header-newsletter-password

Open Password - Montag, den 24. Januar 2022

# 1020
minesoft _banner
Steilvorlagen 2021 – Sebastian Matthes – Handelsblatt – Sabine Graumann – Graumann Consulting-Dienste – Willi Bredemeier – Arbeitskreis Informationsvermittlung – Informationsvermittler – Huffington Post – WirtschaftsWoche – Mediennutzung – Digitale Transformation – Digitale Leser – Abonnentenstruktur – E-Paper – Printausgabe – Strom der Nachrichten – Konkurrenz um Aufmerksamkeit – Financial Times – Bloomberg - Exklusivberichte

vfm – Medieninformation – Künstliche Intelligenz – Hiltrud Lehmkühler – Deutschlandfunk – Zukunft des Erzählens in den Medien – Audio und Radio – Storytelling und Podcast – Kölner Kongress – EBSCO – DACH Information

I. Titel
Steilvorlagen 2021: Sebastian Matthes, Chefredakteur Handelsblatt
Zwischen Headlines, Recherche und Twitter: Wie die Redaktion des Handelsblatt heute arbeitet- Die zwei zentralen Aufgaben des Journalismus

II.
vfm
Medieninformation zwischen dokumentarischer und künstlicher Intelligenz

III.
Deutschlandfunk
Die Zukunft des Erzählens in den Medien

IV.
EBSCO
„DACH Information“ mit wissenschaftlichen deutschsprachigen Inhalten




Steilvorlagen 2021:
Sebastian Matthes, Chefredakteur Handelsblatt


Zwischen Headlines, Recherche und Twitter:
Wie die Redaktion des Handelsblatt heute arbeitet

Die zwei zentralen Aufgaben des Journalismus

Von Dr. Sabine Graumann, Graumann Consulting-Dienste,
und Dr. Willi Bredemeier, Open Password
Matthes auf Steivorlagen-Tagung
Sebastian Matthes auf den "Steilvorlagen 2021"



Sebastian Matthes führte mit Dr. Sabine Graumann, der Sprecherin des Arbeitskreises Informationsvermittlung, ein inspirierendes Keynote-Interview mit Einblicken in die Chefredaktion der größten deutschen Wirtschaftsredaktion und erläuterte auf dem Steilvorlagen-Kongress 2021, wie die Entscheidungsprozesse über die Nachrichten für die laufende und kommende Ausgabe funktionieren. Es ging auch darum, was Informationsvermittler von Wirtschaftsjournalisten lernen können.

Sebastian Matthes ist seit Januar 2021 Chefredakteur des Handelsblatt in Düsseldorf. Von 2018 bis 2020 war er dort Stellvertreter des Chefredakteurs und „Head of Digital“. Davor baute Matthes die deutsche Ausgabe der Huffington Post auf. Vor seinem Wechsel zur Huffington Post arbeitete Matthes schon einmal fünf Jahre im Handelsblatt-Verlag - als Ressortleiter bei der WirtschaftsWoche. In dieser Zeit hat er sich intenstiv mit Digitalisierung, Medien-Innovationen und erneuerbaren Energien befasst. Matthes hat Politologie und Volkswirtschaft in Hamburg studiert und anschließend die Georg-von-Holtzbrinck-Schule für Wirtschaftsjournalisten absolviert.

Im Vorfeld des Interviews wurden die TeilnehmerInnen der Steilvorlagen-Veranstaltung befragt, wie sie ihre Tageszeitung lesen. 32 Prozent lesen sie digital, 12 Prozent lesen die gedruckte Ausgabe. 43 Prozent geben an, ihre Tageszeitung mal digital, mal gedruckt zu lesen. 12 Prozent der Befragten lesen keine Tageszeitung.
_____________________________________________________

Erfolgreich agieren im digitalen und Print-Bereich. – Die zwei zentralen Aufgaben des Journalismus.
_____________________________________________________

Sabine Graumann: Das Handelsblatt besteht seit 75 Jahren und soeben ist die Sonderausgabe zu 95 Jahren WirtschaftsWoche erschienen. Wer sich so lange erfolgreich am Markt hält, der sollte den Weg der digitalen Transformation im Verlagswesen erfolgreich beschritten haben. Wie sieht derzeit das Verhältnis zwischen digital und gedruckt lesenden Abonnenten beim Handelsblatt aus?

Sebastian Matthes: Drei Viertel unserer Abonnenten sind mittlerweile digitale Leser. Ein Viertel liest die Zeitung noch als gedruckte Version. Von den digitalen Lesern wissen wir, dass sie ab und an auch eine gedruckte Zeitung zur Hand nehmen. Dies gilt insbesondere für die Freitagsausgabe des Handelsblatt, die sich immer mehr zu einem Magazin entwickelt, stets mit einer großen Titelgeschichte als Aufmacher und einem Rückblick auf die Woche. Der Trend zum Digitalen deckt sich also mit den Befragungsergebnissen, die Sie soeben vorgestellt haben.

Sabine Graumann: Und wie viele Abonnements haben Sie?

Sebastian Matthes: Wir haben ungefähr 85.000 digitale Abonnenten, wobei diese einerseits nur das rein digitale Angebot, andererseits auch noch das E-Paper beziehen. Darüber hinaus haben wir rund 30.000 Print-Abonnenten. Hinzu kommt der Einzelverkauf weiterer Exemplare. Die Zahl der digitalen Abonnenten wächst am schnellsten. In den ersten sechs Monaten dieses Jahres legten wir auch im Einzelverkauf zu. Das bedeutet für mich, dass eine wirklich intensive digitale Transformation durchaus dazu führen kann, dass wir auch im Gedruckten noch erfolgreicher werden.

Sabine Graumann: Wird es in fünfzehn Jahren noch ein gedrucktes Handelsblatt geben?

Sebastian Matthes: So weit in die Zukunft zu schauen, ist schwer, aber ich bin mir ziemlich sicher, dass es dann noch eine gedruckte Ausgabe geben wird. Wir sehen, dass die gedruckte Ausgabe ein überaus wichtiger Ausspielungskanal ist. Es gibt sehr viele Menschen, die immer noch und auch in Zukunft nachfragen, einmal am Tag die Zeit anhalten und sortiert bekommen, was wirklich wichtig ist, wo die spannendsten Entwicklungen stattgefunden haben. Dies alles möchten sie in einem abgeschlossenen Produkt geliefert bekommen.
Denn ein Problem des Digitalen ist, dass es nie aufhört. Auf den ersten Blick sieht digital alles gleich wichtig aus. Menschen, die intensiv im Arbeitsalltag eingebunden sind, haben nicht die Zeit, diesem ewigen atemlosen Strom der Nachrichten zu folgen. Sie brauchen einmal am Tag jemanden, der die Zeit anhält, und der für sie Wichtiges von Unwichtigem trennt. Allerdings ist das nicht nur eine Aufgabe, die eine gedruckte Zeitung erfüllt. Vielmehr werden die digitalen Angebote diese Aufgabe in Zukunft stärker mitübernehmen müssen.

Journalismus bedeutet also nicht nur, Dinge aufzuschreiben, von denen einige wollen, dass wir sie nicht aufschreiben, obgleich dies eine sehr wichtige Aufgabe ist, die wir für unsere Leser erfüllen. Vielmehr haben wir auch die wichtige Aufgabe, Wichtiges von Unwichtigem zu unterscheiden und zu priorisieren. Wir müssen zeigen, auf welche Dinge man wirklich achten muss, welche Nachrichten, welche Trends und welche neuen Technologien die Wirtschaft und deren Geschäftsmodelle verändern werden. Das sind unsere zwei zentralen Aufgaben.
_____________________________________________________

Konkurrenz mit allen, aber vor allem mit Bloomberg und der Financial Times.
_____________________________________________________

Sabine Graumann: Wer ist Ihre Konkurrenz und wie heben Sie sich davon ab? Was sind Ihre USPs?

Sebastian Matthes: Konkurrenten sind in erster Linie alle Anbieter, die die Aufmerksamkeit von Rezipienten zu binden versuchen. Das kann ein Unternehmen wie Netflix sein, aber im Prinzip sind dies alle Medien. Wir konkurrieren also mit allen Anbietern. Denken Sie an ein Smartphone, da sind wir ein Anbieter unter vielen. Wir konkurrieren um die Aufmerksamkeit von Rezipienten.

Im Vergleich zur Vergangenheit hat sich die Situation völlig verändert. Früher haben wir unseren Lesern eine gedruckte Zeitung nach Hause geschickt und sie haben sich dann damit beschäftigt oder auch nicht. Wenn wir aber jetzt nur noch eine „Kachel“ auf dem Smartphone unserer Rezipienten sind, stellt sich uns die entscheidende Frage, wie wir noch viel mehr Teil des Alltags und des Lebens unserer Rezipienten werden können.

Konkurrenz stellen auch die Medien dar, die selbst große Wirtschaftsredaktionen auch im Ausland beschäftigen. Wir sehen uns in redaktionellem Wettbewerb mit der Financial Times und mit Bloomberg, die sehr gute Mitarbeiter in Deutschland beschäftigen und schnell und stark mit exklusiven News sind. Wir konkurrieren mit diesen Unternehmen um die besten Exklusivberichte. Das haben wir im Fall von Wirecard gesehen und wir sehen dies jetzt wieder bei den großen Fusionen und Übernahmen von Unternehmen. Bloomberg und die Financial Times haben den Vorteil, dass sie in London stark vernetzt sind, engen Kontakt mit den Investmentbankern pflegen und schneller über Übernahmen auch im deutschen Mittelstand informiert sind, wie dies beispielsweise bei dem Verkauf von Birkenstock der Fall war. Dies gilt insbesondere dann, wenn die Deals auch in London verhandelt werden. Wir investieren stark, um auch in diesem Wettbewerb bestehen zu können.

Lesen Sie in der kommenden Ausgabe: Eine Plattform, wie die Wirtschaft von morgen aussieht - News, die die Märkte bewegen, als Selektionskriterium – News, Reports und Kommentierungen im Dreiklang – Die Entwicklung redaktioneller „Popstars“ – Permanent eine neue Zeitung produzieren – Die Leser davon, was wichtig ist, überzeugen
vfm

Medieninformation zwischen dokumentarischer
und künstlicher Intelligenz

Liebe Kolleginnen und Kollegen,

2022 können wir es endlich wieder wagen, uns bei der nächsten vfm-Frühjahrstagung zu den dann gültigen Corona-Bedingungen persönlich zu treffen.

Unsere hybrid angebotene Tagung steht unter dem Motto:

Fit for Files – Medieninformation zwischen dokumentarischer und künstlicher Intelligenz

Wann: 25.4. bis 27.4.2022

Wo: Deutsches Fußballmuseum am Platz der Deutschen Einheit 1 in 44137 Dortmund

Bitte merken Sie sich den Termin vor, denn "Dortmund überrascht". Die offizielle Einladung zur Tagung mit dem Link zur Anmeldung erhalten Sie im Februar. Auf unserer Website finden Sie bereits jetzt das Programmgerüst unter
https://www.vfm-online.de/tagungen/2022/ankuendigung.shtml

Die Seite wird laufend aktualisiert. Es lohnt sich also, immer mal wieder bei uns rein zu schauen. Und noch eine Bitte: Ermutigen Sie Ihre jungen oder junggebliebenen Kolleg:innen, sich für das newcomer-forum zu bewerben. Alles weitere unter:
https://vfm-online.de/tagungen/2022/CfP_MEP_2022.pdf

Herzliche Grüße Hiltrud Lehmkühler, Büro vfm

Deutschlandfunk

Die Zukunft des Erzählens in den Medien

(Deutschlandfunk) Beim digitalen Kölner Kongress sprechen Forscherinnen und Medienmacher über die Zukunft des Erzählens in den Medien. Auf dem Programm stehen Vorträge zur Narration der Zukunft, zu Audio- und Radiogeschichten, Storytelling und Podcast, Diversity und Vielfalt. Vortragende sind unter anderen: Eva Horn (Uni Wien), Dirk von Gehlen (SZ), Ania Mauruschat (Uni Kopenhagen), Daniel Nikolaou (spotify Deutschland), die Hosts von Voice Versa (Deutschlandfunk Kultur), Workin‘ Germany (BR), Über Podcast (Deutschlandfunk Kultur).

Am Samstag bietet das digitale Barcamp „Erzähl mir die Wahrheit!“ Gelegenheit zum offenen Austausch über Recherche, Authentizität und Erzählung in den Medien, Moderation Karin Schlüter (UdK Berlin). Das vollständige Programm erscheint demnächst auf koelner-kongress.de.

Die Vorträge (mit anschließenden Diskussionen) und das Barcamp werden in Form von Video-Calls stattfinden. In Kürze erhalten Sie von uns eine weitere E-Mail mit einem Anmeldelink. Mit der Anmeldung erhalten Sie die Einwahllinks zu den verschiedenen Programmpunkten. Die Teilnahme ist kostenfrei.

Voranmeldungen sind ab sofort per Mail unter Angabe des vollständigen Namens möglich. Antworten Sie auf diese Mail oder schreiben Sie an: KoelnerKongress@deutschlandfunk.de

Die Kongresszeiten zum Vormerken:

Mittwoch 9.3., 14.00 – 17.00 Uhr
Donnerstag, 10.3., 14.00 - 17.00 Uhr
Freitag, 11.3., 14.00 – 17.00 Uhr
Samstag, Barcamp, 12.3., 14.00 – 17.00 Uhr

Der Kölner Kongress wird veranstaltet von Deutschlandfunk und Deutschlandfunk Kultur
deutschlandfunk.de/koelner-kongress



EBSCO

„DACH Information“ mit wissenschaftlichen deutschsprachigen Inhalten



(EBSCO) EBSCO Information Services (EBSCO) stellt eine neue Datenbank mit deutschsprachigen Inhalten zur Unterstützung von Studierenden und Forschenden vor. DACH Information ist eine herausragende Sammlung deutschsprachiger wissenschaftlicher Fachzeitschriften, Magazine und Fachpublikationen im Volltext für alle Wissenschaftler:innen und Studierenden, die nach einer verlässlichen Quelle mit deutschsprachigen Inhalten suchen.

Die Datenbank umfasst multidisziplinäre Nachweise und Publikationen und bietet eine Vielzahl von hochwertigen, wissenschaftlichen Inhalten im Volltext zur Unterstützung des Studiums, der Recherche und Forschung in einer Vielzahl von Fachdisziplinen. Dazu gehören Kunst, Wirtschaft, Kommunikation, Bildung, Recht, Geisteswissenschaften, Geschichte, Linguistik, Management, Marketing, Mathematik, Pflege, Psychologie, Sozialwissenschaften, Sozialarbeit und STEM.

Open Password

Forum und Nachrichten
für die Informationsbranche
im deutschsprachigen Raum

Neue Ausgaben von Open Password erscheinen dreimal in der Woche.
Wer den E-Mai-Service kostenfrei abonnieren möchte - bitte unter www.password-online.de eintragen.
Die aktuelle Ausgabe von Open Password ist unmittelbar nach ihrem Erscheinen im Web abzurufen. www.password-online.de/archiv. Das gilt auch für alle früher erschienenen Ausgaben.

International Co-operation Partner:

Outsell (London)
Business Industry Information Association/BIIA (Hongkong)
header-newsletter-password
Open Password - Redaktion - PASSWORD - Redaktionsbüro Dr. Willi Bredemeier
Erzbergerstr. 9-11
45527 Hattingen
Tel.: (02324) 67009
E-Mail: w.bredemeier@password-online.de