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Open Password - Donnerstag, den 3. September 2020

# 816


Yuval Noah Harari – Evolutionäre Vorteile – Erfindung von Welten – Kooperationsfähigkeit – Ewiges Leben – Unbegrenztes Glück – Göttliche Schöpfungsfähigkeit – Überlebensrisiken – Willi Bredemeier – Information Professionals – Intelligent Design – Neandertaler – Mutationen – Unauffälliges Tier – Mensch als Werkzeugmacher – Aufrechter Gang – Mensch als Frühgeburt – Sprache – Schimpansen - Bonobos – Mensch und Tier – Erfundene Wirklichkeiten – Koordinationsfähigkeit – Imperien – Weltgemeinschaft – Religion – Wahrheit und Fiktion – Menschenrechte – Relativierungen – Monopolansprüche – Schrift – Sumer – Ägypten – Bürokratisierung – Phantasie – Weisheit der Menge - Gendern – Sexismus – Identitätskategorien – Genitalien – Gleichbenennungen – Nele Pollatschek – Tagesspiegel – Wachstumsraten – Ratingagenturen – Marketingdienstleister – Experian – Equifax - Cerved



Yuval Noah Harari
über Phantasie und Glauben


Erfindung von Welten und Kooperationsfähigkeit
als entscheidende Überlebensvorteile

Der Trend zu immer größeren Imperien

Die ersten Information Professionals

I. Yuval Noah Harari, Eine kurze Geschichte der Menschheit (2011), München 2013 – II., ders., 21. Lektionen für das 21. Jahrhundert (2018), München 2019 – III. ders., Homo Deus, Eine Geschichte von Morgen (2015), München 2019

Von Willi Bredemeier
2. Teil
.
Harari
Yuval Noah Harari

Information Professionals treiben die technologische Revolution mit voran, aber fragen sie sich auch, was sie damit bewirken? Die Frage nach ihren Kenntnissen, ihrer Verantwortung und ihrem Engagement stellt sich umso dringlicher, als die neuen Internet- und biologischen Technologien dem Menschen eine Macht verleihen, die, falsch angewandt, seine Kultur und sogar die Spezies selbst bedrohen.

Dazu sagt der israelische Universalhistoriker und Bestsellerautor Harari, dessen Inhalte bislang nicht auf unsere Branche bezogen wurden: „Zu Beginn des 21. Jahrhunderts sprengt der Homo Sapiens auch seine biologischen Grenzen, er lässt die Gesetze der natürlichen Auslese hinter sich und ersetzt sie durch die Regeln des intelligenten Designs“ (I, 484). Dabei sind „die Hindernisse auf dem Weg zur Umsetzung unserer futuristischen Träume … eher ethischer und politischer als technischer Natur“ (I, 490). Hier ist eine Warnung vonnöten: „Gibt es etwas Gefährlicheres als unzufriedene und verantwortungslose Götter, die nicht wissen, was sie wollen?“ (I, 493).

In dieser Folge fragen wir mit Harari, was den Menschen gegenüber den Tieren und seinen Cousins wie dem Neandertaler einen eindeutigen evolutionären Vorteil verschafft hat und welche Revolutionen ihn in den Stand setzten, aktuell nach dem ewigen Leben, dem unbegrenzten Glück und göttlicher Schöpfungsfähigkeit zu greifen – dies alles im Verbund mit Risiken, die ähnlich gigantisch sind. Diese Fragen müssen nach Harari gestellt werden, weil die in vielen Jahrtausenden geprägten Verhaltensweisen der Menschen angesichts der gegenwärtigen Herausforderungen zumindest teilweise überwunden werden müssen. Das dürfte nur möglich werden, wenn wir uns selbst besser verstehen.

Harari legt mit seinen Überlegungen nahe, dass die Entwicklung des Menschen auch von Zufällen geprägt war und ein böses Ende hätte nehmen können, so dass sich die Vorstellung der Aufklärung von einem unilinearen Fortschritt für lange Zeiträume nicht aufrechterhalten lässt. Damit liegen weitere Indizien dafür vor, dass der Glaube, der Mensch finde am Ende aus jedem Dilemma einen Ausweg (beispielsweise aus einem bevorstehenden ökologischen Crash), zu einer fatalen Unterschätzung von Risiken führen kann.

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Als „schwaches und unauffälliges Tier“ verfügte der Mensch über Millionen von Jahren über keine eindeutigen evolutionären Vorteile.
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Harari setzt voraus, dass Mutationen bei den Vorfahren der Menschen, nicht aber bei anderen Tieren eine Entwicklung zur Vergrößerung der Gehirnmasse in Gang setzten. Wohl mögen die Menschen dadurch intelligenter geworden sein und entwickelten sie sich mit der Zeit zu besseren Werkzeugmachern als die Schimpansen: „Den meisten Definitionen von Intelligenz zufolge waren die Menschen schon vor einer Million Jahren die intelligentesten Tiere weit und breit und ebenso die besten Werkzeugmacher, und doch blieben sie unbedeutende Geschöpfe mit wenig Einfluss auf das Ökosystem um sie herum“ (III, 207f.).

Ihr größer gewordenes Gehirn und die dadurch bewirkten Verbesserungen technischer Fertigkeiten erwiesen sich für die Menschen zunächst kaum als Segen, da das Gehirn einen übergroßen Verbrauch von Körperenergie verlangte, Überlebensvorteile aber auszubleiben schienen:
„Zwei Millionen Jahre lang wuchs das menschliche Gehirn zwar munter weiter, aber abgesehen von einigen Steinmessern und angespitzten Stöcken brachte es den Menschen recht wenig (I, 18). … (So) „blieben die Menschen zwei Millionen Jahre lang schwache und unauffällige Geschöpfe. … Die Steinwerkzeuge verwendeten sie übrigens hauptsächlich, um Knochen zu knacken und an das Mark in deren Inneres zu gelangen“ (also an das, was die Löwen und danach die Schakale übriggelassen hatten, I, 20).

Somit lässt sich vermuten, dass die Menschen eine größere ökologische Katastrophe in ihrem Umfeld für die größte Zeit ihrer Geschichte nicht, jedenfalls nicht aufgrund ihrer größeren Geisteskraft überlebt hätten. Noch vor 100.000 Jahren wurden die Homo sapiens, nach wie vor „ein schwaches und unauffälliges Tier“, im Nahen Osten von den Neandertalern zurückgeschlagen, als sie in Afrika aufgebrochen waren, um Europa zu erobern (I, 32).

Auch mochten sich weitere Mutationen, die die Entwicklung des Homo sapiens auf einen anderen Kurs brachten, zugleich als Vor- und Nachteile erweisen: So ermöglichte es der aufrechte Gang den Menschen zwar, feindliche Tiere in der Savanne früher zu entdecken und förderte er eine Weiterentwicklung ihrer Hände. Gleichzeitig verlangte er jedoch „schmalere Hüften und damit einen engeren Geburtskanal – und das, obgleich die Köpfe der Säuglinge immer größer wurden“ (I,19).
In der Folge nahm die Kinder- und Müttersterblichkeit zu und verfügten jene Mütter über evolutionäre Vorteile, die zu Frühgeburten neigten: „Im Vergleich zu anderen Tieren sind menschliche Säuglinge Frühgeburten … und müssen von ihren Eltern über Jahre hinweg ernährt, beschützt und aufgezogen werden. … Zur Erziehung eines Kindes ist ein ganzer Stamm erforderlich. Daher hat die Evolution diejenigen bevorzugt, die in der Lage waren, starke soziale Beziehungen einzugehen“ (I, 19).

Diese Stärkung des Miteinander förderte die Entwicklung einer differenzierten und flexiblen Sprache, die die Sapiens letztlich in die Lage versetzten, „ihr Verhalten schnell zu verändern und neue Verhaltensweisen an die nächste Generation weiterzugeben, ohne dass dazu Genmutationen oder Umweltveränderungen nötig gewesen wären“ (I, 50).

Zwar kommunizieren auch Tiere und warnen einander beispielsweise vor einer Löwengefahr. Aber wahrscheinlich können nur Menschen sagen, dass drei Löwen unterwegs sind, die sie zu umzingeln drohen. Schimpansen und andere Affenarten kommunizieren wie die Menschen mit „Klatsch und Tratsch“ übereinander, was Gemeinschaften konstituiert und zu koordinierten Aktivitäten bei der Nahrungssuche und zu Auseinandersetzungen mit anderen Affenstämmen befähigt, die Bonobos sogar zu Lösungen von Konflikten zwischen größeren Gruppen. Hier ist aber auch bei den Menschen eine Kooperations- und Koordinationsgrenze bei 150 Stammesmitgliedern erreicht. Spätestens dann, wenn diese Grenze überschritten wäre, würden sich Teile des Stammes abspalten.
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Vorstellung von Welten, die es nicht gibt, und diese mit anderen teilen.
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Wie also schaffte es der Homo sapiens, sich gegen seine Cousins und andere Tiere durchzusetzen und die Erde zu erobern? Der allgemeine Konsens lautet, dass der Mensch solches mit seiner überlegenen Intelligenz geschafft hat. Das ist eine ebenso plausible These wie sie von Harari als falsch bezeichnet wird. Was den Menschen vielmehr auszeichne, sei seine Fähigkeit, sich Dinge außerhalb der Realität vorzustellen, verbunden mit dem Drang, diese mit anderen zu teilen: „Nur der Mensch kann über etwas sprechen, das gar nicht existiert, und noch vor dem Frühstück sechs unmögliche Dinge glauben“ (I, 37).

Dazu kommt, dass die Menschen willens und fähig sind, gemeinsam an Dinge außerhalb des Realen zu glauben, sobald diese sich in ihrer Kommunikation durchgesetzt haben: „Geschichten, die wir Menschen erfinden und einander erzählen, Götter, Nationen, Geld, Menschenrechte und Gesetze gibt es gar nicht – sie existieren nur in unserer kollektiven Vorstellungswelt“ (I, 41). Aber: „Anders als eine Lüge ist eine erfundene Wirklichkeit etwas, an das alle glauben. Und solange alle dran glauben, hat die erfundene Wirklichkeit ganz reale Macht in der realen Welt“ (I, 48) und sind die Menschen zu erfolgreichen Kooperationen imstande.

Somit bewährte sich die menschliche Phantasie als mächtiges Koordinationsinstrument, das die Beschränkung der menschlichen Kooperationsfähigkeit auf kleine Stammesgemeinschaften aufhob und die Entwicklung großer Imperien, letztlich die Entstehung einer Weltgemeinschaft, ermöglichte. Der Zug zu immer größeren Gemeinschaften ist nach Harari ein Trend, der sich in der Geschichte immer wieder und immer weiter durchgesetzt hat - verbunden mit einer stärkeren Durchdringung der Realität durch erfundene Welten.

Dabei kommt es bei Glaubenssystemen weniger darauf an, ob sie „wahr“ sind, sondern eher darauf, in welchem Maße sie sich durchgesetzt haben und wie funktionsfähig die Symbiose zwischen realen und erfundenen Welten für die Durchführung erfolgreicher Kooperationen ist. Zwar stand die „Wahrheit auf der Agenda von Homo sapiens nie sehr weit oben … In der Praxis hängt die Macht menschlicher Kooperation von einem fein austarierten, fragilen Gleichgewicht zwischen Wahrheit und Fiktion ab“ (II, 317).

Auch haben diese Doktrinen aus einer evolutionären Sicht mehr oder minder erwünschte Konsequenzen: „Zwar stimmt es nicht, dass Menschen ein natürliches Recht auf Leben oder Freiheit haben, doch der Glaube an diese Erzählung zähmte die Macht autoritärer Regime, bewahrte Minderheiten vor Schaden und schützte Milliarden vor den schlimmsten Folgen von Armut und Gewalt. Er leistete somit einen wichtigeren Beitrag zum Glück und Wohlergehen der Menschheit als jede andere Doktrin in der Geschichte“ (II, 281).

Allerdings, so fährt Harari fort, nimmt die Funktionsfähigkeit der Symbiose zwischen den sich vor allem technologisch verändernden Realitäten und der Doktrin der Menschenrechte neuerdings stark ab: „Für den Umgang mit Übermenschen, Cyborgs und superintelligenten Computern (ist dieser Glaube) kaum gerüstet und geeignet“ (II, 282).

Zudem bringt es die Phantasie der Menschen mit sich, dass erfundene Welten auch außerhalb des geltenden Glaubenssystems vorstellbar bleiben und wohl kein Mensch zu hundert Prozent beispielsweise an das „ewige Leben“ glaubt: „Die gesamte Geschichte hindurch glaubten fast alle Menschen gleichzeitig an mehrere Erzählungen und waren nie absolut von der Wahrheit irgendeiner dieser Erzählungen überzeugt“ (II, 389).

Dabei hat der Homo sapiens, auf Überleben, nicht auf Wahrheit getrimmt, kaum Probleme damit, mehrere Doktrinen zu übernehmen, auch wenn diese sich logisch oder praktisch ausschließen, und bei Bedarf auf die eine und dann wieder auf die andere seiner Geschichten zuzugreifen. Harari spricht in diesem Zusammenhang von einer „bemerkenswerten Fähigkeit des Menschen, gleichzeitig zu wissen und nicht zu wissen“ (II, 320).

Dies erhöht zwar die Flexibilität menschlichen Handelns, ermöglicht aber auch die Überwältigung und Ablösung von Glaubenssystemen und somit Revolutionen.

Diese Thesen mögen einen starken Realitätsbezug aufweisen, sie klingen gleichwohl sarkastisch. Auch dürfte Hararis ausnahmslose Relativierung aller Glaubenssysteme kaum allgemein übernommen werden, da Individuen dazu neigen, der Relativierung von Glaubenssätzen zuzustimmen mit Ausnahme derer, an die sie selbst glauben.

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Die ersten Information Professionals.
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Harari geht kaum auf den Wettbewerb zwischen Glaubenssystemen und die Herausbildung ihrer Ansprüche auf die alleinige Wahrheit und einen grenzenlosen Geltungsbereich ein. Diese werden spätestens dann erhoben, wenn für einzelne Glaubenssysteme Institutionen geschaffen sind, die über einen Missionierungswillen verfügen – mit Repräsentanten, die Ausschließlichkeitsansprüche vertreten. Allerdings blieben die meisten der entstandenen größeren menschlichen Gemeinsamkeiten „unbedeutende Kuriositäten“ ohne gute Chancen auf längerfristiges Überleben, weil sich ausschließlich auf mündlichen Überlieferungen basierende Großgemeinschaften als instabil erweisen müssen oder weil ihre Erfinder, selbst wenn sie über eine Schrift verfügten, „vergessen haben, ein funktionierendes System zur Katalogisierung und Suche von Informationen (und zur eindeutigen Tradierung, Red.) zu entwickeln“ (I, 163). Hingegen richteten längere Zeit erfolgreiche Imperien wie Sumer und Ägypten „eigene Schulen für Schreiberlinge, Beamte, Archivare und Buchhalter ein“ (I, 163).

Hier handelt es sich offenbar um die Vorfahren der heutigen Information Professionals sowie weiterer Berufe. Diese dürften sich als Mitglieder eines mittleren Managements ohne eine Verantwortung für übergreifende Zusammenhänge verstanden haben. Jedenfalls ist von keinem von ihnen überliefert, dass er die Politik Nebukadnezars oder den Turmbau von Babel (falls es diesen gegeben haben sollte) infrage gestellt hätte.

Nicht, dass die Einrichtung dieser Kaste nicht mit Nachteilen verbunden gewesen wäre: „Freie Assoziation und ganzheitliches Denken (die die Jäger und Sammler auszeichneten, Red.) mussten Bürokratie und Kästchendenken weichen“ (I, 165).

Feuilleton, Kunst und Kultur dürften begeistert sein, wenn der Phantasie eine entscheidende Bedeutung für die Evolution des Homo sapiens zugesprochen wird und der Fiktion eine entscheidende Bedeutung für seine Kultur. Anderen dürfte die Relativierung des Wertes ihrer Individualität und die Fokussierung auf Kooperation statt auf menschliche Vernunft nicht gefallen, so dass sie sich entscheiden, ihren Glauben an die überlegenen Qualitäten menschlicher Individuen beizubehalten. Jene, die von der Determinierung des Menschen durch objektive Faktoren, beispielsweise die Produktionsverhältnisse, überzeugt sind, dürften gegenüber der Betonung Hararis von Faktoren des „Überbaus“ große Skepsis zeigen, wenngleich sie mit ihm in der Charakterisierung neuer Technologien als Treiber der Entwicklung übereinstimmen.

Hararis Glaube an die Durchschlagskraft am Ende weltweiter menschlicher Kooperationen passt gut zur gegenwärtigen Welt sozialer Medien und dem sich ausbreitenden Glauben an der „Weisheit der Menge“. Eine mögliche Konsequenz von Hararis Thesen könnte darin bestehen, in einer Geschichte der menschlichen Entwicklung weniger den Erfinder als vielmehr ihr Umfeld, das seine Erfindungen ermöglichte, und in einer Politikgeschichte nicht die Anführer und Charismatiker, sondern ihre Anhänger und deren Folgewillen und Unterwerfungsbereitschaft in den Mittelpunkt zu stellen.

Lesen Sie in der nächsten Folge: Warum uns die landwirtschaftliche Revolution unglücklich machte – Wie die Entfesselung der Produktivkräfte den Massen nicht zugutekam – Humanismus und Liberalismus als Glaubenssysteme der Moderne



"Deutschland ist besessen von Genitalien

Gendern macht die Diskriminierung
nur noch schlimmer"

Im Grunde gibt es nur ein einzig wirklich gutes Argument gegen das Gendern: Es ist leider sexistisch. Ich sage leider, denn Menschen, die gendern, sind grundsympathisch. Wer gendert, tut das in der Regel, um auf sprachliche und gesellschaftliche Ungerechtigkeiten hinzuweisen. Gendern ist eine sexistische Praxis, deren Ziel es ist, Sexismus zu bekämpfen….

Wenn es also eine Wortform für weibliche Berufsausübende braucht, bedarf es dann nicht genauso einer Wortform für jüdische oder schwarze oder schwule Berufsausübende mit Behinderung?... Wenn wir im Deutschen gendern, dann sagen wir damit: Diese Information ist so wichtig, dass sie immer mitgesagt werden muss. Und wir sagen: Nur diese Information muss immer mitgesagt werden. Es ist richtig, auf alle anderen Identitätskategorien nur dann zu verweisen, wenn sie relevant sind, nur das Geschlecht wird immer angezeigt, damit machen wir es zur wichtigsten Identitätskategorie…

Wenn es mich nicht gerade traurig macht, kann ich einen gewissen Humor darin entdecken, wie besessen Deutschland von Genitalien ist. Denn mit wenigen Ausnahmen geht es beim Gendern um Genitalien, nicht notwendigerweise um die, die wir sehen, aber um die, von denen wir denken, dass sie da sind. … Wer aus meinem „Schriftsteller“ ein „Schriftstellerin“ macht, kann auch gleich „Vagina“!" rufen. Das hat den gleichen Informationswert, wäre aber komischer und aufrichtiger und mir deutlich lieber. …

Der britische Feminismus hat auf das Problem der weiblichen Berufsbezeichnung das Gegenextrem gewählt. Der englische Gedanke ist schlichtweg dieser: Der Weg zu Gleichheit ist Gleichheit. Wer will, dass Männer und Frauen gleichbehandelt werden, der muss sie gleich behandeln und das heißt, sie gleich zu benennen. …

Aus Frauen können noch immer Menschen werden. … In einer Welt, in der innerhalb weniger Jahrzehnten aus „Fräuleins“ „Frauen“ wurden, können aus Frauen noch immer Menschen werden. Menschen, die Bücher schreiben, wir nennen sie dann Schriftsteller, Menschen, die regieren, wir nennen sie dann Bundeskanzler, Menschen, die zu Gast sind, wir nennen sie dann Gäste. In dieser Welt würde ich sehr gerne leben.

In: Nele Pollatschek, Gendern macht die Diskriminierung nur noch schlimmer, in: Der Tagesspiegel

Die internationalen Wachstumsraten
im zweiten Quartal

Ratingagenturen und Marketingdienstleister
gewinnen in COVID-Pandemie

Equifax mit stark steigenden,
Experian und Cerved mit sinkenden Umsätzen

We have updated the industry growth chart with latest earnings results published by August 30th, 2020: The surprise came with the rating agencies reporting double digit growth rates as COVID-19 pandemic led to a surge of liquidity-driven corporate bond issuance which buoyed results.

The winners were Moody’s with 18%, S&P Global with 14% revenue growth in Q1 and Q2. Marketing services providers Zoominfo reported 60% revenue growth and LiveRamp 21%. Another surprise was the 13% growth of Equifax, only down 2% from Q1 growth of 15%. US Workforce Solutions brought in the bacon with a staggering 43% growth. Dun & Bradstreet reported 5% growth. FICO was flat. Experian growth was down (1%) versus Q1 of 8%. TransUnion revenues declined (3%). Cerved down (3%).

Quelle: BIIA

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