Michael Klems befragt Fachschaft 

Die Informationswissenschaften an der Heinrich Heine Universität werden abgewickelt. Dies meldet die Fachschaft auf Basis einer E-Mail Anfrage durch die Open Password Redaktion. Im Statement der Fachschaft stellt sich die aktuelle Situation und kommende Entwicklung in Düsseldorf wie folgt dar:

„Abwicklung: Die letzte Einschreibung für den Bachelor Infowiss war WS 15/16, diese Leute können dann bis 2020 studieren, die letzte Mastereinschreibung ist 2018 und diese Leute können dann bis 2022 studieren.“

Vier-Augen-Termin scheitert an der Rektorin

Zur Rettung der Informationswissenschaften hatten die Studierenden und Unterstützer alle Karten auf einen Termin bei der Rektorin gesetzt. Die Rektorin hatte zu diesem Termin mit der Fachschaft auf das Beisein anderer Entscheider der Uni bestanden. Die Fachschaft wünschte sich jedoch einen Vier-Augen-Termin. Um einer Absage zu entgehen, wurde die Gesprächsbereitschaft unter Teilnehmer-Auflagen wahrgenommen.

„Zweck des Gespräches war eigentlich, dass man sich unter vier Augen mit der Rektorin unterhält, aber sie selbst bestand darauf, dass noch weitere Gremienmitglieder (Studiendekan, Dekan, ..) dabei sein sollen. Warum, weiß man nicht. Da man der Gefahr aus dem Wege gehen wollte, dass die Rektorin einen zugesprochenen Termin absagt, widerspricht man ihr an der Stelle ungern.“ 

 

Dieser Termin wurde am 17.03.2016 unter Teilnahme von Rektorin Prof. Dr. Anja Steinbeck, Kanzler Dr. Martin Goch, Studiendekan Prof. Dr. Helmut Brall-Tuchel, Prodekan für Studium und Lehre Prof. Dr. Stefan Süß, Dekan der philosophischen Fakultät Prof. Dr. Ulrich Rosar, den Fachschaftsräten Denise Ruhrberg und Giulia Kirstein und den Absolventen der Informationswissenschaft: Dirk Lewandowski und Isabella Peters angesetzt.

Wo kein Geld ist

Inhaltlich scheiterten die Gespräche mit der Rektorin am Killerargument fehlender finanzieller Mittel zur Fortsetzung des Studienganges. Die Rektorin stand dabei auf der Argumentationslinie des Dekans. Die Fachschaft hierzu im Interview:

„Man hat so gut wie die gleichen Infos bekommen wie in dem Gespräch mit dem Dekan. Sie scheinen sich vorher abgesprochen zu haben, da die Rektorin die gleichen Punkte aufgegriffen hat wie der Dekan in dem vorangegangen Gespräch.“

Unterstützer erfolglos

Auch der vorgetragene berufliche Erfolg der Absolventen konnte das Ruder in diesem Gespräch nicht mehr herumreißen. Sucht man nach Gründen für den Niedergang des Fachbereichs, so wurde neben den Finanzen der geringe Stellenwert des Studienganges in der Hochschule als Argument benannt.

„Außerdem wurde erwähnt, dass wir uns unter den Studiengängen schlecht vernetzt hätten.“

 

Im Nachgang zum Rektoratstermin war allen Beteiligten recht deutlich, dass die Rektoratssitzung am 31.03.2016 die Abwicklung des Studiengang Informationswissenschaften beschließen wird. Zwar gibt es Ansätze Inhalte des Studiengangs in andere Studiengänge einfließen zu lassen, jedoch eine eigenständige Informationswissenschaftliche Lehre wird es an der Heinrich Heine Universität zu Düsseldorf nicht mehr geben. Die Fachschaft äußert sich im Gespräch hierzu skeptisch:

„Es gibt Ideen, wie man die Studieninhalte von Informationswissenschaft erhalten kann, womit wir nicht wirklich einverstanden sind, da ein Nicht-Informationswissenschaftler die Inhalte nicht so gut rüberbringt, als ein Informationswissenschaftler. Genaue Pläne wurden nicht genannt.

Es gab Pläne, dass die Informationswissenschaft zusammen mit anderen Instituten zusammenarbeitet, aber diese Pläne sind gescheitert.“

Blickt man zurück auf die Entwicklungen seit dem Bekanntwerden im Januar 2016, so erscheinen die Studierenden und deren Unterstützer in diesen Gesprächen fast chancenlos, da diese laut Fachschaft zu spät informiert worden sind.

„Wir als Fachschaftsrat hätten nicht gewusst, wie wir dies vorzeitig verhindern können, da das Thema uns aktuell auf den Tisch gelegt wurde, als wir zur Fakultätsratssitzung geladen wurden.“

Die möglichen Folgen der Abwicklung sind bereits in der Fakultätsratssitzung geäußert worden und werden in spätestens zwei Jahren spürbar werden. Hierzu gehören Abwanderungen der Studentenschaft, Dozentenwechsel und Qualitätseinbußen in der Lehre. Die Stern der Informationswissenschaften aus Düsseldorf wird immer mehr an Helligkeit in der Szene verlieren.

 

Was bleibt in der Causa #saveiws ist der geschlossene Protest von Studierenden und zahlreichen Unterstützern aus der Informationswissenschaft und dem professionellen Umfeld.

„Die Unterstützung von unseren Studierende und den Absolventen war super. Ebenso fanden wir die hohe Anzahl der nationalen und internationalen Unterstützerschreiben beeindruckend.“

Open Password wird in weiteren Beiträgen und Kommentaren zum Beschluß in Düsseldorf berichten.