Open Password -  Donnerstag,

den 19. April 2018


#352


dcif – Market Intelligence – Silke Bromann – Berufsbilder – Ragna Seidler-de Alwis – TH Köln – Wettbewerbsanalyse – Information Professionals – Outsourcing – Big Data – Mitgliederwerbung - LexisNexis - Patrick Moulette - OECD - Korruptionsrisiko - CSR - Salvatore Saporito - LEGO - Lotte - Compliance - Due-Diligence-Checkliste - Sportsponsoring - Minesoft - Snapshot


dcif

Große Heterogenität
der Market-Intelligence-Experten

nach Ausbildung, Status und
tatsächlichen Aufgaben


Von Kooperationspotenzialen, die nach wie vor
zu heben sind

Von Silke Bromann

Neues Jahr, neue Ziele – Impulsevent für Mitglieder und Interessenten des dcif in einer Konferenzlocation im Frankfurter Bahnhof. Die Berufsbilder rund um die Beschaffung und Handhabung unternehmensrelevanter Informationen (wie z.B. Infobroker, CI/MI Spezialist, Information Professional, Market Researcher) sind wenig bekannt und wenig einheitlich. Ragna Seidler-de Alwis, die sich in Lehre und Forschung an der TH Köln mit der Markt- und Wettbewerbsanalyse auseinandersetzt, hatte sich im Auftrag von dcif daran gemacht, Licht in dieses Thema zu bringen und einen Überblick über die tatsächliche Situation der Beschäftigten in diesem Bereich zu geben.

Die Studie dient dazu, sich einen Überblick über das Berufsfeld „Markt- und Wettbewerbsanalyse“ zu verschaffen Mit dem dcif e.V. existiert zwar ein Dachverband „Markt und Wettbewerbsanalyse“, aber kein festes Berufsbild. Die Teilnehmer für die Online-Befragung wurden über die Verbandsmitglieder und deren Kontakte rekrutiert. Ein zweiter Weg der Ansprache war, XING-Profile zu finden, in denen Bezeichnungen wie „MI Professional“ oder „CI Specialist“ auftauchten, und die betreffenden Personen dann direkt anzumailen. Insgesamt wurden rund 150 Rückläufe aus der Online-Befragung ausgewertet.

Während sich unter den Mitgliedern im dcif e.V. angestellte Market Intelligence-Experten und Dienstleister (z.B. Infobroker, Consultants, Anbieter von Software und Weiterbildung) die Waage halten, arbeiten 88% der Befragten in Unternehmen. 35% sind in Großunternehmen mit mehr als 10.000 Beschäftigten tätig. Ein Drittel der Befragten ist in Kleinbetrieben mit maximal neun Beschäftigen aktiv (hierunter fällt auch die Mehrheit der „Dienstleister“). Gut drei Viertel der Befragten verfügen über ein abgeschlossenes Studium. Die Verteilung nach Branchen ist breit gestreut.

Die Frage nach der Zielgruppe z.B. für dcif lässt sich daher schwierig beantworten. Eine Grobdefinition lautet: Derjenige, der sich mit einem bestimmten Anteil seiner Arbeitszeit mit der Beobachtung und Analyse von Markt und Wettbewerb befasst, gehört zur Market Intelligence.

Die weitere Befragung konzentrierte sich auf die angestellten Experten. Gefragt danach, welche Stellenbezeichnung auf deren Visitenkarten steht, war „Market Intelligence Analyst / Specialist“ mit 22% die am häufigsten genannte Variante. 42% positionierten sich unter „Sonstige“. Also auch hier kein einheitliches Bild.

Zwei Dinge sind mit Blick auf die Situation der InfoPros bemerkenswert. Fast 50% der Befragten sind zehn oder mehr Jahre im Feld tätig. Somit ist eine Stelle in der Markt- und Wettbewerbsbeobachtung kein „Durchlauferhitzer“, den jüngere Mitarbeiter auf ihrem Karriereweg im Unternehmen absolvieren, sondern eine eigenständige Fachlaufbahn, in der Erfahrung zählt. Hier finden sich Parallelen zu den Fachinformationsvermittlern im Unternehmen.

Im zweiten Punkt dann doch ein deutlicher Unterschied zu den Informationsvermittlungsstellen in Unternehmen: Funktion und Abteilung stehen nicht zur Disposition. Statt sich mit Überlebensproblemen herumzuschlagen, haben sie ein anderes zentrales Problem - andere Abteilungen zur Zuarbeit, beispielsweise zur Lieferung von Informationen - zu überreden.

Fast drei Viertel der befragten Angestellten in Unternehmen sagten, dass sie Teile ihrer Markt- und Wettbewerbsbeobachtungs-Aktivitäten outsourcen, also externe Dienstleister in Anspruch nehmen.

Dem dcif e.V. als Auftraggeber der Studie ging es darum, mehr über potentielle Mitglieder zu erfahren. Denn ein Verband mit einer Mitgliederzahl im mittleren zweistelligen Bereich müsste mit Mitgliederwerbung einiges bewegen können. Was also wünschen sich Mitglieder von einem Branchen- und Interessenverband „Markt- und Wettbewerbsbeobachtung“? Hier wurden am häufigsten Weiterbildung, Vernetzung und (unabhängige) Beratung zu Dienstleistern und Tools genannt.

Frau Seidler-de Alwis stellte ferner ein laufendes Projekt an der TH Köln zum Thema BigData in der Marktbeobachtung zu der Frage vor, in welcher Form Big Data sinnvoll in der Markt- und Wettbewerbsanalyse genutzt werden kann. Des weiteren wird untersucht, welche Qualifikationen und Kompetenzen Information Professionals und Analysten dazu mitbringen müssen.  

Die zweite Hälfte der Veranstaltung diente dem Brainstormen zur Zukunftsplanung des dcif mit Fokus auf Mitgliederwerbung und der Erstellung von attraktiven Service- und Weiterbildungsangeboten. 

Es erstaunt die Verfasserin, dass ein Berufsfeld, das mit dem immer wichtiger werdenden Produktionsfaktoren „Daten“ und „Informationen“ hantiert, so wenig in der Öffentlichkeit vertreten und wahrgenommen wird. Das mag zum einen an der Heterogenität liegen: Hier arbeiten Bibliothekare, Dokumentare, IT-Spezialisten und Informationsdienstleister mit unterschiedlichen Spezialisierungen, ohne viel voneinander zu wissen und ohne viel voneinander Kenntnis zu nehmen. Zum anderen stellt sich die Frage: „Wie das Berufsfeld und dessen Interessen kommunizieren?“ Oft scheitern gute Ideen an knappen finanziellen und zeitlichen Ressourcen der im Ehrenamt tätigen Akteure. Hier gilt es, Kooperationspotentiale zu heben.

Dr. Carsten Deus (c.deus consulting) hatte sich nach langjähriger Vorstandsarbeit nicht wieder zur Wahl gestellt und wurde in Frankfurt mit Applaus verabschiedet. Der Vorstand besteht jetzt aus Alexandra Nelles (Güntner GmbH & Co. KG), Matthias Knapp (SVP Deutschland AG), Rainer Michaeli (Institute for Competitive Intelligence), Alexander Haudan (Haudan Intellectual Property) sowie dem neu hinzugekommenen Dr. Joachim Buck (Siemens Healthcare GmbH).

 

Lexis Nexis

Neue Beiträge mit Branchenrelevanz:

Antikorruptionsleiter gewährt Einblick in Bestechungsvermeidung und Korruptionsrisiken. Patrick Moulette, Leiter der Abteilung für Korruptionsbekämpfung der OECD, im Interview über das 20-jährige Bestehen des OECD-Antikorruptionsabkommens.

• Was hat das Antibestechungsabkommen in den letzten 20 Jahren erreicht?

• An welchen Stellen ist noch weitere Arbeit nötig?

• Wie können die Staaten im weltweiten Kampf gegen Korruption an einem Strang ziehen?

• Welche Konsequenzen ergeben sich für Unternehmen?

• Welche Rolle spielen die Medien bei der Korruptionsbewältigung?

www.lexisnexis.de/blog/compliance/bestechungsvermeidung-und-korruptionsrisiken?utm_source=pardot&utm_medium=newsletter-maerz2018&utm_content=patrick-moulette&utm_campaign=blog

Stein für Stein zu einer vorbildlichen CSR-Strategie – Von Salvatore Saporito. Corporate Social Responsibility hat für LEGO höchste Priorität. Dank dieser Ausrichtung erzielte das Unternehmen im vergangenen Jahr den ersten Weltranglistenplatz im Wettbewerb der Unternehmen mit dem besten sozialen Ruf.

www.lexisnexis.de/blog/compliance/lego-eine-vorbildliche-csr-strategie?utm_source=pardot&utm_medium=newsletter-maerz2018&utm_content=lego&utm_campaign=blog

Was uns der Korruptionsfall der Lotte Group über Geschäftsrisiken lehrt – Von Salvatore Saporito. Das Urteil im Fall Lotte zeigt, wie gefährlich die Missachtung von Compliance-Auflagen sein kann. Korruption ist schon lange kein Kavaliersdelikt mehr. Die negativen Auswirkungen auf betroffene Unternehmen reichen von Reputationsschäden über sinkende Aktienkurse bis hin zu Auswirkungen auf das Beschäftigungsniveau. www.lexisnexis.de/blog/compliance/korruptionsfall-lotte-group?utm_source=pardot&utm_medium=newsletter-maerz2018&utm_content=lotte&utm_campaign=blog

Eine Due Diligence Checkliste kann helfen, die Compliance-Auflagen nach bestem Gewissen zu erfüllen. www.lexisnexis.de/whitepaper/due-diligence-checkliste-download?utm_source=pardot&utm_medium=newsletter-maerz2018&utm_content=due-diligence-checkliste&utm_campaign=whitepaper

Korruption im Sport birgt Gefahren für Unternehmen – Von Salvatore Saporito. Aufgrund zahlreicher Korruptionsskandale bei sportlichen Großveranstaltungen in den vergangenen Jahren wurden die Olympischen Winterspiele in Südkorea mit scharfen Blick verfolgt. Offensichtlich hatte Seoul seine Hausaufgaben gemacht hat. Dennoch sollten sich Unternehmen gewisser Risiken in Verbindung mit Sportsponsoring bewusst bleiben.

www.lexisnexis.de/blog/compliance/korruptionsrisiken-im-sport?utm_source=pardot&utm_medium=newsletter-maerz2018&utm_content=korruptionsrisiken-im-sport&utm_campaign=blog

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