Open Password -  Mittwoch, den

19. September 2018


# 440

 

Sabine Graumann - Christiane Wolf - Böhringer-Ingelheim - Lesewolke - Willli Bredemeier - Open-Access-Bewegung - Verleger - Goldener Weg - Suchmaschinenmarketing - Die gute Recherche – Salvatore Saporito – Suchmaschinen – Kostenpflichtige Internet-Angebote – LexisNexis – Information Professionals – Informationszentren – Willi Bredemeier – „Recherchen in Online-Datenbanken“ – Compliance – Prüfung von Geschäftspartnerschaften – Media Monitoring – Business Cases – Paul McNulty – LexisNexis-Compliance-Blog


Briefe

Wer kennt nicht Sabine?

Zu:  Information Professional des Jahres: Sabine Graumann (III): Den Möglichkeitsraum eines InfoPros voll ausgeschritten - Fachinformationseinrichtungen retten! - Wissenschaftliche Bibliotheken sichern - Gute Chancen für unseren Nachwuchs, in: Open Password, 7. September, #434

Liebe Alle,

habe hier einen schönen Beitrag über und von Sabine Graumann gefunden. Vermutlich kennt Ihr sie alle, denn sie ist in der „Info-Szene“ wirklich schon Jahrzehnte unterwegs.

Viele Grüße, Christiane (Wolf, Böhringer-Ingelheim)


Lesewolke

Wie die Verleger
den „Goldenen Weg“ für sich kaperten

„Willi Bredemeier schrieb in zkbw einen Nachruf auf die Open-Access-Bewegung (via Archivalia). Ursprünglich als idealistische Idee für eine Selbstorganisation der Wissenschaft gestartet, erkannten schließlich auch die Verlage ihre Chance und kaperten den „Goldenen Weg von Open Access“ für sich.

Nun gibt es bereits von den Autoren Geld und nicht erst von Bibliotheken, die sich ja auch gegen ein Abo entscheiden könnten. Gebühren für die Annahme von Zeitschriftenartikeln?! Dieses Geschäftsmodell machte Schule, und so gibt es nun auch Anbieter, die alles akzeptieren, Hauptsache der Autor zahlt.“

In: https://lesewolke.wordpress.com/2018/08/13/gelesen-in-biblioblogs-32-kw18/


Suchmaschinenmarketing

Die zwanzig wichtigsten Tipps

It management & security hat zum 20. Geburtstag von Google 20 Tipps für ein gutes Suchmschinenmarketing veröffentlicht. Empfohlen werden im Einzelnen:

• Kurze URLs

• Unique Content

• Content Update

• Konkurrenzanalyse

• Website-Geschwindigkeit

• Responsive Design

• Metadaten

• Metatitel

• Strukturierte Daten

• Dedizierte Landingpages

• Leichte Inhalte

• Social Media

• Webseite logisch & effizient

• SSL-Verschlüsselung

• Autocomplete zur Keyword-Recherche

• Fokus auf die ersten Sekunden

• Backlists verdienen

• 404 Error

• Besseres Ranking

• Fokus auf den Nutzer und die Suchintention

Mehr unter www.trustedshops.de und https://www.it-daily.net/it-management/e-commerce/19433-20-geburtstag-von-google-20-seo-tipps?utm_source=Happy+Birthday+Google%21+20+SEO-Tipps&utm_medium=email&utm_campaign=it+management

 


Die gute Recherche 

Den Wert professioneller Datenbanken
und der Rechercheprofis
überzeugend begründen

Salvatore Saporito ist Business Development Manager Risk & Compliance und der wohl wichtigste Autor im LexisNexis-Blog.

Die freien Suchmaschinen werden besser. Und auch die Kunden verändern sich. Müssen wir unsere Begründungen, warum kostenpflichtige Internet-Angebote notwendig bleiben, überdenken und reformulieren?

Ich beobachte, dass sich drei Arten der Quellenportfolios herauskristallisiert haben. Diese sind

• die frei zugänglichen Quellen, die sich gut über die diversen Suchmaschinen nutzen lassen,

• die in der jeweiligen Organisation vorhandenen Informationen, die in unternehmenseigenen Systemen vorliegen, und

• Datenbank-Aggregatoren wie LexisNexis, die Zugang zu einem umfassenden, breiten und tiefen Quellenspektrum bieten.

Diese drei Schenkel der – so nenne ich es – „Quellentriangel“ bilden eine solide und valide Informationsgrundlage für geschäftliche Entscheidungen. Dabei ist insbesondere wichtig, eine klare Differenzierung zwischen den freien Quellen und denen, die zwar öffentlich zugänglich, jedoch nicht kostenfrei zu nutzen sind, vorzunehmen. Auch vor dem Hintergrund sich verändernder und vielfältigerer Nutzergruppen ist es wichtig festzustellen, welcher Anwendungsfall welches Quellenportfolio erforderlich macht und den richtigen Nutzen für die Informationsbeschaffung liefert. Kostenpflichtige Internet-Angebote haben daher nicht an Wert verloren, vielmehr sind alle drei Quellenbereiche wichtig für die Recherche. 

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Die Rechercheprofis verlieren ihre Informationshoheit.
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Wie haben sich aus Ihrer Sicht die Kunden in den letzten Jahren verändert? Sehen Sie einen Trend von den Informationszentren zu den Endnutzern, die sich ihrerseits in eine Art Semiprofessionalität weiterentwickelt haben? Wie lassen sich diese ansprechen?

Informationszentren und Informations- oder Wissensmanager verfügen nach wie vor über eine einmalige Expertise, die für ihre jeweilige Organisation sehr nützlich ist. Leider stellen wir immer häufiger fest, dass solche spezialisierte Abteilungen unternehmensintern nicht sichtbar genug sind. Den Mehrwert, den sie eindeutig liefern, wird nicht ausreichend kommuniziert. Somit werden sie immer seltener von anderen Abteilungen in Anspruch genommen. Jeder Mitarbeiter mit Computerzugang hat jederzeit die Möglichkeit, sich selbst Informationen zu beschaffen. Der Gedanke daran, den Rechercheprofi ans Werk zu lassen, bleibt zu häufig aus. Es gibt die Entwicklung, dass sich Informationszentren in Unternehmen auflösen und die Informationsbeschaffer in alle möglichen anderen Funktionsbereiche migrieren. Der Rechercheprofi selbst verliert so die Informationshoheit.

Verantwortliche für abteilungsinterne Suchen müssen in jedem Fall anders angesprochen werden als spezialisierte Informationsmanager. Man muss sich die verschiedenen Erwartungshaltungen und Zielsetzungen bewusst machen, denn das Wissen über den Nutzen professioneller Datenbanken ist oft nicht vorhanden. Ich empfehle Unternehmen, die konkreten und einander ergänzenden Qualitäten freier und lizenzierter Quellen deutlich hervorzuheben und zu kommunizieren. 

Ich habe seinerzeit für LexisNexis gemeinsam mit Frau Weissenberger ein Buch über „Recherchen in Online-Datenbanken“ verfasst. Wir gingen damals von der Philosophie aus, dass wir den Nutzen der Datenbanken für mehrere Funktionsbereiche im Unternehmen darstellen sollten, beispielsweise für die strategische Planung oder für Forschung und Entwicklung oder für Merger & Acquisitions oder für die Öffentlichkeitsarbeit. Müsste man diesen Ansatz nicht weiterverfolgen?

Das wäre wünschenswert. Es gibt einige neuere Unternehmensbereiche, die ein ganz spezielles Wissen benötigen. So hat sich in der Compliance der Informationsbedarf für die umfassende Prüfung für Geschäftspartnerschaften stark weiterentwickelt. Es gibt eine Vielzahl von Beispielen, nach denen die Nutzung einer professionellen Recherche-Datenbank einen deutlichen Mehrwert geliefert hätte.

Ein weiteres Beispiel findet sich im Media Monitoring und seinen mannigfaltigen Ausgestaltungen. 
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„If you think compliance is expensive, try Non-Compliance.“
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Wenn ich den obigen Ansatz weiterentwickeln müsste, würde ich zusätzlich die Kosten und die Risiken, die man bei der Nichtnutzung von Online-Datenbanken eingeht, erörtern. Gehen Sie bei Ihrer Überzeugungsarbeit am Kunden auch auf diese Größen ein und wenn ja wie?

Ein überzeugender Business Case ist immer notwendig. Denn natürlich wägen unsere Kunden und Interessenten die Vorteile von Online-Datenbanken in einer Kosten-Nutze- Analyse ab. Betriebswirtschaftliche Überlegungen sind Teil jedes Kundengespräches und sollten am besten anhand konkreter Beispielen für aktuelle Problemlösungen besprochen werden. Diese Lösungen veranschaulichen wir durch monetäre Größen. Das sind oftmals sehr einfache Kriterien wie der zeitliche Rechercheaufwand oder die Kosten für die Nutzung einer Einzelquelle versus Kosteneinsparung durch Quellenbündelung. Es sind aber auch Größen, die leider häufig vernachlässigt werden. Das gilt insbesondere für Opportunitätskosten, die anfallen, wenn eine wichtige Quelle nicht genutzt wird. Oft sind die wirklich nutzbringenden Quellen nicht bekannt oder es wird bewusst auf eine solche Nutzung verzichtet, da die direkten Lizenzkosten fälschlicherweise im Vordergrund stehen. Dazu gibt es ein bekanntes Zitat von Paul McNulty, U.S. Deputy Attorney General: „If you think Compliance is expensive, try Non-Compliance.” 

 

Spielen wir diesen Ansatz des „Nutzen-Risiko-Verhältnisses“ und die sich daraus ergebende Argumentation an einer Compliance-Unternehmensaufgabe, der Überprüfung von Geschäftspartnern, durch.

Hier ist es ratsam, sich vor Augen zu führen, welche Schäden für eine Organisation entstehen können. In der Compliance sind dies zum Beispiel Reputationsschäden, Geldwäsche und Korruption. Solche und viele weitere Risiken machen es für Unternehmen erforderlich, einen risikobasierten Ansatz zu verfolgen. Das heißt, es sollte zunächst eine Identifizierung meiner Geschäftspartner stattfinden. Dabei sollte der Begriff des Geschäftspartners möglichst weit gefasst werden. Im Anschluss empfehle ich, diese Partner in Cluster zu bündeln und eine Risikobewertung nach unternehmensindividuellen Kriterien vorzunehmen. Auf dieser Grundlage lassen sich monetäre, zeitliche und andere Aufwendungen addieren. Anhand dieser Aufwandssumme wird letztlich das Nutzen-Risiko-Verhältnis bestimmt, das als Entscheidungsgrundlage dafür dient, ob eine Geschäftspartnerschaft fortgesetzt werden soll. 

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Im Kundengespräch und in Blogbeiträgen zu weiterführenden Hilfestellungen und Handlungsempfehlungen kommen.
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„Optimale Recherche“ ist auch eine Frage der Auswahl der Quelle, der Auswahl des Informationsanbieters sowie der Bewertung, der Analyse und der Visualisierung der Ergebnisse. Wie können Sie dem Kunden hier helfen?

Wir empfehlen unseren Kunden und Interessenten ein bestimmtes Vorgehen bei der Auswahl eines Due-Diligence- und Screening-Tools. Dieses ließe sich gut auf andere Bereiche der Informationsbeschaffung übertragen:

• Legen Sie klare Anforderungen und Zielvorgaben für das Screening- und Due-Diligence-Tool fest, die im Einklang mit dem risikobasierten Ansatz Ihres Unternehmens stehen, um das Erwartungsmanagement zu unterstützen und das angestrebte Renditeprofil zu definieren.

• Testen, untersuchen, vergleichen und bewerten Sie die Leistungen, die für Sie infrage kommen. So stellen Sie sicher, dass Inhalt und Funktionalität den Anforderungen Ihres Unternehmens genau entsprechen, und stellen fest, wo diese Leistungen vorhandene Ressourcen innerhalb Ihres Unternehmens ergänzen oder ersetzen können.

• Berücksichtigen Sie langfristige Faktoren (neue aufsichtsrechtliche Vorschriften, wachsende Geschäftsanforderungen) und stellen Sie sicher, dass die Ressourcen für Due Diligence und Screening skalierbar, flexibel und anpassungsfähig an veränderte Anforderungen sind (zum Beispiel Option zur Ergänzung neuer Module).

• Stellen Sie die Verfügbarkeit flexibler Anpassungs- und Verwaltungsfunktionen für den risikobasierten Ansatz Ihres Unternehmens sicher.

• Wählen Sie das Bereitstellungsmodell aus, das zu den verfügbaren IT-Ressourcen passt (zum Beispiel Hosting durch den Provider oder durch das Unternehmen).

• Berücksichtigen Sie die Unterstützung lokaler Sprachen (Schnittstellen, Inhalte, Übersetzungs-Tools…). Stellen Sie sicher, dass ausreichende Kapazitäten für Schulung und Support vorhanden sind (kostenlos, Stundenzahl, Schulungsoptionen…).

• Achten Sie auf die Fähigkeit der Lösung, Management-Intelligence- und Prüfdaten zu erzeugen, um Fehler frühzeitig zu erkennen und zu beseitigen und dieses Vorgehen für Audit-Fälle zu belegen.

• Stellen Sie sicher, dass die Lösung mit veränderten unternehmerischen und regulatorischen Anforderungen beziehungsweise einem neuen risikobasierten Ansatz Schritt halten kann.

• Überprüfen Sie regelmäßig Ihren Provider und integrieren Sie neue Funktionen und Inhalte in Ihre Einschätzungen.

Ich verfolge mit Interesse Ihre Beiträge im LexisNexis-Blog zur Compliance. Ist die Erörterung grundsätzlicherer Zusammenhänge und die Beteiligung an der Debatte der Branche gut fürs Geschäft?

Nach meinen Erfahrungen ist dies der Fall. Aktuelle und bewährte Anwendungsfälle lassen sich oft auf Situationen, die wir mit unseren Kunden besprechen, übertragen. Durch die Erörterungen in meinem LexisNexis-Compliance-Blog möchte ich meinen Lesern Anreize geben, auch einmal die Perspektive zu wechseln und Erfahrungen aus Best Practice und Bad Practice für die eigene Arbeit zu nutzen. Ich achte in meinen Blogbeiträgen sehr auf den Wissenstransfer und biete weiterführenden Hilfestellungen und Handlungsempfehlungen für die Zielgruppe, um neue Ideen und Lösungen zu entwickeln.

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