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Open Password - Mittwoch, den 4. Mai 2022

# 1064
minesoft-2022-04
Bibliotheksleitungstag – Öffentliche Bibliotheken und die Pandemie – Zeit der Experimente – Neue digitale Dienste – Dritter digitaler Ort – Roboterisierung – Bibliothek der Dinge – Sascha Lobo – Willi Bredemeier – Raumkonzepte – Lucia Werder – Stadtbibliothek Bremen – Daniel Fehlauer – Stadtbibliothek Oranienburg – Martina Seuser – Stadtbibliothek Langenfeld – Sebastian Wilke – Stadtbücherei Frankfurt am Main – Steffen Drayss – OCLC – Corona – Wissenschaftliche Bibliotheken – Digitalisierung der Gesellschaft – Finanzielle, technische und personelle Ausstattung – Kleine Bibliotheken – Kommunen – Andreas Mittrowann – nachvorndenken.de – Sichtbarkeit in der Pandemie – Gaming – Vom Analogen zum Digitalen – Kooperationsangebote – Click & Collect – Partnerschaften – Telefonhotline – FU Berlin – Transparenz – Krisenkommunikation – Jugendbereich – Kinderbereich – Home Office – Homeschooling – Senioren – Online-Bezahlmöglichkeiten – Online-Anmeldungen – Mobile Verfügbarmachung – Bibliotheks-App – Ada – Hybride Leseförderung - Medienecho

Outsell - Environmental, Social, and Governance Space – Standard – Scoring – Workflow - Weak Spots – ESG Improvement – SEC Climate Rule – KfW Research – Digitalisierung Mittelstand – Datenschutz und Datensicherheit – Corona – Fehlende IT-Kompetenzen – Mangelnde Verfügbarkeit von IT-Fachkräften – Große Mittelständler – Unzureichende Qualität der Internetverbindung – Fritzi Kähler-Geib – Dr. Metzner Rechtsanwälte – Google Analytics – Rechtssichere Nutzung – Michael Metzner – DSGVO – Consent Tool – Datenschutzerklärung – Anonymität von Nutzern – Transatlantisches Datenschutzabkommen – E-Privacy-Verordnung



I.
Titel:
Bibliotheksleitungstag 2021: Öffentliche Bibliotheken und die Pandemie
Zeit der Experimente, der neuen digitalen Dienste und der Mühen, Kunden nahe zu sein - Bibliotheken als dritter Ort mit Konzentrations-, Kommunikations- und hybriden Arbeitsräumen - Perspektiven für Roboterisierung und „Bibliothek der Dinge“

II.
Outsell: Das Ohr am Kunden:
Environmental, Social, and Governance Space - No Standard for Scoring - More Focus on Workflow is Needed

III.
KfW Research:
Fehlendes Knowhow, digitale Infrastruktur und Finanzierung bremsen Digitalisierung im Mittelstand

IV. Dr. Metzner Rechtsanwälte:
Google Analytics: Rechtssichere Nutzung zu empfehlen - Von Michael Metzner



Bibliotheksleitungstag 2021
Öffentliche Bibliotheken und die Pandemie


Zeit der Experimente, der neuen digitalen Dienste
und der Mühen, Kunden nahe zu sein

Bibliotheken als dritter Ort mit Konzentrations-, Kommunikations- und hybriden Arbeitsräumen

Perspektiven für Roboterisierung
und „Bibliothek der Dinge“

Zum OCLC-Bibliotheksleitungstag sind bislang erschienen:

Wissenschaftliche Bibliotheken und die Pandemie - Corona als der große Beschleuniger, Innovationstreiber und Bewirker dezentraler Kollaboration, in: Open Password, 21. Februar 2022

Keynote Sascha Lobo, Bibliotheken heute: Demokratisierer des Wissens, Diskursraum für strittige Meinungen und digitaler dritter Ort - Kommender Wesenskern: Bibliothek als digitale Teilhabe, in: Open Password, 17. Januar 2022

Von Willi Bredemeier
Roboter Ada
Roboter Ada: Am Bibliotheksleitungstag großen Gefallen gefunden

Online-Bibliotheksleitungstag 2021 mit einer Podiumsdiskussion zum Thema „Neustart, Abbruch oder weiter so? Wie verändert die Pandemie, Konzepte, Räume und Angebote Öffentlicher Bibliotheken?“ An zentralen Fragen sollten gestellt werden: Wie werden Raumkonzepte vom Boom digitaler Angebote und neuen Sicherheitsanforderungen in der Pandemie beeinflusst? Wie machen sich Bibliotheken krisensicher? Welche neuen Angebote gibt es? Wirft Corona die Strategien der Bibliotheken komplett über den Haufen oder bietet sie neue vielversprechende Ansätze für die Zukunft? Dazu diskutierten Lucia Werder, Stadtbibliothek Bremen – Daniel Fehlauer, Stadtbibliothek Oranienburg – Martina Seuser, Stadtbibliothek Langenfeld – Sebastian Wilke, Stadtbücherei Frankfurt am Main, und Steffen Drayss, Marketing Communications Manager, OCLC.

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Konsens zwischen öffentlichen und wissenschaftlichen Bibliotheken, wie mit der Pandemie umzugehen ist – Treiber und Hemmnisse der Entwicklung.
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Die Teilnehmer der Podiumsdiskussion waren sich einig: Ein „Abbruch“ oder ein „Weiter so“, wie im Titel der Podiumsdiskussion freilich mit einem Fragebogen angegeben, komme nicht infrage. Auch stimmten sie überein, dass Corona ein großer Beschleuniger von Maßnahmen gewesen sei, die man vielleicht schon vorher im Auge gehabt habe, für deren Einführung man aber sonst Jahre gebraucht hätte. Ferner bestand Übereinstimmung, dass Digitalisierung und Entwicklung digitaler Dienste große Fortschritte gemacht hätten und man sich nach der Pandemie neu aufstellen müsse. Ähnliche Meinungen sollten am zweiten Tag des Bibliotheksleitungstages von den Sprechern für die wissenschaftlichen Bibliotheken vertreten werden.

Auch darüber, was die größten Treiber der Entwicklung sind und was die Bibliotheken in und nach der Pandemie am stärksten ausbremst, ergaben sich ähnliche Einschätzungen. Die Treiber, das sind die fortschreitende Digitalisierung in der Gesellschaft und die wachsende Ausstattung der Bürger mit leistungsfähigen Geräten wie dem Smartphone und dem iPad, für die sich anspruchsvolle digitale Dienste entwickeln lassen. Diese Entwicklung müssten die Bibliotheken mitbeschreiten, sagte Lucia Werder. Dazu gebe es keine Alternative. Die größten Hemmnisse, das sind die unzureichende finanzielle, technische und personelle Ausstattung besonders der kleineren Bibliotheken. Nur zu leicht setze man in den Städten den Rotstift ausgerechnet bei den Bibliotheken an, sagte Frau Werder. Und wenn die Kommunen ihre Bibliotheken nicht genügend wertschätzen, dann mögen Förderprogramme auf Bundes- und Landesebene speziell für kleine Bibliotheken und die Erwähnung der Bibliotheken im Koalitionsvertrag der Ampelregierung, auf die der Moderator Andreas Mittrowann von der Strategieberatung nachvorndenken.de hinwies, wenig helfen.

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Zeit der Experimente, der neuen Dienste und der Bemühungen, den Kunden nahe zu bleiben.
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Die Stadtbibliothek Langenfeld hatte gerade ein nagelneues Haus bezogen und sich vorgenommen, ein vorbildlicher „Dritter Ort“ auf 1.100 großzügig gestalteten Quadratmetern mit viel Freiräumen für Gruppen und individuellen Kunden zu werden. Da brach der erste Corona-Lockdown herein und die Bibliothek musste für ein halbes Jahr schließen. Als die Stadtbibliothek wieder öffnete, musste sie feststellen, dass die Bürger sich ihrer Bibliothek entwöhnt hatten und für sie kaum mehr wahrnehmbar geworden war. Mit Führungen, Online-Streaming und weiteren Maßnahmen der Öffentlichkeitsarbeit versuchte die Bibliothek dagegenzuhalten, letztlich nach eigener Einschätzung mit gutem Erfolg.
Man habe die Zeit der Schließungen für viele Experimente beispielsweise mit einer Expansion in den Gaming-Bereich genutzt und Konzepte und Strategien fortzuschreiben versucht, so Frau Seuser. Auch habe man sich bemüht, das Analoge ins Dialoge zu übertragen, was mal geklappt und dann weniger gut funktioniert habe. Hingegen kamen die Erfolge, als andere Bildungsanbieter mit Kooperationsangeboten auf die Bibliothek zukamen und sich die Bibliothek für sie als Veranstaltungsträger im Netz engagierte. Würde Frau Seuser, so fragte der Moderator, die Bibliothek räumlich ganz anders gestalten, wenn sie sich mit den Kenntnissen von heute neu mit der Pandemie auseinandersetzen müsse? Das eher nicht, antwortete sie. Man müsse mitbedenken, dass die Nutzer der Bibliothek gern zu ihren gewohnten Plätzen in einem gewohnten Umfeld zurückkehrten.

Die anderen auf dem Podium vertretenen Bibliotheken wurden von Corona gleichfalls hart getroffen, zunächst im ersten und dann im zweiten Lockdown. Sie suchten aber wie in der Stadtbücherei Frankfurt ihre Services möglichst weitgehend auf Online umzustellen, beispielsweise mit „Click & Collect“, und zumindest telefonisch immer erreichbar zu sein. Die Telefonhotline habe sich als besonders wichtig erwiesen, sagte Sebastian Wilke, weil viele Menschen, die auf ihr Zuhause zurückgeworfen wurden, ihren Bedarf nach Kommunikation dort nicht stillen können. Die Stadtbücherei Frankfurt hatte 2019 begonnen, ein neues Konzept zu erarbeiten, und wurde 2020/2021 durch die Pandemie ausgebremst. Mittlerweile habe die konzeptionelle Arbeit wieder Fahrt aufgenommen. Dabei werde berücksichtigt, dass sich die Stadtbücherei bereits heute durch viele digitale Dienste auszeichne. Man werde auch in Zukunft auf starke und teilweise neue Partnerschaften setzen.

Die Stadtbibliothek Oranienburg bezog 2015 ein neues Gebäude und hätte sich im Prinzip so großzügig wie die Stadtbibliothek Langenfeld gestalten lassen, da genügend Platz dafür vorhanden gewesen wäre. Im Nachhinein wünsche er sich, sagte Daniel Fehlauer, man hätte seinerzeit die Infotheke bzw. den ersten Infopoint im Eingangsbereich großzügiger gestaltet, da sich hier immer mal wieder „Staus“ bildeten. Auch in Oranienburg agierten die Nutzer zunächst sehr verhalten, als die Bibliothek nach dem ersten Lockdown wieder geöffnet wurde. Gleichwohl wurde die Pandemie auch als Chance wahrgenommen und die Zeit ohne große Präsenzkundschaft genutzt, zu experimentieren und digitale Dienste zu entwickeln, um in der Pandemie den Kunden nahe zu bleiben und für die postpandemische Zeit gerüstet zu sein. Dabei kam Fehlauer eine Weiterbildung zum Innovationsmanagement an der FU Berlin zugute. Allerdings ließen sich die Anregungen von dort nicht 1:1 auf eine Bibliothek in Pandemiezeiten übertragen. So wurden für Kinder virtuelle Weltreisen durch die Buchwelt durchgeführt und Rezepte für Gerichte so vorgestellt, dass die Kinder diese zu Hause nachkochen konnten.

Die Bibliothek versuchte, größtmögliche Transparenz über ihre Arbeit und ihre Angebote herzustellen und nutzte dafür Soziale Medien wie Facebook und Instagram. „Wir zeigten, dass wir auch im Home Office arbeiteten und weiter für unsere Kunden da sind.“ Der Moderator ordnete dies unter „aktive Krisenkommunikation“ ein. Die Bibliothek stellte ihre Pläne für die Modernisierung ihres Jugendbereiches auf einem Jugendforum vor, auf dem die Jugendlichen ihre Wünsche etwa zum Aufpeppen des Mobiliars äußerten. Viele ihrer Wünsche wurden erfüllt. Für den ziemlich verwinkelten Bibliotheksbereich für die Kinder liegen etliche Modernisierungsvorschläge vor. An Arbeitsprogrammen für weitere Zielgruppen werde gearbeitet
Moderator und Ada
Roboter Ada mit Moderator Mitrowann

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Bibliotheken als dritter Ort mit Konzentrations-, Kommunikations- und Arbeitsräumen neben Videokonferenz und Home Office.
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Lucia Werder schloss sich den Ausführungen und Erfahrungen aus Langenfeld, Frankfurt und Oranienburg definitiv an. Die Bedeutung von Bibliotheken sei durch Corona sogar gestiegen, weil viele Menschen, die ins Home Office oder zum Homeschooling verbannt worden seien, zu Hause nicht über geeignete Räume verfügten, um ihre Aufgaben angemessen zu erfüllen. Für sie könne die Bibliothek Konzentrations- und Arbeitsräume zur Verfügung stellen und als weitere Vorteile die Kontrolle geltender 2G-Maßnahmen, Desinfektionen und – soeben angeschaffte - Luftfilter bieten.

Steffen Drayss meinte gleichfalls, dass die Bibliotheken in der Pandemie wichtiger geworden sind: Die Mitarbeiter von OCLC seien nunmehr seit eineinhalb Jahren im Home Office, und es zeichne sich ab, dass die Mehrheit auch nach der Pandemie dort bleiben wolle. Ließe sich dieser Trend verallgemeinern, ergäben sich für die Bibliotheken ganz neue Chancen, Besucher zu gewinnen.

Zudem gäbe es Gruppen, die sich erst in der Pandemie dem Internet genähert hätten und die sich für digitale Services der Bibliotheken nunmehr gewinnen ließen, sagte Frau Werder. Dies gälte besonders für die Senioren. Wohl hat sich ein großer Teil von ihnen bereits mit dem Internet vertraut gemacht. Das gilt aber nicht für alle Senioren, und die Bibliotheken hätten hier gute Chancen, neue Kunden zu gewinnen, zumal den Bibliotheken gerade von der älteren Generation großes Vertrauen entgegengebracht werde. Insgesamt habe die Digitalisierung in der Stadtbücherei Bremen und die Differenzierung neuer Dienste nach Zielgruppen große Fortschritte gemacht und sei man auf eine rege Nachfrage gestoßen. So seien für die Erwerbung eines „3D-Führerscheins“ alle Kapazitäten bis auf weiteres ausgebucht. Man habe in der Pandemie gezeigt, was man schaffen könne, auch wenn man nur über eine begrenzte Zahl an Mitarbeitern verfüge.

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Perspektiven für Roboterisierung und die „Bibliothek der Dinge“.
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Steffen Drayss hoffte, die öffentlichen Bibliotheken seien der gleichen Meinung wie er, dass sich nämlich OCLC auch in der Pandemie als zuverlässiger Partner der Bibliotheken bewährt habe. Einen Boom an Nachfragen und Anforderungen habe es beispielsweise in den Bereichen Online-Bezahlmöglichkeiten, Online-Anmeldungen und „Mobile Verfügbarmachung der Bibliotheksdienste“ gegeben. Man sei dabei, die gewünschten neuen Möglichkeiten technisch zu realisieren und sie zum Teil in die neue Bibliotheks-App einzubauen. Ein Arbeitsbereich mit einer guten Zukunft werde voraussichtlich die „Bibliothek der Dinge“ sein, also das Ausleihen beispielsweise von Freizeitgeräten und Musikinstrumenten.

Sebastian Wilke hatte den Roboter Ada als exemplarisches Beispiel für „hybride Leseförderung“ mitgebracht. Dieser hilft den Kindern, auch solchen mit Leseproblemen, auf niedrigschwellige Weise, sich an Texten zu üben und in der Bücherwelt zurechtzufinden und hat dafür den Deutschen Lesepreis gewonnen. Hybride Dienste „fühlten“ sich in Frankfurt wie eine organische Verlängerung konventioneller Bibliotheksdienste an und seien alles andere als ein Fremdkörper, sagte Wilke. Ada erhielt zum Abschluss der Sitzung Gelegenheit zu einem letzten Wort, worauf sie sagte, sie habe am Bibliotheksleitungstag großen Gefallen gefunden. Sodann sprach sie allen Teilnehmern ihre guten Wünsche aus.

Die Bibliothekare dürften dies wohlwollend aufgenommen haben. Zuvor war auf dem Podium bestätigt worden, dass der Einsatz von Robotern auf großes Interesse der Medien gestoßen sei und das Medienecho dazu beigetragen habe, Bedenken der Politik gegen eine „Bibliothek der Dinge“ zu überwinden.
Outsell - Das Ohr am Kunden
Environmental, Social, and Governance Space

No Standard for Scoring
More Focus on Workflow is Needed

We’re hearing about two industry concerns in the environmental, social, and governance (ESG) space. The first is that there is no one standard being used to score company ESG practices, which confuses users due to the growth of providers of ESG scoring, ratings, and rankings in the marketplace. The second is that most ESG products and insights focus on scoring (the “how well you are doing” aspect), and not workflow (“okay, we see our scores, but how can we maintain or improve them?”).

GRC solution vendors are moving in to support the latter consideration, creating workflow tools that focus not on scoring, just on helping companies identify and remediate weak spots by coordinating tasks among organizational stakeholders to ensure ESG improvement.
Outsell sees this as the new growth area in ESG solutions, particularly after the SEC Climate Rule that now requires all publicly traded companies in the US to report on their climate-related operational risks in conjunction with their financials. Companies will struggle to comply because scores alone won’t help them — they need to know what to do.



KfW Research

Fehlendes Knowhow, digitale Infrastruktur
und Finanzierung bremsen Digitalisierung
im Mittelstand

  • Anforderungen an den Datenschutz/-sicherheit und Internetqualität sind häufigste Digitalisierungshemmnisse
  • Mangel an Finanzierungsmöglichkeiten besonders problematisch
  • Große mittelständische Unternehmen häufiger betroffen als kleine Unternehmen
(KfW Research) Die Corona-Krise hat zwar einen Digitalisierungsschub im deutschen Mittelstand ausgelöst, doch nach wie vor weist ein Viertel der 3,8 Millionen kleinen und mittleren Unternehmen unverändert keinerlei Digitalisierungsaktivitäten auf. Das heißt, um die 950.000 Firmen hierzulande gehen noch nicht einmal Basisschritte wie die Digitalisierung des Kundenkontakts an. KfW Research hat in einer neuen Analyse auf Basis des repräsentativen KfW-Mittelstandspanels untersucht, was die Unternehmen bei der Umsetzung von Digitalisierungsprojekten hemmt.

Am häufigsten nennen die Mittelständler die Anforderungen an Datenschutz und Datensicherheit (39 %) als Grund, dicht gefolgt von nicht ausreichender digitaler Infrastruktur (38 %). Fehlende IT-Kompetenzen im Unternehmen in Verbindung mit einer mangelnden Verfügbarkeit von IT-Fachkräften rangieren mit 32 % auf der dritten Position. Auch weitere Digitalisierungshemmnisse stehen mit mangelnden Kompetenzen in einem Zusammenhang. Der Mangel an geeigneten Finanzierungsmöglichkeiten behindert gut jedes fünfte mittelständische Unternehmen (22 %) bei der Umsetzung von Digitalisierungsprojekten. Damit werden Finanzierungsengpässe zwar seltener als andere Digitalisierungshemmnisse genannt, sie werden von den Unternehmen jedoch als besonders problematisch wahrgenommen. So führen Finanzierungshemmnisse in 43 % der betroffenen Unternehmen dazu, dass Digitalisierungsprojekte nicht gestartet bzw. gar nicht erst entwickelt werden.

Ein Blick in die Details zeigt, dass große Mittelständler verschiedene Digitalisierungshemmnisse tendenziell stärker spüren als kleinere Unternehmen: So ist etwa Datenschutz/-sicherheit für jeden zweiten (47 %) großen Mittelständler (100 oder mehr Mitarbeiter) ein Hindernis bei der Digitalisierung, jedoch nur für 36 % der kleinsten Unternehmen mit weniger als fünf Mitarbeitern. Gründe für die häufigere Betroffenheit dürften sein, dass größere Unternehmen sowohl mehr Angriffsfläche für Internetkriminalität bieten als auch besonders lohnende Ziele darstellen. Fehlende IT-Kompetenz erschwert in großen mittelständischen Unternehmen nahezu doppelt so oft Digitalisierungsprojekte wie in kleinen (57 % vs. 30 %). Zurückzuführen dürfte dies darauf sein, dass sie über komplexere IT-Anwendungen verfügen und Digitalisierungsprojekte durchführen dürften, die eine höhere Expertise verlangen. Auch die Wahrnehmung einer unzureichenden Qualität der Internetverbindung als Digitalisierungshindernis steigt mit der Unternehmensgröße deutlich (36 % bei den kleinen vs. 47 % bei den großen Mittelständlern). Dieses Hemmnis ist dabei nicht nur - wie zu erwarten gewesen wäre - in ländlichen Regionen verbreitet (42 %). Auch in Großstädten stellt die mangelnde Internetqualität für jedes dritte mittelständische Unternehmen ein Digitalisierungshemmnis dar (32 %).

"Neben der Transformation hin zu einem nachhaltigen Wirtschaften und Leben ist die digitale Transformation die zweite große Aufgabe, vor der Deutschland steht. Bisher liegt die hiesige Wirtschaft hinsichtlich der Anwendung digitaler Technologien im europäischen Vergleich jedoch lediglich im Mittelfeld. Ein Aufrücken auf die vorderen Ränge ist dringend geboten, damit Deutschland international wettbewerbsfähig bleibt und Wohlstandsverluste vermieden werden", sagt Dr. Fritzi Köhler-Geib, Chefvolkswirtin der KfW. "Aus meiner Sicht muss hierzu an folgenden zentralen Punkten angesetzt werden:

1. Verbesserung der digitalen Kompetenzen in der Belegschaft durch Aus- und Weiterbildung,
2. Ausbau der digitalen Infrastruktur durch flächendeckende Internetversorgung und
3. Ausweitung der Finanzierungsmöglichkeiten für Digitalisierungsvorhaben."

www.kfw.de/fokus

Bearbeite dies, um Text einzufügen.
Dr. Metzner Rechtsanwälte

Google Analytics: Rechtssichere Nutzung
zu empfehlen

Von Michael Metzner
Google Analytics: Rechtssichere Nutzung vermeidet teure Fehler
Michael Metzner

Als Marktführer im Bereich des Nutzer-Tracking ist Google Analytics unter Webseitenbetreibern in aller Munde. Und das nicht zu Unrecht: Schließlich liefert Googles Tracking-Dienst wichtige Informationen über das Verhalten von Nutzern, die detaillierte Aussagen darüber ermöglichen, ob Maßnahmen Wirkung zeigen und welche Bereiche der Seite optimierungsbedürftig sind.

Zum Datenschutz ist, ein warnendes Wort an Seitenbetreiber zu richten: Wer Google Analytics unsachgemäß verwendet, gerät schnell ins Visier der europäischen Datenschutzbehörden.
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Google Analytics überträgt Daten in die USA - das kann zum Problem werden.
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Ein wesentlicher Kritikpunkt besteht in der Übertragung von Daten auf Google-Server in den USA. Die Bestimmungen der Datenschutzgrundsatzverordnung (DSGVO) gelten dort nicht; überträgt Google Analytics Daten dorthin, gelten für diese die US-Datenschutzgesetze. Experten sehen darin ein Potenzial für den Missbrauch von Daten, für den schlimmstenfalls auch Seitenbetreiber zur Rechenschaft gezogen werden können, die Google Ads verwenden..
Er empfiehlt deshalb von vornherein die Zustimmung zur Datenverarbeitung einzuholen. Ein Consent-Tool, das auf die Erhebung von Daten hinweist und Nutzern die Möglichkeit zum Opt-out bietet, schafft bereits Rechtssicherheit.

Ergänzend dazu sind Seitenbetreiber verpflichtet, eine Datenschutzerklärung zu erstellen, die für jeden Seitenbesucher einsehbar sein muss. Diese muss stets die aktuellen Informationen darüber enthalten, welche Daten die Seite erhebt und wem diese übermittelt werden. Aktualisiert ein Partner seine Bedingungen, sollten Seitenbetreiber die Bewandtnis dieser Änderung unverzüglich prüfen und gegebenenfalls die Datenschutzerklärung aktualisieren.
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Anonymität von Nutzern wahren
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Auch die Speicherung von IP-Adressen durch Google Analytics ist kritisch zu sehen. Diese erlauben die Identifikation individueller Nutzer; ein Tracking-Dienstleister könnte durch Zusammenführung von Tracking-Daten detaillierte Nutzerprofile erstellen. Hier ist auf die Option zu verweisen, IP-Adressen anonymisiert zu übertragen. Dieses Feature ist bereits in Google Analytics implementiert und muss nur aktiviert werden.

Da Google Analytics die übertragenen Daten im Auftrag des Seitenbetreibers verarbeitet, ist dieser zudem verpflichtet, einen Auftragsverarbeitungsvertrag mit Google zu schließen. Dieser regelt klar, welche Daten durch Google Analytics erhoben werden dürfen und wie der Google-Konzern diese verwenden darf. Google stellt zu diesem Zweck online einen Mustervertrag zur Verfügung, den Nutzer in ihrem Google-Analytics-Konto prüfen und unterzeichnen können.
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Mit Rechtsberatung durch den Datenschutz-Dschungel
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Die Datenschutzgesetze befinden sich im ständigen Wandel. Bereits jetzt laufen Verhandlungen über ein transatlantisches Datenschutzabkommen; eine E-Privacy-Verordnung als Ergänzung zur DSGVO ist wahrscheinlich. Um mit diesen Entwicklungen Schritt halten zu können, müssen sich auch Seitenbetreiber fortlaufend mit der Thematik befassen. Ein Fachanwalt kann hier dem Seitenbetreiber in Rechtsfragen zur Seite stehen.

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