Open Password -  Donnerstag,

den 22. März 2018


#339


WEKA-Verlag - Werner Mützel - Kompetenzprofil – Wissensmanager – Anna Knoll – Gesellschaft für Wissensmanagement – MOOC – Gabriele Vollmar – Dirk Liesch – Zertifizierung – European e-Competence Framework – Wissensmanagement – Market Intelligence – SVP – Disruption – Matthias Knapp - Open Science Conference – ZBW – Science 2.0 – FAIR – Open Science - Bibliosuisse – BIS - SAB


WEKA-Verlag

Werner Mützel gestorben

Der deutsche Medien-Unternehmer Werner Mützel ist gestern nach schwerer Krankheit im Alter von 77 Jahren verstorben.

Mützel gründete 1973 gemeinsam mit seiner Frau Karin in Kissing bei Augsburg den WEKA Fachverlag für Verwaltung und Industrie. Heute umfasst die WEKA-Firmengruppe 23 Medienunternehmen in Deutschland, Österreich, der Schweiz und Frankreich und erwirtschaftet mit 1.500 Mitarbeitern  240 Millionen Euro Umsatz. Die Firmengruppe befindet sich nach wie vor im alleinigen Besitz der Familie Mützel.

 


Zertifizierung

Ein Kompetenzprofil für Wissensmanager

Von Anna Knoll

Die Gesellschaft für Wissensmanagement (GfWM) entwickelt zurzeit ein Kompetenzprofil, um eine Zertifizierung für Wissensmanager anzubieten. Die Idee entstand aus dem MOOC (‚Massive Open Online Course‘) „Wissensmanagement (#wmooc)“, der von Gabriele Vollmar und Dirk Liesch bald zum dritten Mal angeboten wird. Es gibt derzeit weder für die Hochschulen/Ausbildungsinstitute Vorgaben, welche Kompetenzen ein Wissensmanager mitbringen sollte. Noch wissen viele Personalverantwortliche, wie sie Stellen für Wissensmanagement ausschreiben sollen.

Diese Personengruppen sind die Zielgruppe des angestrebten Zertifikats. Dabei wurde bereits im Entwurfsstadium diskutiert, ob man hier nicht schon zu viel möchte. Der erste Entwurf des Kompetenzprofils war Open Source auf der Webseite der GfWM zu finden. Es wurde um Rückmeldungen bis zum 2. März gebeten. Danach setzt sich die neunköpfige Fachgruppe „Zertifikat“ wieder zusammen und überarbeitet das Kompetenzprofil auf der Basis des Feedbacks. Am 28. Februar gab es in der GfWM Regionalgruppe Stuttgart einen virtuellen Austausch über eine Websession zum Kompetenzprofil, an dem 15 Interessierte teilnahmen.  Im Folgenden wird das Kompetenzprofil vorgestellt und die virtuelle Diskussion kurz zusammengefasst. 

Das Kompetenzprofil für Wissensmanager[1] richtet sich sowohl an hauptberuflich tätige Wissensmanager als auch an Personen, die Wissensmanagement als Zusatzaufgabe im Unternehmen übernommen haben (z.B. nur zu 30 oder 50%). Die Niveaustufen sind dreigeteilt und werden aktuell als ‚Anwender‘, ‚Professional‘ und ‚Experte‘ bezeichnet: Die Anwender sind alle im Unternehmen befindlichen Mitarbeiter. Professionals und Experten im Wissensmanagement sollen sich anhand des Kompetenzprofils zertifizieren. Das bedeutet: Nur wenn man Kompetenzen aus Stufe 2 (Professional) oder Stufe 3 (Experte) nachweisen kann, ist eine Zertifizierung als Wissensmanager möglich. Dies bot Anlass zu viel Diskussion im virtuellen Meeting, dazu gleich mehr.

Die Kompetenzen im Profil wurden in fünf zentrale Kompetenzfelder aufgeteilt und mit Wissen und Fertigkeiten beschrieben. Für jede Niveaustufe sind genaue Handlungsweisen und Kenntnisse hinterlegt, sodass man beobachtbare (und messbare?) Kompetenzen erhält. Die Fachgruppe orientierte sich am European e-Competence Framework, der ursprünglich für die IT entwickelt wurde, aber meiner Meinung nach für jede Disziplin anwendbar ist. Die Kompetenzfelder lauten:

• · Kompetenzfeld 1: Entwickeln der Wissensmanagement-Strategie

• · Kompetenzfeld 2: Einführen von Wissensmanagement

• · Kompetenzfeld 3: Betreiben von Wissensmanagement

• · Kompetenzfeld 4: Betreiben des Wissensprozesses in den Geschäftsprozessen

• · Kompetenzfeld 5: Fördern einer Organisationskultur, die das Wissensmanagement unterstützt.

Für jedes Kompetenzfeld gibt es für die drei oben genannten Niveaustufen definierte Fertigkeiten und Kenntnisse. Diese sind teilweise spezifisch für das Wissensmanagement. Oder sie sind für andere berufliche Tätigkeiten relevant, aber dennoch für Tätigkeitsfelder im Wissensmanagement von zentraler Bedeutung (zum Beispiel Führungskompetenzen, Problemlösungsfähigkeit, Kompetenzen im Change Management, Fähigkeiten im Projektmanagement usw.). Die Niveaustufen bedingen sich gegenseitig, d.h. alle Kenntnisse des Anwenders werden beim Professional und Experten automatisch vorausgesetzt. Über die Kenntnisse des Professionals verfügt selbstverständlich auch der Experte.

Die Unterscheidung zwischen den Niveaustufen (und eine eventuelle Ausdifferenzierung in weitere Stufen) war ein zentraler Diskussionspunkt im Webinar. Sollte man wirklich bei allen Mitarbeitern einer Organisation (rudimentäre) Kenntnisse im Wissensmanagement voraussetzen oder gibt es bestimmte Gruppen (z.B. Azubis), die damit wirklich nichts ‚am Hut haben‘? Die Fachgruppe wollte durch die Einbeziehung aller Mitarbeiter eine Awareness für Wissensmanagement im gesamten Unternehmen schaffen – nach dem Motto ‚Wissensmanagement geht jeden etwas an‘. Deshalb wurden auch keine expliziten Modelle herangezogen (zum Beispiel Probst), sondern völlig offengelassen, wie Wissensmanagement in einem Unternehmen gelebt wird. Mit einem Zwischenruf aus dem Plenum wurde allerdings kritisiert, dass die fünf Kompetenzfelder selbst einen Prozess abbilden und damit das Systemische etwas in den Hintergrund gedrängt wird. Und was ist eigentlich der Unterschied zwischen einem Professional und einem Experten? Gabriele Vollmar definierte den Experten als jemanden, der Kenntnisse zum Wissensmanagement von außen mitbringt, sei es durch berufliche Erfahrungen, sei es durch Vernetzung.

Ein weiterer zentraler Punkt in der virtuellen Diskussion war die Zielgruppe des Kompetenzprofils. Wenn man die Aufgaben, Rollen und Verantwortlichkeiten eines Wissensmanagers nicht deutlich voneinander abgrenzt, wird es schnell unübersichtlich. Personalverantwortliche, die sich nicht gut mit dem Thema „Wissensmanagement“ auskennen, könnten mit dem Kompetenzprofil überfordert sein. Am Ende gab es viele offene Fragen, etwa nach weiteren Kompetenzen, die im Profil nicht genannt worden sind (rechtliche, volkswirtschaftliche, betriebswirtschaftliche, informationstechnische Kenntnisse?). Sollten die Führungskräfte eine eigene Niveaustufe bekommen? Sollten Modelle des Wissensmanagements explizit genannt werden bzw. sollte man sich auf diese beziehen? Auch blieben Fragen, wie sich Kompetenzen nachprüfbar feststellen, also messen lassen, weitgehend unbeantwortet. Diesem Thema will sich die Fachgruppe in einem nächsten Schritt widmen, wenn also das Kompetenzprofil verabschiedet ist. Gabriele Vollmar rief auch dafür zur Mitarbeit auf und freut sich über zahlreiches Feedback von allen Interessierten.

Die Teilnehmer des Webinars erörterten das Kompetenzprofil in 1,5 Stunden sehr detailliert und brachten in dieser doch kurz bemessenen Zeit viele konstruktive Vorschläge ein. Die Fachgruppe muss diese nun prüfen und eventuell umsetzen. Open Password wird berichten, wenn die Version 2.0 veröffentlicht worden ist

[1] Momentan noch online: http://www.gfwm.de/wp-content/uploads/2018/01/GfWM_Kompetenzprofil_WM_V0.1-1.pdf (01.03.2018).

 

SVP

Market Intelligence der Zukunft
Zukunft durch Market Intelligence

Guten Morgen, Herr Bredemeier,

vielleicht ist die folgende Ankündigung für Open Password interessant:

Unsere 12. SVP Market Intelligence-Tagung am 14. September 2018 in der Print Media Academie in Heidelberg beschäftigt sich dieses Jahr mit folgendem Thema:

Market Intelligence der Zukunft - Zukunft durch Market Intelligence

Märkte verändern sich immer dynamischer. Häufig sind es neue Technologien, die den Weg für teils disruptive Geschäftsmodelle bereiten und die Produkte und Leistungen von angestammten Platzhirschen substituieren. Ob Innovationsmanagement, Business Development, Controlling, Produktmanagement, Vertrieb, Einkauf, Marketing, Stabsabteilungen, Geschäftsführung oder Vorstand – alle Unternehmensbereiche benötigen mehr denn je ein hohes Verständnis für die aktuellen Entwicklungen im Markt und eine profunde Einschätzung der Zukunft.

Im Vorteil ist derjenige, der in diesen Zeiten bereits funktionierende Market- Intelligence-Strukturen in seinem Unternehmen als Basis für operative und strategische Fragestellungen etabliert hat. Im Nachteil werden Unternehmen sein, die bisher keine Market Intelligence durchführen. Wie können dort die entsprechenden Prozesse eingeführt werden? Wie können bestehende Strukturen optimiert werden?

Denn das Fachgebiet der Market Intelligence selbst verändert und entwickelt sich weiter. Sowohl die Aufgaben als auch die Methoden und Möglichkeiten der Informationsgewinnung und ‑analyse werden vielfältiger. Welche Anforderungen müssen also MI-Experten erfüllen, um auch zukünftig Mehrwerte für ihr Unternehmen zu liefern?

Noch mehr Praxis, noch mehr Fachaustausch - und das erste Mal auch Workshops am Vortag!

Die 12. SVP Market Intelligence-Tagung (mit Vorabendprogramm) wird sich dieses Jahr beiden Themen - der Zukunft und dem gewinnbringenden Nutzen von Market Intelligence - widmen. Ganz in der Tradition der SVP Market Intelligence-Tagung stellen erfahrene Experten Lösungen für die Praxis vor.

Nutzen Sie außerdem die Möglichkeit, im Rahmen eines innovativen Fachaustauschkonzeptes und mit Workshops am Vortag Ihr Wissen zu erweitern. Und last but not least: Genießen Sie unsere gemütliche und anregende Vorabendveranstaltung.

Seien Sie dabei - Save the date!

 Mit freundlichen Grüßen Ihr SVP-Team. Matthias Knapp, Vorstand

 

Open Science Conference

Nachwuchsforschern die Vorteile nahebringen

Open Science Conference in Trägerschaft des ZBW und des Forschungsverbundes Science 2.0 in Berlin mit 200 Teilnehmern aus 35 Ländern. Themenschwerpunkt waren die FAIR-Prinzipien (findable, accessible, interoperable, reusable). Nach ZBW-Angaben zogen sich folgende Kernthesen durch Vorträge und Diskussionen:

• Open Science ist in den Communities angekommen. Es gibt zahlreiche Projekte und Initiativen, die Open Science-Praktiken fördern und Unterstützung und Training anbieten.  

• 2.   Open Science muss stärker in die wissenschaftliche Ausbildung integriert werden. Dabei sind technische Hürden nicht die zentrale Herausforderung. Vielmehr müssen Nachwuchsforschende lernen, wie Open Science funktioniert und welche konkreten Vorteile sie von einem kulturellen Wandel haben.

• FAIR muss in die Praxis. Open Data und FAIR Data sind verschiedene, aber sich überschneidende Konzepte. Bei der Umsetzung stellen „Interoperable“ und „Reusable“ die größten Probleme dar.
 

Bibliosuisse

Schweizer Bibliothekare schließen

sich zusammen

Die beiden größten Schweizer Bibliotheksverbände BIS und SAB haben auf außerordentlichen Hauptversammlungen den Zusammenschluss zum neuen Verband Bibliosuisse beschlossen – mit Mehrheiten von 93% und 87 %.

Bibliosuisse vereinigt über 2500 Bibliotheken und Dokumentationsstellen. Offizieller Start von Bibliosuisse ist der 1. Januar 2019.

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