch festgestellt werden, dass sich die Medien und die Öffentlichkeit einseitig an den thematischen Vorgaben der Politiker und den Argumentationen orientieren, die sich in der politischen Auseinandersetzung durchgesetzt haben, so dass die Zivilgesellschaft und ihre besonderen Zusammenhänge nicht in ihr Blickfeld rücken. Allenfalls gibt es putzige Stories über seltsame Hobbies oder biederes Tun, als wenn wir in unserem nicht-politisierbaren Tun alle Exzentriker oder Langweiler wären. Wenn doch einmal für längere Zeit über eine Aktivität der Zivilgesellschaft berichtet wird wie 2018 über die Essener Tafel, so wird alsbald mit den Argumentationsformen aus der politischen Auseinandersetzung auf sie eingedroschen und kommt keiner auf die Idee, dass dies für die Essener Tafel unangemessen ist.

Warum wird die Zivilgesellschaft so leicht zum Kollateralschaden der Politik, ohne dass dies jemand zu merken scheint? Die Antwort lautet, dass die Zivilgesellschaft ein fragiles Gebilde ist, da sie nicht durch Geld, sondern durch Reputation und Ehre – diese bitte auch in aller Öffentlichkeit zu vergeben! - gesteuert wird. Die in ihr Tätigen teilen begeistert Essen für die Bedürftigen an der Tafel aus. Aber sie ziehen sich leicht zurück, wenn sie keine Anerkennung erfahren oder mit bürokratischen Regulierungen wie der DSGVO bedacht werden, die ihnen unsinnig erscheinen, die ihnen nur zusätzliche Arbeit bringt und die sie als Gegenteil von Anerkennung erfahren.

Was tun? Soll die Zivilgesellschaft Widerstand leisten und eine Lobby aufbauen? Das wäre eine unrealistische Erwartung. Die in der Zivilgesellschaft Tätigen wollen helfen und keine politischen Kampagnen führen.

Es gibt einen anderen Weg, um die Zivilgesellschaft vor der DSGVO und ähnlichen Regulierungen zu retten. Um diesen einzuschlagen, sollten wir bereit sein, von den Italienern und ja, warum nicht auch von den Griechen, zu lernen. Dort hat man sich mit den Zumutungen einer inkompetenten Politik und Bürokratie arrangiert, indem man sie so weit wie möglich ignoriert.

Es ist ja nicht so, dass die Datenschutzbeauftragten unserer Republik gegenwärtig kleine Vereine, Kirchengemeinden und Initiativen pro Hilfsbedürftige verfolgen würden, weil sie mit der Befolgung der DSGVO-Vorschriften säumig geworden sind. Es ist vielmehr der vorauseilende Gehorsam unserer Bürger, der unsere Zivilgesellschaft lahmen lässt. Diese möchten auch dann gesetzestreu bleiben, wenn die Vorschriften, denen sie folgen sollen, offensichtlich unsinnig sind.

Nehmen wir an, ziviler Ungehorsam breitete sich in der Zivilgesellschaft in DSGVO-Zusammenhängen aus. Wahrscheinlich würden dies die Datenschutzbeauftragten, während sie Facebook beobachten, gar nicht bemerken. Bemerkten sie doch etwas, so würden sie vielleicht vernünftigerweise nicht reagieren. Reagieren sie doch, so würden sie der vielen Fälle nicht Herr. Und wenn es doch einmal zu einem Konflikt kommen sollte, so hätten wir in unseren Reaktionen die Phantasie, den Humor und sogar die Öffentlichkeit, die sich am Ende doch aufschrecken ließe, auf unserer Seite. Wir würden gewinnen!

Rückblicke und Wahlen der anderen

WTI

Wir feiern Meilensteine

Mit Themenpool zur Künstlichen Intelligenz 

Im Jahr 2018 hat unser Produktionsteam hart gearbeitet und mehr als 400.000 Nachweise für unsere Datenbanken produziert. Wir haben schon im Sommer die nächste Million geknackt – unsere TEMA® Technik und Management Datenbank weist nun mehr als 6 Millionen Einträge nach. Auch die DKF Kraftfahrzeugtechnik Datenbank, die seit Januar 2018 bei WTI-Frankfurt weitergeführt wird, hat einen neuen Meilenstein mit nun mehr als 300.000 Nachweisen erreicht.

Seit August 2018 hat WTI die Polymer Library von Smithers Information Ltd. übernommen und führt diese nun als eigenständiges Produkt weiter. Die Polymer Library kann seit Oktober als Themenpaket abonniert werden.

Des Weiteren stellen wir aktuelle Kernthemen mit neuen speziellen Landing Pages und attraktiven Angeboten in den Vordergrund. Im September haben wir unseren Wissenspool zum Thema Automotive  gestaltet. Im November folgte dann der Wissenspool zum Thema Künstliche Intelligenz.

Wir freuen uns auf ein spannendes Jahr 2019 und darauf unsere Produktpalette für Sie, unsere Kunden, zu erweitern.

Pressetext:
Wahlen für 2018/2019

Klimawandel, Energiewende,
Brexit und Bitcoin

• Klimawandel und seine Kosten

• Energiewende: Ziele bis 2030 schaffbar?

• Brexit und die Gefahr eines No-Deal-Szenarios

• Geplatzte Bitcoin-Blase

Zukunft der Archive

Ein Gedächtnis fürs Internet und Quellcode

Empfohlen: Die Zukunft der Archive: Ein Gedächtnis fürs Internet und Quellcode. Und das Netz vergisst doch: Die Lebensdauer einer Webseite beträgt im Schnitt 100 Tage, sagt der Gründer des Internet Archive. – Von Pit Noack

In: https://www.heise.de/newsticker/meldung/Die-Zukunft-der-Archive-Ein-Gedaechtnis-fuers-Internet-und-Quellcode-4259320.html

 

 

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