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Open Password - Montag, den 23. März 2020

# 725


Corona – Information Professionals – Michael Klems – Krieg der Welten – Computervirus - Internet – Gesundheitsinformationen – ZB MED – World Trade Center – New Economy – Finanzkrise – Eurokrise – Griechenland – Digitalisierung – Zoom – Microsoft Teams – E-Learning – Amazon Prime – Netflix – YouTube – Trigema – Wolfgang Grupp – Bäcker Boßelmann – Neue Informationsdienste – Cluod Services – Online Coaching – Video – Staatliche Förderung – AIIP - Jahreskonferenz


Veränderungen durch die Corona-Krise

Neue Chancen für Information Professionals

Ein Brief an die Branche von Michael Klems
Seit Jahren blicken viele Beobachter skeptisch auf die Entwicklung der Märkte. Der Crash werde kommen und es werde deutlich werden, welche Zombie-Unternehmen über die niedrigen Zinsen künstlich am Leben gehalten worden sind, so die Experten. Aber wie? Sie kennen vielleicht die letzten Passagen aus dem “Krieg der Welten”. Hier waren es die unsichtbaren Mikroorganismen, die den Eindringlingen vom Mars das Ende bereiteten. In der digitalen Welt 2020 war hingegen vorstellbar, dass ein globaler Computervirus die internationale Vernetzung zum Erliegen bringen und den Stand der Globalisierung um Jahre zurückwerfen würden. Hingegen konnte keiner ahnen, dass ein „analoger“ Virus, das Coronavirus (#covid19), den Welthandel und die Weltwirtschaft heimsuchen und nationale Wirtschaften, darunter ansatzweise auch die unsrige, zum Stillstand bringt. _____________________________________________________________________________

Ohne das Internet wäre der vollständige wirtschaftliche Kollaps über uns gekommen.
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Im Folgenden lasse ich das Gesundheitssystem außer Acht, dessen Informations- und Dokumentationswesen eine gesonderte Betrachtung verdient. Hier rufe ich Kollegen aus diesem Branchensegment auf, einen Beitrag für Open Password zu verfassen. Seit der Krise um die ZB MED sind wir diesen Kollegen besonders verbunden.

Auch frühere Krisen haben Narben in den Kurvenverläufe der Märkte, zu Rückgängen im Sozialprodukt und zu Konsolidierungen in der Branche geführt. Am 11. September 2001 zerplatzte die erste E-Commerce- und Online-Blase mit dem Einschlagen der Jets in das World Trade Center. Am 15. September 2009 brach die US-Großbank Lehman Brothers zusammen, nachdem bereits 2008 die Interbankfinanzkredite sprunghaft angestiegen waren. Dies führte zu einer Gefährdung des Weltfinanzssystems mit heftigen Folgen auch für die Realwirtschaft. Im Oktober 2009 gab die neugewählte griechische Regierung bekannt, dass die Nettoneuverschuldung des Landes mindestens doppelt so hoch wie angekündigt ausfallen, also mindestens zwölf Prozent des Bruttoinlandsproduktes betragen werde. Dies löste die Eurokrise aus, das die Euro-Währung gefährdete und die Solidarität der Mitgliedsländer der Europäischen Union auf den Prüfstand stellte.

Die aktuelle Krise erscheint schlimmer als die voraufgegangenen, da es ums Überleben geht und als Folge der Handel außerhalb der Grundversorgung sowie die Gastronomie, in Italien auch schon die Produktion, ausgesetzt wird. Gleichzeitig schreitet die Digitalisierung voran. Mitarbeiter werden aus den Betrieben in das Home Office verbannt, soweit dies technisch und organisatorisch umsetzbar ist. Virtuelle Konferenzen mit Video-Talk und digitaler Gruppenarbeit boomen. Allen voran werden Systeme wie Zoom oder Microsoft Teams als Rückrad der Kommunikation in den Betrieben eingesetzt. Die Nachfrage nach E-Learning ist größer denn je und das Internet ächzt unter der Datenflut. Die Breitband-Problematik in Deutschland erscheint in den Tagen von Corona noch problematischer als sonst, dies insbesondere aus der Perspektive der mittelständischen Wirtschaft. Bereits jetzt haben Dienste wie Amazon Prime, Netflix und YouTube die Videoqualitäten heruntergefahren, um das Netz zu entlasten.

Ohne die digitale Kommunikation hätten wir einen totalen wirtschaftlichen Kollaps erfahren. Dennoch kann ein Land nicht nur über das Internet und Online produzieren und funktionieren.
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Chancen für Unternehmen mit hoher Flexibilität und Pioniergeist
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Eine Krise ist immer ein Wendepunkt und birgt enorme Chancen, da man sich neu orientieren und vielleicht sogar neu erfinden muss.

Bereits jetzt zeigt der Markt Beispiele von Unternehmern, die klagen und andere, die aus der Not eine Tugend machen und sich flexibel auf Marktveränderungen einstellen. So klagt der Inhaber einer Bäckerei in Hannover über ausbleibende Kunden in den Läden und sinnt nach Abhilfe.
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Bäcker Boßelmann zur Coronakrise und Lage seines Unternehmens: https://youtu.be/89BNbDSZOqg
Auf der anderen Seite produziert das Unternehmen Trigema als einziger Textilproduzent in Deutschland nun Atemmasken. Gesundheitsschutz Made in Germany! Der Trigema-Chef Wolfgang Grupp wechselt vom Polo- und T-Shirt-Hersteller zum medizinischen Systemlieferanten. Im Fall von Trigema bedurfte es eigentlich „nur“ einer unternehmerischen Entscheidung, um soweit zu kommen.

Für Information Professionals bringt die Corona-Krise zweifellos Rückgänge mit sich. Projekte werden vertagt, Präsenzschulugen abgesagt und Kundenaufträge fallen der Kurzarbeit oder den Investitionsstopps zum Opfer. Zur Grundversorgung in einer Wirtschaft werden aber auch künftig Informationen gehören. Ich behaupte, dass die Chancen zum Aufbau neuer Informationsprodukte und effizienter digitaler Strukturen nie besser als jetzt in der Corona-Krise waren. Aktuell ist die Zeit gekommen, um sich fokussiert und mit Gelassenheit in die Themenbereiche Cloud-Service, Online-Coaching und Video einzuarbeiten.
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Täglich von Monat bis Freitag 17:00 auf YouTube: https://youtu.be/WNAOo30r_pc
In einer neuen Ära der Achtsamkeit bleibt genügend Zeit für weichenstellende Entscheidungen und für die Entwicklung neuer Dienste – dies auch dank staatlicher Flankierung. Diese Förderung werden Dienstleister und Unternehmen erhalten, die in den letzten Jahren gut gewirtschaftet haben. Wie beim Coronavirus wird es Opfer geben. Diese wird es auch auf Seiten der Information Professionals geben. In drei Monaten wissen wir mehr, wohin die neue Reise geht.

Bis dahin: Bleiben Sie zu Hause und bleiben Sie gesund!

Ihr
Michael Klems


AIIP Konferenz in Denver:
Abgesagt


Die Corona Krise zieht weltweit ihre Kreise und hat auch die Vereinigten Staaten erreicht. Die Association of Independent Information Professionals (AIIP) hat nunmehr ihre Jahreskonferenz abgesagt. Die für dieses Jahr vom 23.-26.April in Denver (Colorado) angesetzte Konferenz ist einer der zentralen Hotspots für Information Professionals in den USA, Europa und weltweit.

Die Verlautbarung des AIIP Board lautet:

AIIP 2020 ANNUAL CONFERENCE
APRIL 23-26, 2020
Warwick Hotel
Denver, Colorado, USA
CORONAVIRUS (COVID-19) UPDATE
CONFERENCE CANCELLED

As many of you know, we have been closely monitoring the coronavirus crisis and recommendations by the WHO and CDC. Given the increasingly uncertain future ahead of us, and following the recommendations from experts and government authorities, the AIIP Board has decided to cancel the 2020 conference. This has been a most difficult decision, but we believe that it is the only responsible action to take during these extraordinary times.

WHAT HAPPENS NOW? More information is forthcoming, including information about refunds and logistics. Members are responsible for cancelling their own room reservations with the Warwick Hotel.
QUESTIONS. We are sure you have questions! Please be patient. We will continue to communicate with everyone involved in the conference and with AIIP members.

UNCHARTED WATERS. This is a huge disappointment to all of us, including all the volunteers who have worked so hard to bring the conference to life. Being together is a highlight of the year! Yet these are uncharted waters, and everyone's health and safety matter most.

Quelle: https://www.aiip.org/conference/COVID-19
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AIIP-Konferenz 2021 in Missouri. Das Planungskomitee und Präsidium der AIIP hat schnell auf diese Situation reagiert und bereits Termin und Ort für die Konferenz 2021 präsentiert. Von 15. - 18. April 2021 findet die AIIP Conference in St. Louis (Missouri) statt. Reisetechnisch wird dies für die europäischen Teilnehmer eine Herausforderung. Aus Europe sind keine Direktflüge nach St. Louis möglich. Die Anreisezeit liegt bei knapp 15 Stunden. Dennoch wird es nach einem Krisenjahr umso wichtiger die Vernetzung mit Kollegen der Branche weltweit wiederherzustellen.

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