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den 20. Januar 2020

# 690
Steilvorlagen für den Unternehmenserfolg – Stephan Raif – Marke – Selbstvermarktung – Authentizität – Markenkommunikation – Agenturen – Porsche – Markenkernwerte – Positionierung – Vision – Google – Markenstory – Experte – Selbstdarstellung – Persönlichkeitstypen – Work-Life-Balance - FIZ Karlsruhe – BMBF – Forschungsdaten – Nanosicherheit – vfm – Herbert Staub – Social Listening – Faktencheck – Fake News – Science Fiction – TH Wildau – Frank Seeliger – Hochschulbibliotheken - Humanoide Roboter - Bibliotheksinformatik

Steilvorlagen für den Unternehmenserfolg 2019:
Stephan Raif und Personal Branding

„Seien Sie wie Sie sind.
Es kommt sowieso raus“

Siehe auch: Jeder hat im Rahmen eines Personal Branding so viel zu erzählen - Setzen Sie nur die Brille Ihres Kunden auf! – Interview mit Stephan Raif, 24. September, #635 - Personal Branding: Marke + Relevanz + Verständlichkeit + Präsenz + Durchhaltevermögen = Erfolg - Von Stephan Raif, 26. August, #616

Das „Steilvorlagen“-Referat von Stephan Raif ist auf Youtube über https://youtu.be/yaBcckuaOQc zugänglich, seine Folien über https://fbm.cloud.booklan.de/index.php/s/mP3be8adyaemgjN#pdfviewer.
Stefan Raif
In seinem Referat „Nutzen Sie Ihre Persönlichkeit als Marke. Mehr Bekanntheit, Sichtbarkeit und Erfolg durch Personal Branding“ auf der „Steilvorlagen“-Veranstaltung stellte sich Stephan Raif in einem Satz vor, der den Kern seiner „Personal Branding“-Methode am eigenen Beispiel zusammenfasste: „Ich erschaffe Persönlichkeiten als Marke“.

Alles klar? Immerhin kennen mehr Leute „Personal Branding“ als vor zwei oder gar fünf Jahren, als sich Raif mit diesem Geschäftsbereich selbstständig machte, wie der Referent über eine Frage an die Teilnehmer feststellte. Wer Personal Branding betreibe, fragte Raif weiter. Jetzt war es nur noch ein Teilnehmer.
Was also ist „Personal Branding“? Dazu Raif: „Personal Branding ist eine werteorientierte, authentische Methode der Selbstvermarktung“, wobei die Werte des Menschen, entstanden durch Begabungen, Erziehung und Erfahrungen, zusammengenommen seinen Charakter, seine Persönlichkeit und sein Talentportfolio ausmachen. Handelt eine Person seinem Charakter gemäß, unabhängig davon, ob er spricht, schreibt oder sich auf eine andere Weise darstellt, so wirkt sie automatisch authentisch.

Für wen ist „Personal Branding“ sinnvoll? Für alle, antwortete der Referent, „die über ihre Persönlichkeit etwas zu verkaufen haben“. Das sind praktisch auch alle, die Produkte, Informationen usw. zu verkaufen versuchen, denn bevor ein Kunde einem ein Produkt abnimmt, muss er erst Zutrauen zum Verkäufer gefasst haben.

Raif arbeitete mehr als zwanzig Jahre in der Markenkommunikation und stellte fest, dass sich alles, was er dort gelernt hatte, bruchlos auf „Personal Branding“ übertragen ließ. So geht es in allen Agenturen unabhängig von den sonstigen Unterschieden in ihren Vorgehensweisen darum, eine Marke zu beschreiben und diese Beschreibung in wenigen möglichst nur einem Wort zusammenzufassen. Beispielsweise ist bei Porsche alles „Sport“, unabhängig davon, ob gerade ein SUV oder ein Viertürer verkauft werden soll. Ähnlich gilt es im „Personal Branding“ in einem ersten Kundengespräch, den „Diamanten“, der die Persönlichkeit ausmacht, freizulegen, was zunächst zu einer Auflistung von vierzig bis sechzig Begriffen führen kann, und in einem zweiten Begriff diesen Diamanten zu „schleifen“, das heißt, zu einer sehr viel kompakteren Darstellung, also zu wenigen „Markenkernwerten“, das sind die typischen Charaktereigenschaften, und am Ende möglichst zu nur einem „Einwortwert“ zu kommen. Diese Positionierung auf einen Kernwert ist von zentraler Bedeutung, denn keiner will wissen, was eine Person noch alles kann, und welche Karrierestufen sie in der Vergangenheit durchlaufen hat oder welch einen Bauchladen an Produkten sie anzubieten hat. Aber viele behalten eine Person in Erinnerung, die sich durch einen einprägsamen Begriff vom Rest der Welt abgegrenzt hat („Ich erschaffe Persönlichkeiten“) und ziehen sie bei einem zur Vergabe anstehendem passenden Auftrag in Erwägung.

Wichtig ist zudem die Positionierung, also was man für welche Zielgruppe tun kann, und ein visionäres Ziel, das nicht unbedingt erreicht werden muss, an dem die Persönlichkeit aber alle seine Kräfte ausrichtet, um sich ihm anzunähern. Ein gutes Beispiel ist Google, das das gesamte Wissen der Welt durchsuchbar machen will, was offensichtlich ein illusorisches Ziel ist. Das hält Google aber nicht davon ab, alles zu tun, um ihm näherzukommen. Am Ende gilt es noch, eine „Markenstory“ oder einen „Elevator Pitch über sich selbst“ wiederum in wenigen Worten zu entwickeln und festzulegen.

Soweit in einer Nussschale Raifs gesamte Methode. Alles Weitere – die Definierung der Zielgruppe, die Festlegung eines Kommunikationsziels, die Wahl der Medienkanäle und das Schreiben und die Redaktion der eigenen Aussagen, kurz der gesamte Prozess der Umsetzung – ist Handwerk. Solches könnte man nunmehr auch den Agenturen überlassen, die damit umzugehen wissen. Wichtig ist jedoch, dass „Personal Branding“, soll es gelingen, als aufwendige Tätigkeit anerkannt wird, die viel Geduld erfordert, einen permanenten Einsatz verlangt, langfristig angelegt ist und, will man nicht vergessen werden, im Grunde nie endet. Andererseits hat Raif eine Bekannte über LinkedIn, die ihre Aufträge vorrangig außerhalb ihres persönlichen Netzwerkes durch ihre Medienpräsenz generiert hat. Allerdings arbeitet sie dafür 25 bis 30 Stunden die Woche.
Raif hätte des Weiteren auch Tipps für ein erfolgreiches „Personal Branding“ geben können. Diese hält er für alle bereit, die online seinen – selten erscheinenden – Newsletter abonnieren. www.personal-brands.com. Auf der „Steilvorlagen“-Veranstaltung versuchte der Referent es einmal andersherum, indem er zehn Vorurteile über Personal Branding zu widerlegen trachtete:

1. „Das dürfen wir nicht.“ Natürlich dürfe man keine Geschäftsgeheimnisse verraten, sagte Raif. Vielmehr gehe es darum, nachzuweisen, dass man ein Experte sei.

2. „Personal Branding ist nur für Selbstdarsteller.“ Das stimme zwar, sagte der Referent, andererseits sei Selbstdarstellung unvermeidlich. So sei diese bereits gegeben, wenn man in einem bestimmten Outfit antrete. Wenn aber Selbstdarstellung unvermeidlich sei, warum sie nicht gleich richtig machen?

3. „Personal Branding ist ein Trick.“ Das sei die Hoffnung vieler Menschen, die Raif kontaktieren. Aber es gebe keinen Trick. Das einzige, was gesagt werden könne, sei: „Machen und dranbleiben. Jetzt anfangen und durch das eigene Tun lernen.“

4. „Ich möchte mich nur mit Medien beschäftigen, die mir liegen.“ Das könne gelingen, wenn man selbst viel auf Instagram unterwegs sei und sich die eigene Zielgruppe ebendort bewege. Aber was tun, wenn sich die eigene Zielgruppe auf anderen Medien tummele?

5. „Wenn ich mein Fachwissen teile, kupfern das andere bei mir ab.“ Das Teilen des eigenen Fachwissens sei unbedingt notwendig, wenn man als Experte überzeugen wolle. Es sei auch ungefährlich. Denn während der Experte im eigenen Bereich firm sei, fange der andere erst an. Und wenn dieser auf dem jetzigen Level des Experten gekommen sei, werde der Experte längst einen höheren Level erreicht haben. Zudem habe der potenzielle Kunde ein anderes Mindset und eine andere Persönlichkeit und werde von vornherein, auch wenn er sich beraten und inspirieren lasse, vieles ganz anders machen.

6. „Personal Branding ist nichts für Introvertierte.“ Im Gegenteil, sagte Raif. Introvertierte hätten sogar riesige Vorteile gegenüber den Extrovertierten. Sie seien genauer, gingen mehr ins Detail, hinterfragten mehr und dächten analytischer. Raifs Appell an die ruhigere Hälfte der Menschheit: Sich einen Ruck geben, aus der eigenen Komfortzone heraustreten und sich gleichfalls verkaufen.

7. „… das macht alles meine Agentur.“ Diese Haltung sei unter Top-Leuten, die über sehr wenig Zeit verfügten, weit verbreitet. Die Agenturen ermunterten aus Eigeninteresse, diese Haltung beizubehalten, und das könne auch eine Weile funktionieren. Solches sei aber sehr gefährlich. Denn wer nicht wisse, wie seine Marke funktioniere, könne sie letzten Endes auch nicht steuern.

8. „Personal Branding funktioniert nicht. Ich hab´s probiert.“ Raif trifft immer mal wieder Leute, die enthusiastisch ins Personal Branding einsteigen, dann aber nur ein Strohfeuer abbrennen und nach einem Monat aussteigen, weil sich ja nichts getan hat. Rauf empfiehlt: Geduld! Personal Branding sei kein Hundert-Meter-Sprint, sondern eher ein Marathonlauf.

9. „Für Personal Branding bin ich zu alt.“ Raif, selbst 56, fand diese Einstellung erstaunlicherweise auch bei wesentlich jüngeren Menschen vor. Und selbst wenn man nur wenige Jahre von der Rente entfernt sei, wolle man seine Arbeit immer noch gut machen, und dazu gehöre zwangsläufig das Sich-Verkaufen. Und wolle man gelegentlich nicht wieder loslegen, selbst wenn man das Rentenalter erreicht habe?

10. „Ich schreibe nie etwas Persönliches. Das geht niemand etwas an.“ Als wenn man haarscharf zwischen Arbeit und Freizeit in der eigenen Work-Life-Balance unterscheiden könne. Zudem möchte der Kunde nicht nur Sachinformationen, sondern den Menschen, der ihm etwas verkaufen will, kennenlernen.

Raifs Empfehlung am Ende: „Seien Sie wie Sie sind. Es kommt sowieso raus.“

FIZ Karlsruhe

Qualitätsstandards für Nanosicherheit

FIZ Karlsruhe startet mit BMBF-Förderung als Koordinatorin eines Verbundprojektes mit Forschungspartnern aus der Leibniz-Gemeinschaft das Projekt NanoS-QM. Ziel ist es, Qualitätsstandards für Forschungsdaten im Bereich der Nanosicherheit zu entwickeln. Dadurch wird die Grundlage für eine optimierte Risikobewertung und somit höhere Sicherheit bei der Anwendung von Nanopartikeln geschaffen.

Kooperationspartner sind das Leibniz-Institut für Arbeitsforschung (IfADo), das Leibniz-Institut für Werkstofforientierte Technologien (IWT), das Leibniz-Institut für umweltmedizinische Forschung (IUF) sowie das INM - Leibniz-Institut für Neue Materialien.


Brief vom vfm

Social Listening, Faktencheck,
mehr als Science Fiction

Liebe KollegInnen,

ich möchte Sie auf das Seminarprogramm 2020 des Vereins für Medieninformation und Mediendokumentation vfm aufmerksam machen:

17. - 19. März
Wer darf was? Urheberrecht, Leistungsschutzrecht, Persönlichkeitsrecht und Datenschutz im medialen Alltag
12. - 14. Mai
Social Listening oder: Wer spricht denn da?
Informationsbeschaffung in Zeiten von User Generated Content / Recherche in Social Media
23. - 25. Juni
Faktencheck versus Fake News: Verifikation als Aufgabe für Redaktionen und Archive
13. - 15. Oktober
Science-Fiction war gestern: Technologien, die den Beruf verändern
10. - 12. November
Sportdokumentation

2020 finden alle Seminare wieder im Haus der Geschichte in Bonn statt. Das ausführliche Programm sowie Infos zu Organisation und Anmeldung finden Sie auf: http://www.vfm-online.de/seminare/index.shtml


Freundliche Grüße Herbert Staub, Studienleiter vfm, herbert.staub@vfm-online.de

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