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Open Password - Montag, den 4. Mai 2020

# 747


PATINFO – Virtuelle Konferenz - Christoph Hoock - PATON | Landespatentzentrum Thüringen an der TU Ilmenau - Open Access – Ursula Arning – ZB MED – Berliner Erklärung – AWMF – DIMDI – GMS - PUBLISSO – Open-Access-Beratung – Forschungsdatenmanagement – Langzeitarchivierung – Universitätsverlage – DINI – DINI-Zertifikat – OA-Plattformen – DFG – LIS – Publikationsfonds – BMBF – Open-Access-Strategien – open-access-network – Nationaler Open-Acess-Kontaktpunkt OA 2020 – Universität Bielefeld – ENABLE – DEAL – Wiley – SpringerNature – Publish & Read – MDPL Service – Bundesländer – Allianz der Wissenschaftsorganisationen – Open-Access-Beauftragte – Data Librarian – ZBIW – Plan S - European Open Science Cloud – FAIR-Prinzipien – Journal Impact Factor – Repositorien – Foster – Open Aire – LIBER – IFLA – Special Interest Group Library Publishing – OA-Transformation
PATINFO

Virtuelle Konferenz mit 18 Workshops
als Videostreams und Webkonferenzen:

Markterfolg durch smarte IP-Strategie

Sehr geehrte Damen und Herren,

wie die ganze Welt sehen auch wir betroffen die schlimmen Auswirkungen der Coronavirus-Pandemie. In dieser Verantwortung sehen auch wir uns als Veranstalter der größten deutschsprachigen Konferenz über Patentinformation und gewerblichen Rechtsschutz in der Pflicht zu handeln. Die Gefahr einer Weiterverbreitung durch die vielen Kontakte führte zur Entscheidung des Programm-Komitees, die PATINFO2020 in ihrer gewohnten und geschätzten Form abzusagen.
Wir sind uns jedoch im Klaren darüber, welch große Bedeutung unsere Konferenz für unsere Aussteller, die Referenten und die bis zu 400 Besucher besitzt. In diesen unsicheren Zeiten ist es wichtiger denn je, über die Entwicklungen auf dem Gebiet des IP-Rechts, der IP‑Technologie und der IP‑Forschung auf dem Laufenden zu bleiben.

Aus diesem Grund haben wir uns entschieden, in diesem Jahr eine virtuelle PATINFO2020 Konferenz zu veranstalten.

Wir arbeiten daran, Ihnen ein umfassendes, inhaltlich einzigartiges Angebot anzubieten, in dem möglichst viele Inhalte unserer PATINFO in einer virtuellen Umgebung wahrnehmbar werden. An den virtuellen Ausstellerständen der Online-Plattform unter Nutzung des gewohnten Standortplanes Festhalle können Sie unter anderem exklusive Informationsmaterialien herunterladen, die Ausstellerkurzvorträge als Podcasts schauen und den Kontakt mit den Ausstellern unter Nutzung von Social Media, E-Mail, Telefon etc. aufnehmen.

Die Aussteller unterstützen die Konferenz durch ein großartiges Angebot von ca. 18 Workshops in der Form von Videostreams bzw. Webkonferenzen. Diese werden wir in den drei Konferenztagen vom 17. bis 19. Juni 2020 nacheinander anbieten und zwar jeweils circa sieben Workshops am 17. und 18. Juni, sowie vier Workshops am 19. Juni. Damit eröffnet sich für Sie die Möglichkeit, an diesen drei Tagen an vielen unterschiedlichen Workshops teilzunehmen. Die Aufstellung der Workshops wird in den kommenden Tagen auf unserer PATINFO-Webseite veröffentlicht. Sie können Workshops während der Anmeldung im Konferenzmanagementsystem der TU Ilmenau auswählen oder uns Ihre Auswahl per E-Mail mitteilen.

Bitte beachten Sie: Aus organisatorischen Gründen ist eine persönliche Registrierung für die Workshops nötig. Die Daten: Name, Vorname, Firma, E-Mail werden an die Workshop-Organisatoren weitergeleitet. Die Einwahlinformationen erhalten Sie von den Organisatoren per E-Mail. Sollten Sie mit der Datenweitergabe nicht einverstanden sein, ist eine Teilnahme an den Workshops leider nicht möglich.

Die Vorträge der Patent-, Marken und Design-Experten zum Thema „Markterfolg durch smarte IP-Strategie“ werden wir auf der PATINFO2021 vom 9. bis 11. Juni 2021 präsentieren. Dieses Jahr wird es jedoch bereits von vielen Vortragenden Kurzzusammenfassungen bzw. Statements als „Teaser“ / Appetizer geben, falls möglich als Livestreams oder Podcasts. Wir stehen hier mit den Referenten in engem Kontakt. Der gedruckte Tagungsband muss leider entfallen.

Die virtuelle PATINFO2020 bieten wir für Teilnehmer zum symbolischen Preis von 10€ an. Die Registrierung zur Konferenz erfolgt nach wie vor über das Konferenzsystem der TU Ilmenau. Falls Sie sich für eine Teilnahme entscheiden, danken wir Ihnen bereits im Voraus. Sie helfen damit, diese seit mehr als fünzig Jahren bestehende Konferenz zu erhalten. Wir werden das Event weiter bewerben und sind uns sicher, Ihnen auch in virtueller Form ein breites Informationsangebot anbieten zu können.
Selbstverständlich werden wir uns über Unterstützung Ihrerseits freuen, da auch der Aufwand der Umsetzung einer virtuellen Konferenz nicht zu unterschätzen ist und einen entsprechend großen organisatorischen sowie technischen Aufwand bedeutet. Wir nehmen die Herausforderung an, eine virtuelle PATINFO in so kurzer Zeit umzusetzen.

Das Programm der PATINFO2020 und die Informationen zur Anmeldung finden Sie unter: http://www.paton.tu-ilmenau.de/das-paton/patinfo.html

Sollten Sie Fragen zur Anmeldung haben, sind wir Ihnen gerne behilflich. Bitte wenden Sie sich hierfür an Frau Schmidt (bettina.schmidt@tu-ilmenau.de) oder Frau Schieck (astrid.schieck@tu-ilmenau.de).
Vielen Dank für Ihr Verständnis und Ihre Unterstützung! Wir freuen uns auf Ihre Teilnahme! Bleiben Sie gesund!

Mit freundlichen Grüßen, Christoph Hoock,
Leiter PATON | Landespatentzentrum Thüringen an der TU Ilmenau
OA

Verändert Open Access die Welt
– oder verändert Open Access sich selbst?

Von Ursula Arning, ZB MED – Informationszentrum Lebenswissenschaften
ZB Med
„Seit über zehn Jahren gibt es die Open-Access-Bewegung und wir haben noch nichts erreicht“, so hörte ich zwei Kolleginnen 2014 am Ende des Bibliothekartags sagen. Noch mal sechs Jahre später, also nach fast zwanzig Jahren Open-Access-Bewegung, wird es Zeit, innezuhalten und zu sehen, wo wir stehen.

Als ZB MED – Informationszentrum Lebenswissenschaften unterstützen wir seit 2003, also seit der Unterzeichnung der Berliner Erklärung, mit unserem gemeinschaftlich mit der Arbeitsgemeinschaft Wissenschaftlich Medizinischer Fachgesellschaften (AWMF) und dem Deutschen Institut für Medizinische Dokumentation und Information (DIMDI) geführten Open-Access-Publikationsportal German Medical Science (GMS) den freien Zugang zur wissenschaftlichen Literatur. Unser Angebot haben wir seit 2014, also ungefähr der Zeit des oben erwähnten Kommentars, kontinuierlich ausgebaut zu unserem PUBLISSO – Open- Access-Publikationsportal[1] mit seinen Angeboten der Publikationsplattformen für Erst- und Zweitveröffentlichungen, der Open-Access-Beratung, dem Forschungsdatenmanagement und der Langzeitarchivierung.

Aber reicht das? ZB MED ist eine von vielen öffentlichen Einrichtungen, die ihr Engagement für Open Access im letzten Jahrzehnt ausgebaut hat. Auch die Universitätsverlage bieten seit Jahren neben Print-Veröffentlichungen die Publikationen ebenfalls im Open Access an:

Das elektronische Publizieren und der Online-Zugriff auf wissenschaftliche Information trägt wesentlich zu höherer Effizienz der wissenschaftlichen Arbeit in Forschung, Lehre und Studium bei und stellt eine wichtige Infrastrukturmaßnahme für die wissenschaftliche Entwicklung dar. (https://blog.bibliothek.kit.edu/ag_univerlage/)

Die Deutsche Initiative für Netzwerkinformation e.V. (DINI)[2], insbesondere die DINI AG E-Pub (elektronisches Publizieren) hat mit dem DINI-Zertifikat für Open-Access-Publikationsdienste[3] schon seit 2010 ein Instrument geschaffen, um Open-Access-Plattformen nach standardisierten Kriterien zu zertifizieren. Die Kriterien sind ein wertvolles Instrument beim Aufbau der Dienstleistungen, um den Forschenden qualitative Werkzeuge im Publikationsprozess anzubieten.

Auch im Bereich der Forschungsförderer hat sich in den letzten Jahren viel getan: Die DFG fördert schon seit einigen Jahren durch verschiedene Programme Open-Access-Publikationen. Dies erfolgt einerseits durch das Programm Wissenschaftliche Literaturversorgungs- und Informationssysteme (LIS)[4], das den Aufbau leistungsfähiger Informationssysteme für die Forschung fördert, oder durch die finanzielle Unterstützung des Aufbaus von Publikationsfonds[5] sowie die Unterstützung der Transformation[6] von Subskriptionszeitschriften ins Open Access.

Open Access wird von der DFG nicht als Selbstzweck gesehen, sondern in seinen wissenschaftsfreundlichen Ausprägungen zur Beförderung der Wissenschaftskommunikation unterstützt. (https://www.dfg.de/foerderung/programme/infrastruktur/lis/open_access/foerderung_open_access/index.html)

Trotz dieses Engagements für Open Access formuliert die DFG ihre Bedingungen zur Open-Access-Publikation im Vergleich zu anderen Forschungsförderern etwas weicher als andere. So sollen die aus DFG-Mitteln gewonnenen Forschungsergebnisse „publiziert und dabei möglichst auch digital veröffentlicht und für den entgeltfreien Zugriff im Internet (Open Access) verfügbar gemacht werden“

Ein weiterer Meilenstein für Deutschland war 2016 die Bekanntgabe der Open-Access-Strategie[9] des BMBF. Gefördert wurden im Rahmen dieser Strategie bisher 16 Projekte[10], die teilweise ganz unterschiedliche Ansätze verfolgen, teilweise sehr ähnlich gelagert sind. Mit Auslaufen dieser Projekte 2019 und 2020 stellt sich allerdings wie so oft die Frage der Nachhaltigkeit. Wie geht es weiter? Dazu hat das BMBF Ende 2019 einen Workshop mit allen Beteiligten einberufen und es ist zu erwarten, dass bald ein neues Förderprogramm ausgeschrieben wird. Derweil kann das in 2019 ausgeschriebene Projekt open-access.network[11] wachsen, das alle vorhandenen und künftigen Projekte auf der aktualisierten und ausgebauten Vernetzungsplattform vereinen soll. Zudem ist der BMBF-Podcast „Reden wir offen … über Open Access“[12] erschienen, der die aktuelle Bedeutung von Open Access für die Wissenschaft in regelmäßig erscheinenden Beiträgen beleuchtet.

Etwas früher wurde 2018 der Nationale Open-Access-Kontaktpunkt OA2020-DE [13] gegründet, der an der Universität Bielefeld angesiedelt ist. Viele Workshops haben dort bereits die Open-Access-Community zusammengeführt, und die Initiative ENABLE[14] schafft eine Plattform für Bibliotheken, Autoren sowie Verlage der Geistes- und Sozialwissenschaften. Damit möchte sie einen Ausgleich schaffen für Verlage, die nicht im Projekt DEAL eingeschlossen sind. Das DEAL-Projekt konnte bereits Verträge mit Wiley und SpringerNature abschließen. Die Verhandlungsziele von Projekt DEAL:

– Alle Publikationen von Autor*innen aus deutschen Einrichtungen werden automatisch Open Access geschaltet (CC-BY, einschließlich Peer Review).

– Die DEAL-Einrichtungen haben dauerhaften Volltextzugriff auf das gesamte Titel-Portfolio (E-Journals) der ausgewählten Verlage.

– Angemessene Bepreisung nach einem einfachen, zukunftsorientierten Berechnungsmodell, das sich am Publikationsaufkommen orientiert („Publish & Read-Modell“) (https://www.projekt-deal.de/aktuelles/).

Verhandlungsführer ist die Hochschulrektorenkonferenz. Die eigens dafür gegründete MPDL Services GmbH, eine 100%ige Tochter der Max-Planck-Gesellschaft, fungiert als Vertragspartner gegenüber Wiley und Springer Nature.[15]

Trotz dieser sichtbaren Erfolge oder Teilerfolge, die im Einzelnen sicherlich auch diskussionswürdig sind, ist noch viel zu tun. Von den 16 Bundesländern in Deutschland haben immerhin acht eine Open-Access-Strategie beschlossen. Dazu gehören Thüringen[16], Hamburg[17], Berlin[18], Baden-Württemberg[19], Schleswig-Holstein[20] und neu hinzugekommen ist Brandenburg[21]. In der Veröffentlichung von Bruch und anderen werden die ersten sieben Initiativen kurz vorgestellt.[22]

Darüber hinaus gibt es seit langem Initiativen öffentlicher Institutionen wie die Allianz der Wissenschaftsorganisationen, die einen Fokus auf die Unterstützung von Open Access legen. Dazu gehören unter anderem das Helmholtz Open Science Office, der Arbeitskreis „Open Access“ der Leibniz-Gemeinschaft und die Max Planck Digital Library. Zugenommen hat auch die Anzahl der Open-Access-Beauftragten an Institutionen und Hochschulen in Deutschland.[23] Um die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter besser auf das neue und wachsende Aufgabengebiet vorzubereiten, sind Weiterbildungsangebote entstanden wie der Zertifikatskurs „Data Librarian“[24] des Zentrums für Bibliotheks- und Informationswissenschaftliche Weiterbildung (ZBIW) an der TH Köln. Darüber hinaus wurden Professuren zu diesem Themengebiet neu eingerichtet, um die Nachwuchskräfte auf die neuen Aufgabenprofile vorzubereiten.[25]

[1] https://publisso.de
[2] https://dini.de/
[3] https://doi.org/10.18452/20545
[4] https://www.dfg.de/foerderung/programme/infrastruktur/lis/
[5] https://www.dfg.de/foerderung/programme/infrastruktur/lis/lis_foerderangebote/open_access/
[6] https://www.dfg.de/foerderung/info_wissenschaft/2017/info_wissenschaft_17_12/index.html
[7] https://www.dfg.de/formulare/2_00/v/dfg_2_00_de_v0317.pdf
[8] https://www.bmbf.de/foerderungen/bekanntmachung-1404.html
[9] https://www.bmbf.de/upload_filestore/pub/Open_Access_in_Deutschland.pdf
[10] https://www.bildung-forschung.digital/de/im-ueberblick-16-innovative-open-access-projekte-starten-2198.html
[11] https://open-access.network/
[12] https://www.qualifizierungdigital.de/de/bmbf-podcast-zum-thema-open-access-5334.php
[13] https://oa2020-de.org
[14] https://www.enable-oa.org/
[15] https://www.projekt-deal.de/aktuelles/
[16] Thüringer Strategie für die Digitale Gesellschaft
[17] Hamburg Open Science
[18] Open-Access-Strategie für Berlin
[19] E-Science. Wissenschaft unter neuen Rahmenbedingungen. Fachkonzept zur Weiterentwicklung der wissenschaftlichen Infrastruktur in Baden-Württemberg
[20] Strategie 2020 der Landesregierung Schleswig-Holstein für Open Access
[21] Open-Access-Strategie des Landes Brandenburg
[22] Bruch, Christoph; Hübner, Andreas; Meinecke, Isabella; Oberländer, Anja; Riesenweber, Christina; Siegert, Olaf. Open Access auf Länderebene, 2017. 10.5281/zenodo.886347
[23] Im Rahmen einer Bachelor-Arbeit wurden im Dezember 2019 135 Open-Access-Beauftragte angeschrieben.
[24] https://www.th-koeln.de/weiterbildung/zertifikatskurs-data-librarian_63393.php
[25] In Deutschland an der FH Potsdam und an der TH Köln.
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Auch auf europäischer Ebene wurde einiges entwickelt.[1] Das Programm „Horizon Europe“[2], welches sich an das Forschungsrahmenprogramm Horizon 2020 anschließt, hat sich drei Leitlinien gegeben, nach denen es Vorhaben unterstützt. Dazu gehört unter anderem die „Förderung von Exzellenz in der Wissenschaft“, die zum Ziel hat, die Infrastrukturen zu fördern.

Herauszugreifen sind insbesondere Plan S und die European Open Science Cloud (EOSC), weil sie auf die oben genannten öffentlichen Einrichtungen und Betreiber von Publikationsplattformen eine große Wirkung haben. Die EOSC soll eine Infrastruktur nach den FAIR-Prinzipien anbieten und eine transparente, datengetriebene Wissenschaft wie auch Innovationen fördern. Zusätzlich sollen Anerkennungs- und Belohnungssysteme aufgebaut werden, damit die Infrastruktur auch von den Forschenden genutzt wird. Diese Begleitprogramme wie auch die Unterstützung bei Fragen zu Urheberrecht und Datenschutz sind für die Forschenden von großer Wichtigkeit für die Akzeptanz einer bisher nicht bekannten Publikationsplattform in Zeiten, in denen nach wie vor Impact-Messungen mittels des Journal Impact Factors für Berufungsverfahren ausschlaggebend sind.[3] 18 nationale und internationale Forschungsförderer, die Europäische Kommission und der Europäische Forschungsrat, sind am Aufbau dieser Infrastruktur beteiligt, d.h. dass die Unterstützung von offizieller Seite genügend groß ist, um mit entsprechenden Mandaten zum Erfolg dieser Infrastruktur beitragen zu können.

Eine weitere Unterstützung von Open Science ist die Aufstellung des sogenannten „Plan S“: Ab 2021 soll verpflichtend sein, dass staatlich finanzierte Forschungsergebnisse in für die Öffentlichkeit frei zugänglichen Open-Access-Zeitschriften oder Repositorien publiziert werden. Das kommt der gerade in Deutschland propagierten Wissenschaftsfreiheit entgegen, da die Publikationsorgane nicht explizit genannt sind und auch der „grüne“ Weg (also die Zweitveröffentlichung im Open Access) gewählt werden kann. Für die öffentlichen Einrichtungen, die sich seit langem im Bereich Open-Access-Plattformen engagieren, könnten die Bedingungen und neuen Standards für Plattformen allerdings zu einem Problem werden, sollten die Empfehlungen verpflichtend werden. Längst haben noch nicht alle Repositorien z.B. die Möglichkeit, die Publikationen im XML-Format zu veröffentlichen. Immerhin wird mit Sanktionen gedroht, sollten die Plattformen die Verpflichtungen nicht einhalten können. Eine breite Förderung vorhandener Infrastrukturen zur Anpassung an die neu eingeführten Standards müsste parallel dazu erfolgen, um bisher nachhaltige Dienste weiter aufrechtzuerhalten. Eine ausführliche Auflistung der Empfehlungen und Standards zum Aufbau von Publikationsplattformen findet sich im Leitfaden Open-Access-Plattformen Gold und Grün, der im Rahmen des vom BMBF geförderten SynOA-Pub-Projektes entstanden ist.[4]

[1] EU-Kommission: "EOSC Declaration. European Open Science Cloud. New Research & Innovation Opportunities" (Oktober 2017); Rat für Wettbewerbsfähigkeit der Europäischen Union: „Council Conclusions on the Transition towards an Open Science System"; EU-Kommission: "Guidelines to the Rules on Open Access to Scientific Publications and Open Access to Research Data in Horizon 2020"; Science Europe: Principles on Open Access to Research Publications; European University Association: EUA Roadmap on Open Access to Research Publications; European Research Universities (LERU) Statement on Open Access to Research Publications
[2] https://ec.europa.eu/info/horizon-europe-next-research-and-innovation-framework-programme_en
[3] The Vienna Declaration on the European Open Science Cloud, https://eosc-launch.eu/fileadmin/user_upload/k_eosc_launch/EOSC_Vienna_Declaration_2018.pdf; https://ec.europa.eu/research/openscience/index.cfm?pg=open-science-cloud#
[4] Noch nicht publiziert.
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Weitere europäische und internationale Initiativen sind Foster und OpenAire sowie aus dem bibliothekarischem Bereich LIBER und die IFLA. Auf den Internetseiten von Foster[1] werden Online-Kurse zur Weiterbildung rund um Open Science angeboten. OpenAire[2], seit vielen Jahren aktiv, engagiert sich für die Implementierung von Open Science Policies und bietet über seine Nationalen Kontaktpunkte viele Trainingsprogramme an. Die LIBER Open Access Working Group[3] hat fünf Prinzipien zur Verhandlung mit Verlagen herausgegeben, die bei Verhandlungen unterstützen sollen. So sollen zum Beispiel bei fehlenden Open-Access-Optionen keine Preissteigerungen akzeptiert werden und die Verträge sollen veröffentlicht werden und auch sonst transparent sein. Die International Federation of Library Associations and Institutions (IFLA) hat bereits 2003 eine Erklärung über den freien Zugang (Open Access) zu wissenschaftlicher Literatur und zur Forschungsdokumentation herausgegeben, die zurzeit überarbeitet wird.[4] Open Access wird in mehreren der IFLA-Sektionen thematisiert, unter anderem in den Sektionen Academic and Research Libraries[5] sowie in der Sektion zu Science and Technology Libraries[6]. Zudem hat sich 2018 die Special Interest Group Library Publishing [7] gegründet, die sich einmal im Jahr auch außerhalb der IFLA trifft und ihre Erfahrungen und die Herausforderungen des Publizierens in Bibliotheken teilt. Die IFLA zeichnet sich insbesondere dadurch aus, dass alle Interessierten ihr Fachwissen durch Blogbeiträge oder in den spezifischen Facebook-Gruppen einbringen können und dieses ausdrücklich gewünscht ist, auch wenn sie keine gewählten Mitglieder sind.

[1] https://www.fosteropenscience.eu/
[2] https://www.openaire.eu/
[3] https://libereurope.eu/blog/2017/09/07/open-access-five-principles-for-negotiations-with-publishers/
[4] https://www.ifla.org/DE/publications/node/9134
[5] https://www.ifla.org/academic-and-research-libraries
[6] https://www.ifla.org/sci-tech-libraries
[7] https://www.ifla.org/library-publishing
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Es hat sich in den letzten Jahren demnach sehr viel getan, gerade im Bereich der Forschungsförderer. Ja, Open Access ist entgegen den ursprünglichen Bestrebungen ein Geschäftsmodell für die großen Verlage geworden. Es gibt aber Initiativen, die die Herausforderung annehmen, die Transformation zu Open Access zu meistern. Dabei dürfen die kleinen und mittelständischen Organisationen nicht vergessen werden, die seit fast zwei Jahrzehnten ihren Beitrag zu Open Access geleistet haben und leisten. Gehen wir den Weg gemeinsam weiter, schaffen wir Synergien, wo es notwendig ist, ohne das schon Erreichte und Vorhandene aufzugeben! Gerade in Zeiten von Epidemien oder Pandemien zeigt es sich, wie dringend wir den offenen Wissensaustausch benötigen und die gemeinsame Entwicklung neuer Forschungserkenntnisse!

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