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den 14. September 2018

# 438

Steilvorlagen für die Informationsvermittlung - Buchmesse - Beschleunigung - Verunsicherung - Konnektivität - Führung auf Distanz - Ralf Lanwehr  - Frank Krings - Fachhochschule Südwestfalen - Machine Learning - Profifußball - Footbonauf - Big Data - Facebook - Deutsche Gesellschaft für Personalführung - Code of Conduct - Data Scientists - Smart City - Smart Home - datacamp.com - dataelixier.com - medium.com


Steilvorlagen für die Informationsvermittlung

Beschleunigung, Verunsicherung, Konnektivität und Distanz

Donnerstag, den 11. Oktober 2018, 9.00 Uhr - 14 Uhr, Steilvorlagen für die Informationsvermittlung - Turning Information Complexity into Simplicity - Neue Chancen und Geschäftsmodelle für Information Professionals, auf der Frankfurter Buchmesse, Halle 4.2, Raum Dimension

https://www.infobroker.de/blog/steilvorlagen2018

Interview mit Steilvorlagen-Sprecher Prof. Dr. Ralf Lanwehr - Fragen von Frank Krings

„To binary or not to be — Sinnvolle digitale Führung” — mit dieser Keynote beginnt Professor Dr. Ralf Lanwehr, Professor für internationales Management der Fachhochschule Südwestfalen, die Steilvorlagen-Tagung.

Was bedeutet digitale Führung konkret in einem Unternehmen? Deutsche Konzernchefs fallen nicht unbedingt als digitale Vorreiter auf.

Es wäre ja auch verwunderlich, wenn Deutsche Konzernchefs als digitale Vorreiter auffallen würden. In dieser Rolle sehe ich eher jüngere Leute und da DAX-Vorstände  im Schnitt älter als 50 sind, reagieren sie halt auf das, was sie von Dritten so mitbekommen. Wenn ich mich mit meiner 11-jährigen Tochter vergleiche, bin ich auch nicht unbedingt ein digitaler Vorreiter.

Gleichwohl glaube ich aber, dass den meisten deutschen Firmen durchaus bewusst ist, dass sich mit der digitalen Revolution auch neue Herausforderungen für Führungskräfte verbinden. Nur ist noch in vielen Organisationen unklar, worum es sich dabei genau handelt.

Ich würde vier Themen nennen, welche bei der Führung in digitalen Kontexten besondere Wichtigkeit aufweisen:

• Führung auf Distanz

• Umgang mit immer kürzeren Innovations- und Veränderungszyklen

• Führung einer verunsicherten Belegschaft

• Umgang mit steigender Konnektivität und damit verbunden die Überwindung von Abteilungs- und Silodenken.

Wenn man sich in diesen Punkten einigermaßen wiederfindet, ist die Lösung doch schon ein gutes Stück näher. Schließlich lassen sich die genannten Punkte wunderbar trainieren.

Sie wenden Machine Learning nicht nur in Unternehmen, sondern auch im Profifußball an — wie muss ich mir das vorstellen?

Im Profifußball gibt es die ungewöhnliche Situation, dass die Spieler überragend viel Geld verdienen. In der ersten Bundesliga reden wir über durchschnittlich knapp zwei Millionen Euro pro Spieler pro Jahr — Tendenz steigend. Entsprechend interessiert sind die Clubs an neuen Technologien, welche sich mit der Sichtung, Auswahl, Entwicklung und Gesunderhaltung der Spieler auseinandersetzen.

Ob im Talent Management, in der Vorhersage zukünftiger Leistungsentwicklung, im internationalen Scouting, in der taktischen Spielvorbereitung oder in der Zusammenstellung des Kaders: smarte Daten sind im Profifußball auf dem Vormarsch. Beispiele sind etwa die KI-basierte Steuerung der 30 Tonnen schweren Ballmaschine „Footbonaut“, die Vorhersage der Leistung von Nachwuchsspielern mittels Support Vector Machines, rein datenbasierte Marktwertschätzungen oder auch statistikgetriebene Taktikanalysen. Und die Entwicklung ist noch lange nicht am Ende angelangt

Datenbezogene Themen sind momentan sehr angstbesetzt: z.B. unüberschaubare Big Data, der Facebook-Skandal oder Predictive Analytics in der Polizeiarbeit. Können Sie als Wissenschaftler den Laien diese Ängste nehmen?

Nein, denn natürlich verbinden sich mit den Möglichkeiten von Big Data auch diverse Risiken. Sie sprechen den Facebook-Skandal als Beispiel selbst an. Dort gab es jedoch immerhin illegale Handlungen, die juristisch bewertet und bestraft werden können. Die Grauzone außerhalb des bestehenden Rechts ist aber ebenfalls gewaltig. Um das anhand des Facebook-Skandals zu illustrieren: Stellen Sie sich vor, eine deutsche Firma würde eignungsdiagnostische Daten (also z.B. Persönlichkeitseigenschaften) ihrer Mitarbeiter mit deren Facebookprofilen und Leistungsdaten verknüpfen. Daraus ließe sich ein wunderbares Vorhersagetool bauen für die Prognose zukünftiger Leistungen sowie für die Bewertung von externen Bewerberinnen und Bewerbern. Wäre das ethisch in Ordnung? Warum? Warum nicht? Das sind komplexe Fragen.

Meines Wissens sind diese Themen aber zunehmend auf der Agenda von Politik, Institutionen und Verbänden. In der Wirtschaft beispielsweise entwickelt die Deutsche Gesellschaft für Personalführung, Deutschlands führende Repräsentanz des Personalmanagement, gemeinsam mit Gewerkschaften und Spezialisten einen „code of conduct“, welcher bislang unklare Fragen gemeinschaftlich regelt. Zudem soll so nach meinem Verständnis eine Plattform etabliert werden für den Austausch über derlei Themen. Insofern: Nein, die Angst kann ich nicht komplett nehmen, aber es werden aktuell durchaus Lösungen entwickelt.

Generell wäre mein Ratschlag aber, sich nicht zu sehr auf die negativen Aspekte neuer Technologien zu versteifen. Bedenken sind wichtig, aber ein bisschen Optimismus schadet vielleicht auch nicht. Das „kölsche Jrundjesetz“ finde ich sehr sympathisch und da steht in den Paragraphen 1 bis 3: “Et es wie et es! Et kütt wie et kütt! Et hät noch immer jot jejange!” Bei aller berechtigen Sorge imponiert mir diese rheinische Sicht doch sehr.

Welche neuen Berufe können durch die wachsende Datenkomplexität entstehen?

Es gibt doch bereits haufenweise neue Berufe. Ich hatte neulich das Vergnügen, bei einem großen deutschen Automobilhersteller die Keynote bei den sogenannten „Big Data Infodays“ halten zu dürfen. Da sind dann locker 600 „Data Scientists“ vor Ort und das fand ich sehr beeindruckend. Diese Leute kümmern sich um all die Sensoren und Datenauswertungen, die bereits die heutigen Autos mehr oder weniger zu rollenden Smartphones machen. Diesen Trend gibt es ja auch in anderen Bereichen, die direkt den Menschen zugutekommen. Hinter Schlagworten wie „SmartCity“ und „SmartHome“ verbergen sich ganze Industriezweige mit Produkten, die es vorher nicht gab. Gemein ist diesen Jobs lediglich eine gewisse Neigung zu Zahlen und Computern. Irgendwann wird aber quasi alles in unserer Umwelt in der einen oder anderen Weise „smart“ sein — entwickelt durch Leute in neuen Berufen.

Was würden Sie dem Nachwuchs der Information Professionals für ihren Berufseinstieg empfehlen?

Beim Thema Information Professional bin ich ehrlicher Weise nur bedingt gut informiert. Wenn ich es richtig verstehe, dann fallen darunter so unterschiedliche Berufsgruppen wie die Pressesprecher aus der Unternehmenskommunikation, die nur sehr wenig mit Daten und IT zu tun haben, und zugleich die harten Data Scientists. Da fällt es mir schwer, einen übergreifenden Tipp zu geben. Ich versuche es dennoch mal: ein Verständnis von Daten und Informationen wird immer wichtiger. Wer sich damit noch nicht auseinandergesetzt hat und zugleich einen Job als Information Professional anstrebt, sollte sich ein wenig fortbilden. Mein diesbezüglicher Tip wäre datacamp.com. Das ist eine Plattform, die virtuelle Kurse anbietet. Auch diverse Newsletter oder Nachrichtenseiten sind sicherlich empfehlenswert, beispielsweise dataelixir.com und medium.com.

Provider´s Corner


Emotionale Intelligenz
für Humanoide Roboter

Affectiva, the provider of Artificial Emotional Intelligence (Emotion AI), and SoftBank Robotics, the provider of humanoid robotics, announced their partnership to enable robots to have more relational and human-like interactions with people. Affectiva’s Emotion AI will be integrated into SoftBank’s humanoid robot, Pepper, to allow Pepper to adapt its behavior based on a deep understanding of people’s complex emotional and cognitive states as they interact.

Newsletter für virtuelle Währungen. Quartz is launching Quartz Private Key, a newsletter that aims to guide its subscribers through the often turbulent markets for virtual currencies such as bitcoin and Ethereum. For $15 a month or $150 a year, readers will have access to a twice-weekly newsletter that summarizes and analyzes the rapidly shifting world of cryptocurrencies and the decentralized accounting technology that supports them.

Market Intelligence für Marihuana. Headset is proud to announce the latest launch of its market intelligence product Headset Insights, for California’s legal cannabis industry, expanding its cannabis intelligence coverage to the largest cannabis economy in the US. Headset Insights is a tool for businesses that delivers market trends based on aggregated sales data collected from retailers and dispensaries in real-time.

ProQuest News in Ex Libri Primo verfügbar.  To address the teaching, learning and research needs of the academic community, ProQuest is making more of its digital news content discoverable via Ex Libris Primo, the discovery service that delivers access across the breadth of libraries’ print, electronic and digital collections. ProQuest Historical Newspapers, Recent Newspapers and Newsstream collections – covering nearly 3,000 titles from the early 1700s to today – are now discoverable through Primo. 

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