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Open Password - Mittwoch, den 13. April 2022

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Steilvorlagen für den Unternehmenserfolg – Marc Berenbeck – Wissensmanager – Ready to Use – Strategische Entscheidungen – Informationsvermittler – Kearney – Ralf Hennemann – GBI-Genios – Spitzensport – Urs Siegenthaler – Teams – Berater – Orientierungsphase – Junior – Interne Netzwerke – Externe Netzwerke – Senior – Ausbildung - Orchestrierung von Teams – Brainstorming – Informationsverarbeitung – Informationsvermittlung - Dokumentation – Mut – Persönlichkeit – Motivation – Begeisterungsfähigkeit – Skills – Silos – Role Model – Authentizität – Interne Öffentlichkeit – Berater – Sebastian Matthes – Unstrukturierte Daten – Outsourcing – Externe Expertennetzwerke – Quick and Dirty – Künstliche Intelligenz

Finanzplanung und Analyse – Automatisierung – Abteilungsübergreifende Zusammenarbeit – Digitale Transformation – Zusammenführung der Daten – Innovationen werden einfacher – Künstliche Intelligenz – Maschinelles Lernen – Unternehmensperformance – Christoph Ahr – Pandemie – McKinsey – Reaktionen in Echtzeit – Prognosen – Best Practices – PWC – Datenaufbereitung – Simulationen – Public-Cloud-Dienste – Unternehmensinterne Cloud - Jedox

I. Titel
Steilvorlagen für den Unternehmenserfolg 2021
Marc Berenbeck: Wissensmanager:in einer globalen Unternehmensberatung - Mit „Ready to Use“-Analysen und Ausarbeitungen als Grundlage für strategische Entscheidungen in Kundenunternehmen - Von Willi Bredemeier


II. Finanzplanung und Analyse

Automatisierung, Zusammenarbeit, Transformation, Zusammenführung der Daten, Innovationen werden einfacher, KI und MI sind „Mainstream“ - und die Cloud - Von Christoph Ahr




Steilvorlagen für den Unternehmenserfolg 2021

Marc Berenbeck: Wissensmanager:in
einer globalen Unternehmensberatung

Mit „Ready to Use“-Analysen und Ausarbeitungen
als Grundlage für strategische Entscheidungen
in Kundenunternehmen

Siehe auch das Interview mit Marc Berenbeck, Strategische Unternehmensentscheidungen: Der Informationsvermittler, mehr als ein Datenlieferant – Information Professionals haben eine Zukunft, sie sind sogar unverzichtbar. Aber wie stellen sie das an?, in: Open Password, 13. September 2021
Marc Berenbeck RSC
Enthusiasmus muss sein im Sport wie in einer globalen Unternehmensberatung:
Marc Berenbeck von Kearney


Von Willi Bredemeier

Marc Berenbeck von Kearney sprach auf den „Steilvorlagen 2021“ in Frankfurt über „Wissensmanager:in einer globalen Managementberatung“. In seiner Anmoderation erinnerte Ralf Hennemann von GBI-Genios daran, dass Berenbeck mehrere Male die deutsche Meisterschaft im Rollhockey mitgewonnen hat und überdies Trainer der deutschen Nationalmannschaft im Rollhockey gewesen ist. Er wünschte sich, dass es Berenbeck gelänge, die etwas spröde Welt von Information und Wissen mit der hochemotionalen Welt des Spitzensports miteinander zu verbinden. Dieser Wunsch lag auch deshalb nahe, weil „Steilvorlagen“, wie der Titel besagt, immer schon eine besondere Affinität zum (Spitzen-)Sport gehabt hat (siehe zum Beispiel die seinerzeitige Keynote von Urs Siegenthaler, Taktik-Berater der deutschen Fußballnationalmannschaft).

Berenbeck nahm den von Hennemann geschlagenen Ball gern auf, zeigte sich auch in InfoPro-Zusammenängen emotional und hochmotiviert und fand Gemeinsamkeiten in beiden Sphären: Man muss seine eigene Rolle im Team definieren, wissen, welche Rollen die anderen Mitglieder in der Mannschaft zu spielen haben, sich auf die anderen verlassen können und sich immer bewusst sein, dass es die Mannschaft und nicht der einzelne Spieler ist, die das Spiel gewinnt.
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Vom Einsteiger zu Senior-Experten und zur Orchestrierung von Teams.
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Der Referent, vor einem halben Jahr auf einen möglichen Vortrag angesprochen, sagte spontan zu, realisierte aber zugleich, dass er vor vier Jahren eine andere Entscheidung getroffen hätte. In der Zwischenzeit sei ihm bewusst geworden, so Berenbeck, was für einen Impact seine Arbeit und die Arbeit anderer Information Professionals habe und was ihr Beitrag zum Gesamterfolg des Unternehmens sei. Er fasste seine Einschätzung in zwei Aussagen zusammen: „Der Informationsvermittler (die Informationsvermittlerin) ist mehr als ein Datenlieferant (eine Datenlieferantin). Meist im Hintergrund agierend, oftmals ein unterschätzter Mitarbeiter, bildet der Wissensexperte (die Wissensexpertin) das Rückgrat erfolgreicher Teams und Projekte.“ Den Kernbegriff „Rückgrat“ betonte Behrenbeck ein weiteres Mal.

Allerdings werden Information Professionals nicht als solche geboren. Vielmehr durchschreiten sie in ihren Lernprozessen mehrere auch schwierige Phasen, die teilweise Jahre dauern können. Gemeinsam ist allen Phasen, dass die InfoPros an jedem Tag Wissen generieren und das eigene Wissen erweitern. Berenbeck beschrieb seinen momentanen Endpunkt so: „Nach zwanzig Jahren Berufserfahrung bin ich heute ein Diskussionspartner für unsere Berater:innen.“ Die Phasen, die Berenbeck durchschritt, wurden von ihm wie folgt unterteilt:


  • Einsteiger/in: Orientierungsphase in der Informationsvermittlung – Kennenlernen der Methoden – Was wird von mir erwartet?
  • Junior: Allgemeine Recherchen ohne Schwerpunkt – Sammeln erster Erfahrungen – Fallen und immer wieder aufstehen…
  • Erfahrener: Entwicklung von eigenen Techniken – Setzen von Schwerpunkten – Aufbau internes Netzwerk
  • Experte (Expertin): Ansprechpartner:in für fach- bzw. industriespezifische Themen und Fragestellungen – Aufbau externes Netzwerk
  • Senior: Thought Leader und Aufbau eines Teams – Wissenstransfer und Ausbildung Nachwuchs – Eigenes Netzwerk.
Als Senior ist Berenbeck für den globalen Markt Pharma – Medizintechnik und Gesundheitswesen zuständig. Der Referent betonte: „Das Lernen und der Wissensaufbau bzw. die Wissenserweiterung enden nicht mit der Seniorität.“

Berenbeck schilderte danach die Schritte seines Berufslebens ein zweites Mal, diesmal aus der Perspektive des Teams. Dabei wählte er die Metapher einer Bergwanderung, um zu betonen: „Experte werden ist ein langer und ausdauernder Weg.“ Als Empfehlung für den Bergführer hielt er bereit: „Als Wissensexperten fördern und fordern wir unser Team, um gemeinsam den Gipfel zu erreichen.“ Die Zwischenstationen auf dem Weg zum Gipfel charakterisierte er so:


  • Bereit zum Aufstieg? „Wenn wir am Anfang stehen, wissen wir nicht, ob wir das Ziel erreichen, welche Unwegsamkeiten uns erwarten. Aber trotzdem sollten wir bestmöglich vorbereitet sein.“
  • Im ersten Zwischenlager: „Was ist im ersten Abschnitt gut gelaufen und was muss im zweiten Teil besser werden? Habe ich mit meinen Ressourcen gut gehaushaltet?“
  • Im zweiten Zwischenlager: „Motivation für den letzten Abschnitt und Resümee der bereits zurückgelegten Strecke. Was bedarf es für den verbleibenden Weg? Konnte ich mein Umfeld möglichst lange an meiner Seite halten?“
  • Auf dem Gipfel: „Das Ziel erreicht, sollte man den Menschen danken, die einen die gesamte Strecke oder einen Teil des Wegen begleitet haben.“
Hier dankte Berenbeck den vielen Kollegen und weiteren Leuten, die ihn auf seinem beruflichen Weg gefördert, gezogen und begleitet hatten und ohne die er heute nicht dort stehen würde, wohin er es geschafft hat. Er zeigte sich hochmotiviert, nunmehr seinerseits den jungen Leuten und Nachwuchskräften das „zurückzugeben“, was er an eigener Förderung erfahren hatte. Berenbeck ist mittlerweile Ausbilder für den Bereich „Büromanagement“ und sieht seine Aufgaben und die anderer Senior-Experten in der „Orchestrierung“ von Teams, die häufig bereichsübergreifend zusammengestellt werden, beziehungsweise in der Steuerung vieler einzelner ineinandergreifender Prozesse. Als da im Einzelnen sind:


  • Frage-/Aufgabenstellung: Das Ziel der Analyse hat Einfluss auf die Frage bzw. Aufgabenstellung.
  • Brainstorming: Austausch mit Kolleginnen und Kollegen
  • Informationen verarbeiten: Auswertung/Bewertung & Analyse
  • Recherche: Neue Wege gehen, raus aus den Silos
  • Vermittlungsprozesse: Darstellung der Kernbotschaften und weiterer Aussagen
  • Dokumentation: Archivierung der Ergebnisse.
Dabei gehört zu den Attributen, die einen guten InfoPro ausmachen und die Berenbeck bei den Nachwuchskräften zu fördern sucht, auch der Mut und die Bereitschaft, neue Wege zu gehen. So sagt er immer wieder: „Traut Euch was“. „Äußert Eure Meinung.“ „Hey, ich habe hier eine differenziertere Meinung.“ Denn die InfoPros arbeiteten zwar häufig im Hintergrund, aber, so Berenbeck, „sie brauchen sich nicht zu verstecken“.

Als Wissensmanager habe er eine Vorbildfunktion zu erfüllen, sagte Berenbeck ferner und nannte drei Bereiche, die ihm besonders wichtig sind:

1. „Persönlichkeit: Was bringe ich mit?
Interesse. Das Interesse für die Industrie oder die Themen erleichtern den beruflichen Alltag und fördern das Verständnis.
Motivation. Intrinsisch motiviert zu sein fördert die Leidenschaft und hilft innovative Ideen und Methoden zu generieren.
Begeisterungsfähigkeit. Interesse und Motivation helfen, das Umfeld mitzunehmen und für Themen zu begeistern.

2. Kompetenz: Welche fachlichen Skills habe ich?
Grundlagen. Kennen und Anwendung von Methoden und Quellen sind das handwerkliche Rüstzeug.
Wissen. Industriespezifisches oder thematisches Wissen muss ich kontinuierlich ausbauen und immer wieder erweitern. Es ist keine Schwäche, andere um Rat zu fragen.
Silos. Denken und Handeln in Silos hemmt jede Idee und blockiert innovatives Handeln. Über den Tellerrand hinaus fachlich oder thematisch neue Wege gehen.

3. Role Model: Wie stelle ich mich auf?
Team. Als Teamplayer zu agieren und die Ellenbogen am Körper zu halten, schafft nachhaltig Erfolg und Vertrauen.
Authentisch sein. Überzeugend, ehrlich und offen für eine Sache oder ein Thema stehen, glaubhaft sein.
Tue Gutes und sprich darüber. Nicht mit fremden Feder schmücken, aber eigene Errungenschaften selbstbewusst und realistisch publik machen. Die Unterstützung und das Mitwirken von Kolleginnen und Kollegen immer publik machen.“
Marc Berenbeck, Porträt
Marc Berenbeck

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Die eigentliche Wertschöpfung für die Kunden sind „Ready-to-Use“-Empfehlungen.
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An dieser Stelle hielt Berenbeck inne und fragte nach dem Unique Selling Point, dem Output beziehungsweise der Wertschöpfung, den die Teams von Kearney ihren Kunden liefern. Er erinnerte an das voraufgegangene Interview mit dem Chefredakteur des Handelsblatts, Sebastian Matthes, der erklärte hatte, Zahlen, Daten und Fakten seien der Kern einer Story, aber das Entscheidende, was das Handelsblatt hinzufüge, sei die Analyse. Ähnliches gelte auch für Kearney.

Ja, ein Wissensexperte beziehungsweise das Team müsse auch Rohdaten beschaffen und bewerten, die Daten angemessen aufbereiten, beispielsweise mit Excel-Tabellen umzugehen wissen, seine Expertise hinzugeben und Analysen anfertigen können. Das sei alles wichtig und unverzichtbar. Aber am Ende sollten „Ready to use“-Empfehlungen stehen, also verdichtete Aussagen, die relativ direkt geeignet seien, strategische Unternehmensentscheidungen vorzubereiten, zu treffen und umzusetzen.

Vor der Corona-Pandemie stellte sich Berenbeck seine Kunden als ICE-Reisende vor, die sich während der Fahrt kurze aber inhaltsreiche Memos einverleibten. Zwar weilten die Entscheidungsträger der Kundenunternehmen mittlerweile im Home Office. Aber „Ready to use“ benötigten sie weiterhin, denn ihre Zeit sei nach wie vor sehr begrenzt und sie müssten immer noch rasch wenn nicht Ad-Hoc-Entscheidungen treffen. Man könne nur staunen, sagte der Referent, in welch kurzer Zeit sich diese Entscheider zentrale Informationen aneignen könnten. Aber um dies zu tun, müssten sie diese Informationen erst einmal in einer für sie handhabbaren Form bekommen.

Berenbeck fasste zusammen: „Unser Unterscheidungsmerkmal ist das Wissen und die Art und Weise der Vermittlung. … Unsere Entwicklung geht weit über reine Datenlieferung hinaus – wir tragen durch unsere Expertise zum Gesamterfolg bei. … „Ready-to-Use“-Analysen und Ausarbeitungen schaffen Mehrwert für unsere Klienten und Kunden – intern und extern.“

Dabei sind die „Kunden“ der Information Professionals vielfach nicht die eigentlichen Kundenunternehmen, sondern die Berater von Kearney: „Als Experten vermitteln wir entscheidende Kenntnisse für die Berater zur Ausarbeitung von Angeboten und Durchführung von Projekten.“ Gleichwohl gilt: „Wir liefern Grundlagen für strategische Entscheidungen“ (der Kundenunternehmen).

Für den erfolgreichen Ablauf eines Auftrages nannte Berenbeck dieses Beispiel: Er wurde gebeten, die Marktgröße des „Adressierbaren Online-Marktes für verschreibungspflichtige Arzneimittel“ herauszufinden. Hier hätte es sich Berenbeck einfach machen können und sagen: „Die Analysten 1, 2 und 3 kommen in diversen Studien einmütig auf einen Gesamtumsatz von 49 Milliarden Euro.“ Dann hätte er aber nicht berücksichtigt, dass es viele Arzneimittelgruppen gibt, die nicht adressierbar sind und sich nicht für den Versand eignen. Nachdem Berenbeck die Umsatzgrößen für Patienten-spezifisch angepasste Arzneimittel, zum Teil die Arzneimittel, die eine Kühlzelle benötigen, Arzneimittel, die direkt in die Krankenhäuser geliefert werden, und die Arzneimittel für die Akutversorgung (hier mussten die Umsatzgrößen unter anderem über Experteninterviews ermittelt werden) abgezogen hatte, betrug das gesamte Umsatzvolumen für den „Adressierbaren Online-Markt für verschreibungspflichtige Arzneimittel“ wenig mehr als ein Drittel des ursprünglich angenommenen Umsatzvolumens.
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Unstrukturierte Daten, Outsourcing, „Quick-and-Dirty“-Recherchen und Künstliche Intelligenz.
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Es gab mehrere Fragen, die das Plenum an Berenbeck gestellt hatte und von Ralf Hennemann an den Referenten weitergegeben wurden: Wie wichtig sind unstrukturierte Daten im Vergleich zu anspruchsvollen Quellen? Unstrukturierte Daten können auch anspruchsvolle Quellen sein, beispielsweise Artikel im Handelsblatt. Man müsse sie gleichfalls heranziehen und mit ihnen umgehen können, auch wenn das mehr Zeit koste.

Sourcen InfoPros einen Teil ihrer Aufträge aus? In Berenbecks Aufgabenbereich kommt das nicht vor. Aber für den internationalen Beratungskonzern insgesamt ist das nicht auszuschließen, gerade in den Regionen wo regionale Expertise und lokale Sprachkenntnisse erforderlich sind.

Und die externen Expertennetzwerke (siehe dazu die Diskussion auf den „Steilvorlagen 2020“)? Ja, für bestimmte Themen und Fragestellungen gibt es nur wenige öffentlichen Informationen. Das trifft beispielsweise für viele Fragen den Mittelstand betreffend zu. Dann muss man in der Tat auf Interviews mit externen Experten zurückgreifen.

Kommt es vor, dass Aufträge auch „quick and dirty“ erledigt werden? Das kommt in der Tat vor, besonders wenn eine Antwort noch am gleichen Tag benötigt wird. Dann tut Berenbeck das, was ihn in der ihm gegebenen Zeit möglich ist und gibt dem Auftrageber Tipps zur Selbsthilfe. Berenbeck machte aber auch klar, wo sein Herz schlägt, nämlich bei dem mit viel Expertise angereicherten für Entscheidungen nutzbarem Ergebnis.

Ist Künstliche Intelligenz hilfreich? Das wird sie sein und die Arbeit des Information Professionals erleichtern. Aber am Ende eines Auftrages steht der InfoPro, der das Zusammenwirken der Prozesse orchestriert hat und über das „Ready to Use“ entscheidet. Ein Verdrängungswettbewerb zwischen Information Professionals und der Maschine findet nicht statt.
Bearbeite dies, um Text einzufügen.
Die 7 Top-Trends
für Finanzplanung und Analyse

Automatisierung, Zusammenarbeit, Transformation, Zusammenführung der Daten, Innovationen werden einfacher,
KI und MI sind „Mainstream“ - und die Cloud


  • Die Automatisierung von Finanzprozessen wird zum zentralen Faktor.
  • Abteilungsübergreifende Zusammenarbeit notwendiger denn je.
  • Fokus auf Datenzusammenführung, Künstliche Intelligenz, Maschinellem Lernen und Einsatz der Cloud.
  • Die Performance eines Unternehmens hängt von seiner Bereitschaft ab, Finanzplanung und Analyse über neue und nutzerfreundliche Technologien zu optimieren.
Von Christoph Ahr*
Christoph Ahr
Christoph Ahr

Nach Gartner werden 70 % aller neuen Projekte im Bereich Finanzplanung und Analyse (FP&A) bis 2024 Projekte der erweiterten Planung und Analyse (Extended Planning & Analysis – xP&A) sein. Das bedeutet, dass der Finanzbereich die Zusammenarbeit mit den weiteren Unternehmensbereichen mithilfe neuer Tools und einem besseren abteilungsübergreifenden Datenmanagement ausbauen wird. Kern der traditionellen Finanzplanung und Analyse waren Planung, Budgetierung, Forecasting und Performance Management. Die Herausforderungen der letzten zwei Jahre haben gezeigt, wie wichtig es ist, die Chancen der digitalen Transformation zu nutzen und eine abteilungsübergreifende Planung und Analyse zu integrieren.

Auch wenn sich die Welt von den Strapazen der Pandemie zu erholen sucht, es gibt Anlass zur Hoffnung. Diese zukunftsorientierte Einstellung liegt den sieben FP&A Top-Trends für 2022 zugrunde.
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Trend 1: Automatisierung.
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Immer mehr manuelle und repetitive Prozesse werden durch automatisierte Prozesse ersetzt. Die Automatisierung bietet Mitarbeitern die Chance, ihre Fähigkeiten zu erweitern und wertvolle Zeit und Ressourcen freizubekommen, um sich verstärkt strategischen Aufgaben und Tätigkeiten mit Mehrwert zu widmen. Nach einem kürzlich veröffentlichten McKinsey-Bericht führen Automatisierungs- und KI-basierte Lösungen zu höherer Produktivität und einer verbesserten Unternehmensperformance, erfordern aber gleichzeitig neue Fähigkeiten.
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Trend 2: Abteilungsübergreifende Zusammenarbeit.
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2022 rücken Erweiterungen der Zusammenarbeit stärker in den Fokus. Bisher ging es im Finanzbereich vor allem um Transaktionen: Budgets, Soll und Haben standen im Mittelpunkt – ohne den Blick von den Spreadsheets zu heben. Auch wenn diese Aufgaben nach wie vor sehr wichtig sind, bedarf es in der sich schnell verändernden digitalen Welt mehr als Excel-Tabellen. Technologiebasierte Zusammenarbeit bietet einen umfassenden Überblick über alle Unternehmensbereiche in Echtzeit und ermöglicht eine agilere und flexiblere Umsetzung von Planänderungen. Wenn messbare Änderungen eintreten, kann die Finanzabteilung darauf sofort reagieren.
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Trend 3: Digitale Transformation.
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Viele Jahre hatte die Finanzabteilung wenig bis nichts mit digitaler Transformation zu tun. Heute ist diese ein Unternehmensziel, das alle Geschäftsbereiche betrifft und ihre Vernetzung untereinander verlangt. Weitsichtige FP&A-Experten betrachten die digitale Transformation als Teil ihrer Gesamtstrategie für 2022. Sie nutzen transformative Tools für aussagekräftige Prognosen, die in der Vergangenheit äußerst schwierig wenn überhaupt zu erarbeiten waren. Auf der Basis solcher Prognosen lassen sich Bereiche identifizieren, für die ein strategischer Kurswechsel notwendig geworden ist.
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Trend 4: Zusammenführung der Daten.
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Die Erarbeitung KI-basierter Prognosen setzt die Zusammenführung von Daten voraus, die früher voneinander in Datensilos isoliert waren. Allerdings vervielfacht sich die Menge an Daten, die Unternehmen generieren und verarbeiten, in jeder Minute. In den nächsten fünf Jahre werden weltweit dreimal so viele Daten produziert wie in den vergangenen fünf Jahren. Dabei beträgt das Verhältnis von einzigartigen (erstmals erstellt und erfassten) Daten zu replizierten (kopierten und empfangenen) Daten etwa 1:9. Es gibt einen Trend zu noch mehr replizierten Daten.
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Trend 5: Innovationen werden einfacher
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Der Zugang zu modernen Tools wird einfacher, und es wird nur wenig beziehungsweise kein Codierungs- oder Programmieraufwand notwendig sein. Das bedeutet, dass Modernisierung und Innovation für Unternehmen noch einfacher werden. Zunehmend werden hybride Arbeitsplätze geschaffen, die besonders auf digitale Tools angewiesen sind. Künstliche Intelligenz und maschinelles Lernen tragen wesentlich dazu bei, Workflows reibungsloser zu gestalten.
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Trend 6: Zunehmender Einsatz von Künstlicher Intelligenz (KI) und Maschinellem Lernen (MI).
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Künstliche Intelligenz verbreitet sich und gewinnt an Bedeutung. Sie wird für FP&A-Experten zu einem unverzichtbaren Tool. So wie die digitale Transformation wird auch die KI nicht mehr unter „Science Fiction“ geortet. Sie ist leichter zugänglich und bietet konkrete, messbare Vorteile nicht nur für das Finanzwesen, sondern für das gesamte Unternehmen. Teams aus „Finanzplanung und Analyse“ generieren Best Practices und treiben mit einer leistungsstarken KI Fortschritte in der digitalen Transformation voran. Nach einer aktuellen Studie von PWC betrachteten 86 % der befragten Entscheidungsträger KI mittlerweile als „Mainstream“-Technologie. Diejenigen, die 2022 AI- und ML-Lösungen etwa in den Bereichen Datenaufbereitung, Forecasting und Simulation einsetzen, werden zu höheren Umsätzen kommen als jene, die weiter auf manuelle Prozesse setzen. _____________________________________________________

Trend 7: Beschleunigte Einführung von Cloud-Lösungen.
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Laut Gartner werden Ausgaben für Public-Cloud-Dienste 2022 zweistellig wachsen. Unternehmen wenden dann mehr als 45 % ihrer IT-Ausgaben für Public-Cloud-Dienste auf - 2021 waren es weniger als 17%. Auch die private (unternehmensinterne) Cloud verbreitet sich weiter. Cloud-Sicherheit rückt stärker in den Fokus.
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Fazit.
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Unternehmen, die sich diese Trends zu eigen machen, können mit einer besseren „finanziellen Gesundheit“ und einer langfristig starken Unternehmensperformance rechnen.

*Christoph Ahr ist Chief Financial Officer bei Jedox.

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