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Open Password - Dienstag,
den 5. Mai 2020

# 748


COVID-19 – Lieferketten – Computerlinguistik – Maschinelles Lernen – Datenanalyse – Chris Schneider – LexisNexis – Risikomanagement – Lieferketten – Fukushima – Harvard Business Review - Risikoüberwachung Dritter – Institute for Supply Management – foreignpolicy.com – Michael Eßig – Universität der Bundeswehr – SARS – Lieferkettenmanagement – Kaskadeneffekte – Supply-Chain-Mapping – Nexis Entity Insight - SVP – Georg Konradi – ONLINE GmbH – Guido Schenk – Recruiting – Big Data – LinkedIn – Factiva – Recht und Zugang – Nomos-e-library – Michael Buchmann

Chris Schneider
COVID-19-Weckruf

Risiken in der Lieferkette durch
Ausbreitung des Coronavirus vervielfacht

Überwachung durch Computerlinguistik, maschinelles Lernen und Datenanalyse

Von Chris Schneider, Associated Head of Sales, LexisNexis
Unternehmen, die in die fortlaufende Beobachtung ihrer Partner investieren, profitieren von einer größeren Widerstandsfähigkeit in Krisenzeiten.

Oftmals braucht es eine Krise, um Schwächen in der Lieferkette aufzudecken. Dies trifft zweifellos auf das Coronavirus beziehungsweise COVID-19 zu. Viele Unternehmen haben es versäumt, ihre Risikomanagement-Prozesse an die Komplexität der globalen Lieferketten von heute anzupassen. Wie im Harvard Business Review kürzlich aufgezeigt, standen Unternehmen in diesem Jahrzehnt aufgrund des Erdbebens und des Tsunamis 2011 in Japan bereits einmal vor einer beträchtlichen Herausforderung1. „Fast neun Jahre später“, so der Artikel, „scheint es, als wären die aus Fukushima gezogenen Lehren wieder vergessen. Weltweit versuchen viele Unternehmen verzweifelt, herauszufinden, welche ihrer ‚unsichtbaren‘ untergeordneten Lieferanten sich – jene, mit denen sie nicht direkt zu tun haben – in einer der betroffenen chinesischen Regionen befinden.“ Im Folgenden werfen wir einen genaueren Blick darauf, wie multinationale Konzerne durch die Risikoüberwachung Dritter neue Gefahren in der Lieferkette erkennen und ihre operative Widerstandsfähigkeit stärken.

Das Institute for Supply Management (ISM) fand in einer Umfrage über die Auswirkungen des Coronavirus heraus, dass beinahe 75 % der Unternehmen in den USA Ertragseinbußen erwarten2. Und sie sind nicht die Einzigen. Laut ForeignPolicy.com ergaben Berechnungen von Michael Eßig, Professor für Materialwirtschaft und Distribution an der Universität der Bundeswehr München, dass „...ein multinationaler Konzern wie Volkswagen mit 5.000 Lieferanten (sogenannten Tier-1-Lieferanten) arbeitet, von denen wiederum jeder durchschnittlich 250 Tier-2-Lieferanten hat. Dies bedeutet, dass der Konzern eigentlich 1,25 Millionen Lieferanten hat, die ihm größtenteils unbekannt sind.“3. Im selben Artikel wird festgestellt, dass sich im Epizentrum des COVID-19-Ausbruchs in Wuhan in China die Unternehmenssitze von Tier-1- und Tier-2-Lieferanten von mindestens fünf Millionen Unternehmen aus der ganzen Welt befinden.
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Komplexe Lieferketten erfordern eine fortlaufende Überwachung Dritter. __________________________________________________________________________________

Sowohl der SARS-Ausbruch in China im Jahr 2003 als auch das Erdbeben und der Tsunami in Japan im Jahr 2011 hatten nachhaltige Auswirkungen auf mehrere Hersteller und in der Folge auf die gesamte Weltwirtschaft. Seither zielt das Lieferkettenmanagement verstärkt darauf ab, die Widerstandsfähigkeit des operativen Betriebs zu stärken. Oftmals nur als einfaches Schlagwort erachtet, erweist sich Widerstandsfähigkeit als äußerst bedeutsam für das Funktionieren von Lieferketten auf der ganzen Welt. Die aktuelle weltweite Gesundheitskrise unterstreicht den Bedarf an einer fortlaufenden Überwachung des Lieferantenrisikos und an der Ermittlung möglicher Alternativ- oder Zweitlieferanten zur Steigerung der Widerstandsfähigkeit Ihrer Lieferkette.
Der Kaskadeneffekt der globalen Pandemie ist eindeutig:
  • Wichtige Lieferanten bleiben aufgrund von Quarantänemaßnahmen und Personalknappheit weit unterhalb ihrer üblichen Auslastungsgrenze.
  • Es kommt zu Verzögerungen beim Transport von Rohmaterialien sowie bei der Verladung und Weiterbeförderung am Einfuhrhafen.
  • Produktionspläne können wegen Lieferengpässen nicht eingehalten werden.
  • Aktuelle und zukünftige Aufträge können wegen eines zu geringen Lagerbestandes nicht erfüllt werden.
  • Verkaufserlöse sinken aufgrund von Quarantänemaßnahmen, Social Distancing und zunehmender Verunsicherung der Verbraucher wegen möglicher finanzieller Auswirkungen längerer Arbeitsunterbrechungen.
Die Schwächen, die aktuell aufgrund von COVID-19 zutage treten, führen zu einer wichtigen Schlussfolgerung: Es ist unmöglich, etwaige schwache Glieder in einer Lieferkette aufzuspüren, ohne ein klares Bild von der Lieferkette zu haben.
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Wie funktioniert die Überwachung Dritter?
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Mithilfe von Computerlinguistik, Algorithmen für maschinelles Lernen und Methoden zur Datenanalyse unterstützen Lösungen zur Überwachung Dritter Unternehmen dabei, wichtige Lieferanten weltweit ausfindig zu machen und zu überwachen. Dies ermöglicht eine frühere Erkennung von Störungen und somit eine schnelle Reaktion, wenn Probleme auftreten – ganz gleich, ob diese durch die finanzielle Instabilität eines einzigen Lieferanten oder durch eine massenhafte Ausbreitung eines Virus, wie wir sie aktuell erleben, verursacht werden. Unternehmen, die in Supply-Chain-Mapping und die fortlaufende Überwachung von Dritten investieren, profitieren von einer größeren Widerstandsfähigkeit und einem Wettbewerbsvorteil gegenüber weniger proaktiven Konkurrenten.

Nach dem COVID-19-Ausbruch haben Experten beträchtliche Unterschiede zwischen den von Unternehmen getroffenen Gegenmaßnahmen festgestellt. Einige Unternehmen hatten Probleme, die nötigen Informationen für eine schnelle Anpassung an die geänderten Umstände und die Reaktion auf Störungen in ihrer Lieferkette zu sammeln. Hingegen konnten Mitbewerber, die ihre Lieferkette bereits vollständig erfasst hatten und sie weiter überwachten, sofort Maßnahmen setzen. Heute ist die ganze Welt damit beschäftigt, die Ausbreitung des Coronavirus unter Kontrolle zu bringen, aber auch in der näheren Zukunft wird es zu weiteren Störungen kommen. So werden Unternehmen immer wieder daran erinnert, ihre bestehenden Verfahren des Risikomanagements zu überprüfen und der Überwachung von Dritten in Zukunft eine höhere Bedeutung einzuräumen.
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Nächste Schritte
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  1. Lesen Sie mehr über Risikomanagement in der Lieferkette in unserem Blog.
  2. Erfahren Sie, wie Sie mit Nexis Entity Insight Anzeichen für neue Risiken in Ihrer gesamten Lieferkette frühzeitig erkennen.
  3. Teilen Sie diesen Artikel mit Ihren Kontakten, um die Diskussion aufrecht zu erhalten.
Quellen:
1 Coronavirus Is Proving We Need More Resilient Supply Chains, Harvard Business Review, 5. März 2020
2 Coronavirus has disrupted supply chains for nearly 75% of U.S. companies, axios.com, 11. März 2020
3 Blindsided on the Supply Side, Foreign Policy, 4.März 2020

SVP

Georg Konradi geht

Georg Konradi
Als die Heidelberger SVP noch ONLINE GmbH hieß, hat der Password-Redakteur mit dem seinerzeitigen Leiter für Marketing und Vertrieb eng in Fragen der Öffentlichkeitsarbeit zusammengearbeitet. Später wurde Georg Konradi Prokurist und Mitglied der Geschäftsführung und entwickelte ein Key-Account-Management.

Nun ist Konradi aus der SVP ausgeschieden und nach Potsdam umgezogen. Konradi: „Als Vorort gibt es da noch Berlin, wo die Besuche der Familie deutlich leichter sein werden.“

Guido Schenk

Big Data und Analytics fürs Recruiting

„Es ist wichtig, dass Unternehmen im Recruiting einen längeren Horizont betrachten und definieren, welche Kompetenzprofile sie in Zukunft brauchen. Big Data sowie HR Analytics sind dafür die Schlüssel.“

Guido Schenk, Sales Manager DACH bei LinkedIn und früherer Leiter von Factiva Deutschland, in: „Wir haben die Bewerbung abgeschafft“, in: ihk-nordwestfalen.de - www.ihk-nw.de/bigdata



RuZ

Neue OA-Zeitschrift
für Recht und digitale Sammlungen


Liebe Kolleginnen und Kollegen,

die neue Open Access-Zeitschrift RuZ - Recht und Zugang (https://www.nomos-elibrary.de/zeitschrift/2699-1284/1) widmet sich allen Rechtsfragen, die im Zusammenhang mit dem Zugang zu digitalen Sammlungen auftreten.

Die Themen sind fast unbeschränkt und reichen vom Urheberrecht über das Datenschutzrecht bis hin zum Arbeitsrecht. Entscheidend ist die praktische Relevanz: Welche Voraussetzungen müssen erfüllt sein, um digitale Inhalte öffentlich zugänglich zu machen? Was muss beachtet werden, wenn Sammlungen ihre Bestände digitalisieren wollen? Wer ist verantwortlich dafür, dass die rechtlichen Vorgaben eingehalten werden? Letzten Endes geht es um Kommunikation, denn die schönste Kollektion wird erst durch die Auseinandersetzung mit der Wissenschaft und der Öffentlichkeit lebendig.

Recht und Zugang hat nicht nur den Anspruch, Sammlungen in ihrer ganzen Breite zu betrachten, sondern will auch den Rahmen darstellen, in dem Sammlungen ihre Inhalte erwerben und so aufbereiten, dass sie wahrgenommen und genutzt werden. Sie richtet sich an die Institutionen selbst, also an Bibliotheken, Museen und Archive, aber auch an die Berater, die Sammlungen bei der Erfüllung ihrer Aufgaben unterstützen. Dafür steht auch der Kreis von Herausgebern, die in und für Sammlungen tätig sind und diese alltäglich dabei unterstützen, die Vielzahl von Rechtsfragen zu klären.

Recht und Zugang erscheint im Moment mit zwei Ausgaben im Jahr und will möglichst offen zugänglich sein. Die Beiträge sind in der Nomos eLibrary verfügbar und werden unter einer CC-BY-SA-Lizenz open access gestellt.

Beste Grüße Michael Buchmann

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