Kritik der Informationswissenschaft IV
Informationswissenschaft
State of the Art
Kritik der Informationswissenschaft (4)
Anmerkungen eines interessierten und besorgten Bürgers mit Common Sense
Von Willi Bredemeier
V. Kritik an den Beiträgen des Readers
Die Kritik an den einzelnen Beiträgen des Tagungsbandreaders wird im Folgenden fortgesetzt und beendet: Rainer Kuhlen (Hrsg.), Information: Droge, Ware oder Commons? – Wertschöpfungs- und Transformationsprozesse auf den Informationsmärkten – Proceedings des 11. Internationalen Symposions für Informationswissenschaft (ISI 2009), Konstanz, 1. – 3. April 2009, Band 50 der Schriften zur Informationswissenschaft, Boizenburg 2009.
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Session 6: Interaktion
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V.2.16 Franz Lehner, Beate Siegel, Interactive Videos - Überblick über den Stand der Entwicklung und Vergleich verfügbarer Autorentools
Beschreibung: Es „wird ein Überblick über aktuelle Arbeiten zur Entwicklung interaktiver Videos (Hypervideos) gegeben. Aufbauend auf Beispielen und möglichen Anwendungsfeldern wird eine Übersicht der existierenden Autorentools zur Entwicklung interaktiver Videos präsentiert.“ Dazu gehört auch das eigene Tool iVI-Pro.
Bewertung: Was die Zusammenfassung verspricht, wird eingelöst. Wie bei Mader/Herget handelt es sich um eine „Verfügbarmachung systematischen Wissens über aktuelle Entwicklungen“ (hier: Autorentools zu interaktiven Videos im Vergleich). Allerdings wird auf aufwendige Datenerhebungen verzichtet und findet auch keine Konstruktion eines Bezugsrahmens statt. Damit werden die Grenzen zu einem Überblicksartikel in einer nicht-wissenschaftlichen Zeitschrift unklar und die Grenzen zwischen wissenschaftlicher und Praxisliteratur verwischt. Solches hätte das Programmkomitee als störend empfinden können.
V.2.17 Markus Heckner, Christian Wolff, Towards Information Seeking and Interaction on the Web
Beschreibung: „…information seeking and interaction have been extended by a social dimension. … This paper focuses on social interactions during the search process by combining a model introduced by Shneiderman (2002) which attempts to describe human motivation for collaboratively using computers with an explorative model for social search by Evans and Chi (2002).“
Bewertung: Es wird nicht erkennbar, was jenseits des Referierens der Ansätze von Shneiderman sowie Evans und Chi herausgekommen ist (Die „Conclusion“ etwa besteht aus zwei Absätzen. Erster Absatz: Worum geht es überhaupt? Der zweite Absatz beginnt: „It remains an open question…“). Im Punkt davor heißt es zum Abschluss: „We argue that the Web 2.0 offers communication tools which can be adapted by future IR systems modelling such search-related communication on the web. Thus a stronger social aspect of search may be re-established.“ Das geht kaum über den Ansatz des Beitrages hinaus. Von hier ausgehend hätten wir uns weitergehende und konkretere Ausführungen gewünscht.
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Session 8: Fachportale – Open Access II
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V.2.18 Werner Dees, Marc Rittberger, Anforderungen
an bibliographische Datenbanken in Hinblick auf szientometrische Analysen am Beispiel der FIS Bildung Literaturdatenbank
Beschreibung: Wissenschaftspolitik und -evaluation fragen verstärkt bibliometrische Informationen nach, aber die Fachinformationsdatenbanken können dieser Nachfrage in ihrer gegenwärtigen Struktur kaum nachkommen. Die Anforderungen an Datenbanken aus bibliometrischer Sicht werden beschrieben. Die Absichten zur Weiterentwicklung von FIS Bildung werden aufgezeigt. Unter anderem soll eine eigene Datenbank mit Merkmalen „editorialischer Qualität“ aufgebaut werden (Art des Review-Verfahrens, Zusammenfassung des Herausgebergremiums, Mehrsprachigkeit der Titel und Abstracts usw.).
Bewertung: Interessante Fragestellungen, ein interessantes Projekt und ein Neuheitscharakter sind gegeben, desgleichen wissenschaftliche und pragmatische Relevanz. Die Defizite einer auf Rankings fixierten Wissenschaftspolitik und die Möglichkeit, dass Peer Reviews nur beschränkt funktionsfähig sind, liegen außerhalb des Scopes dieses Beitrages. Allerdings lässt sich die Kritik einer zu eingeschränkten Perspektive gegen fast alle Beiträge des Tagungsbandreaders erheben.
V.2.19 Joachim Pfister, Thomas Weinhold, Hans-Dieter Zimmermann,
Open Access in der Schweiz, Status quo und geplante Aktivitäten
bei Hochschul- und Forschungseinrichtungen in der Schweiz
Beschreibung: Der Beitrag will einen „Überblick über den aktuellen Stand und geplante Aktivitäten im Breich von Institutional Repositories bei Hochschul- und Forschungseinrichtungen in der Schweiz“ liefern. Im Mittelpunkt steht eine Umfrage unter 27 Einrichtungen. Ein typischer und vollständiger Text zu einer Auswertung lautet so: „Bei den Einrichtungen, die keine Einführung eines Institutional Repositories in den kommenden ein bis zwei Jahren planen, wurde nach den Gründen gefragt, warum dies nicht der Fall ist. Es wurden überwiegend organisatorische Gründe angegeben, gefolgt von finanziellen Gründen und der Angabe, dass andere Arten einer kostenlosen Veröffentlichung von Forschungsergebnissen gewählt wurden“.
Bewertung: Die wissenschaftliche und pragmatische Relevanz des Beitrages ist trotz des gewählten hochpolitischen Themas in Zweifel zu ziehen, weil entgegen der politischen Brisanz des Themas die Darstellung auf technizistische oder auf über alle konkreten Probleme hinweg generalisierende Zusammenhänge eingeengt wird oder nur Ergebnisse außerhalb von Hintergründen und politischen Prozessen erzielt wurden. Was hat der weitere deutschsprachige Raum oder auch nur die Schweiz davon, wenn sie diesen Beitrag lesen? Das ist nicht zu sehen.
V.2.20 Jan Steinberg, Instrumente der Überzeugungsarbeit –
Etablierung des Open-Access an Hochschulen
Beschreibung: Der Autor vom Bibliotheksservice-Zentrum Baden-Württemberg sieht als „herausragende Chance der Hochschulbibliotheken“ die „Nähe zu den Wissenschaftlern an den Hochschulen in Verbindung mit Überzeugungskraft und Kreativität…, um die für den Open Access notwendige qualitative und quantitative Durchdringung zu erreichen.“ Der Beitrag will „mögliche Instrumente zur Etablierung des Open Access an Hochschulen“ benennen. Es werden Gründe für Open Access, Open-Access-nahe Modelle sowie die Hochschulen und Bibliotheken als Handlungsträger thematisiert.
Bewertung: Wenn weitgehend bekannte Positionen um Open Access referiert werden, kann ein Neuheitscharakter nicht gegeben sein. Der Verfasser geht über die Interessentenposition einer Hochschulbibliothek hinaus, indem er zusätzlich die Hochschule als Handlungsträger thematisiert. Dennoch fragt sich, ob die Erwägungen nicht besser in ein Bibliotheksblatt als auf eine informationswissenschaftliche Tagung gehört hätten. Die Erörterungen beschränken sich weitgehend auf die Beschreibung von Maßnahmen, sehen von Interessen, Barrieren, Spezifika von Stakeholdern und weiteren Hintergründen, überhaupt von Menschen als politischen Entscheidungsträgern weitgehend ab und bleiben, soweit sie zu Handlungsempfehlungen kommen, merkwürdig abstrakt. Eine wissenschaftliche Relevanz ist kaum, eine pragmatische nur sehr bedingt gegeben.
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Session 10: Kollaboration, Partizipation
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V.2.21 Christina Bieber, Harald Kraemer, Jens M. Lill, Werner Schweibenz, Museum 2.0? - Zum Einsatz partizipativer Elemente auf Museumspräsenzen im deutschsprachigen Internet
Beschreibung: Die Studie „zum Einsatz von Web 2.0-Elementen auf den Websites von Museen im deutschsprachigen Internet“ entwickelt einen Kriterienkatalog von Web-2-0-Fumktionalitäten und wendet diesen auf eine „Auswahl von Museumsseiten in Deutschland, Österreich und der Schweiz“ an. „Bisher liegt dazu noch keine entsprechende Untersuchung vor“. Ursprünglich sollten deutschsprachige Websites mit jenen in den USA und Frankreich verglichen werden. „Das überraschende Ergebnis der Untersuchung war, dass – mit einer Ausnahme – kein größeres Museum identifiziert werden konnte, das vergleichbar den Institutionen im englischsprachigen Internet eine Vielzahl von Web-2.0-Funktionalitäten auf der Website einsetzt. Im deutschsprachigen Internet werden derzeit meist nur ausgewählte Web-2.0-Elemente eingesetzt – und dies fast ausschließlich ausstellungsbegleitend“. Der Beschreibung dieser Elemente folgt eine Fallstudie zum Städelmuseum, dessen Leitung den Nutzer in der Rolle von Web-2.0-Kuratoren, die eigene Inhalte einbringen, versetzen möchte und anderen Museumsleitungen somit eine Kulturrevolution zumuten will.
Bewertung: Es besteht Exzellenzverdacht, da eine Studie zu einem wichtigen Thema erstmalig durchgeführt und ein bestehender Bezugsrahmen weiterentwickelt wird. Das ursprüngliche Forschungsprogramm wurde weitgehend abgeändert, sobald sich die Autoren von den erzielten Ergebnissen überraschen ließen. Es wird besonderer Augenmerk auf eine Einrichtung gelegt, die den Web-2.0-Einsatz in Museen revolutionär verändern könnte.
V.2.22 Hans Giessen, Primingeffekte in einer Simulation computergestützten kooperativen Arbeitens
Beschreibung: „Der Beitrag beschreibt den Verlauf eines spieltheoretischen Experiments, das auf der Simulation einer „virtuellen Gemeinschaft“ mit Strukturen und Prozessen computergestützten kooperativen Arbeitens beruht. Im Fall der Kontrollgruppe herrschte Anonymität; die „Mitspieler“ kannten sich nicht, sondern arbeiteten lediglich an verteilten Arbeitsplätzen miteinander. … Es hat sich gezeigt, dass sich die Kontrollgruppe insgesamt rationaler und effizienter als die Experimentalgruppe verhalten hat. … Möglicherweise überlagern mithin Primingeffekte (die Notwendigkeit, den sozialen Konsens zu finden und zu halten) die rationale Auseinandersetzung.“
Bewertung: Trotz einer Unmenge spieltheoretischer Experimente und Beiträge scheint die Bedeutung der Spieltheorie eher in der Klärung von Kalkülen zu bestehen, während sich additive Erkenntnisse und Prognosemöglichkeiten angesichts der Kontextabhängigkeit menschlichen Handelns kaum ergeben haben. Von diesem einen Experiment weiß man schon gar nicht, wie stabil die Ergebnisse sind. Selbst wenn die Spieltheorie wissenschaftlich und pragmatisch relevant wäre, es gibt für das hier durchgeführte spieltheoretische Experiment keine Anwendungs- und nicht einmal eine Bezugsmöglichkeit zu konventionellen Themen der Informationswissenschaft. Noch wird versucht, eine solche herzustellen.
V.2.23 Christoph Mandl, Christoph Pfeiffer, Christian Wolff, Partizipative Leitbildentwicklung und Hochschulkommunikation – Eine Fallstudie zum Einsatz sozialer Software am Beispiel der Universität Regensburg
Beschreibung: Zur Entwicklung eines Leitbildes der Universität Regensburg wurde ein Online-Forum als elektronische Diskussionsplattform eröffnet. „Die nachfolgende Übersicht betrachtet nicht den inhaltlichen Aspekt der Leitbildentwicklung im Detail; eine qualitative Bewertung des resultierenden Textes ist nicht Gegenstand dieses Beitrags. Es geht vielmehr um die quantitative Analyse des Kommunikationsverhaltens und die daraus für die Hochschulkommunikation zu ziehenden Konsequenzen.“
Bewertung: Wie kann man über die Entwicklung des Leitbildes einer Hochschule oder auch nur über ein Online-Forum reden, wenn man nicht auf die Inhalte eingeht? Pragmatische Relevanz hat der Beitrag allenfalls in dysfunktionaler Hinsicht. Er gibt Aufschlüsse über eine Geisteshaltung, die Partizipation als Alibiveranstaltung oder Selbstzweck bei gleichgültig bleibenden Inhalten begreift.
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Session 11: Buchwirtschaft, Informationswirtschaft
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V.2.24 Hans-Dieter Zimmermann, Die Digitalisierung der Wertschöpfung auf dem Buchmarkt – Eine systematische Einordnung aktueller Entwicklungen
Beschreibung: „Bisher kaum systematisch analysiert wurden die Entwicklungen auf dem Buchmarkt.“ Die Darstellungen dazu sind „selten sachlich und objektiv und häufig durch den Standpunkt der jeweiligen Autoren geprägt.“ Als Bezugsrahmen für eine systematische Auseinandersetzung schlägt der Verfasser die Entwicklung fluider und netzwerkartiger Strukturen, die Modularisierung der Wertschöpfung, die veränderte Rolle des Nutzers, die Disaggregation traditioneller Produkte in die Elemente Inhalt, Kontext und Infrastruktur sowie den Aufstieg neuer technischer Infrastrukturen wie das WWW und Mobilfunknetze vor. Die Transformation der Wertschöpfung wird beschrieben, indem empirische Beobachtungen ins Framework eingeordnet werden. Im Fazit heißt es: „Häufig sind aktuell beobachtbare Entwicklungen lediglich Einzelfälle – inwieweit sie die Vorboten weitergehender Entwicklungen sind, lässt sich auf Basis der vorliegenden Analyse nicht festmachen.“
Bewertung: Für die von Existenzängsten getriebenen Player auf den Buchmärkten lässt sich kaum ein relevanteres Thema vorstellen. Die Absicht, einen Bezugsrahmen zu entwickeln und unter Einbeziehung aktueller Entwicklungen zu testen, ist aller Ehren wert. Der Nutzen eines Bezugsrahmens erschließt sich allerdings nur, wenn er neue Erkenntnisse ermöglicht hat. Soweit sind wir mit dem hier vorgestellten Framework noch nicht, auch wenn sich viele aktuelle Entwicklungen in ihm einordnen lassen. Kritik daran kann sich allerdings nicht gegen den Verfasser richten. Vielmehr sollte sich diese an die Wissenschaftsgemeinschaft (wegen einer teilweise Auswahl irrelevanter Themen) und die Praxis (wegen der von ihr zum Teil bevorzugten Diskursformen außerhalb systematischer Bezüge) wenden.
V.2.25 Christoph Bläsi, E-Books und die Stakeholder des Buches – Die Auswirkungen der Verbreitung von E-Books v.a. auf die buchhändlerischen Wirtschaftsstufen
Beschreibung: Die früheren Diskussionen zu E-Books „können auf die aktuelle Situation nicht angewandt werden. … Zu den herausgehobenen Stakeholdern des Buches zählen – an den beiden Enden der buchhändlerischen Wertschöpfungskette – die Autoren und die Leser. Ich vertrete die These, dass diese beiden Anspruchsgruppen von einer Verbreitung von E-Books nicht nennenswert betroffen sind.“ Für die Verlage ergeben sich eher kleinere Komplizierungen. „Wirklich grundlegende Auswirkungen einer Verbreitung von E-Books (sind) wahrscheinlich nur für den (stationären) Buch(einzel)handel“ zu erwarten.
Bewertung: Der Autor lässt im Rahmen einer Stakeholder-Analyse tatsächlich handelnde Interessengruppen auftreten, formuliert für sie zukunftsbezogene falsifizierbare Thesen und kommt zu Ergebnissen, die mit der bisherigen Diskussion, soweit vorhanden, nicht übereinstimmen. Diese werden plausibel und differenziert begründet. Es handelt sich um einen weiterführenden Beitrag, der mit Genuss zu lesen ist.
V.2.26 Karin Ludewig, Das Wissensobjekt im Zeitalter seiner digitalen Produzierbarkeit – Bericht über den aktuellen Stand der (juristischen) Auseinandersetzung um Urheber, Verwerter und User von Informationen
Beschreibung: Gegenstand ist das europäische Urheberrecht und die Politik der Europäischen Kommission. Der „innere Zwiespalt“ des Urheberrechts (Förderung geistiger Produktionen, freie Verbreitung von Informationen) und die Notwendigkeit, „eine Ausgewogenheit von Urhebern und Nutzern von geistigen Produkten bzw. Wissensobjekten zu gewährleisten“, wird genannt. Im Folgenden wird jedoch von einer „prinzipiellen Asymmetrie“ zugunsten der Urheberinteressen ausgegangen. Bibliotheks- und gleichgelagerte Verbände werden zustimmend zitiert, desgleichen das „Aktionsbündnis Urheberrecht für Bildung und Wissenschaft“ des Herausgebers dieses Tagungsbandes. Die Autorin kommt aus dem gleichen Konstanzer Fachbereich. Die Bedeutung des Individuums für die Textproduktion und damit das Urheberrecht werden grundsätzlich relativiert, beispielsweise so: „Heute sind Originale und Kopien ununterscheidbar geworden; nahtlos gehen Lesen und Schreiben und Publizieren, Konsumption und Produktion und Verbreitung ineinander über, wenn Texte und/oder Kunstwerke mit Tools des Web 2.0 kollaborativ erstellt werden. ... Walter Benjamin hat schon 1936 des Ende des auratischen Kunstwerks begrüßt, Michel Foucault 1969 den Tod des (literarischen) Autors konstatiert, und allenthalben ist vom Ende des Subjekts in der Postmoderne geschrieben worden. Dies sind keine intellektuellen Begriffsspielereien. Es entspricht ihnen eine unbestreitbare, durch die technische Entwicklung geförderte Tendenz in der Realität“.
Bewertung. So schlimm ist es um die argumentativen Positionen von Bibliotheken und Wissenschaftsproduzenten nicht bestellt, dass sie eines Interessentenvertreter sogar auf einer wissenschaftlichen Tagung bedürften und nicht einmal dessen Positionen von einem Verlagsvertreter relativiert werden durften. Ein weiterführender Beitrag hätte anstelle des „ewigen Schlagabtausches“ zwischen Interessenten von der Frage ausgehen können, wie der Interessenausgleich zwischen Urheber und Nutzern von Wissen beschaffen sein kann. Das ist eine Position, die im polarisierten Streit um die Urheberrechte leider untergegangen ist. Oder die Verfasserin hätte ihre intellektuell anregende These, dass das Urheberrecht und sogar der individuelle Anteil an Textproduktionen obsolet (geworden) ist, nicht nur beschwörend behauptet und mit ein paar Literaturstellen von Klassikern garniert, sondern erörtert. Die These im Fazit stimmt nicht, wie bereits aus der extremen Polarisierung zwischen Produzenten und Konsumenten im Web 2.0 hervorgeht. Vielmehr hat die Autorin eine Existenzaussage („Es gibt Fälle, in denen…“) mit einem allgemein geltenden Zusammenhang verwechselt. Es gibt nämlich Fälle, in denen die graue Empirie wahrer ist als die farbigste Theorie.
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Session 12: Ausbildung, E-Learning I
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V.2.27 Isabella Peters, Sonja Gust von Loh, Katrin Weller, Multimediale und kollaborative Lehr- und Lernumgebungen in der akademischen Ausbildung
Dieser Beitrag wurde aus der Bewertung genommen, da es sich bei zweien der drei Verfasser um regelmäßig für Password schreibende Autorinnen handelt.
V.2.28 Nina Heinze, Informationskompetenz: mehr als die Nutzung von Informationen – Defizite, Bedeutung und Förderung von Informationskompetenz im Hochschulstudium
Beschreibung: Es werden Definitionen und Bestandteile von Informationskompetenz wiedergegeben. In einer Umfrage der Universität Augsburg zeigte sich, dass den Studierenden ein „einseitiges und wenig komplexes Rechercheverhalten“ eigen war. In einem Projekt zur Förderung von Informationskompetenz wurde ein Lehr-/Lernarrangement aus drei Bausteinen entwickelt (Online-Ressource, Kurse im Regelstudium, Tutoriumsangebot).
Bewertung: Die Ergebnisse der Umfrage sind aus Scharen anderer Umfragen bekannt. Das Lehr-/Lernarragement wird auf weniger als einer Seite beschrieben. Das heißt, als die Lektüre interessant zu werden verspricht, ist der Beitrag am Ende. Praktisch wird fast nur das angeführt, was man für ein Projekt zur Förderung von Informationskompetenz vorbereiten musste, und selbst das bleibt, sobald man bei den Ergebnissen angekommen ist, weitgehend deskriptiv.
V.2.29 Kirsten Scherer Auberson, Sonja Hierl, Lässt sich ein Zuwachs an Informationskompetenz messen?
Beschreibung: Die Verfahren zur Messung von Informationskompetenz beziehen sich meistens auf einen Zeitpunkt. „Eine umfassende Literaturanalyse im deutsch- und englischsprachigen Raum hat ergeben, dass allgemein nur relativ wenig Literatur direkt zur Zuwachsmessung von Informationskompetenz existiert.“ Eine solche Messung wäre erforderlich, wenn man den Erfolg von Maßnahmen zur Steigerung der Informationskompetenz evaluieren will. „Herkömmliche Verfahren zur Zuwachsmessung sind … größtenteils unzulänglich oder müssen adaptiert werden.“ Es wird ein „Framework zur Konzeption eines Verfahrens zur IK-Zuwachsmessung“ entwickelt.
Bewertung: Die Relevanz des Themas wird nicht bestritten. Gleichwohl handelt es sich um ein Nischenthema. Auch ist es nicht die erste Veröffentlichung von Scherer Auberson zu diesem Thema. Gleichwohl nähert sie sich ihrer Aufgabe nur statt sich ihr zu stellen. Warum, um Himmels willen, nutzt die Verfasserin nicht ihr eigenes Framework, um ein Verfahren zu konzeptualisieren und dieses zu testen? Verfahrenskonstruktionen sind ein Handwerk und ergeben sich ebenso aus Learning by doing wie aus konzeptionellen Vorüberlegungen.
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Session 13: Ausbildung, E-Learning II
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V.2.30 Sabine Jeschke, Nicole Natho, Olivier Pfeiffer, Christian Schröder, Moderne Studienreform – GALILEA und der Bachelorstudiengang „Naturwissenschaften in der Informationsgesellschaft“
Beschreibung: Ein Hauptziel des genannten Studienganges, einem „Studium Generale der Naturwissenschaften“, „ist die Erhöhung des Anteils weiblicher Studierender in einem naturwissenschaftlichen Studiengang.“ „Die Struktur dieses Studiengangs mit seinem multidisziplinären Inhalt kommt besonders den Präferenzen von Frauen entgegen. Die enge Verbindung zwischen Theorie und Experiment wird klar herausgestellt und zusätzliche Möglichkeiten zum Experiment werden angeboten, z.B. mit Online-remote-Experimenten.“ Der Aufbau des Studienganges wird auf 1 ½ Seiten beschrieben.
Bewertung: Der Studiengang wird rein deskriptiv beschrieben und zwar so, als ob es um einen Antrag auf öffentliche Förderung oder um einen Arbeitsnachweis in einer bürokratischen Akte und nicht um einen wissenschaftlichen Beitrag ginge. Was sind die besonderen Präferenzen der Frauen in den Naturwissenschaften? Gibt es sie überhaupt und wenn ja, wie sehen sie kontextbezogen und kontextunabhängig aus? Voraussetzungen, Hintergründe und Erfahrungen mit dem Studiengang werden nicht mitgeteilt, dafür ein kaum lesbarer Studienverlaufsplan wiedergegeben. Das ist angesichts des gewählten Themas besonders schade.
V.2.31 Achim Oßwald, Dagmar Otto, Niklaus Stettler, Qualitätssicherungsstrategie für kooperativ erstellte E-Learning-Kurse – Entwicklung einer iterativen Strategie am Beispiel des nestor-initiierten
E-Tutorials zum Thema Langzeitarchivierung digitaler Objekte
Beschreibung: Qualitätssicherungsmaßnahmen und -kriterien zu E-Learning-Materialien sind extrem heterogen und gehen nicht von einem einheitlichen Qualitätsbild aus. Noch berücksichtigen sie die Rahmenbedingungen und Anforderungen kooperativer Produktionsprozesse. Für die Erarbeitung von E-Learning-Materialien für das Langzeitarchivierungsprojekt Nestor werden diverse Qualitätssicherungssysteme und die dabei herangezogenen Kriterien auf ihre Eignung geprüft. Ein Ergebnis lautet, dass vor allem der Qualität des Produktes, nicht aber der Qualität des Erstellungsprozesses ausreichend Rechnung getragen wird. Eine eigene Lösung für kooperative Produktionsprozesse unter besonderer Berücksichtigung der Definierung von Prozessen und einer Überprüfung von Zwischenprodukten wird entwickelt. Die dabei gemachten Erfahrungen werden mitgeteilt. Erfahrungen während des Experimentes führten zu zusätzlichen Maßnahmen.
Bewertung: Eine Erweiterung des geltenden Bezugsrahmens zur Qualitätssicherung von E-Learning-Materialien wird mit dem Entwicklungsprozess als neue zentrale Kategorie vorgeschlagen, so dass ein Neuheitscharakter gegeben ist. Mit der Entwicklung und Erprobung eines Tools für eine komplexe Aufgabe ist wissenschaftliche und pragmatische Relevanz gegeben. Man hätte sich allerdings konkretere auf die Inhalte der Materialien bezogene Beispiele gewünscht.
V.2.32 Joachim Griesbaum, Wolfgang Semar, Ralph Kölle, E-Learning 2.0? – Diskussionspunkte auf dem Weg zu einer neuen Informations- und Kommunikationsinfrastruktur in der Hochschulausbildung
Beschreibung: Mit dem Beitrag soll es ausdrücklich nicht primär darum gehen, „lernförderliches Potenzial für Ausbildungsprozesse“ an der Hochschule zu mobilisieren. Vielmehr soll Social Software dazu genutzt werden, „hochschulweit Informations- und Kommunikationsinfrastrukturen aufzubauen, welche möglichst alle Hochschulangehörigen miteinander vernetzt“. Es gilt, „E-Learning 2.0 im Sinne eines partizipativ-kooperativen Wissensmanagements im Kontext der Hochschulausbildung zu verorten.“ Die „konzeptionelle Umsetzung“ des Vorhabens gerät in Teilen zu einer Defizitanalyse bestehender Lösungen. Typische Sätze unter „Realisierungsperspektiven“ lauten: „Hier werden im Wesentlichen zwei Fragestellungen sichtbar: erstens die der technischen Implementierung und zweitens die Art und Weise der organisatorischen und administrativen Umsetzung. Beide Aspekte können nicht getrennt betrachtet werden, sondern sind in vielfältiger Weise miteinander verknüpft.“
Bewertung: Es wird nicht begründet, warum alle Hochschulangehörigen miteinander vernetzt werden sollen, obgleich deren Wissenserwerb nach Fachrichtungen, Semestern und Themen notwendigerweise hochgradig spezialisiert ist. Es sei denn, im allgemeinen Netzwerk würden faktische „Lerninseln“ entstehen, ein Ansatz, der von den Autoren abgelehnt wird. Der Satz zur „Verortung von 2.0“ ist wie viele andere Sätze unklar formuliert. Die Beschränkung auf „Diskussionspunkte“ und „Realisierungsperspektiven“ (anstelle einer tatsächlichen Umsetzung) werden nicht legitimiert, indem diese in den Titel und eine Zwischenüberschrift des Beitrages erscheinen. Am Ende der Lektüre weiß der von diffusen Aussagen irritierte Leser nicht, was mit dem Beitrag herauskommen sollte.
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Doktoranden-Vorträge
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V.2.33 Carola Carstens, Ontology Based Query Expansion – Retrieval Support for the Domain of Educational Research: nur Darstellung eines Konzeptes, nichts zu seiner Bewährung. – V.2.34 Philip Mayr, Bradfordizing effects: Resultate auf zwei Drittel Seiten, die schon wegen ihrer Kürze für einen Outsider nicht zu verstehen sind. Verdacht der Irrelevanz – V.2.35 Julia Maria Schulz, Crosslinguales Produktretrieval – Sentimentanalyse und Extraktion von Produkteigenschaften: nur Darstellung eines Konzeptes, nichts zu seiner Bewährung.
V.2.36 Catherine Doldirina, Commons as a Legal Basis for a Broader Access to
Remote Sensing Data
Beschreibung: Sollen Satelliten-Daten frei verfügbar sein (US-Ansatz) oder unter den Schutz vor Urheberrechten fallen (europäische Länder, zum Beispiel Deutschland)? Rohdaten sollten auf jeden Fall frei verfügbar sein. Für die weiteren Daten betont die Autorin die Bedeutung eines „balanced approach to the regulation of access to, distribution and use of remote sensing data. Its aim should not be the protection of data producers alone, but also recognition of legitimate users´ interests, as information requires an audience to become usable and useful knowledge. … The right of access would not deny the legitimate protection that data may enjoy, but would create a fair playing field for different actors.“
Bewertung: Es handelt sich um eine differenzierte Erschließung eines neuen zunehmend wichtigeren Themenfeldes mit wissenschaftlicher und pragmatischer Relevanz.
V.2.37 Matthias Görtz, The Role of Social Software for On-the-job Competence Development of Young Professionals: nur Darstellung eines Konzepts, nichts zu seiner Bewährung. In der Zusammenfassung wird die Hypothese aufgestellt, „dass das Informationsverhalten und die Kompetenzentwicklung von Young Professionals ein entscheidendes Potenzial für den betrieblichen Einsatz von Web-2.0-Technologien bietet.“ Was denn sonst? – V.2.38 Karin Karlics: Informationsmanagement-Tätigkeiten in nationalen Volkswirtschaften – Eine Analyse des Informationssektors in Österreich: nur Darstellung eines Konzeptes, nichts zu seiner Bewährung. – V.2.39 Anke Reinhold, Qualitätsbeurteilung semantischer Wikis in der Fachinformation – Informationsqualität und Usability am Beispiel eines Educational Resources Clearinghouse: nur Darstellung eines Konzeptes, nichts zu seiner Bewährung.
V.2.40 Arne Berger, User Satisfaction through Customization – Ein integrativer Ansatz
Beschreibung: „Ich möchte beweisen, dass individualisierbare und individualisierte Mensch-Maschine-Schnittstellen zu höherer Zufriedenheit (User Satisfaction), höherer Freude (Joy of Use) und besseren Ergebnissen (Quality of Work) im Umgang mit ihnen führen. ... Zudem möchte ich eine Anwendung in der Praxis zeigen und deren Erfolg bewerten. … Aktuell erarbeite ich hier ein adaptives Interface für Annotation und Retrieval multimedialer Daten … Am Ende des Projektes bleibt es zu untersuchen, in wieweit die erfolgreich evaluierten Thesen als Antworten auf offene Fragen zur Nutzerzufriedenheit durch Anpassbarkeit dienen können und inwieweit sie zusammengenommen zu einem größeren Ganzen taugen.“
Bewertung: Es wird gleichfalls ein Konzept vorgestellt, das weit vor seiner Bewährung steht. Allerdings handelt es sich um ein frisch vorgetragenes ungewöhnliches anspruchsvolles mutiges und sympathisches Projekt. Wer wäre nicht dafür, mehr Schönheit und Lust in unsere PC-Welt zu bringen und wer wäre dagegen, wenn Freude und Effizienz Hand in Hand gingen?
V.2.41 Stefanie Götzfried, Evaluation von Software-Innovationsprojekten: nur Darstellung eines Konzepts. Die Ergebnisse werden auf einem kaum lesbaren Poster abgebildet. – V.2.42 Saskia-Janina Kepp, Adptives Feedback zur Unterstützung in kollaborativen Lernumgebungen: nur Darstellung eines Konzepts, nichts zu seiner Bewährung. – V.2.43 Elisabeth Platzer, Nutzerakzeptanz von Mobilfunkdiensten – Besonderheiten, emotionale Faktoren und Situationskontext im Technologie Akzeptanz Modell: nur Darstellung eines Konzepts, nichts zu seiner Bewährung.
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Posterpräsentationen
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V.2.44 Heike vom Orde, Consult – Submit – Connect – The International Information Literacy Resources Directory „InfoLit GLOBAL“: deskriptive Hinweise auf ein Produkt. – V.2.45 Christoph Schindler, Informationspraxen in der Bildungsforschung – Ethnographische Fallstudien zur Gestaltung von Informationsinfrastrukturen: nur Darstellung eines Konzepts, nichts zu seiner Bewährung.
V.2.46 Ralph Kölle, Multi-Agenten-Systeme im persönlichen Informationsmanagement – Unterstützung wissenschaftlicher Mitarbeiter durch verteilte elektronische Assistenten
Beschreibung: Für das persönliche Informationsmanagement wird ein Mailagent, ein Terminagent und ein Klausuragent herangezogen. Ein Beispiel, die Organisation einer Klausur, wird ausführlicher dargestellt.
Bewertung: Es wird nicht ersichtlich, warum ein wissenschaftlicher Mitarbeiter für die einfachen organisatorischen Arbeiten zur Vorbereitung einer Klausur einen Agenten benötigt.
V.2.47 Jakob Voß, Andreas Hotho, Robert Jäschke, Mapping Bibliographic Records with Bibliographic Hash Keys: deskriptive Hinweise auf ein Tool. – V.2.48 Maximilian Stempfhuber, Benjamin Zapilko, Einbindung von Primärdaten in Digitale Bibliotheken. Noch ein GESIS-Beitrag. Siehe die Bewertungen oben.
V.2.49 Oliver Hopt, QDDS III: Ein Werkzeug zur Dokumentation von Fragebögen für Wissenschaftler und Datenarchive
Beschreibung: „QDDS III ist die erste frei verfügbare Software zur Fragebogenentwicklung, die eine Dokumentation des gesamten Entwicklungsprozesses vom Beginn bis zur finalen Version ermöglicht.“
Bewertung: Noch ein GESIS-Beitrag, hier mit deskriptiven Hinweisen auf eine Software. Es fragt sich, wozu man unverbindliche Fragebogenversionen aufbewahren soll und sogar eine spezielle Software für sie benötigt.
V.2.50 Wiebke Oeltjen, Repositorien, Dokumentenserver und Archive auf der Basis von MyCoRe: deskriptive Hinweise auf eine Software. – V.2.51 Jürgen Reischer, OntoNet – a WordNet-based Lexicon Browser and Editor: nochmals deskriptive Hinweise. – V.2.52 Susanne Pillay, Thomas Sporer, betacampus – Förderung des campusweiten Innovationsprozesses durch einen Wettbewerb: beschreibende Darstellung eines Wettbewerbs an der Universität Augsburg. – V.2.53 Anton Köstlbacher, Information Management in a Neurochemical Laboratory: deskriptive Hinweise auf eine Software.
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Studentenpräsentation (Abstracts)
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V.2.54 Sarah Will, Florian Meier, Designgeschichte der Web-Interfaces – Analyse der Evolution struktureller Aspekte des Webdesigns mithilfe des „Internet Archive“
Vollständige Wiedergabe der Zusammenfassung: „Das vorliegende Paper stellt die Konzeption und die Ergebnisse einer im Rahmen eines Projektseminars im Fach „Informationswissenschaft“ an der Universität Regensburg durchgeführten Studie vor, die es sich zum Ziel gesetzt hat, die Entwicklung von Web-Interfaces seit 1996 auf der Basis des Webseiten-Archivs „Internet Archive“ empirisch zu untersuchen und somit signifikante Entwicklungen aufzuzeigen. Präsentiert werden sollen sowohl die Durchführung der Studie, welche die Konzeption der Untersuchungsmodelle für Web-Interfaces sowie die eigentliche Evaluation umfasst, als auch die daraus gewonnenen Erkenntnisse.“
Bewertung: Der Abstract ist weitgehend inhaltsleer. Was soll man mit ausschließlichen Metainformationen in einem Tagungsbandreader anfangen?
V.2.55 Monika Podolecheva, Facebook
Beschreibung: Es soll erhoben werden, welche informationellen Mehrwerte von Facebook zu seiner weitverbreiteten Nutzung geführt haben. „Dabei versuchen wir eine geeignete Parametrisierung dieser Mehrwerte zusammen mit der entsprechenden Skalierung darzustellen. …. Die Information, die über Facebook ausgetauscht wird, kann für die Nutzer als Commons gesehen werden – für die Wirtschaft als Ware. Aufgrund dessen Häufigkeit kann der Informationsaustausch als Droge gesehen werden. … Dazu werden kurz folgende Punkte diskutiert: Leistungsmodell, Erlösmodell, Finanzierung, Umsatz und Gewinnerwartung.“
Bewertung: Das ist ein anspruchsvolles Arbeitsprogramm, das man gern elaboriert gelesen hätte. Es ist der einzige Text, in dem das angebliche Leitmotiv der Tagung vollständig angegeben wird.
V.2.56 Markus Fuchs, Der FoxTagger – Ein Part-of-Speech-Tagger für das Englische mit Mehrwertterm-Erkennung: Wäre wohl auch in ausgeführter Form lediglich eine Produktbeschreibung geworden.
Schluss folgt
