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Open Password - Freitag, den 23. Juli 2021

# 951
Stadtbücherei Olsberg – Petra Böhler-Winterberg – Olsberg – Existenzberechtigungen – Attraktivität der Gemeinde – Bildungseinrichtungen – Kulturelles Angebot – Change Management – Bibliotheksstrategie – Sonja Bluhm – Umfeldanalyse – Bestandsaufnahme – Vision – Arbeitgeber – Kooperation mit Verwaltung - Erwerbungsetat - Dun & Bradstreet - Headquarter – Black Knight – Anthony Jabbour - Lorena Inclán – Jacksonville – Lenny Curry – BIIA - Global Identity and Fraud Report – BIIA – Experian – APAC – Security – Freaud Prevention – Revenue Generation – Experian – Digitization – Pandemic – Consumer Preferences – Customer Journey – Fraud Checks – Authentication – Loyalty – Trust

I. Titelgeschichte
Stadtbücherei OlsbergVon roten Fäden und bunten Träumen - Ein aufwendiger, aber erfolgreicher Weg zum „Dritten Ort“ - Die Entwicklung individueller Strategien
für kleine Bibliotheken - Von Petra Böhler-Winterberg


II.
Dun & Bradstreet:
Moving its Headquarters to Jacksonville, Florida

III.
Global Identity and Fraud Report
Businesses in Asia are Deprioritizing Security and Fraud Prevention

Stadtbücherei Olsberg

Von roten Fäden und bunten Träumen
Ein aufwendiger, aber erfolgreicher Weg
zum „Dritten Ort“

Die Entwicklung individueller Strategien
für kleine Bibliotheken

Von Petra Böhler-Winterberg
Petra Böhler-Winterberg
Petra Böhler-Winterberg

„Olsberg? Nie gehört! Wo liegt das denn?“ Für viele eine berechtigte Frage! Olsberg ist eine Kleinstadt im Hochsauerlandkreis mit 14.500 Einwohnern und seit Dezember 2016 staatlich anerkanntes Kneipp-Heilbad. Müsste man Olsberg in wenigen Worten beschreiben, könnte der Steckbrief so aussehen:
  • im Herzen des Sauerlandes in direkter Nachbarschaft zu Willingen und Winterberg gelegen
  • Standort von drei Berufsbildenden Schulen (Berufskolleg Olsberg, Heinrich-Sommer-Berufskolleg, Lehranstalt für pharmazeutisch-technische Assistenten), einer Sekundar- und drei Grundschulen, der Schule an der Ruhraue (städtische Förderschule für körperliche und motorische Entwicklung), von elf Kindergärten und einer Geschäftsstelle der Volkshochschule Brilon, Marsberg, Olsberg
  • geringe Arbeitslosenquote von 2,6% (Dezember 2019)
  • seit November 2019 mit direkter Anbindung an die Autobahn A 46
  • zwei Bahnhöfe für die Anbindung an den Schienenverkehr Hagen – Warburg/Kassel und Dortmund – Winterberg/Brilon
  • Naherholungsgebiet, Wandermekka, Gesundheitsoase mit 125-jähriger Kneipp-Historie und ganz modern mit einem Kneipp-ErlebnisPark Olsberg und einer Sauerlandtherme AquaOlsberg
  • Kulturbahnhof Linie 73, Konzerthalle, kein Kino, kein Jugendtreff, aber seit 1989 eine Stadtbücherei!
Eine Stadtbücherei, die seit Gründung vor über dreißig Jahren schon viele Veränderungen durchlebt hat. Nach zwei Umzügen findet man die Bücherei seit 2003 zusammen mit der Volkshochschule an ihrem jetzigen Standort an der Hauptstraße: geöffnet 27 Stunden in der Woche, personell besetzt mit einer Diplombibliothekarin in Vollzeit als Leitung und zwei nebenamtlichen Mitarbeiterinnen mit zusammen 0,59 Personalstellen. Die Bücherei bietet auf 324 Quadratmetern Publikumsfläche neben dem üblichen Medienmix seit 2012 allen Kunden und Besuchern auch kostenloses W-LAN und die Ausleihe digitaler Medien über die Onleihe24.

Dennoch muss sich die Bücherei wie zahllose andere Bibliotheken auch mit rückläufigen Ausleihzahlen und einer stark veränderten Mediennutzung der Kunden auseinandersetzen. Das wirft Fragen nach der Zukunft auf. Wie muss eine Bücherei aufgestellt sein, um auch künftig eine Existenzberechtigung zu haben? Was kann sie für ihre Kommune tun, um die Attraktivität der Stadt zu steigern, die Bildungseinrichtungen in ihrem Tun nachhaltig zu unterstützen, das kulturelle Angebot zu bereichern und Olsberg damit zu einem noch lebenswerteren Ort auch für junge Familien zu machen?

Drängende Fragen! Doch wie soll eine Kleinstadtbibliothek mit einem kleinen Team aus teils nichtfachlichen Mitarbeitern diese Fragen ohne Hilfe von außen beantworten? Eine Chronologie:

Antworten erhofften sich die sechs Stadtbibliotheken im Hochsauerlandkreis schon 2015 von einer gemeinsamen Inhouse-Schulung der Fachstelle für öffentliche Bibliotheken zum Thema „Change Management“. Eine großartige Fortbildung, die sehr anschaulich erklärt, wie Wandel gelingen kann, wie man Teams in Veränderungsprozesse einbindet und so größtmögliche Akzeptanz für Veränderungen schafft. Wie die nötigen Veränderungen aussehen müssen, beantwortet diese Fortbildung leider nicht. Rückblickend wird damit der zweite Schritt vor den ersten gesetzt.

2016 legt die Fachstelle für öffentliche Bibliotheken eine neue Fortbildung auf, die endlich die ersehnten Antworten auf Zukunftsfragen verspricht. Mit „Den roten Faden finden – wir entwickeln eine Bibliotheksstrategie“ schafft die Fachstelle ein Fortbildungsformat, das sich gezielt an die Leitungen kleiner Bibliotheken mit maximal fünf Personalstellen richtet. Genau das, was Olsberg sucht und braucht.

Wer teilnimmt, trainiert nicht für den Sprint, sondern den Marathon. Zehn Bibliotheken machen sich gemeinsam auf den Weg. Geplante Dauer der Fortbildung ist ein Jahr. Präsenztage in Düsseldorf und Dortmund mit intensivem Austausch unter Kollegen, Brainstorming und Entwicklung einer Vision enden immer mit konkreten Arbeitsaufträgen für die Zeit dazwischen. Eng begleitet wird der Prozess von den Mitarbeiterinnen der Fachstelle für öffentliche Bibliotheken, maßgeblich strukturiert und gesteuert von der professionellen Trainerin, Beraterin und Coach Sonja Bluhm aus Nürnberg.

Petra Böhler, Erzieher und Kinder
Erzieher und Kinder im Spiel

Am Anfang steht die Umfeldanalyse. Schnell ist klar: Patentrezepte gibt es nicht. Jede Stadt ist einzigartig in Bevölkerungs-, Bildungs- und Arbeitsmarktstruktur, dazu Topographie, Verkehrsanbindung und so weiter. Hier liegt der erste Arbeitsauftrag. Lerne Deine Stadt kennen! Was gibt es, was braucht es, was wäre wünschenswert? Ein zäher Kampf mit unzähligen Statistiken beginnt. Belastbare Zahlen finden, auswerten und ansprechend zu Papier bringen. Die Teilergebnisse werden zu festgelegten Fristen an die Fachstelle und den Coach geschickt. Nach kurzer Zeit kommt dann der eingereichte Konzeptteil ergänzt durch umfangreiche Kommentierungen, Verbesserungsvorschläge, Lob und/oder Kritik zurück und die Arbeit beginnt von vorn. Kanten glätten, Formulierungen überdenken, Logiklücken stopfen. Nach diesem Prinzip wächst das Konzept kontinuierlich.

Zweite Aufgabe: Nabelschau! Sieh Dir Deine Bücherei an! Öffnungszeiten, Kundenstruktur, Ausleihzahlen, Bestandsstruktur, Effizienzen, finanzielle und personelle Ausstattung, Vergleich mit anderen Bibliotheken gleicher Größe über das DBS-Indikatorenraster, Kooperationspartner, Interpretation und Einordnung der zusammengetragenen Daten… Damit haben wir das IST, fehlt noch das SOLL!

Was ist eigentlich grundsätzlich die Aufgabe von Bibliothek in der Gesellschaft? Welchen Auftrag hat sie? Was wird davon in Olsberg schon erfüllt? Was wurde aus unterschiedlichen Gründen vielleicht noch nicht angegangen (Raumsituation, Personalstruktur, fehlende technische Infrastruktur, finanzielle Ausstattung)? Wohin will sich Olsberg entwickeln? Was braucht die Stadt von ihrer Bibliothek, damit beide in die gleiche Richtung gehen?

Als segensreich hat sich hier die von der Fachstelle geforderte Zustimmung des Dienstherrn zur Teilnahme an der Fortbildung erwiesen. Sicher, der Arbeitgeber muss die geplante Teilnahme an Fortbildungen immer genehmigen. Aber so sitzt die Verwaltung auch von Anfang an mit im Boot, weiß, woran gearbeitet wird und dass die erarbeiteten Ergebnisse auch mögliche Konsequenzen im künftigen Handeln nach sich ziehen können oder müssen.

In Olsberg ist jeder Konzeptteil in der Bearbeitungsphase nicht nur Fachstelle und Coach, sondern auch zeitgleich der Fachbereichsleitung vorgelegt worden. Anregungen und Kritik aus der Verwaltung sind auf diese Weise ebenfalls in die Strategie mit eingeflossen und haben diese mitgeformt. Will man eine Chance auf die spätere Umsetzung des fertigen Konzeptes haben und nicht für den Papierkorb arbeiten, ist ein guter Kontakt zur Verwaltung und ein ständiger Austausch mindestens wünschenswert, wenn nicht gar unerlässlich.

Den Zieleinlauf schon in Sicht, werden abschließend noch aus allen Auswertungen, den zusammengetragenen Daten sowie politischen und gesellschaftlichen Aufträgen konkrete Handlungsfelder festgelegt. Und daraus werden klar formulierte Ziele und Maßnahmen zur Erreichung der Ziele entwickelt.

Mitte 2017 ist es nach einem Jahr intensiver Arbeit – das Tagesgeschäft läuft nebenbei ja unbeirrt weiter – tatsächlich geschafft! Entstanden ist eine vierzig-seitige Bibliotheksstrategie, passgenau zugeschnitten auf die Gegebenheiten und Bedürfnisse der Stadt Olsberg und gespickt mit zahlreichen Handlungsaufträgen, die den Weg der Stadtbücherei in die nahe Zukunft klar umreißen! Kleiner Wermutstropfen: nicht jeder der zehn Teilnehmer schließt die Fortbildung erfolgreich ab und hält am Ende eine Bibliotheksstrategie für sein Haus in den eigenen Händen.

Der Anfang ist gemacht, aber „Der Anfang ist nur die Hälfte des Ganzen“ (Aristoteles), und ein Strategiepapier, sei es noch so gut, fundiert und durchdacht, hat nur dann einen Wert und die Chance, eine Veränderung zu bewirken, wenn es die Entscheidungsträger erreicht.

Im September 2017 darf die Leiterin der Stadtbücherei Olsberg, Petra Böhler-Winterberg, ihre Bibliotheksstrategie im Ausschuss Bildung, Sport und Freizeit vorstellen. Mit überwältigendem Erfolg! Statt der im Raum stehenden Etatkürzungen empfiehlt der Fachausschuss dem Rat der Stadt den Erwerbungsetat der Bücherei um 25 Prozent zur erhöhen und erstmals seit Bestehen der Bücherei einen eigenen Etat für Veranstaltungsarbeit einzurichten.

Lesen Sie in der abschließende Folge: Die Umsetzung der Strategie

Dun & Bradstreet

Moving its Headquarters to Jacksonville, Florida

(BIIA) Dun & Bradstreet made it official Thursday May 20th that its new headquarters is moving from New Jersey to Jacksonville. The news comes after the financial data analytics company was acquired by a group of investors including Black Knight which already based in Jacksonville.

CEO Anthony Jabbour, who’s also the CEO at Black Knight, said they’re seeing a shift of talent moving to the south.“We currently aren’t in the southeast U.S so it’ll give us a great opportunity to capture some of that talent that is moving here,” said Jabbour.

Once the company moves to Jacksonville it’ll create 500 jobs that pay an average salary of $77,000. Action News Jax Lorena Inclán asked if most of those positions will be filled by locals.“Well,we wouldn’t relocate if we couldn’t get them from here,” said Jabbour. Dun & Bradstreet said it will make a $77 million capital investment in its new headquarters.

Jacksonville’s Mayor Lenny Curry said his office is currently working on an incentives proposal to bring before city council. “We believe this will lead to even more down the road and it puts us on the map additionally to other companies,” said Curry. It’s still unclear where exactly the new HQ will go but Jabbour said they’ve narrowed it down to a few places. “We’re hoping to make a decision maybe summertime and then be in it by the fall,” he said. Local authorities are willing to incentivize Dun & Bradstreet with a US$25 million payment to make the move more tenable. What is Jacksonville’s gain will be New Jersey’s loss?




Global Identity and Fraud Report

Businesses in Asia are Deprioritizing
Security and Fraud Prevention

(BIIA) A new global report by Experian shows businesses across the Asia Pacific (APAC) region are deprioritizing security and fraud prevention, as nearly one third favor an emphasis on revenue generation. This is an approach that could increase the risk of an already vulnerable digital ecosystem for consumers across the region.This is according to Experian's 5th Global Identity and Fraud Report, which included respondents from Australia, India, Japan and Singapore.

Across these four markets, businesses are increasingly shifting to digital to meet consumers online: 8 in 10 say they currently have a digital online identity strategy in place for recognizing customers across digital platforms, while 73% are confident they have the right metrics and KPIs in place to effectively manage fraud. As businesses focus on digitization, the risk of fraud grows significantly as fraudsters can increase their scale of attack through faceless, automated schemes.

Despite growing fraud risk due to digitization, there was a 16-percentage point decline in business intention to increase fraud management budgets from June 2020 to January 2021, with half (53%) expecting to do so in the next six months. Overall, the APAC region reported the most significant change compared to the other regions globally, with India (59%) and Australia (57%) most likely to increase fraud management budgets, followed by Singapore (52%) and Japan (46%).

These results indicate that businesses may not realize the same data and tools utilized to improve security and fraud detection also enhance the customer experience, if implemented properly. The pandemic caused a surge in digital activity, far greater than expected, and this trend is not likely to go away. In fact, nearly half (46%) of consumers from the countries surveyed anticipate increasing their spending on items purchased online in the next three to six months. With fraud rates continuing to rise, APAC consumers are prioritizing a safe and secure online environment. 56% indicate that security is the most important dimension when it comes to an online experience.

Additionally, three out of five APAC consumers expect that businesses should provide increased levels of security and data protection when going online. The report also uncovered a mismatch between fraud detection and prevention methods adopted by businesses and consumer preferences. While businesses across the countries surveyed in the APAC region are still investing in traditional methods to mitigate fraud, such as security questions and passwords, APAC consumers prefer invisible means of security. In fact, 72% feel the most secure while using physical biometrics or having a PIN code sent to their mobile device. This demonstrates a shift in consumer behavior that moves away from outdated security measures, indicating that businesses should take a new approach to security, layering visible and invisible methods.

These changing consumer expectations for security will affect businesses across all aspects of the customer journey - for example, more than two-thirds of APAC consumers will abandon a transaction if they have to wait more than 30 seconds. This means fraud checks and authentication is also required to be fast and seamless to improve loyalty and trust. Investments by APAC businesses into advanced customer authentication methods translates into improved consumer opinion.
The annual Global Identity and Fraud Report surveyed more than 9,000 consumers and 2,700 businesses during three waves throughout the pandemic across 10 countries spanning North America, Latin America, Europe and Asia Pacific. This includes the 3,000 consumers and 900 business executives across four Asia Pacific countries - Australia, India, Japan and Singapore.

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