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Open Password - Freitag
den 8. Mai 2020

# 751


TH Wildau – RFID – iBeacon – Pepper – Frank Seeliger – Bertelsman-Stiftung – Best Practice – Frank-Walter Steinmeier – Singapur – Skandinavien – Baltikum – Tiger-Staaten – Anpassung von Vorbildern – S. R. Ranganathan – Fünf Gesetze der Bibiothekswissenschaft – Richard David Lankes – Erwarten Sie mehr – Entwicklung als Gleichschaltung – Anna Pröhl – Vielfalt – Diversifizierung – Unterschiedlichkeit -
Universität Hildesheim – Informationskompetenz und Demokratie – Virtualisierung – GBI-Genios – eBooks – Arbeitsrechtlicher Umgang mit Pandemien – Firmen-Dossiers – ConTech-Forum – Webinare – ConTech 2020

Wildau als Lab

Von Mut und Erfahrung
im Umgang mit neuen Technologien:
RFID, iBeacon und bis hin zu Pepper

Ein Plädoyer für Vielfalt, Diversifizierung und Unterschiedlichkeit in Bibliotheken

Von Frank Seeliger
Nach meinem ethnologischen Werdegang über Bonn und Ulm begann ich im April 2006 meine neue berufliche Herausforderung in Wildau als Bibliothekar anzugehen. Auf meinem ersten Arbeitsstapel lachte mich die 2005 von der Bertelsmann-Stiftung in Gütersloh herausgegebene Broschüre “Vorbildliche Bibliotheksarbeit in Europa, Singapur und den USA: internationale Best-practice-Recherche” an. Für den Text zeichneten Birgit Dankert, Christof Eichert und Susanne Schaefer-Dieterle verantwortlich. Zu dem Zeitpunkt noch in einem Provisorium von Bibliothek sitzend, war ich tief von den Fallbeispielen beeindruckt. In gleicher Weise beeindruckt war ich vom Werden des Bibliotheksneubaus auf der Baustelle nebenan. Beides verschaffte mir einen kräftigen Schub Zweckoptimismus, der seitdem nicht verflogen ist!

Und nun sitze ich seit zwölf Jahren in einem werkstattähnlichen Eckzimmer einer ehemaligen Fabrikhalle, welche die Bibliothek beherbergt, und darf dank der Einladung zu diesem Beitrag über den Ansporn allen innovativen Handelns und den aus ihnen gezogenen Erfahrungen reflektieren, eine Gunst!

Die Gelegenheit ist keineswegs neu, nur im Medium der Vermittlung. Gar nicht selten besuchen KollegInnen von nah und fern unserer hiesigen Bibliothek im Berliner Speckgürtel. Bei diesen Anlässen ist es mein Ansinnen seit mehr als zehn Jahren, die BesucherInnen zu überzeugen, dass der „Wow-Faktor“ nicht nur für die räumliche Disposition der Beletage gilt, sondern auch für den hier entstandenen Service. Bei guter Tagesform erhebe ich mich Harry Potter gleich und schwinge - so mag es auf manche wirken - den Zauberstab am großdimensionierten Multitouchscreen oder vor Pepper, um zu zeigen, was die Besucher hier vor Ort wohl nicht erwartet haben. Vielleicht ist dieses Flair des saloppen Plauderns auf die erstmals schriftliche Fassung meiner Erfahrungen übertragbar, auf jeden Fall erlaubt sie mir, auch bislang Unausgesprochenes mit zu reflektieren.

Best Practice - ein Weg für alle? Mir ist recht früh die halbierte politische Schlagkraft des Argumentes der Best-Practice-Beispiele als Erfolgsmethode bewusst geworden. Im November 2011 hatten wir, drei brandenburgische Bibliothekare aus Stadt-, Landes- und Hochschulbibliothek, die Gelegenheit eines Treffens mit Frank-Walter Steinmeier, damals “nur” Vorsitzender der SPD-Bundestagsfraktion. Angesprochen auf eben solche Best-Practice-Beispiele habe ich noch gut dessen spontane Reaktion im Ohr, die sich auf Singapur und skandinavische Länder bezog. Danach haben bevölkerungsstarke Länder wie Deutschland und die damit einhergehenden Gemengelagen in der Umsetzung guter Ideen und Ansätze per se andere und teils längere Wege zu beschreiten, wollen sie es Ländern wie denen in Skandinavien und im Baltikum, und hier sollte man auch die Tiger-Staaten nennen, am Ende gleichtun. Insoweit hätten Appelle, es den Best-Practice-Beispielen in kleineren Ländern gleichzutun, nur eine „halbierte Schlagkraft“. Um es allgemeiner zu sagen: Best-Practice-Konzepte liegen nicht in einer evident-zwangsläufigen Form vor, sie bedürfen vielmehr, wenn sie Erfolg haben sollen, einiger Anpassungen an das eigene spezifische Umfeld (und bei der Umsetzung eines langen Atems). So naheliegend die Einsicht klingen mag, sie ist zu wichtig, um nicht noch einmal vorgetragen zu werden: Eine Lösung von der Stange oder „One Size Fits All“ gibt es nicht, immer sind mindestens lokale Anpassungen mitzudenken.

Immerhin schien es mir nahezuliegen, an der “überschaubaren” Hochschulbibliothek der TH Wildau im kleineren Rahmen zu probieren, was in Skandinavien funktioniert hat und bestenfalls auch in größeren Informationseinrichtungen zu einer gelungenen Best-Practice-Erfahrung gerinnen könnte.

Mission Bibliothek. Bei all diesen Reformbestrebungen gehen wir teils unbewusst oder wie selbstverständlich von einer positiven Besetzung des Entwicklungsbegriffs in Richtung Wissensgesellschaft, lebenslanges Lernen, einer Akademisierung von Bildungsbiographien, Open Science usw. aus, also von einer postindustriellen Gesellschaft, die aus den unterschiedlichsten Gründen auf geprüfte Informationen als verifizierten Wissensstand zugreift. Das ist Wissen, welches über Generationen hinweg verfügbar ist und nicht allein dazu dienen darf, einen aktuellen Wettbewerbsvorteil zu erringen. Bibliotheken sind vielmehr gesellschaftspolitisch unterwegs. Leitmotiv für die Umsetzung neuer Gestaltungsmöglichkeiten in Bibliotheken, beispielsweise die Einführung neuer Technologien, bleiben die 1931 von Ranganathan veröffentlichten „fünf Gesetze der Bibliothekswissenschaft“:
  • Bücher sind zum Benutzen da („Books are for use“).
  • Jedem Buch seinen Leser („Every book its reader“).
  • Jedem Leser sein Buch („Every reader his book“).
  • Die Zeit des Lesers sparen („Save the time of the reader“).
  • Eine Bibliothek ist ein wachsender Organismus („A library is a growing organism“).
Die Gestaltung neuer bibliothekarischer Möglichkeiten kann nie aus einem „Cut and Paste“ anderswo vorgefundener Möglichkeiten bestehen. Vielmehr müssen bei allem notwendigen Wissen, was im eigenen bibliothekarischen Umfeld stattfindet, kreative eigenständige Lösungen gefunden, in Debatten darüber in Probehandlungen eingetreten und die vielversprechendsten Lösungen am Ende wirklich ausprobiert werden. Siehe auch Richard David Lankes, der in „Erwarten Sie mehr“ (Berlin 2018) eben diesen Ansatz verfolgt und dabei auch Ranganathans „fünf Gesetze“ enthusiastisch erörtert.

Einigkeit in der Vielfalt und Streitkultur. Bibliotheken sollten also ein Hort der Vielfalt, der Diversifizierung und des Unterschiedes sein. Sie müssen nicht nur in Distanz zu den großen Playern wie Google Scholar, Wikipedia und Research Gate, sondern auch zu anderen Informationseinrichtungen gehen. Siehe dazu das untenstehende Bild.
Seelinger1 - Mythos Entwicklung
Mythos Entwicklung: Entwicklung als Gleichschaltung

Das Plakat entstand 1994 im Rahmen eines WFD-Posterwettbewerbs (Weltfriedensdienst) zum Mythos Entwicklung und heißt: Entwicklung als Gleichschaltung. Geschaffen wurde es von Anna Pröhl. Das Motiv gibt ein wenig die seinerzeitige Überzeugung unter Ethnologen wieder, nicht auf Vereinheitlichung („McDonaldisierung“) hinzuwirken. Mir dient es nun als Appell unter Bibliothekaren, es nicht “nur” nachzumachen. Man lese die Abbildung daher besser „bottom up“, um aus dem “roten Bereich” absoluter Konformität herauszukommen!

Bibliotheken stehen für Vielfalt und ein spezifisches Profil. Sie möchten nicht als auswechselbare “Discounter”-Filiale gesehen werden. Wie der Bibliotheksbau in der ersten Wahrnehmung oft den bleibenden Eindruck prägt, können auch innovative Konzepte zum „Label“ bzw. zum Markenzeichen einer Bibliothek werden. „Best Practice“ durch Innovation können als Dauerbrenner für eine Bibliothek identitätsstiftend werden. Die lokale Präsenz und der persönlich zugängliche Service ermöglicht ein sozialeres und kundennäheres Angebot als jeder Online-Dienst und sollte dazu führen, auf die Nutzer zugeschnittene Informationen und Wissen zielgenau zuzuschneiden und persönlich zu übergeben.

Lesen Sie in der nächsten Folge: Bibliotheken als Screening-Maschine für neue Möglichkeiten - Für eine auf Dissens und Alternativen angelegte
externe und interne biblothekarische Diskussion



Universität Hildesheim

Auch „Informationskompetenz und Demokratie“
stellt auf virtuell um

Sehr geehrte Damen und Herren,

aufgrund der aktuellen Einschränkungen durch die Corona-Pandemie ist es leider nicht möglich die Tagung im Rahmen des Projekts "Informationskompetenz und Demokratie (IDE): Bürger, Suchverfahren und Analyse-Algorithmen in der politischen Meinungsbildung" am 19. und 20. Juni 2020 wie geplant durchzuführen.

Aus diesem Grund hat das Projektteam entschieden einen neuen Weg zu gehen und die Tagung online durchzuführen. Im Rahmen von Präsentationen unserer Vortragenden via Video, live Frage- und Diskussionsrunden sowie Online-Diskussionen, verlegen wir die Tagung in den virtuellen Raum. Über Ihre Teilnahme freuen wir uns sehr.

Derzeit planen wir die nächsten Schritte. Weitere Informationen, bspw. zu unserem angepassten Programm folgen bald. Gern weisen wir Sie jedoch bereits auf unseren aktuellen Artikel über das "Informationsverhalten zum Coronavirus" hin (https://informationskompetenz.blog.uni-hildesheim.de/informationsverhalten-zum-coronavirus/).

Wenn Sie weitere Informationen zu der Tagung erhalten möchten antworten Sie auf diese E-Mail einfach mit "Ja". Bei weiteren Fragen stehen wir Ihnen gern zur Verfügung. Wir freuen uns über Ihre Rückmeldung und bleiben Sie gesund!

Mit freundlichen Grüßen Joachim Griesbaum & Daphné Çetta - Stellvertretend auch für Elke Montanari & Thomas Mandl - Mit freundlichen Grüßen aus dem Homeoffice! Werner Braun


GBI-Genios

Mit arbeitsrechtlicher Umgang mit Pandemien

GBI-Genios hat im April haben fast 370 neue eBooks freigeschaltet. Der Anbieter weist besonders auf das Buch „Arbeitsrechtlicher Umgang mit Pandemien“ hin: „Dieses hochaktuelle eBook ist hilfreich für Mitarbeiter in Personalabteilungen, Betriebsratsmitglieder sowie für Juristen und Sachverständige, die sich mit dem Thema Corona und Arbeitsrecht nun ad hoc ausgiebig auseinandersetzen müssen.

Übersichtlich und anschaulich aufbereitet gibt der Leitfaden Tipps und Hilfestellungen u.a. zu den Themen Kurzarbeit, Homeoffice/Mobile Work, Flexibilisierung der Arbeitszeit, Entgeltfortzahlung und den rechtlichen Grundlagen für Videokonferenzen. Dabei werden die Fragen jeweils sowohl aus Sicht des Arbeitgebers wie auch des Betriebsrats betrachtet.

Die Firmen-Dossiers wurden um zusätzliche Inhalte und Verknüpfungen erweitert:

· Gesellschaftsbekanntmachungen: Sofern vorhanden finden Sie diese im Reiter „Handelsregister“. Sie enthalten u.a. Informationen zu Einladungen / Tagesordnungen zu Hauptversammlungen bzw. Gesellschaftsversammlungen, Aufsichtsrats- / Verwaltungsratslisten und -informationen, Bekanntmachungen zum Kauf eigener Aktien, zu Ausschüttungen, Satzungsänderungen, Liquidationen u.v.m.
· GwG-Auskünfte: Die CRIFBÜRGEL GwG-Auskünfte sind nun über den Reiter „Verflechtungen“ in den FirmenDossiers als zusätzlich verfügbare Dokumente eingebunden.

An neuen Datenbanken sind hinzugekommen:
· Die Fachzeitschriften "OBM - Die Zeitung für Oberbürgermeisterinnen und Oberbürgermeister"
und "dpn - Deutsche Pensions- & Investmentnachrichten" von Frankfurt Business Media
· Vier Schweizer Zeitungen von der Somedia Press AG
· Die Online-Plattform "karriere.de" von Handelsblatt & Wirtschaftswoche
· Die Erklärvideos von studyflix

Virtual ConTech Forum

How Data Science and Artificial Intelligence
are Changing the Content Landscape

The ConTech Forum will now be staged virtually on the 9th June 2020. We have adapted to the current changing environment and are implementing plans to ensure the Forum can continue as planned.
he Forum will continue the conversations started at ConTech 2019 and continue the process of looking forward to ConTech 2020. The core themes will look at the intersection of content and technology, discussing how data science, AI and other emerging technologies are changing the content landscape. We have subjects including “Text & Data Mining Technologies on scholarly content: advanced analytical insights for decision makers”, “AI - why your first steps matter” and “The Journey to Machine Learning- An Update”. We will look at AI enabled online content and many other new and innovative content solutions.

We will also be presenting some completely new sessions from speakers that are due to be selected for ConTech 2020 shortly. ConTech 2020 takes place on the 3rd & 4th December. Attend our Forum to learn share and network, something that is more than ever important in our day to day lives.
The Forum will continue the conversations started at ConTech 2019 and continue the process of looking forward to ConTech 2020. The core themes will look at the intersection of content and technology, discussing how data science, AI and other emerging technologies are changing the content landscape. We have subjects including “Text & Data Mining Technologies on scholarly content: advanced analytical insights for decision makers”, “AI - why your first steps matter” and “The Journey to Machine Learning- An Update”. We will look at AI enabled online content and many other new and innovative content solutions.

We will also be presenting some completely new sessions from speakers that are due to be selected for ConTech 2020 shortly. ConTech 2020 takes place on the 3rd & 4th December. Attend our Forum to learn share and network, something that is more than ever important in our day to day lives.
Don't forget to register to attend our online webinars.

By launching free weekly webinars we hope to provide a new way to do just that. We are going to cover topics that are central to the way we are working and doing business today. Lasting just 30 minutes each session will include presentation and attendee interaction.

ConTech-Registration: https://www.contech-event.com/ConTechForum2020
Webinars: https://contechlive.us4.list-manage.com/subscribe?u=89f51238651fda89e4bed52c5&id=ca0e6cc62d









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