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Open Password - Dienstag,
den 23. Juni
2020

# 775


ZB MED – Open Password – „Zukunft wissenschaftlicher Bibliotheken?!“ – Virtualisierung – Willi Bredemeier - Formalerschließung – Forschungsdatenmanagement – Dietrich Nelle – Anne Christensen – Dietrich Rebholz-Schuhmann – Künstliche Intelligenz – Sören Auer – Mensch und Maschine – Konrad Förstner – Data Librarian – Systembibliothekar – Qualifikationen – Managementfähigkeiten – Sich selbst weiterbilden – Agile Bibliothek – Digitale Datenkompetenz – Informationswissenschaften – Fachwissen – Evidence Based Medicine – Ausleihe – Fachangestellte für Medien- und Informationsdienste – Zertifikationskurse – Nordrhein-Westfalen – IT-Kompetenz – Wissenschaft und breite Öffentlichkeit – Citizen Science – Intellektuelle Lücke – Wissenschaftliche Bibliotheken und Privatwirtschaft – EBSCO – Offene Standards – FOLIO – Monopolisierung – Open Science – Wissenschaftler in Entwicklungsländern - Dirk Lewandowski – Angebote über Suchmaschinen – E-Commerce-Websites – Frauke Schade – Ursula Georgy – Informationsmarketing - COVID-19 Barometer – Kantar – Einkommensverluste – Konsumverhalten – Werbung – Neue Gewohnheiten – ZBW – FOLIO – GBV – Verbundzentrale

ZB MED – Open Password

Podiumsdiskussion „Zukunft wissenschaftlicher Bibliotheken?!“: Mit provokanten Thesen
an neues Format angepasst

Von Willi Bredemeier
Auf der Veranstaltung „Zukunft wissenschaftlicher Bibliotheken?!“ in Trägerschaft von ZB MED und Open Password wurde die auf Präsenzveranstaltungen übliche Podiumsdiskussion durch eine virtuelle Lösung ersetzt. Diese wurde an das neue Format angepasst, weil man einander in einer virtuellen Veranstaltung „noch weniger ins Wort fallen kann“ als auf einer Präsenztagung (Moderatorin Miriam Albers): Es wurden vorab teils provokante Thesen formuliert, zu denen die Referenten maximal zwei Minuten lang Stellung nehmen sollten. Von den vier Thesen sollten sie zu mindestens dreien einen Kommentar abgeben. Im Folgenden einige Kernthesen aus den Kommentaren, wie sie der Rezensent verstanden hat.

Dietrich Nelle auf ZB MED
Dietrich Nelle auf der Tagung "Zukunft wissenschaftlicher Bibliotheken?!"

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These 1: Wissenschaftliche Bibliotheken zwischen Formalerschließung und Forschungsdatenmanagement: Was ist Kunst und was kann weg?
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Maschine, übernehmen Sie!
Wir Humans wenden uns
interessanteren Themen zu

Bleiben muss, was tatsächlich nachgefragt und nach der Einschätzung und den Prognosen der Experten auf der Basis von Kriterien längerfristig aufgehoben werden sollte (selbst wenn momentan keine Nachfrage danach besteht). Es wird keine einfachen Antworten geben, aber es ist ein Stück bibliothekarische Kompetenz, diese Antworten zu finden (Nelle). Bleiben muss, was nachgefragt wird und der Community dient und eine starke Relevanz besitzt. Gute Kunst ist, was von Herzen kommt und authentisch ist. Also sollte man nicht alles mitmachen, wenn wieder wie beispielsweise vor zwanzig Jahren mit der „Informationskompetenz“ eine neue Sau durchs Dorf getrieben wird (Christensen).

Die Dinge, die wir sinnvoll aufheben können, werden in hohem Maße zunehmen, unter anderem durch den Einsatz und die Weiterentwicklung von Werkzeugen der Künstlichen Intelligenz (Rebholz-Schuhmann). Wir müssen uns auf Themen und Dienste konzentrieren, die unseren Nutzern den größten Mehrwert bringen, und unser bestehendes Portfolio immer wieder kritisch hinterfragen. Wir brauchen die Kompetenzen, die eine Formalerschließung möglich machten, nach wie vor, aber wir brauchen sie vielleicht für neue Dienste. Soeben haben wir die Metadaten wissenschaftlicher Konferenzen eingetragen, weil sie für junge Wissenschaftler, die sich noch orientieren müssen, einen großen Mehrwert bringen (Auer). Mir schwebt eine Symbiose aus Mensch und Maschine vor, in der der Mensch vorscoutet und dann die Maschine übernimmt, während sich der Mensch neuen und interessanteren Fragen zuwendet. Manche Aufgaben können also insoweit wegfallen, als für sie keine Humanressourcen mehr benötigt werden. Wir brauchen Menschen, die mit der Maschine umgehen, und weitere Experten, die ihr die Themen vorgeben (Förstner).

Miriam Albers erinnerte sich, wie die Bibliothekarin eines Fraunhofer-Instituts in Tränen ausbrach, als ihre Bibliothek geschlossen wurde. Eine solche Trauer über das Vergehende sei legitim und müsse ernst genommen werden.


Sören Auer auf ZB MED
Sören Auer auf der Tagung "Zukunft wissenschaftlicher Bibliotheken?!"

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These 2: Data Librarian, Systembibliothekar und Co.: Welche Qualifikationen brauchen wir und wie lassen sich diese rekrutieren?
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Über den Tellerrand schauen, in drei Welten
beheimatet sein, sich selbst
die gerade erforderlichen Fähigkeiten beibringen

Bibliothekare sind häufig mit Managementaufgaben befasst und müssen sich immer wieder an Prozesse, Projekte, Zieldefinitionen, überhaupt an dem großen Ganzen orientieren. Aber sie verfügen lediglich über eine fachliche Ausbildung. Sollte nicht eine Managementqualifikation hinzukommen? (Albers). Dem könne er nur zustimmen, sagte Konrad Förstner. Von ähnlich zentraler Bedeutung sei zudem die
Kommunikationskompetenz und die Fähigkeit, sich selbst Wissen anzueignen. Die Techniken verändern sich mittlerweile derart rapide, dass der Bibliothekar sich in einem sich bewegenden Feld der Anforderungen befindet und sich bemühen muss, die neu erforderlichen Qualifizierungen fortlaufend zu akquirieren. Das ist eine sehr schwierige Aufgabe (beispielsweise auch die, eine solche Fähigkeit vermitteln), so dass man die Leute langsam in diese Qualifikation hineinwachsen lassen sollte. Andererseits ist diese Kompetenz nicht nur in Bibliotheken, vielmehr überall gefragt und gibt es dazu keine Alternative (Förstner).

Es gibt ein großes Portfolio an Qualifikationen, die in einer Bibliothek vorhanden sein sollten, zum Beispiel das Management von Forschungsdaten, die Informationskompetenz, die Recherchekompetenz, die Bewertung der Qualität von Informationen sowie das Erkennen der Bedürfnisse der Nutzer und darauf aufbauend die Entwicklung neuer Dienste. Bibliothekare sollten sich nach einem „T-shaped Profile“ in einem bestimmten Aufgabenbereich sehr gut auskennen, aber gleichzeitig über die Fähigkeit verfügen, über den Tellerrand zu schauen und die Kollegen in anderen Aufgabenbereichen zu verstehen. Bibliotheken sind durch eine jahrhundertelange Geschichte geprägt, in der das Mantra der Spezialisierung und der klaren Strukturierung von Prozessen gegolten hat. Erwünscht ist eine agilere Bibliothek, in der einfach mal gehandelt wird, um schneller voranzukommen, statt gleich eine Gremiensitzung einzuberufen und sich bis ins letzte Detail abzustimmen (Auer).

Digitale Daten- und informationswissenschaftliche Kompetenzen sind eine große Bereicherung und kommen dem in der ZB MED erforderlichen theoretischen und konzeptionellen Denken sehr nahe. „Ich fürchte aber, dass es ohne Fachwissen nicht geht.“ Erst wenn beides zusammengebracht wird, wie dies beispielsweise in der Evidence Based Medicine zum Teil geschehen ist, kann es zu einer optimalen Datenerfassung und Datenhaltung kommen (Rebholz-Schuhmann).

Anne Christensen wollte eigentlich ein Loblied auf die Fortbildung und die Kultur des Ausprobierens anstimmen, aber das hatte bereits Konrad Förstner getan. Also wandte sie sich den nicht mit digitalen Diensten befassten weniger sichtbaren Mitarbeitern in der Bibliothek beispielsweise in der Ausleihe zu. Jährlich werden viele Fachangestellte für Medien- und Informationsdienste ausgebildet und am Ende ihrer Ausbildungszeit können sie ganz viel. Dennoch werden sie später häufig mit eintönigen Tätigkeiten betraut. Hier sollte überlegt werden, was für diese Personengruppe beispielsweise in Richtung „Systembibliothekar“ getan werden kann, insbesondere für jene, die mehr aus sich machen wollen und mit Leidenschaft in der Bibliothek dabei sind. Zertifikatskurse sind wichtig und richtig, aber dabei darf es nicht nur um Data Librarians, vielmehr sollte es beispielsweise auch um Systembibliothekare gehen. Hier liegt in der Fortbildung mit Ausnahme von Nordrhein-Westfalen vieles im Argen.

Dietrich Nelle versuchte, die bisherige Diskussion zusammenzufassen und wählte dafür die Metapher eines Flugzeugpropellers mit drei Flügeln. Die einzelnen Flügel stehen für die bibliothekarische Kompetenz, mit der die Welt in Ordnungssysteme gebracht und Orientierung geboten wird – für die IT-Kompetenz, mit der Agilität und die Welt der technischen Möglichkeiten ins Spiel gebracht werden, und die Welt der Forschenden mit ihren inhaltlichen Bedürfnissen, die es letztlich zu befriedigen gilt. Die zentrale Kompetenz muss sein, damit der Propeller richtig zu schnurren beginnt, in allen drei Bereichen soweit zu Hause zu sein, dass man die Mitglieder anderer Welten versteht und ihnen gleichzeitig zu vermitteln in der Lage ist, was man selbst macht.

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These 3: Citizen Science: Die breite Öffentlichkeit als wichtige Zielgruppe für Wissenschaftliche Bibliotheken?
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Bibliotheken sollten Bürger befähigen,
wissenschaftlichen Prozess zu verstehen

Bei Citizen Science sind zwei Aspekte zu unterscheiden: die Bürger an der Forschung zu beteiligen (beispielsweise mit dem Sammeln von Daten), auf dass sie selbst einen Mehrwert für die Entwicklung neuer bibliothekarischer Methoden zu schaffen - die Bürger an die Wissenschaft heranzuführen und Verständnis für diese zu vermitteln. Dabei sollte die Bibliothek als Ansprechpartner für belastbares Wissen, für Evidenzbasierung und gute Empirie fungieren. Sie hat die Fragen zu beantworten: Welches Wissen ist vertrauenswürdig und unter welchen Vorussetzungen kann ich ein bestimmtes Wissen nutzen? Dies ist eine Kernaufgabe nicht jeder einzelnen wissenschaftlichen Bibliothek, aber der wissenschaftlichen Bibliotheken insgesamt (Nelle).

Die Relevanz der Aufgabe „Heranführung der Bürger an die Wissenschaft“ steigt, wenn man sieht, wie Bürger auf Demonstrationen die Gefahren der Corona-Pandemie bagatellisieren und den wissenschaftlichen Prozess offensichtlich nicht verstanden haben. Wenn den wissenschaftlichen Bibliotheken die Aufgabe zukommt, die intellektuelle Lücke zwischen Wissenschaft und breiter Öffentlichkeit zu schließen oder als Plattform für Bürger zu dienen, die für die Wissenschaft nützliche Daten einbringen, bedarf es der Bereitstellung ausreichender Ressourcen (Förstner). Gerade in der heutigen Zeit der Unsicherheiten wäre es wichtig, die breite Öffentlichkeit in den Prozess der Erkenntnisgewinnung einzubinden. Inwieweit dies gelingen kann, muss zunächst offenbleiben (Rebholz-Schuhmann).
Anne Christensen

Anne Christensen auf der Tagung "Zukunft wissenschaftlicher Bibliotheken"

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These 4: Wissenschaftliche Bibliotheken und Privatwirtschaft: Notwendig, sinnvoll oder verwerflich?
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Pro Markt auf der Basis offener Standards,
gegen Abschottung und Monopolisierung

Keiner der Referenten sah die Zusammenarbeit zwischen Wissenschaft und Wirtschaft als verwerflich an, aber in jedem Statement wurden mögliche Gefahren und Problematiken einer solchen Zusammenarbeit betont. Wissenschaft und Gesellschaft sollten sich in einen interaktiven Austausch zum wechselseitigen Vorteil begeben und die Wirtschaft ist ein wesentlicher Teil der Gesellschaft. Allerdings kommt es auf die Setzung geeigneter Rahmenbedingungen an. Die Wissenschaft darf sich nicht in einseitige Abhängigkeiten begeben. Zudem hat die Bibliothek ihr Wissen nach vielen Seiten zur Verfügung zu stellen (Nelle). Anne Christensen, die sich erst vor fünf Monaten aus einer wissenschaftlichen Bibliothek in die Privatwirtschaft begeben hatte, machte bereits die Erfahrung, dass sie nicht mehr uneingeschränkt Teil der Bibliotheksgemeinschaft ist, schon weil sie das Privileg verloren hat, keine Umsätze machen zu müssen. Große private Anbieter wie EBSCO haben wichtigen Projekten einen großen Schub gegeben, weniger wegen ihres Know hows, sondern weil sie anders als die beteiligten wissenschaftlichen Bibliotheken über ausreichende Entwicklungsressourcen geboten. Aber die Bibliotheken müssen in jedem Fall ihre Unabhängigkeit bewahren und die Hoheit über die eigenen Daten und Dienste behalten (Christensen).

Als die Verlage ihre Felle davonschwimmen sahen, entwickelten sie zum Teil in Kooperation mit den Bibliotheken neue Dienste beispielsweise zum Forschungsdatenmanagement. Diese werden auch verkauft. Das Problem an ihnen ist, dass sie nicht auf offenen Standards beruhen. So ist FOLIO Linux-basiert, womit vor allem große Konzerne eingebunden werden. Wenn ich meine Daten rüberbringe und es gibt dort keine Schnittstelle, wo ich meine Daten in ein anderes System geben kann, bin ich gefangen und habe ich mich in Abhängigkeit begeben. Genau dort geht im Augenblick die Reise hin. Jetzt wäre es an der Zeit, dass die Bibliotheken sagten, Stop!, das kaufen wir nicht. Vielmehr bestehen wir auf offenen Standards. Uns allen wäre gedient, wenn es wirklich einen freien Markt auf der Basis offener Standards gäbe. Die Unternehmen könnten dann immer noch Geld mit Service- und Beratungsleistungen verdienen (Förstner).

Eine Zusammenarbeit zwischen wissenschaftlichen Bibliotheken und Privatwirtschaft ist erwünscht, wenn sie auf Augenhöhe umgesetzt und auf einem wirklichen Markt stattfindet, wo es Konkurrenz gibt und eine Chance, dass sich gute Ideen im Wettbewerb durchsetzen. Leider ist das nicht der Fall. Vielmehr ist es so, dass die Verlage für ihre Publikationen mit Hilfe von Gutachtern und ihrer Editorial Boards ein solches Renommee aufgebaut haben, dass sich ihre Publikationen zu Monopolen entwickelten. Statt Konkurrenz haben wir Hunderte, vielleicht Tausende kleine Monopole bekommen. Man sollte in Kenntnis der jeweiligen Situation von Fall zu Fall prüfen, ob man eine Kooperation mit der Privatwirtschaft eingeht oder die Open-Science-Welt weiter ausbauen will. Ein Kern Open Science muss für alle verfügbar sein, auch für Studierende und ebenso für die Wissenschaftler in Entwicklungsländern (Auer).
Dirk Lewandowski

Verbreitung von Informationsangeboten
über Suchmaschinen:

Was zu beachten ist

„Wenn Anbieter von Information Services ihre Angebote über Suchmaschinen verbreiten möchten, reicht es nicht aus, die Inhalte von Websites und Datenbanken indexierbar zu machen. Vielmehr müssen die Inhalte auch für Suchende, die über externe Suchmaschinen auf das Angebot gelangen, optimiert werden. Es reicht also nicht, Traffic für einen Information Service zu generieren, sondern dieser Traffic muss auch genutzt werden. Dazu sind vor allem eine klare Definition der Zielgruppe und eine Fokussierung auf die suchenden Nutzer erforderlich. Der Kern hierbei liegt in der sinnvollen Anreicherung der eigenen Inhalte und der Optimierung von Landing Pages. Nutzer müssen ohne großen Aufwand in die Lage versetzt werden, sich auf einem ihnen noch fremden Angebot schnell und sicher zu orientieren. Ein Vorbild sind die großen E-Commerce-Websites. Websites dürfen nicht unter der Annahme gestaltet werden, dass den Nutzern die Struktur und die Funktionen der Website bei einem Besuch bereits bekannt sind oder dass sie, da sie über die Startseite des Angebots einsteigen, die Struktur und die Funktionen auf ihrem Weg zu den gewünschten Ergebnissen intuitiv erlernen können.“

Dirk Lewandowski, Zugänglichkeit von Information Services und ihren Inhalten über Suchmaschinen, in: Frauke Schade, Ursula Georgy (Hrsg.), Praxishandbuch Informationsmarketing – Konvergente Strategien, Methoden und Konzepte, Berlin/Boston 2019

COVID-19 Barometer

Bürger wollen neue Gewohnheiten
für die „Zeit danach“ beibehalten

Beim Einkaufen, bei Reisen und der Wahl des Verkehrsmittels zeichnet sich keine baldige Rückkehr der Bürger in frühere Verhaltensmuster ab. Die Unternehmen sollten sich darauf einstellen, dass sich bestimmte Verhaltensweisen und Prioritäten langfristig ändern und dadurch Innovationen notwendig werden. Dies sind zentrale Ergebnisse der fünften Welle des COVID-19-Barometers von Kantar, der größten globalen Studie, die die Einstellungen, Verhaltensweisen und Erwartungen der Bürger untersucht.

Erholung nach der Pandemie verzögert.
37 Prozent der Befragten rechnen damit, früher als in zwei bis drei Monaten zu einem normalen Konsumverhalten zurückzukehren. Auch wenn viele Länder ihre Corona-Regelungen lockern und der Handel die Geschäfte wieder öffnen darf, sagen weltweit 66 Prozent der Menschen, dass sie weiterhin belebte Orte meiden werden. Die Belastung für den stationären Einzelhandel hält also an.

Über die vorgeschriebenen Hygiene- und Abstandsmaßnahmen hinaus wüschen 50 Prozent der Menschen regelmäßige Corona-Tests und 43 Prozent obligatorische Gesichtsmasken. Die Nachfrage hierfür ist in Asien am größten. In den westlichen Ländern herrscht hier größere Zurückhaltung.

Die Sorgen um die eigene wirtschaftliche Situation nehmen zu. 56 Prozent der Haushalte weltweit haben durch COVID-19 Einkommensverluste erlitten. Unter den Millennials sind dies 68 Prozent und in der Generation Z 65 Prozent.

Kurzfristig müssen Unternehmen mit Mehrwertstrategien überzeugen. 53 Prozent der Verbraucher schenken Produktangeboten mehr Aufmerksamkeit (im Vergleich zu 36 Prozent in Welle eins). Das Angebot von Preisnachlässen und Werbeaktionen stellt jetzt die dritthöchste Erwartung an Unternehmen (gegenüber Platz fünf in Welle zwei).

Für 69 Prozent der Verbraucher ist eine Einkaufsliste wichtiger als früher. Über die Preisnachlässe hinaus erwarten die Verbraucher, dass Unternehmen weiterhin Werbung mit Bezug auf die Krise schalten. 74 Prozent der Verbraucher sind mit dem Umfang der Werbung zufrieden. Nur 14 Prozent wünschen sich "normale" Werbung, also solche wie vor der Pandemie. Zwei Drittel der Verbraucher suchen nach Hilfe und Rat in der Werbung.

40 Prozent (gegenüber 33 Prozent in Welle drei) der Verbraucher geben an, dass sie ihre Online-Einkäufe erhöht oder deutlich gesteigert haben. Niedrige Preise und Werbeaktionen zählen zu den wichtigsten Gründen für das Online-Shopping.

Innovationen im Einklang mit dem neuen Lebensrhythmus. Mehr als die Hälfte (52 Prozent, 57 Prozent Millennials und 55 Prozent GenZ) glauben, dass sie ihr Lockdown-Verhalten nach der Pandemie weiterführen werden. Das gilt beispielsweise für erhöhte Hygiene, gesündere Ernährung, Zeit für die Familie, sportliche Betätigung und persönliche Entwicklung. Die Unternehmen müssen dafür sorgen, dass ihre Produkte in diesem neuen Lebensrhythmus als unverzichtbar angesehen werden.


ZBW

Erste Pilotbibliothek mit Open-Source-Plattform FOLIO

Die ZBW hat als erste Pilotbibliothek FOLIO eingesetzt, um ihren elektronischen Bestand zu verwalten. FOLIO ist eine Open-Source-Plattform und wurde kooperativ von einer internationalen Gemeinschaft von Bibliotheken, Verbünden und Unternehmen entwickelt. Die ZBW ist Teil dieser weltweiten Entwicklergruppe und geht live als erste Pilotbibliothek im Gemeinsamen Bibliotheksverbund (GBV).
Seit 2016 ist nun das neue Open-Source-Bibliothekssystem FOLIO im Rennen. FOLIO steht für „The Future of Libraries is Open“. Gestartet in den USA ist FOLIO mittlerweile ein weltweites Projekt mit Entwicklern und Bibliotheksexperten aus Amerika, Europa und Asien. Der Gemeinsame Bibliotheksverbund (GBV) war mit seiner Verbundzentrale von Beginn an als Entwicklungspartner dabei. Die ZBW kooperiert eng mit dem Team der Verbundzentrale als Pilotbibliothek in der FOLIO-Arbeitsgruppe „Elektronisches Ressourcen-Management“.


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