Password-Nachrichten - Mittwoch, den 20. Januar 2016

APE – Open Access – Relevanz der Wissenschaften – Common Sense – DLD – Whatsapp – Netflix – YouTube – Airbnb – EU – Instagramm – Recht auf Vergessen – Iconic Turn – SUMA – Suchmaschinen – FAIL! – Davos – UK – Trustbarometer

Academic Publishing
in Europe

Nur 13% aller wissenschaftlichen
Publikationen sind Open Access

Dabei hätten wir genügend Geld

A too commodified view
of the societal relevance of science?

Alexander Grossmann ?@SciPubLab: Only 13% of scientific publications are #openaccess (representing 4% of budget w/o hybrid) says R. Schimmer #APE2016

ScienceOpen ?@Science_Open: If we spend about €8-10 billion each year on partial access via subscriptions, there’s definitely money to use for #openaccess #APE2016

Kontra_psiyon ?@twig2noise: The discussion at #ape2016 focusses on efficiency, #ROI, and numbers. This is a very commodified view of the societal relevance of science.

semantico @semantico: There are no rules which take priority over common sense, says Jan-Peter Wissink – I agree! #APE2016

Eine ausführliche Berichterstattung zur APR 2016 folgt.

Digital, Life, Design

Netflix: „Tage des linearen TV
sind gezählt“

„Iconic Turn“: Bilder werden
unsere neue Sprache
und sind kulturübergreifend

Innovationskonferenz DLD (Digital, Life, Design) mit 1.500 internationale Gästen und 150 Referenten im Münchner HVB-Forum. DLD sei im zwölften Jahr zu einem Ökosystem rund um den digitalen Wandel gewachsen, erklärte DLD-Gründerin und -Geschäftsführerin Steffi Czerny.

Whatsapp will seinen Dienst rund um die Welt wieder kostenlos anbieten. Das erklärte Gründer Jan Koum. Vor zwei Jahren schloss Whatsapp den Milliarden-Deal mit Facebook. Dieser Verkauf habe Whatsapp Wachstum ermöglicht, die Nutzerzahl habe sich verdoppelt. Dennoch arbeite man noch immer unabhängig „wie ein Start-Up“.

Netflix-Gründer Reed Hastings sagte, die Tage des linearen Fernsehens seien gezählt. „Menschen möchten heute auf jeglichem Screen schauen können, personalisiert.
Und sie möchten eine Applikation, die sich konstant weiterentwickelt und verbessert.“ Mit seinen neuen Shows habe der Streaming-Anbieter internationale Anerkennung gefunden.
Ziel sei die weitere globale Expansion – „mit Geduld“ auch in Länder wie China. Robert Kyncl, Chief Business Officer bei Youtube, gab bekannt, dass jede Minute 400 Stunden Video-Material auf der Plattform hochgeladen werden. Zwanzig Millionen Youtube-Kanäle
monetarisierten ihre Bewegtbild-Inhalte über Verträge mit YouTube

Airbnb-Gründer Nathan Blecharczyck hob die Bedeutung des europäischen Marktes hervor. Mehr als die Hälfte der Umsätze würden hier gemacht. Besonders wichtig sei Deutschland.

Die EU-Kommissarin für Wettbewerb Margrethe Vestager sprach sich für einheitliche Regeln aller Unternehmen in Europa aus und plädierte für das „Recht auf Vergessen“: „Für Menschen ist es wichtig, dass sie die Möglichkeit haben, auch in der digitalen Welt ihre Spuren verwischen zu können, oder sie freizugeben, je nachdem was ihnen wichtig ist.“

Marne Levine, Chief Operating Officer von Instagram, sprach über den „Iconic Turn“. Bilder würden unsere neuen Worte, sogar unsere neue Sprache werden. Denn „Bilder lösen die
gleichen Emotionen aus, kulturübergreifend.“ Die mobile Nutzung würde dies noch befeuern.

Brief von SUMA

Ein Etappensieg, nicht mehr.

Muss der SUMA-EV
bald für nicht Beabsichtigtes haften?

„Einen Etappensieg konnte der SUMA-EV beim Landgericht Hannover erzielen. Das Gericht hat die Eilbedürftigkeit des Anliegens abgewiesen und die Klägerin zur Übernahme der Kosten verpflichtet. Die klagende Anwältin fordert, das Recht auf Vergessen auch auf Assoziationen zu beanstandeten Begriffen, beispielsweise Namen, auszuweiten …

Damit würde der Betrieb von Suchmaschinen unkalkulierbaren Risiken ausgesetzt. Schließlich sind die Zahl der Tippfehler oder Abweichungen von Originalbegriffen unübersehbar.

SUMA-EV ist Betreiber der Suchmaschine MetaGer… Das Gericht lehnt die Klage nur aufgrund mangelnder Eilbedürftigkeit ab; eine Entscheidung in der Sache liegt nicht vor. Wenn die Klägerin in die Berufung oder ins Hauptverfahren geht, dann kann das Verfahren auch ganz anders ausgehen. Eine Entscheidung gegen MetaGer würde den Betrieb aller
Suchmaschinen in Deutschland gefährden. Das Internet in Deutschland wäre
kaum mehr nutzbar, die Digitale Agenda wäre Makulatur.“

SUMA e.V. Hannover

Die wichtigsten Tweets und Links
bis heute abend

Workshop: Was in
der Social-Media-Forschung
nicht funktionierte

Was von Davos zu erwarten ist

UK-Berufungsgericht urteilt:
Journalismus ist kein Terrorismus

Mehr Vertrauen in Online,
weniger Vertrauen in Print

Katrin Weller ?@kwelle: #fail2016: our 3. workshop „FAIL! Things that didn’t work out in social media research“ has been accepted at #icwsm https://failworkshops.wordpress.com/fail-at-icwsm-16/ …

FT Video ?@ftvideo: What to expect at Davos 2016 #WEF16 #Davos

Edward Snowden ?@Snowden: Edward Snowden hat David Miranda retweetet – Huge: Appeals Court rejects UK’s effort to criminalize an act of journalism as „terrorism.“ https://pbs.twimg.com/media/CZFBZmSVIAA4yDa.png …

MEEDIA ?@MEEDIA: Trustbarometer: mehr Misstrauen gegenüber klassischen Medien, mehr Vertrauen in Online-Medien http://meedia.de/2016/01/19/trustbarometer-mehr-misstrauen-gegenueber-klassischen-medien-mehr-vertrauen-in-online-medien/ …

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Passsword-Nachrichten - Dienstag, den 19. Januar 2016

Passsword-Nachrichten – Dienstag, den 19. Januar 2016

Walther Umstätter – Impact Factor – Claudia Juech – Zukunft der Arbeit –
APE 2016 – Silke N. Hartmann – Stephanie Dawson – Peer Reviews –
Open Access – Weltwirtschaftsforum

Briefe

Deutsche Wissenschaft
nicht durch Jagd
auf hohe Impact Factors schwächen

Sehr geehrter Herr Dr. Bredemeier,

zusätzlich zur Argumentation von Elisabeth Simon in PASSWORD online vom 14. Januar, der ich natürlich vollinhaltlich zustimme, würde ich gern drei Argumente verdeutlichen.

1. Große Firmen, die in der Wissenschaft an vorderster Front kämpfen, arbeiten bekanntermaßen so lange betriebsintern, bis sie genügend Vorsprung vor ihren Wettbewerbern haben und es sich leisten können, die neusten Ergebnisse bekannt zu machen und zur allgemeinen Diskussion freizugeben. Da wir aus Untersuchungen in der Wissenschaftsforschung von M. Bonitz (Matthäuseffekt der Länder www.wissenschaftsforschung.de/JB98_231-238.pdf) wissen, dass immer mehr Länder in der Wissenschaft im internationalen Wettbewerb stehen, so wie die großen Firmen, wird es für sie immer interessanter, wichtige Ergebnisse auf ihren Spezialgebieten in der eigenen Muttersprache zu erarbeiten, bevor diese in englischer Sprache als Lingua Franca weltweit zur Disposition gestellt werden.

2. Damit können insbesondere Erkenntnisse entstehen, die sich aus der Logik der deutschen Sprache ergeben und im Englischen beispielsweise nur schwer transparent zu machen sind. So kennen wir in Deutschland nur eine Wissenschaft mit Geistes-, Natur- und Sozialwissenschaft, während im Englischen Arts and Humanities neben den „Two Cultures“, Science und Social Science, in Konkurrenz stehen.

3. Es ist der US-amerikanischen Forschungspolitik durch den Aufbau der Digitalen Bibliothek, mit Biosis, Chemabs, Medlars und insbesondere Scisearch (Impact Factor) sowie durch Google gelungen den Eindruck zu untermauern, dass die USA die unangefochten führende Nation in Wissenschaft und Forschung ist. Auch wenn das in vielen Bereichen durchaus richtig ist, es ist kein Grund, die deutsche Wissenschaft durch die Jagd nach hohen Impact Factors zu schwächen.

MfG Walther Umstätter

Claudia Juech
zur Zukunft der Arbeit

Reshaper Software and Robotics

Freelancer in an uncertain mix
of insecurity and freedom

Wokrer in lower-income countries
in the face of disruptive change

Claudia Juech, langjährige Kooperationspartnerin von Password, frühere Leiterin von DB Research und mittlerweile in die USA ausgewandert, hat in Yahoo Finance die Studie „Zukunft der Arbeit“ besprochen. http://finance.yahoo.com/news/futures-report-illuminates-global-opportunities-163500486.html. Unter anderem schreibt sie:

„Workers everywhere will be affected by accelerating disruptions to the world of work—yet people in different economic positions will be impacted in very different ways, according to The Futures of Work, a groundbreaking new report from Foresight Alliance, a Washington DC-based foresight consultancy. …

Four broad themes emerged from dozens of expert interviews and the review of hundreds of forecasts on the future of work:

• Software and robotics will reshape work in nearly every industry and region—eliminating some jobs, complementing human workers in other jobs, and creating entirely new jobs. Whether machines ultimately take work from people or work alongside them, considerable turmoil is highly likely.
• Flexible and freelance work structures could speed the destruction of conventional jobs, producing an uncertain mix of insecurity and freedom for workers at every level.
• Workers in lower-income countries will need new paths to secure livelihoods in the face of these disruptive changes, as prior development models centered around rural work and manufacturing are losing their relevance.
• New structures, from income guarantees to new kinds of asset ownership, are being proposed to help ensure a positive future for workers. The Futures of Work evaluates many of the most prominent ideas.“

Die wichtigsten Tweets und Links
bis heute abend

APE 2016: Experience as a burden,
flexibility as an asset

APE 2016: 1,9 Milliarden Dollar
für Peer Reviews, aber
nichts kommt bei den Revierwern an

Die schwierige Institutionalisierung
von Open Access

Weltwirtschaftsforum: Jobschwund
durch Roboterisierung und Digitalisierung

Silke N. Hartmann @sinahar: Nothing is permanent except change. Change is accelerating. Experience can be a burden when things change. Flexibility is an asset. #APE2016

Jon Tennant ?@Protohedgehogn – Jon Tennant hat Stephanie Dawson retweetet: Astoundingly inefficient, especially when you remember that about 0% of that goes to the actual referees. #APE2016
Stephanie Dawson @SDawsonBerlin: #ape2016 Catherine Cotton: estimate from STM report: cost of #peerreview 1.9 billion USD

OKF Open Science AG ?@OKScienceDE: Open Access-Beauftragte an deutschen Wissenschaftsinstitutionen – Eine Übersicht http://ift.tt/1RDHAlL

heise online ?@heiseonline: Weltwirtschaftsforum: Roboter und Automatisierung führen zu millionenfachem Jobschwund http://www.heise.de/newsticker/meldung/Weltwirtschaftsforum-Roboter-und-Automatisierung-fuehren-zu-millionenfachem-Jobschwund-3074138.html … #Digitalisierung #Wirtschaft

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