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den 4. Februar 2020

# 700


Flughäfen der Zukunft – Algorithmen – Benoit Verbare – SITA – Transformative Technologien – IATA – Sicherheit – Sensorik – Digitale Identität – Künstliche Intelligenz – Dezentralisierung – Vernetzung – Digital-Twin-Technologie – Kooperation – Datenschutz – Blockchain – Automatisierung – Personalisierung – Flugtaxis – Digital Natives - APIs -
LexisNexis Digital Library - Springer Nature – OpenAIRE - The Global Consortium for eHealth Interoperability – Lab Corp – Microsoft – AI for Health – Elsevier - Novel Coronavirus Information Center - Open Research Library - Outsell - Minesoft – Tempus IP – Ann Chapman-Daniel – Frauke Schade – Öffentlichkeitsarbeit – Berliner Arbeitskreis Information Tanja Estler-Ziegler





Flughäfen der Zukunft

Algorithmen sind der Schlüssel zur Effizienz
Zehn Vorhersagen für das nächste Jahrzehnt

Von Benoit Verbaere, SITA, Business Development Director

Benoit Verbaere
Das Nutzererlebnis im Flughafen hat sich in den vergangenen zehn Jahren mit der Einführung biometrischer Sicherheitstechnik, mobilen Check-ins und der Gepäckverfolgung drastisch gewandelt. Im nächsten Jahrzehnt erleben wir ein exponentiell beschleunigtes Tempo des Wandels, da wir für „Digital Native Passagiere und Mitarbeiter“ transformative Technologien einführen – von fliegenden Taxis bis zu eigenständig denkenden Flughäfen. Laut der International Air Transport Association (IATA) verdoppeln sich die Passagierzahlen in nächsten zwanzig Jahren, doch die Flughäfen wachsen nicht mit. Fluggäste erwarten jedoch zu Recht eine reibungslose und angenehme Abfertigung am Flughafen. Diesen geschmeidigen Ablauf können wir nur sicherstellen, indem wir neue Technologien entwickeln und einführen, die nicht nur die Effizienz, sondern auch den Komfort für die Passagiere steigern. Im Folgenden zehn Vorhersagen, wie die Zukunft in zehn Jahren aussehen wird:

1. Sicherheit wird in eine reibungslose Reise integriert. In Zukunft bedeutet Sicherheit, dass man einen Korridor entlanggeht. Man muss dann nicht mehr Mantel, Schuhe und Gürtel ablegen oder kleine Fläschchen in kleine Beutel stecken. Menschenschlangen sind dann ebenfalls passé. Die Passagiere und ihre Gepäckstücke werden automatisch erkannt, wenn sie automatisierte Kontrollpunkte passieren. Feste Kontrollpunkte werden durch Sensoren ersetzt – das physische Überprüfen von Dokumenten gehört der Vergangenheit an.

2. Passagiere verwalten ihre digitale Identität selbst. Mit der Einführung der selbstbestimmten digitalen Identität und dauerhafter Reisemarken haben Passagiere die Kontrolle darüber, welche Aspekte ihrer Identität während der Reise zu welchem Zweck preisgegeben werden. Im Flughafen der Zukunft werden Risiken laufend von spezieller Künstlicher Intelligenz (KI) bewertet, wobei die digitale Identität jedes einzelnen Passagiers geprüft wird. Die sensiblen persönlichen Daten werden nur noch von den betreffenden staatlichen Behörden genutzt, die automatisierte miteinander vernetzte Systeme nutzen, um einzelne Reiseschritte zu genehmigen – bzw. in bestimmten Fällen nicht zu genehmigen. Fluggesellschaften sind nicht länger für die Verarbeitung der Passagierdaten und die Sicherung der Staatsgrenzen verantwortlich.

3. Reiseschritte werden dezentralisiert. Alles bekommt ein Etikett: Personen, ihre Gepäckstücke und das Frachtgepäck. Und bei allen wird die ganze Zeit über nachvollzogen, welche Verkehrsmittel auch immer sie auf dem Flughafengelände nutzen. Dies bedeutet, dass Reisevisa und Zoll-Checks schon vor dem Flug vorgenommen werden können und man am Flughafen selbst Zeit spart. Auch die Gepäckabgabe und -annahme wird dort angeboten, wo es für den Fluggast am praktischsten ist, zum Beispiel am Bahnhof.

4. Flughäfen sind hochgradig vernetzt. Das neue Zeitalter miteinander vernetzter Flughäfen wird von immer günstigeren Sensoren, weniger spezieller Hardware und neuen Data Lakes gesteuert, die von 5G-Geräten gespeist werden. Die dazu erforderlichen Daten werden über softwaredefinierte Netzwerke erfasst, gesammelt und analysiert, um den Flughafen hocheffizient zu machen und Passagieren ein deutlich besseres Erlebnis zu ermöglichen.
5. Flughäfen denken eigenständig. Der Schlüssel zur Effizienz sind Algorithmen der künstlichen Intelligenz (KI), wobei eine ausgeklügelte KI zum Erfolgsrezept für Flughäfen wird. Flughäfen nutzen die Digital-Twin-Technologie, um den Echtzeitbetrieb für alle Interessenvertreter zu realisieren und die operative Effizienz sowie das Fluggasterlebnis zu verbessern. Ein Digital Twin ist eine fortgeschrittene Computersimulation, die Daten aus dem gesamten Flughafen- und Fluglinienbetrieb extrahiert, um mit ihrer Hilfe zu veranschaulichen, zu simulieren und vorherzusagen, was als Nächstes geschieht. Diese Prognosedaten werden anschließend dazu verwendet, betriebliche Aktivitäten zu bündeln und nach Möglichkeit zu automatisieren. Automatisierte Meldungen können beispielsweise so aussehen: „Aufgrund von Verspätung landen zwei A380 gleichzeitig: Dafür sorgen, dass genügend Personal an den Einreiseschaltern bereitsteht.“ Oder: „Negatives Feedback zu den Toiletten im zweiten Stock: Reinigungspersonal senden.“ Ein schneller Datenaustausch ermöglicht, dass man sich proaktiv auf jede Sachlage einstellen kann und Flughäfen und Fluggesellschaften besser, schneller und genauer planen.

6. Zusammenarbeit wird der Schlüssel zum Erfolg. Für jede einzelne Reise gibt es mindestens zehn unterschiedliche Einheiten, die an der erfolgreichen praktischen Umsetzung beteiligt sind. Die einzige Möglichkeit, alle erforderlichen Daten zu sammeln, um die Transportwege reibungslos zu gestalten, ist eine enge Zusammenarbeit aller auf dem Flughafen tätigen Mitarbeiter – des Flughafenpersonals, des Fluglinienpersonals, derBehördenmitarbeiter, des Bodenpersonals sowie der Einzelhandels- und Restaurantmitarbeiter. Darüber hinaus ist die Zusammenarbeit aller Beteiligten im gesamten Ökosystem der miteinander vernetzten Flughäfen gefragt. Überall in diesem riesigen Netzwerk werden betriebliche Daten unter Berücksichtigung von Datenschutzvorschriften ausgetauscht, wobei Interessenvertreter lediglich einzelne für sie relevante Datenquellen austauschen dürfen. Auf diese Weise werden Flughäfen viel effizienter, indem beispielsweise Passagierströme digital gesteuert werden und dafür gesorgt wird, dass die Flugzeuge möglichst bald wieder abheben. Neueste Technologien wie Blockchain erleichtern den abgesicherten Datenaustausch ungemein.

7. Flughäfen sind äußerst automatisiert. Die schnelle mobile Vernetzung am Flughafen ist für sein Leistungsvermögen von zentraler Bedeutung. Flughäfen werden immer mehr in Echtzeit betrieben, sodass Automatisierung und Selbstbedienung alle Abläufe rationalisieren. Miteinander vernetzte, automatisierte und autonome Fahrzeuge und Roboter sind auf dem gesamten Flughafengelände allgegenwärtig. Die Automatisierung ermöglicht auch eine effizientere gemeinsame Aufteilung und Nutzung der Ressourcen. Eine Vielzahl von Objekten – vom Gepäck bis zum Flugzeugschlepper – sind über 5G-Netze miteinander verbunden, die riesige Datenmengen liefern und Echtzeit-, Vorhersage- und historische Ansichten des Flughafenbetriebs liefern.

8. Flughäfen passen sich den Bedürfnissen der Passagiere an. Die schnelle, reibungslose Reise zum und im Flughafen sorgt dafür, dass einige Einnahmequellen, etwa Parkgebühren, geringer werden oder ganz entfallen. Deshalb werden Flughäfen sich neue Möglichkeiten einfallen lassen müssen, um diese Einnahmequellen zu ersetzen und den Passagieren ein interessantes Reiseerlebnis zu bieten. Personalisierung heißt das neue Zauberwort – dass man jedem einzelnen Fluggast das anbietet, was er braucht, und zwar dann, wenn er es braucht, und das nicht nur auf dem Flughafengelände, sondern vom Reisebeginn bis zum Reiseziel. Denkbare Beispiele sind ein vom Flughafen betriebener Limousinen-Fahrdienst einschließlich Gepäckprüfung beim Gast zu Hause, im Büro oder im Hotel und besonders schnelle Reisegenehmigungen und Erleichterungen für Vielflieger.

9. Mobilität wird zur Dienstleistung auf Anfrage. Flughäfen werden zu riesigen Park-und-Ride-Zentren, die Zugang zu einer breiten Palette von Transportmöglichkeiten bieten. Bis 2030 wird es Innovationen wie Flugtaxis geben, die Passagiere viel wirtschaftlicher vom und zum Flughafen bringen. Sie können sogar am Wettbewerb auf Kurzstrecken teilnehmen. Damit machen wir das Fliegen wirklich für jeden interessant.

10.Für alles, was im Flughafen geschieht, gibt es eine Schnittstelle. Da die Reisenden von morgen Digital Natives sind, müssen auch die Flughafenbetreiber mit der digitalen Technik vertraut sein. Eine komplexe Institution wie ein Flughafen wird in digitale Dienstleistungen aufgeteilt, die als Anwendungsprogrammierschnittstellen (APIs) miteinander geteilt werden. So entsteht ein Ökosystem, das Zusammenarbeit und Neuerungen hervorbringt und für alle leicht nutzbar ist. Beispielsweise ermöglichen KI und neue Syntaxen die Anfragen nach branchenspezifischen Erkenntnissen in menschlicher Sprache, etwa so: „Steht eine rosa Reisetasche an Gate B34?“ Oder: „Die Schlange an Eingang A wird zu lang, schickt mehr Taxis.“

SITA (Genf) ist der IT‑Anbieter der Luftfahrtindustrie und arbeitet heute mit fast allen Fluggesellschaften und Flughäfen der Welt zusammen. Das Unternehmen unterstützt mehr als vierzig Regierungen mit Lösungen für den Grenzschutz. 2018 erzielte das Unternehmen einen Konzernumsatz in Höhe von 1,7 Milliarden US-Dollar.

Provider´s Corner

Minesoft

Tempus IP for the American Market

Minesoft is excited to announce the expansion of its global presence in the Intellectual Property (IP) market by bringing US company, Tempus IP, under the Minesoft “umbrella” after closely working with the company for the past 10 years. Through this partnership, Tempus IP has become one of the most advanced and rapid IP document ordering and delivery systems in the US, saving users time and hassle locating IP documents.

Tempus IP will continue to offer the same services in IP document delivery, legalization services and PAIR alerts. Tempus IP acts as a personal IP Legal Operations Assistant, taking over the time-consuming manual work for IP Law Firms across the US. Clients can order US and non-US File Histories, certified documents, non-patent literature, trademark IP documents and hard-to-find patent copies. The experienced team also offer legalization service and a new PAIR alerts tool with information sent directly to your inbox whenever a change occurs.

Minesoft’s Co-Founder and Managing Director, Ann Chapman-Daniel says “After partnering with Tempus IP to develop the File History and IP Documentation Service, we are delighted to have brought the Tempus IP business under the Minesoft umbrella and have appointed Tim Campbell as Senior Executive to lead and develop new Minesoft and Tempus IP business in the important North American market”. Founded in 1996, Minesoft operates as a global business serving 50,000 Intellectual Property professionals.

Briefe

Frauke Schade verrät Kommunikationstricks

Wir möchten Sie herzlich zur zweiten Veranstaltung des „BAK Information“ im Jahr 2020 einladen: Prof. Frauke Schade spricht zum Thema: Erfolgreiche Öffentlichkeitsarbeit - Einige Kommunikationstricks, um die Bekanntheit zu steigern und das Image zu profilieren

Erfolgreiche Öffentlichkeitsarbeit ist für Bibliotheken und Informationseinrichtungen ein herausforderndes Feld: Dienstleistungen und Angebote sind komplex und weitgehend nicht sichtbar. Darüber hinaus verfügen Einrichtungen und Abteilungen über keine exorbitanten Marketing-Budgets und müssen Öffentlichkeitsarbeit häufig nebenbei leisten. Wie kann erfolgreiche Öffentlichkeitsarbeit dennoch gelingen? In ihrem Vortrag wird Prof. Frauke Schade praktikable und grundlegende PR-Instrumente vorstellen, mit denen Bibliotheken und Informationseinrichtungen Flagge zeigen können, um ihr Image zu profilieren und die Bekanntheit ihrer Angebote zu steigern.

Vortrag und Diskussion finden am Donnerstag, den 27. Februar 2020 um 18:30 Uhr im Hörsaal 14 der Universitätsbibliothek der TU, Fasanenstr. 88, 10623 Berlin (R/S/U Zoologischer Garten) statt.
Im Anschluss gibt es die Möglichkeit, die sich ergebenden Fragen mit der Vortragenden zu diskutieren und zwar in der Filmbühne am Steinplatz in der Hardenbergstraße 12. Dort wird ab 20:15 Uhr ein Tisch reserviert sein. Die Veranstaltung ist kostenlos. Bitte melden Sie sich trotzdem telefonisch (030-755 183 66) oder per Mail (bak[at]ub.tu-berlin.de) an. Wir freuen uns auf Ihr Kommen.

Mit freundlichen Grüßen Tania Estler-Ziegler, Berliner Arbeitskreis Information (BAK), http://bak-information.de/


Internationale Nachrichten

Digitale LN-Bibliothek
mit mehr Personalisierung

LexisNexis Legal & Professional announced comprehensive updates to its LexisNexis Digital Library platform. The LexisNexis Digital Library, a platform offering one of the largest collections of legal eBook publications, now includes a more personalized home page for individual users, better tools for managing notetaking and offline reading capabilities that are tailored to legal librarians and legal professionals.

EU-Einrichtung OpenAIRE mit vollem Zugang zu Springer Nature.
Springer Nature will provide OpenAIRE, an EU organisation that facilitates openness in scholarly communication, access to its full-text articles and chapters, regardless of their open access status and access rights. This will enable OpenAIRE to extract links from articles, research data and other scholarly outputs using text and data mining algorithms.
Pro eHealth-Interoperability. HIMSS, HL7 International, and IHE International have announced the launch of The Global Consortium for eHealth Interoperability. The consortium aims to empower governmental agencies, health systems, and stakeholders around the world to impact interoperability standards and implementation guidance. It also intends to accomplish better patient care at a lower-cost by accelerating and deploying next-generation, API-based interoperable standards.
Zum zweiten Mal sensitive Gesundheitsdaten ohne Schutz. A security flaw in LabCorp’s website exposed thousands of medical documents, like test results containing sensitive health data. It’s the second incident in the past year after LabCorp said in June that 7.7 million patients had been affected by a credit card data breach of a third-party payments processor. This latest security lapse was caused by a vulnerability on a part of LabCorp’s website.
Microsoft-Förderung „AI for Health“. Microsoft Corp. announced AI for Health, a new $40 million, five-year program, that will leverage AI technology to empower researchers and organizations to address some of the world’s toughest challenges in health. Through AI for Health, Microsoft will work to ensure that nonprofits, academia, and research organizations have access to the latest technology, resources, and technical experts to help implement AI to accelerate research, generate insights, and improve access to care.

Elseviers Information Center in Englisch und Mandarin. Elsevier, a global information analytics business specializing in science and health, has created a Novel Coronavirus Information Center with free information in English and Mandarin on the novel coronavirus 2019-nCoV. The information center on Elsevier Connect, brings together relevant content from Elsevier’s medical journals, textbooks, clinical experts and information solutions, along with resources from other information providers and major health organizations.

„Open Research Library“ gestartet. Open Access (OA) content on one seamless and easy-to-use platform: that is the goal of the Open Research Library, which has officially launched. A number of players in the library and OA community have joined forces to support the ORL for the benefit of researchers, scientists and academic institutions worldwide, including Knowledge Unlatched, Biblioboard, EBSCO Discovery Service, ProQuest, and OCLC.

Quelle: Outsell

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Tel.: (02324) 67009
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