Passsword-Nachrichten – Dienstag, den 19. Januar 2016

Walther Umstätter – Impact Factor – Claudia Juech – Zukunft der Arbeit –
APE 2016 – Silke N. Hartmann – Stephanie Dawson – Peer Reviews –
Open Access – Weltwirtschaftsforum

Briefe

Deutsche Wissenschaft
nicht durch Jagd
auf hohe Impact Factors schwächen

Sehr geehrter Herr Dr. Bredemeier,

zusätzlich zur Argumentation von Elisabeth Simon in PASSWORD online vom 14. Januar, der ich natürlich vollinhaltlich zustimme, würde ich gern drei Argumente verdeutlichen.

1. Große Firmen, die in der Wissenschaft an vorderster Front kämpfen, arbeiten bekanntermaßen so lange betriebsintern, bis sie genügend Vorsprung vor ihren Wettbewerbern haben und es sich leisten können, die neusten Ergebnisse bekannt zu machen und zur allgemeinen Diskussion freizugeben. Da wir aus Untersuchungen in der Wissenschaftsforschung von M. Bonitz (Matthäuseffekt der Länder www.wissenschaftsforschung.de/JB98_231-238.pdf) wissen, dass immer mehr Länder in der Wissenschaft im internationalen Wettbewerb stehen, so wie die großen Firmen, wird es für sie immer interessanter, wichtige Ergebnisse auf ihren Spezialgebieten in der eigenen Muttersprache zu erarbeiten, bevor diese in englischer Sprache als Lingua Franca weltweit zur Disposition gestellt werden.

2. Damit können insbesondere Erkenntnisse entstehen, die sich aus der Logik der deutschen Sprache ergeben und im Englischen beispielsweise nur schwer transparent zu machen sind. So kennen wir in Deutschland nur eine Wissenschaft mit Geistes-, Natur- und Sozialwissenschaft, während im Englischen Arts and Humanities neben den „Two Cultures“, Science und Social Science, in Konkurrenz stehen.

3. Es ist der US-amerikanischen Forschungspolitik durch den Aufbau der Digitalen Bibliothek, mit Biosis, Chemabs, Medlars und insbesondere Scisearch (Impact Factor) sowie durch Google gelungen den Eindruck zu untermauern, dass die USA die unangefochten führende Nation in Wissenschaft und Forschung ist. Auch wenn das in vielen Bereichen durchaus richtig ist, es ist kein Grund, die deutsche Wissenschaft durch die Jagd nach hohen Impact Factors zu schwächen.

MfG Walther Umstätter

Claudia Juech
zur Zukunft der Arbeit

Reshaper Software and Robotics

Freelancer in an uncertain mix
of insecurity and freedom

Wokrer in lower-income countries
in the face of disruptive change

Claudia Juech, langjährige Kooperationspartnerin von Password, frühere Leiterin von DB Research und mittlerweile in die USA ausgewandert, hat in Yahoo Finance die Studie „Zukunft der Arbeit“ besprochen. http://finance.yahoo.com/news/futures-report-illuminates-global-opportunities-163500486.html. Unter anderem schreibt sie:

„Workers everywhere will be affected by accelerating disruptions to the world of work—yet people in different economic positions will be impacted in very different ways, according to The Futures of Work, a groundbreaking new report from Foresight Alliance, a Washington DC-based foresight consultancy. …

Four broad themes emerged from dozens of expert interviews and the review of hundreds of forecasts on the future of work:

• Software and robotics will reshape work in nearly every industry and region—eliminating some jobs, complementing human workers in other jobs, and creating entirely new jobs. Whether machines ultimately take work from people or work alongside them, considerable turmoil is highly likely.
• Flexible and freelance work structures could speed the destruction of conventional jobs, producing an uncertain mix of insecurity and freedom for workers at every level.
• Workers in lower-income countries will need new paths to secure livelihoods in the face of these disruptive changes, as prior development models centered around rural work and manufacturing are losing their relevance.
• New structures, from income guarantees to new kinds of asset ownership, are being proposed to help ensure a positive future for workers. The Futures of Work evaluates many of the most prominent ideas.“

Die wichtigsten Tweets und Links
bis heute abend

APE 2016: Experience as a burden,
flexibility as an asset

APE 2016: 1,9 Milliarden Dollar
für Peer Reviews, aber
nichts kommt bei den Revierwern an

Die schwierige Institutionalisierung
von Open Access

Weltwirtschaftsforum: Jobschwund
durch Roboterisierung und Digitalisierung

Silke N. Hartmann @sinahar: Nothing is permanent except change. Change is accelerating. Experience can be a burden when things change. Flexibility is an asset. #APE2016

Jon Tennant ?@Protohedgehogn – Jon Tennant hat Stephanie Dawson retweetet: Astoundingly inefficient, especially when you remember that about 0% of that goes to the actual referees. #APE2016
Stephanie Dawson @SDawsonBerlin: #ape2016 Catherine Cotton: estimate from STM report: cost of #peerreview 1.9 billion USD

OKF Open Science AG ?@OKScienceDE: Open Access-Beauftragte an deutschen Wissenschaftsinstitutionen – Eine Übersicht http://ift.tt/1RDHAlL

heise online ?@heiseonline: Weltwirtschaftsforum: Roboter und Automatisierung führen zu millionenfachem Jobschwund http://www.heise.de/newsticker/meldung/Weltwirtschaftsforum-Roboter-und-Automatisierung-fuehren-zu-millionenfachem-Jobschwund-3074138.html … #Digitalisierung #Wirtschaft

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