Nachrichten - Donnerstag, den 11. Februar 2016

Password-Kommentar – Mittwoch, 10. Februar 2016

Informationswissenschaft – Informationswissenschaft Düsseldorf

Die Informationswissenschaft
nach dem Abwicklungsbeschluss in Düsseldorf:

Trauen sich die Deutschen keine
Wettbewerbsfähigkeit mehr
an den Forschungsfronten zu?

Von Amanda Schwarm

Sollten wir die Weisheit und Weitsicht des Fakultätsrates der Philosophischen Fakultät in Düsseldorf nicht bewundern und loben? Die unbegründete Schließung der Informationswissenschaft mit eindeutiger Mehrheit für den Bereich, aus dem am wenigsten Widerstand entstehen konnte, hatte den großen Vorteil, dass sie schon eine einfache informationskompetente Recherche vermied. Diese hätte gezeigt, dass es im Informationszeitalter kaum eine wichtigere Wissenschaft als die Informationswissenschaft geben kann.

Ansonsten weiß die Wissenschaftsforschung seit einem halben Jahrhundert (Derek J. De Solla Price: Little Science, Big Science 1963), dass sich die Zahl der Wissenschaftler in der Welt seit Jahrhunderten etwa alle zwanzig Jahre verdoppelt. Daraus lässt sich leicht extrapolieren, dass die Hochschulen diese Wachstumsrate in absehbarer Zeit mitmachen müssen. Natürlich wollen das viele nicht wahrhaben, die von geistiger Elite schwärmen, das ändert aber nichts an den Fakten. Nun ist ein solches Wachstum mit veralteten Lehrmethoden selbstverständlich nicht bezahlbar. Insofern hat die New York Times schon 2012 zum Jahr der Massive Open Online Courses (MOOCs) ausgerufen, so dass Studierende sozusagen weltweit in Harvard, MIT, Stanford oder Yale studieren können. Da ist es nur weitsichtig, wenn eine kleine Universität mit gesunder Selbsteinschätzung im wissenschaftlichen Wettbewerb die Segel rechtzeitig streicht und wirkliche Wissenschaft den Global Playern überlässt. In Deutschland haben ja schon mehrere Hochschulen vor dem internationalen Wissenschaftswettbewerb und insbesondere in der Informationswissenschaft kapituliert. Die Alternative wäre, die Ärmel hoch zu krempeln und Informationswissenschaft von der Pike auf bis zur modernen Knowlede Organization hart zu erarbeiten. Aber wenn man das in Deutschland gar nicht erst darf, dann erinnert das an die alte DDR. Dort mussten viele Bürger Schlange stehen, weil eine arbeitende Bevölkerung zeitweise teurer war als das Nichtstun.

Etwas fatalistisch gedacht könnte man sagen, der Beschluss in Düsseldorf ist bedeutungslos, da die Digitalisierung seit einem halben Jahrhundert voranschreitet und immer mehr Wissenschaftler in immer mehr Disziplinen über informationswissenschaftliche Themen auch dann aktiv mitreden, wenn sie gar nicht wissen, dass es um Informationswissenschaft und Informationskompetenz geht. Ein bekanntes Beispiel ist der Psychologe Prof. Dr. Dr. M. Spitzer, der mit seinem Bestseller „Digitale Demenz“ deutlich gemacht hat, wie groß die allgemeine Angst in unserer Gesellschaft vor der Digitalisierung und ihren Konsequenzen ist. Dass diese Angst weitgehend einer allgemeinen Ahnungslosigkeit über die Folgen der Digitalisierung und einem Mangel an Informationskompetenz entspringt, ist offensichtlich.

Aus dieser Ahnungslosigkeit erwächst seit etlichen Jahrzehnten der Glaube vieler Laien, seit sie das Internet für sich entdeckt haben, man brauche keine Bibliothekare mehr. Wie viel Know how gerade im Internet aus informationswissenschaftlichen Arbeiten erwachsen sind und weiter entstehen, ist meist unbekannt. So ist beispielsweise Google einst aus dem Digital Library Project in den USA hervorgegangen. Es ist also richtig, wir brauchen immer weniger deutsche Bibliothekare, wenn die entscheidenden Impulse in absehbarer Zukunft aus den USA und anderen wissenschaftlich aufstrebenden Ländern kommen.

Als sich die Informationstheorie von Shannon und Weaver nach dem zweiten Weltkrieg explosionsartig über alle wissenschaftlichen Disziplinen ausbreitete, geschah das gleiche, was E. Chargaff für die Molekularbiologie beobachtet hatte („Molecular biology is essentially the practice of biochemistry without a license.“): Immer mehr Menschen interessieren sich für ein Fachgebiet, dass sie nicht studiert haben und dessen fachliche Voraussetzungen sie sich (noch) nicht erarbeitet haben. Trotzdem arbeiteten sie sich ein und einige von ihnen mit Erfolg. Die meisten von ihnen haben aber bis heute nicht verstanden, warum uns die USA mit vielen Internetideen und insbesondere Google so weit voraus sind. Und anstatt diesen Vorsprung und die damit verbundene Abhängigkeit von den USA möglichst rasch zu beseitigen, wird ein Institut der Informationswissenschaft nach dem anderen gestrichen, und eine Zusammenarbeit deutscher Informationswissenschaftler weiter erschwert. Diese Art von Sparsamkeit ist volkswirtschaftlich sehr teuer, wie schon A. v. Harnack (1921) erkannte, als er Bibliothekswissenschaft als „Nationalökonomie des Geistes“ bezeichnete.

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Wozu braucht man für einen Abwicklungsbeschluss eine Begründung, wenn man nach dem St.-Florians-Prinzip entscheiden kann?

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In diesem Zusammenhang fragt man sich ernstlich, wozu eine Rektorin einen Vorschlag von einem hochrangig besetzten Fakultätsrat braucht, wenn dieser sich außerstande sieht, seinen Beschluss zu begründen. Statt dessen wird nach dem St.-Florians-Prinzip (www.password-online.de/?s=florian) derjenige Bereich ausgewählt, der sich beim Mehrheitsbeschluss mit zehn Stimmen (Schließung) gegen drei (dagegen) und zwei (Enthaltungen) am wenigsten wehren kann. Alle Professoren außer dem Betroffenen stimmten für die Schließung! Lebt diese Fakultät ihren Studierenden das wissenschaftliche Denken und Arbeiten auf diese Weise vor? Welchen Sinn haben da noch die Richtlinien der DFG zu guter wissenschaftlicher Praxis? Natürlich hört sich die Ablehnung einer guten Begründung aus Zeitmangel logisch an. Ist es aber nicht. Denn man hätte ja wirklich nur eine Recherche gebraucht, um zu sehen, dass hier ein dringend wachsender Bedarf auch bei Lehrern mit Informationskompetenz in den Schule besteht. Die Philosophen haben vor Jahren ihre Position an den Universitäten verbessern können, indem sie den Ersatz des Religionsunterrichts durch den Ethikunterricht forcierten.

Abgesehen davon, dass W. G. Stock mit seinen Mitstreiter(inne)n zum Thema „Informationskompetenz in der Schule“ ein Buch heraus gebracht hat, dass die „Informationskompetenz in Schulen“ auf dem Deutschen Bildungsserver begleitet wird, die DGI seit über zehn Jahren um diese Integration kämpft und  dies für den Bildungsplan 2016 in Baden-Württemberg nun auch gelungen ist, fragt man sich, ob diese Recherche in weiser Voraussicht absichtlich unterblieb, um keine böse Überraschung bei der Fakultätsratssitzung zu erleben. Oder es wurde hier absichtlich ein Fach zur Streichung in der Hoffnung angeboten, dass schon die Rektorin dieses Streichungsangebot ablehnen muss. Der Trick als solcher – „Zur Strafe geh ich raus und friere“ – wäre ja nicht neu.

Informationswissenschaft beschäftigt sich nicht nur mit den Grundlagen zu Information, Redundanz und Rauschen oder mit der Informationskompetenz je nach Alter, Interesse oder Funktion, sie zeigt auch die verschiedenen Ebenen von Information, Semiotik und Wissen, bis hin zur Wissenschaftsforschung auf (s. Umstätter, W.: www.b-u-b.de/pdfarchiv/Heft-BuB_10_2009.pdf#page=1&view=fit&toolbar=0&pagemode=bookmarks).

Es gibt seit einigen Jahren eine Diskussion über „Deutsch als Wissenschaftssprache“ (siehe auch E. Simon, www.passwordonline.de/cms/news/15.-januar-2016.html), bei der man sich daran erinnern sollte, welchen Aufschwung das Volk der „Dichter und Denker“ nahm, als sich Goethe, Schiller und die weiteren Klassiker vom Französischen abwandten. Das hat in der heutigen Globalisierung nichts mit Nationalismus zu tun, im Gegensatz, es würde den internationalen wissenschaftlichen Wettbewerb beflügeln – aber das gilt natürlich nicht, wenn sich Deutschland den Wettbewerb in den Search Fronts (im Sinne E. Garfields), wie der Informationswissenschaft nicht mehr zutraut. Es gibt genug Nischen, in denen man noch konkurrenzlos forschen kann, weil es ohnehin niemanden wirklich interessiert. Die hätte man aus volkswirtschaftlicher Sicht natürlich auch streichen können.

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Nachrichten aus der Informationsbranche Montag 08.02.2016

Super Bowl 2016 – die Werbespots – Raffael Ball will keine Bücher mehr in Bibliotheken sehen – Twitter mit neuer Timeline in dieser Woche – Links und Tweets

Der Super Bowl ging an die „Denver Broncos“ – und im Netz wird über die gezeigten Werbeclips diskutiert. Die Preise für die Spots stiegen dabei in astronomische Höhen: Fast 5 Mio. Dollar verlangt der Fernsehsender CBS für einen dreißigsekündigen Werbeclip. Von Willem Dafoe als Marylin Monroe bis zu einem verrückten Affenbaby war alles dabei.

 

Snickers Super Bowl 2016 Commercial Willem Dafoe Marilyn Monroe

https://www.youtube.com/watch?v=Wa3D4p2dsyE

 

Taco Bell Super Bowl 2016 Commercial Bigger Than

https://www.youtube.com/watch?v=z_0T6OSh1DI

 

Coca-Cola Super Bowl 2016 Commercial Hulk vs Ant Man

https://www.youtube.com/watch?v=Pz7z9NlsrgM

 

Amazon Super Bowl 2016 Commercial | Missy Elliott, Alec Baldwin, Dan Marino & Jason Schwartzman

https://www.youtube.com/watch?v=ICbBvPPRRm8

 

Steve Harvey Super Bowl 2016 Commercial T-Mobile Drop The Balls

https://www.youtube.com/watch?v=wHI5Van9r4E

 

Doritos Super Bowl 50 Commercial 2016 Crash the Super Bowl Finalist Ultrasound

https://www.youtube.com/watch?v=ko7GuDOv4BM

 

 

Bibliotheken: Weg mit den Büchern – eine Kontroverse aus den eigenen Reihen

Besonders lesenwert – die Kommentare unter dem Artikel

Ist es die ungeschminkte Wahrheit oder nur eine stramme These die Raffael Ball der Chef der ETH-Bibliothek anstimmt? In einem Interview der Sonntagsausgabe Zücher Zeitung vom 07. Februar sieht Ball den Niedergang der Bibliotheken, wenn nicht „alter Ballast“ über Bord geschmissen wird.

Die wichtigsten Thesen aus dem Interview in einer Shortlist

 

Wer Inhalte sucht, braucht keine Bibliothek mehr.

 

…mit der Volksbildung sind die öffentlichen Bibliotheken gekommen, mit dem Internet gehen sie wieder

 

Bibliotheken werden überbewertet

 

Die Bibliothek ist nur ein Hort von Büchern

 

Wissen schafft man nicht, indem man eine Million Bücher in eine Bibliothek stellt

 

Das Informationsmonopol der Bibliothek ist gekippt

 

Es wurde in der Geschichte der Menschheit unglaublich viel Mist geschrieben und publiziert. Der steht jetzt in Bibliotheken.

 

Bücher: Die müssen wir alle digitalisieren

 

Der komplette Artikel online unter

http://www.nzz.ch/nzzas/nzz-am-sonntag/bibliotheken-weg-mit-den-buechern-interview-rafael-ball-eth-ld.5093

 

Links & Tweets

New! ProQuest Dialog LibGuide http://proquest.libguides.com/proquestdialog .

Neue Stellen für Information Professionals #jobs #infopro http://ht.ly/Y4xvI

How Digital Media is Transforming | Willis Towers Watson & World Economic Forum @wef http://ow.ly/XOM9n

Wie die neue Twitter Timeline funktioniert

http://www.theverge.com/2016/2/6/10927874/twitter-algorithmic-timeline

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PASSWORD - Nachrichten - Freitag, den 5. Februar 2016

21. IK Symposium in Berlin – 2016 Edelmann Trust Barometer – 21.000 Penguin E-Books bei Ebsco – Alerts bei Dialog ProQuest einrichten - Wechsel bei der Google Entwicklungsabteilung

Dieses Jahr treffen sich die Information Professionals der Finanzbranche in Berlin und haben BIG DATA als Themenschwerpunkt für sich entdeckt.

BIG DATA – WIRKLICH ALLWISSEND?

Chancen, Anwendungen und Risiken

Große Datenmengen und ihre Verarbeitungsmechanismen sind für die Informationswirtschaft kein Neuland. Das Sammeln, Archivieren und Analysieren von Informationen gehörte schon immer mit zu den Aufgaben der Branche. Mit Big Data kommt eine neue Dimension hinzu. Unter dem Titel „Big Data – wirklich allwissend? Chancen, Anwendungen und Risiken“ lädt der Informations- und Kommunikationsring der Finanzdienstleister zu seinem 21. Symposium ein – und fragt: Was bedeutet Big Data für Finanzdienstleister, was speziell für Informations- und Kommunikationsexperten? Ist Big Data eine große Offenbarung und Geldmaschine oder werden Datenschutzprobleme und falsche Datengläubigkeit nur vergrößert? Schon heute gehören Big Data-Methoden zum Arbeitsalltag in vielen Unternehmen – auch und gerade in der Finanzwelt. Welche Einsatzgebiete sind vorstellbar und wie werden sie unser Arbeitsleben verändern? Prominente Experten geben Antworten, diskutieren über Trends und wagen Prognosen.

Die Referenten und Themen

Big-Data-Einsatz im Überblick - Chancen, Verantwortung, Leitlinien
Susanne Dehmel Mitglied der Geschäftsleitung Bitkom e.V.

Big Data als Game Changer - Anwendungen und Chancen am Beispiel der Finanztechnologie (FinTech)
Dr. Volker Stümpflen Director Data Science Sanostro AG

Innovationsfaktor Analytics. Neue Handlungsfelder und aktuelle Lösungen
Klaus Fabits Director Center of Excellence der SAS Institute GmbH

Big Data - Innovative Chancen und Risiken. Zur Dynamik komplexer Systeme in Natur, Technik, Finanz und Gesellschaft
Prof. Dr. Klaus Mainzer Technische Universität München

Podiumsdiskussion: Jenseits von Ursache und Wirkung: Wie mit Big Data die Korrelation zur Wahrheit wird
Einführung und Moderation: Dr. Rafael Ball Beiratsmitglied IK Direktor ETH Bibliothek Zürich

Termin: 15.04.2016
Veranstaltungsort: Bundesverband öffentlicher Banken

Weitere Informationen, ein Flyer und die Anmeldung zur kostenfreien Veranstaltung kann über die Webseite des IK unter http://www.ik-info.de/aktuelles/21-ik-symposium-big-data-wirklich-allwissend vorgenommen werden.

Die Junge Generation vertraut Suchmaschinen mehr als Journalisten

Die jährliche Untersuchung des PR Gurus Richard Edelmann alarmiert die Journalistenszene. Die klassischen Medien erreichen die jungen Generationen nicht mehr.

So haben die klassischen Print- und TV-Medien in den vergangenen Jahren beim Vertrauen um 6% eingebüßt. Mit 56 Prozent holen die Suchmaschinen mittlerweile die klassischen Medien ein. Auch ein Gewinner sind die Online-Medien. Sie legten alleine seit 2012 um 16 Punkte, auf jetzt 46 Prozent zu.

Als Lösung empfiehlt der Stratege den klassischen Medien einen absoluten Ansprache- und Formatwandel.

Links und Tweets

#studie #Digitalisierung: die Arbeit wird flexibler, dezentraler. Kommunikationsfähigkeit ist wichtig http://www.faz.net/-gyl-8cy2f#GEPC;s91 … via @faznet

21,000 Penguin Random House Ebook Titles Now Available on @EBSCO #eBooks Platform & More News Headlines ow.ly/XXffO #

Tips on creating alerts in ProQuest Dialog: ow.ly/XGTtF.

#fiznewsline: #Google‘s Suchmaschinen-Chef Amit Singhal geht – Es folgt John Giannandrea, der bisher an #KI forschte bit.ly/1NRCWsn


Breaking News - Dienstag, den 2. Februar 2016

DIMDI – ZB MED

Recherchen nach Informationen
im Bereich Lebenswissenschaften

Der einstige Pionier der Fachinformationsbranche
gibt alle Literaturdatenbanken auf

Der Dienstleister des Gesundheitsministeriums
konzentriert sich künftig auf Fakten

ZB MED wird zentraler Ansrpechpartner
für Recherchen
im Bereich der Lebenswissenschaften

Ulrich Korwitz: „ZB MED prüft, welche Datenbank
sie in Livivo übernehmen kann“

Ab 2017 konzentriert DIMDI (Köln) sein Datenbankangebot auf medizinische Fakten und nimmt seine Literaturdatenbanken aus dem Programm. Damit setze es, so der bisherige Informationsanbieter, Ressourcen frei, um seine gesetzlich begründeten Informationsaufgaben ausbauen zu können. Weiterhin anbieten und weiterentwickeln will DIMDI seine Informationssysteme und Datenbanken zu Arzneimitteln, Medizinprodukten, medizinischen Begriffssystemen, Versorgungsdaten und Health Technology Assessment. Neue zentrale Anlaufstelle für Recherchen im Bereich der Medizininformationen oder allgemeiner der Lebenswissenschaften wird ZB MED.

DIMDI begründet die Umstrukturierung seiner Produktpalette mit seinem „erheblichen Zuwachs an gesetzlichen Aufgaben in den letzten Jahren“. Datenbanken werde es nur noch im Rahmen der gesetzlich begründeten Informationssysteme anbieten. Zum Jahresende 2016 nimmt das Institut daher mit Ausnahme von DAHTA, GMS und GMS Meetings alle Literaturdatenbanken aus seinem Angebot. Die elektronische Literaturversorgung für die Medizin ist ab 2017 bei der ZB MED konzentriert.
Die Chancen, ein ganz großer Informationsanbieter zu werden, durften nicht aufgegriffen werden.

Die Aufgabe der Literaturdatenbanken bei DIMDI stellt einen Bruch in der Entwicklung der (Fach-)Informationsbranche dar. In den Pionierjahren der Branche gab es Literaturdatenbanken und sonst nichts. DIMDI war einer der ganz großen Pioniere der Informationsbranche, der sich im Prestigewettbewerb mit anderen Fachinformationszentren immer wieder mit der Einführung neuer Funktionen als erster auf dem deutschen Markt hervortat. Dazu vertrieb DIMDI die großen internationalen Medizininformationsdatenbanken wie MEDLINE auf dem deutschen Markt, dies in Konkurrenz mit den privaten internationalen Anbietern.

Die Chance, ein ganz Großer im Bereich der Medizininformation zu werden, indem DIMDI in den damals noch nicht besetzten Bereich der Medizininformation und -beratung für tatsächliche und potenzielle Patienten vorzustoßen – eine Möglichkeit, die ich in den 80er Jahren wiederholt mit dem damaligen Geschäftsführer des DIMDI diskutiert habe -, blieb dem Anbieter als nachgeordnetes Institut des Bundesgesundheitsministeriums versagt.  Dies führte auch dazu, dass sich das Aufgabenprofil in den letzten Jahren immer stärker in Richtung höchstspezialisierter Aufgaben, die in den Augen des Ministeriums hochrelevant, für die Branche jedoch von geringerer Bedeutung waren, verschob. Auf der anderen Seite rückte das ZB MED mit immer neuen innovativen Projekten stärker ins Zentrum der Informationsbranche und der Informationsinfrastruktur.

DIMDI werde  auch künftig von seinen Erfahrungen mit Literaturdatenbanken profitieren, sagt der Anbieter. Denn es behalte „mit seinen Informationssystemen eine aktive Rolle als Anbieter medizinischer Datenbanken und baut diese sogar aus: So bietet sein jüngstes, noch im Ausbau begriffenes System mit Versorgungsdaten der gesetzlich Versicherten für die Forschung ganz neue Möglichkeiten, das Versorgungsgeschehens im Rahmen der Versorgungsforschung und für Steuerungsaufgaben zu analysieren.“

Medizinrecherche: zentral bei der ZB MED

DIMDI weiter: „Die ursprüngliche Trennung zwischen elektronischer Information in Literaturdatenbanken und der papiergebundenen Form in Bibliotheken ist im Laufe der Jahre mehr und mehr verschwunden. Der langjährige DIMDI-Partner ZB MED – Leibniz-Informationszentrum Lebenswissenschaften hat zunehmend auch elektronische Angebote übernommen, einige Datenbanken hatte das DIMDI schon vor Jahren für dessen Suchportal LIVIVO zugänglich gemacht. Heute bündelt die ZB Med beide Aufgaben und ist damit für Deutschland der zentrale Anbieter für Literatur aus den Lebenswissenschaften. Dort sind auch einige der künftig beim DIMDI nicht mehr angebotenen Datenbanken verfügbar, beispielsweise MEDLINE, aber auch Psyndex und Ethmed, die bisher nur beim DIMDI recherchierbar waren.

Dazu der Leiter von ZB MED, Ulrich Korwitz, zu Password: „ZB MED prüft, welche Datenbank sie in Livivo übernehmen kann.“

Originäre Daten weiterhin beim DIMDI

Neben den oben genannten Informationssystemen und Datenbanken betreibt das DIMDI auch künftig seine originären Datenbanken und Register wie im Portal PharmNet.Bund (Arzneimittelinformationen des Bundes und der Länder) oder das Register mit Objekt-Identifikatoren für den Bereich „Deutschland Gesundheitswesen“. Im Programm bleiben weiter spezielle Datenbanken für begrenzte Nutzerkreise (insbesondere Behörden).

Folgende Datenbanken entfallen ab 2017:
•         BIOSIS Previews
•         Cochrane-Datenbanken (CCTR, CDSR, CDAR, INAHTA, NHSEED)
•         CAB Abstracts
•         Global Health
•         EMBASE/EMBASE Alert
•         Ethmed
•         ISTPB + ISTP/ISSHP
•         MEDLINE
•         PsycInfo
•         Psyndex
•         SciSearch

Ergänzende Informationen auf der DIMDI-Website:
•    Datenbank-Informationen (mit Kontaktangaben zu Herstellern)
•    Informationssystem Arzneimittel
•    Informationssystem Medizinprodukte
•    Informationssystem Versorgungsdaten
•    Informationssystem HTA
•    PharmNet.Bund
•    OID-Register

Weitere Informationen im Web:
•    Portal PharmNet.Bund
•    LIVIVO (Portal der ZB Med)

Herausgeber:
Password Redaktionsbüro
Dr. Willi Bredemeier
Erzbergerstraße 9-11
45527 Hattingen

Tel: (02324) 67009
E-Mail: w.bredemeier@password-online.de
Web: www.password-online.de

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Password-Nachrichten - Montag, den 1. Februar 2016

Informationswissenschaft Düsseldorf - Informationswissenschaft Deutschland - 
Walther Umstätter - AStA Universität Düsseldorf - Isabella Peters - 
Europäische Kommission - Altmetrics

Informationswissenschaft

Schließung der Informationswissenschaft
schreitet seit Jahrzehnten voran

Wenn die Informationswissenschaft
nicht fundamental aufgebaut wird,
macht der Letzte hier bald wirklich das Licht aus

Mittlerweile haben praktisch alle regelmäßigen Autoren von Password gegen die beabsichtigte und von der Philosophischen Fakultät der Universität Düsseldorf durchgewunkene Schließung der Düsseldorfer Informationswissenschaft Stellung bezogen. Password-Autor Walther Umstätter setzt den Vorfall in die allgemeinere Entwicklung des jahrzehntelangen Niederganges der Informationswissenschaft nach Stellen und Finanzierung und fürchtet um die Existenz der gesamten Disziplin. Wir übernehmen seinen Beitrag aus „Internet in Bibliotheken“.

 „Für diejenigen Informationsspezialisten, die es inzwischen vergessen haben sollten: Die Schließung der Informationswissenschaft schreitet in Deutschland seit Jahrzehnten voran. Nachdem die Nachfolge von Wersig an der FU Berlin, die von R. Kuhlen in Konstanz, die von H. Zimmermann in Saarbrücken, oder auch die von P. Kaegbein in Köln gestrichen war, ist nun die von W. Stock in Düsseldorf virulent. Auch die Streichung der Dokumentation in Potsdam ist nicht zu vergessen.

Siehe auch. die Schule für Medizinische Dokumentation in Ulm.

Ich entsinne mich noch gut daran, dass P. Kaegbein nach dem Mauerfall noch viel Kraft in den Neuaufbau des Instituts für Bibliotheks- und Informationswissenschaft der HU-Berlin gesteckt hatte, und dass ich, nachdem ich bei diesem Neuanfang zufälligerweise die erste berufene Professor an der HU inne hatte, den Dekan der Philosophischen Fakultät. I 1994 besuchte, um mir bereits anzuhören, dass nun wieder Stellenstreichungen im Gange waren. Was lag für die Fakultät näher, als ein Institut zu streichen, das noch gar nicht vollständig besetzt war. Danach waren wir, bis zu meiner Emeritierung 2006 vorwiegend damit beschäftigt, alles zu tun, um dieses Institut zu retten. Als gäbe es nichts Wichtigeres in der Informationswissenschaft zu tun. Es gab damals viele, die uns halfen, so wie auch Prof. E. Mittler, der die Neubesetzung durch Prof. M. Seadle sehr professionell erreichte. Danach kamen noch Prof. P. Schirmbacher und Prof. V. Petras hinzu. Trotzdem kann man sich nicht sicher sein, ob dieses Institut auf längere Sicht in trockenen Tüchern ist.

Es gehört mit zu der aktuellen Diskussion „Sind Universitäten unregierbar?“, dass der Ausbau von Hochschulen, oder auch die Streichung von Instituten keine Frage der inhaltlichen Diskussion sind, sondern fast ausschließlich aus taktischen Erwägungen entspringen. Was lässt sich mit dem geringsten Widerstand streichen? Ab wann sind Studentenunruhen zu erwarten? Es ist auch gleichgültig, wie viele iatrogene Schäden die Medizin und die Pharmazie jährlich erzeugt, ihre Lobby sorgt für ungebremstes Wachstum bei den Versicherungen.

Ich entsinne mich, dass sich unser Dekan, bei seinen Streichungsüberlegungen vehement dagegen verwahrte, dass sich Außenstehende in seine Entscheidungsfindung einmischen wollten. Dazu pickte er sich auch gern Argumente von Briefschreibern heraus, die er anhand ihres mangelhaften Insiderwissens lächerlich machen konnte, um damit auch unsere Bemühungen wenn möglich ins Lächerliche zu ziehen. Ich vermute, dass die Entscheidungsträger in Düsseldorf auch auf ihre „Informationswissenschaft und Sprachtechnologie“ verweisen werden.

Ein Argument, unser Institut zu schließen, war damals auch, dass der hohe Praxisbezug eine Aufgabe der Fachhochschule in Potsdam sei. Insofern sollten Informationswissenschaftler, die den hohen Praxisbezug betonen, der ja unzweifelhaft besteht, vorsichtig sein, wenn sie dabei das informationstheoretische Fundament der Informationswissenschaft vernachlässigen.www.welt.de/print-welt/article332009/Information-ist-neben-Materie-und-Energie-die-oft-vergessene-dritte-Saeule-der-Physik.html

Es würde mich zwar freuen, aber auch wundern, wenn sich an den bevorstehenden Beschlüssen in Düsseldorf argumentativ noch so rasch etwas ändern ließe und ob genug Studierende dafür auf die Straße gehen, ist fraglich.

Auch die Resonanz hier in Inetbib lässt noch nicht erhoffen, dass es einen Aufschrei der Empörung geben wird. … Schon kurz nach dem IuD-Programm hatte die Bundesrepublik Deutschland aufgegeben, der dokumentarischen Vormachtstellung der USA Paroli zu bieten. Während man hierzulande diskutierte, ob es Digitale oder Hybride Bibliothek heißen sollte, hat man im Digital Library Programm der USA Google aus der Taufe gehoben. Schon am Beginn des Internets erkannte das US-Amerikanische Militär welches Potential im Internet (Arpanet) steckte, während man hier Jahrzehnte danach über die Enthüllungen von E. Snowden Erstaunen demonstrierte.

Alle beklagen die Monopolstellung von Google, und der Kollege D. Lewandowski versucht ja auch mit einem konstruktiven Vorschlag zu seinem freien Web-Index Abhilfe zu schaffen, aber wenn die Informationswissenschaft ab- und nicht fundamental aufgebaut wird, macht der Letzte hier bald wirklich das Licht aus.

MfG Walther Umstätter“

#saveIWS 

Studierende und AStA nicht oder zu spät
von Düsseldorfer Schließungsplänen informiert

Hätten die Studenten der Informationswissenschaft bereits vor zwei Monaten von
den Schließungsplänen zu den Informationswissenschaften in Düsseldorf wissen können? Glaubt man dem Kommentar auf dem Hochschulradio unter so liegt es am
Desinteresse der Studierenden, die AStA-Veranstaltungen zu besuchen.

Kommentar Hochschulradio: http://hochschulradio.de/politur-am-donnerstag-28-januar/

Die AStA stellt den Kommentar der unter den Studierenden für sehr viel Ärger
sorgte auf Facebook klar: „An dieser Stelle, möchten wir auch betonen, dass wir nicht eher über die Schließung der Informationswissenschaften Bescheid wussten. Wir wussten nur
von den unkonkreten Plänen, die aber schon seit Jahren bestanden haben.“
https://www.facebook.com/AStAHHU/posts/10153433527890292

Isabella Peters

Empfehlungen für ein Bewertungssystem
jenseits des Impact Factors

Password-Autorin Isabella Peters wurde von der Europäischen Kommission als Mitglied der High Level Expert Group „Expert Group on Altmetrics“ berufen (Generaldirektion Forschung und Innovation).

Die sechs Mitglieder der EU-Expertenkommission sollen Vorschläge für ein alternatives Bewertungssystem wissenschaftlicher Arbeit jenseits des quantitativen zitationsbasierten Impact Faktors erarbeiten. Isabella Peters ist Wissenschaftlerin am ZBW und Professorin für Web Science an der Uni Kiel.

Herausgeber:
Password Redaktionsbüro
Dr. Willi Bredemeier
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E-Mail: w.bredemeier@password-online.de
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Open Password - Donnerstag, den 28. Januar 2016

Open Password – Arnoud de Kemp – APE – Visualisierung – Anna Knoll – Awards – Informationswissenschaft Düsseldorf –  Dirk Lewandowski  – Isabella Peters – Jasmin Schmitz – Violeta Trkulja – Katrin Weller  
Open Password (1)

Passwords neuer Auftritt
mit wunderbarem Partner

Die nächste APE
am 17. und 18. Januar 2017

Lieber Willi,

.ich weiß nicht, ob das alles schon lange angedacht bzw. in der Planung war,  aber über den neuen Auftritt von Password freue ich mich sehr und Du hast natürlich einen wunderbaren Partner gefunden….

Glückwunsch!

Viele Grüße aus Berlin Arnoud (de Kemp, Berlin)

Gestärkt durch ein großes Votum, weiter zu machen: APE 2017 findet am 17.-18. Januar 2017 statt. Wieder in Berlin, wieder in der Berlin-Brandenburgischen  Akademie der Wissenschaften am Gendarmenmarkt.

Open Password (2)

Visuell Anteil nehmen
am aktuellen Geschehen der Branche

Open Password entwickelt sich von Tag zu Tag weiter. In der Pipeline für die nächsten Tage befindet sich das Konzept von Open Password für Förderer, Sponsoren und weiteren Kooperationspartner. www.password-online.de

Kontinuierlich nimmt auch die Zahl der Registrierungen für diesen Pushdienst zu. Für die neue Seite kommt von mehreren Seiten Anerkennung für das professionelle Design. Die vielleicht wichtigste Neuerung: Das aktuelle Geschehen in der Branche wird in Bildern dargestellt.

Nehmen Sie visuellen Anteil an die Berliner Konferenz „Academic Publishing in Europe“ und an der Fakultätssitzung, auf der die Abwicklung der Düsseldorfer Informationswissenschaften mit einem Stimmenverhältnis von 10:3:2 beschlossen wurde.

Awards

Informationswissenschaftlicher Preis
an Password-Autorin
und Steilvorlagen-Referentin

Sehr geehrte Kolleginnen und Kollegen,

Am 25.01.2016 hat die Vergabekommission des Vereins zur Förderung der Informationswissenschaft (VFI) entschieden, in diesem Jahr einen mit 300 Euro dotierten Anerkennungspreis für folgende Arbeit zu vergeben:

Anna Knoll (Anna Lamparter): Kompetenzprofil von Information Professionals in Unternehmen. Masterarbeit, Hochschule Hannover, 2015.

Diese Arbeit beinhaltet eine fundierte Untersuchung mit einem interessanten Methoden-Mix, die für Ausbildungsfragen relevant und hilfreich ist.

Der Preis wurde damit zum zehnten und letzten Mal vergeben.

Mit freundlichen Grüssen

Dr. Otto Oberhauser (Schriftführer). Verein zur Förderung der Informationswissenschaft (VFI), http://www.vfi-online.org

Informationswissenschaft Düsseldorf

Dank für die vereinigte Unterstützung
der Informationswissenschaften

Der Fakultätsrat hatte sich wohl vorher
für die Abwicklung entschieden

Wendet sich die Rektorin
gegen Beschluss der Fakultät?

Liebe Kolleginnen und Kollegen,

wir möchten uns nochmals herzlich für Ihre Unterstützung für den Erhalt der Düsseldorfer Informationswissenschaft bedanken.

Leider war das Ergebnis der gestrigen Fakultätsratssitzung, dass die Abteilung Informationswissenschaft geschlossen werden soll. Das Abstimmungsergebnis war 10 für die Schließung, 2 dagegen, 3 Enthaltungen. Zwar gab es eine mehr als zweistündige, teils hitzige Diskussion (nachzuverfolgen bei Twitter: https://twitter.com/hashtag/saveiws), allerdings dürfte am Ende ausschlaggebend gewesen sein, dass der Dekan mehrfach betont hatte, dass Einsparungen notwendig seien, und diese eben andere Abteilungen treffen würden, würde man die Informationswissenschaft erhalten.

Das Ganze ist natürlich extrem schade und enttäuschend. Es sieht so aus, dass sowohl der Dekan als auch der Fakultätsrat schon vor der Sitzung entschieden waren, die Informationswissenschaft aufzulösen. Daher haben auch weder die Argumente aus den mehr als 60 Protestbriefen noch die von der Fachschaft initiierte Petition (unter https://www.change.org/p/petition-zur-erhaltung-des-studienfaches-informationswissenschaft-an-der-heinrich-heine-universität-düsseldorf-saveiws) mit mehr als 1.500 Unterstützern, noch die Anwesenheit von mehr als 80 Studierenden oder die von Professor Stock vorgebrachten Argumente geholfen.

Allerdings besteht noch eine Chance, die Düsseldorfer Informationswissenschaft zu retten. Letztlich muss die Entscheidung vom Rektorat getroffen werden, und wir hoffen, dass die Rektorin sich gegen die gestrige Entscheidung wendet und eine andere Lösung findet. Wir gehen davon aus, dass sie den vorgebrachten Argumenten und den Protestbriefen offener gegenüberstehen wird.

Wir halten Sie gerne auf dem Laufenden und melden uns wieder, sobald wir weitere Informationen haben.

Nochmals vielen Dank für Ihre Unterstützung durch die vielen persönlichen Briefe! Und natürlich auch dafür, dass Sie die Nachricht über alle möglichen Kanäle verbreitet haben, dass Sie die Petition unterzeichnet haben, und vieles mehr. Mit so einer überwältigenden Resonanz auf unseren Aufruf hatten wir nicht gerechnet, und wir sehen es als ein sehr positives Zeichen an, dass die informationswissenschaftliche Community in schweren Zeiten zusammenhält.

Viele Grüße
Prof. Dr. Dirk Lewandowski (Hochschule für Angewandte Wissenschaften Hamburg)
Prof. Dr. Isabella Peters (ZBW Leibniz-Informationszentrum Wirtschaft & Christian-Albrechts-Universität zu Kiel)
Dr. Jasmin Schmitz (ZB MED –  Leibniz-Informationszentrum Lebenswissenschaften)
Dr. Violeta Trkulja (Humboldt-Universität zu Berlin)
Dr. Katrin Weller (GESIS Leibniz-Institut für Sozialwissenschaften)
Herausgeber:
Password Redaktionsbüro
Dr. Willi Bredemeier
Erzbergerstraße 9-11
45527 Hattingen

Tel: (02324) 67009
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Breaking News - Open Password, 26. Januar 2016 (II)

Informationswissenschaften Düsseldorf
Das Ergebnis:

10:2:3 für Schließung

Wurde nur nach
dem St. Florians-Prinzip abgestimmt?

hochschulradio 97.1 ‏@hochschulradio: Das Ergebnis ist da: 10 sind für die Schließung, 2 dagegen, 3 Enthaltung. Das könnte das Ende für Info-Wiss @HHU_de gewesen sein. #saveiws

hochschulradio 97.1 ‏@hochschulradio: Der Rat beendet die Studiengänge noch nicht gänzlich, sondern gibt mit dem Votum eine Empfehlung ans Rektorat #saveiws

Silke ‏@SilkeKramer: Dekan Rosar ist verstockt. Jetzt kommt es auf die Einsicht der Fakratmitg. an. Jeder hat Angst, dass woanders gespart wird. #saveIWS

sabelle ‏@bezwitschernd: Wir sollten jedoch bedenken, am Ende entscheidet immer noch die Rektorin #weiteremedienaktivieren #SaveIWS

Der Verlauf der Sitzung:

Der Dekan spricht –
hatte er Argumente?

hochschulradio 97.1 ‏@hochschulradio: Rosar: Verlässliche Daten zu besorgen ist zu langwierig/zu teuer. Evaluation von Studiengängen soll langfristig verbessert werden #saveiws

Kaffeekautz ‏@Kaffeekautz: „Leider kann ich nicht nur an die Studierenden denken“ Prof Ulrich Rosar #saveIWS

hochschulradio 97.1 ‏@hochschulradio: Rosar: Was die Lehre angeht, ist es das kleine Problem, einen Studiengang zu schließen, der strukturell problematisch ist. #saveiws

michaelklems ‏@michaelklems: Kann er nicht gehen? RT @hochschulradio: Rosar: Ich muss zwei W3 Profs einsparen #saveiws

hochschulradio 97.1 ‏@hochschulradio: 1/2Rosar: Struktuelle Beweggründe spielen auch eine Rolle. Fak. soll zukunftsfest gemacht werden. Kooperation mit anderen Fakultäten #saveiws

Der Verlauf der Sitzung:
Wolf Stock spricht

hochschulradio 97.1 ‏@hochschulradio: Prof Stock: Die Rektorin möchte Leuchttürme an der @HHU_de haben und wir sind ein Leuchtturm in Sachen Forschungsprojekten! #saveiws

Erster Kurzkommentar
von Password

Entscheidung wie zu erwarten

Aber auch leidenschaftliche Mitwirkung
betroffener Studenten
und Sozialer Medien

Jedes dritte Fakultätsmitglied
nicht für Abschaffung
der Informationswissenschaften

Das war zu erwarten, dass der Dekan der Philosophischen Fakultät sein Ding durchziehen würde. Denn hätte er nicht zuvor den Antrag auf 14 Tage Vertagung gleichfalls abschmettern lassen, so hätte ihn das angesichts des gegenwärtigen Standes der Mobilisierung in eine noch größere Bedrängnis gebracht. Dennoch kann man zu Recht mit Karen Maluszak erbost sein, die twitterte:

Karen Maluszak ‏@KMaluszak: @hochschulradio Noch bedauerlicher ist es eine Sitzung abzuhalten, deren Entschluss bereits vorab abgeschlossen zu sein schien. #saveiws

Was mich persönlich erbost, ist, dass wie seinerzeit bei der Cause Poetzsch in Potsdam seitens des Dekans und seiner Anhänger nur so getan wurde, als ob diskutiert wurde. Nehmen wir einmal hin, dass die Philosophische Fakultät die Stellen von zwei W3-Professuren einstellen muss, hätte da nicht zuvörderst begründet werden müssen, warum diese Stellen und nicht die anderen? Dazu – soweit die Tweets den Verlauf der Sitzung korrekt wiedergeben – kein Wort, allenfalls Leerformeln wie „strukturelle Beweggründe“. Müsste das Argument nicht die Kernkompetenz der Hochschullehrer sein und sie sich selbst zu schade, auf den Level von Als-Ob-Argumentationen zu sinken?

Es gibt aber auch positive Ergebnisse. Die durch die Sozialen und weiteren Medien erreichte Mobilisierung war so hoch, dass sich scheinbar die gesamte Informationswissenschaft und beachtliche Teile der Informationsbranche zu Wort meldeten. Der Verlauf der Düsseldorfer Sitzung konnte per hochschulradio 97.1 und per Twitter von der gesamten Informationsszene in Echtzeit mitverfolgt werden. Dies trug dazu bei, dass viele der betroffenen informationswissenschaftlichen Studierenden während der Sitzung leidenschaftlich mitdiskutierten. Den Hochschulen mit ihren intransparenten und abgeschotteten Strukturen können mehr Demokratie und auch ein wenig Populismus nur gut tun.

Und wer weiß, vielleicht veränderte der Einfluss der Medien sogar das Abstimmungsverhalten. Auch wenn jetzt der Fachbereich Informationswissenschaften an der Heinrich-Heine-Universität abgeschafft werden soll und alle verbleibenden Hoffnungen auf die Entscheidung der Rektorin liegen, immerhin jedes dritte Mitglied der Fakultät beugte sich mit seiner Stimme nicht dem Willen des Dekans.

Wili Bredemeier

Der Protest

Die Informationsanbieter
stimmen mit ein

Change.org jetzt mit 1.537 Unterschriften. Auch die Informationsanbieter stimmen in den Protest mit ein:

FirmenWissen ‏@FirmenWissen: Hoffentlich ist es noch nicht zu spät! Retten Sie die Informationswissenschaft an der HHU in Düsseldorf: https://www.change.org/p/petition-zur-erhaltung-des-studienfaches-informationswissenschaft-an-der-heinrich-heine-universit%C3%A4t-d%C3%BCsseldorf-saveiws/c … #saveIWS

WTI Frankfurt ‏@WTI_FfM:  Das Team von WTI-Frankfurt drückt die Daumen. #saveIWS
Herausgeber:
Password Redaktionsbüro
Dr. Willi Bredemeier
Erzbergerstraße 9-11
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E-Mail: w.bredemeier@password-online.de
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Open Password - Montag, den 25. Januar 2016

Open Password – Montag, den 25. Januar 2016

Open Password – Michael Klems – Willi Bredemeier – Informationswissenschaften Düsseldorf – change.org – Deutscher Erfinderverband – Arbeitskreis Informationsvermittlung
Open Password

Der Start

Das neue Password, „Open Password“, ist am Wochenende früher als angekündigt und mehr als pünktlich gestartet. Alles elektronisch. Alles kostenfrei zum Ansehen, zum Downloaden, zur Nachnutzung, was auch immer. Mit Reservierungsbutton, damit jeder, der will, die neu angehenden Nachrichten per E-Mail zugesandt bekommt. Seitdem gehen fortlaufend Anmeldungen ein.

Das geschieht alles im Geiste von „Open Access“. Unsere Branche braucht eine Plattform, wo sie sich zusammenfindet – wie beim gegenwärtig laufenden Düsseldorfer Protest. Schauen Sie rein: www.password-online.de

Wir finden, das sieht schon mal sehr gut aus. Sie meinen, das sieht aus wie eine Baustelle? Ja, das auch, aber jeden Tag gibt es ein paar Türmchen und Söller und Erker und vieles andere mehr.

Einen ganz großen Dank an Michael Klems, der zuletzt am Wochenende wie ein Verrückter gearbeitet hat, um das neue Password technisch fertigzustellen.

Nicht zu vergessen die Inhalte. Auch Sie sind gefordert. Konfrontieren Sie uns mit Ihren Erwartungen. Erlauben Sie uns, dass auch wir Erwartungen an Sie richten. Wir brauchen Sie – mit Ihren Kommentaren, Beiträgen, Hinweisen und Informationen. Machen Sie mit und melden Sie sich.

Willi Bredemeier
Der Protest

Fast universaler Protest
der deutschsprachigen Infowissenschaftler

Alle ständigen Autoren von Password
haben zur beabsichtigten Schließung
der Düsseldorfer Informationswissenschaften
Stellung genommen

change.org mit 1.049 Unterschriften,
Protestbriefe von Klems und Bredemeier
mit 2.489 und 2.269 Abrufen

Der Protest gegen die beabsichtigte Schließung der Düsseldorfer Informationswissenschaften hält an. Rainer Kuhlen hat in Inetbib die Ansicht von Password bestätigt, dass nahezu alle Multiplikatoren der Informationswissenschaften auf die Barrikaden gegangen sind. Mittlerweile haben sich alle ständigen Autoren von Password zu Wort gemeldet und gegen die beabsichtigte Schließung Stellung genommen. Die Unterschriften unter die Petition gegen die Schließung der Düsseldorfer Informationswissenschaften auf change.org hat sich über das Wochenende mehr als verdoppelt und umfasst nunmehr 1.049 Unterschriften. Immer mehr meldet sich auch die Informationspraxis zu Wort. Der Arbeitskreis Informationsvermittlung, der in enger Partnerschaft mit der Frankfurter Buchmesse die Veranstaltung „Steilvorlagen für den Unternehmenserfolg“ ausrichtet,  hat ein Protestschreiben an die Düsseldorfer Entscheider gerichtet, desgleichen der Deutsche Erfinderverband:

InfoSzene Newsroom ‏@infoszene: Offenes Schreiben des Deutscher Erfinderverband e.V. an die #hhu_de Rektorin #saveIWS http://ht.ly/XswTf

Die Protestbriefe von Michael Klems und Willi Bredemeier wurden allein von infobroker.de 2.489.mal und 2.269-mal abgerufen.

Das ist alles noch nicht vorbei, da die entscheidende Sitzung der Philosophischen Fakultät an der Heinrich-Heine-Universität erst am Dienstag stattfindet:

Katrin Weller ‏@kwelle: Katrin Weller hat Stefanie Haustein retweetet – It’s still time to help us save the information science department at University of Düsseldorf (@HHU_de) #saveiws

Selbst wenn eine Vertagung der Entscheidung nicht erreicht werden sollte, die letzte Entscheidung liegt bei der Rektorin. Hier, so wird überlegt, gibt es immer noch Chancen, zumal die Rektorin, da in Fragen des gewerblichen Rechtsschutzes zu Hause, nicht ganz branchenfremd ist.

Die aktuelle Stimmung im Fachschaftsrat wird in einem Podcast von Michael Klems beschrieben:

michaelklems ‏@michaelklems : Angespannte Stimmung in der Informationswissenschaft – aktueller #podcast mit dem Fachschaftsrat #saveIWS http://ht.ly/XpPDS

Steilvorlagen für den Unternehmenserfolg

Auch Arbeitskreis Informationsvermittlung
protestiert gegen mögliche Schließung
der Düsseldorfer Informationswissenschaften

Sehr geehrte Frau Prof. Dr. Steinbeck,
sehr geehrter Herr Prof. Dr. Rosar,

wir vom „Arbeitskreis Informationsvermittlung“ führen in enger Partnerschaft mit der Frankfurter Buchmesse die jährliche Veranstaltung „Steilvorlagen für den Unternehmenserfolg“ für die Information Professionals in der Industrie und in privaten Dienstleistungsbereichen mit Success Stories und Best-Practice-Beispielen durch. Diese mittlerweile zum dritten Mal durchgeführte Veranstaltung hat sich vom Start weg als eine der erfolgreichsten Branchenveranstaltungen durchgesetzt. Sie ist universal in der Branche bekannt und sehr weitgehend anerkannt. Über sie wird ausführlich in der gesamten Fachpresse berichtet.

Die Nachricht, dass die Düsseldorfer Informationswissenschaften vielleicht vor der Schließung stehen, erfüllt uns mit großer Sorge. Dies gilt umso mehr, als zwischen den Düsseldorfer Informationswissenschaften und unserem Arbeitskreis und seinen Mitgliedern enge Bindungen bestehen. Unter den Teilnehmern der Branche befanden sich immer zahlreiche Studierende aus den Düsseldorfer Informationswissenschaften, um „Praxisluft“ zu schnuppern und Kontakte zu den führenden Informationszentren im deutschen Sprachraum zu knüpfen. Prof. Stock und mehrere seiner ehemaligen Mitarbeiter hatten und haben bedeutende Teile der Berichterstattung in „Password“, der Zeitschrift für die deutsche Informationsbranche, übernommen und so die Branchenöffentlichkeit über neue technologische, wirtschaftliche und wissenschaftliche Trends in Kenntnis gesetzt. (Der Chefredakteur und Inhaber von Password, Dr. Willi Bredemeier, ist Mitglied unseres Arbeitskreises und einer der Initiatoren der „Steilvorlagen“-Veranstaltung.)

Wir bitten Sie, die folgenden Tatbestände und Zusammenhänge bei Ihrer Entscheidung mit zu bedenken:

•    Es besteht eine bedeutende Nachfrage in den Informationszentren der Industrie und des privaten Dienstleistungsleistungssektors nach Absolventen mit einer qualitativ hochwertigen systematischen und gleichwohl praxisorientierten Ausbildung, die zudem mit neuen Fähigkeiten und Fertigkeiten ausgestattet sind, die in den Informationszentren dringend benötigt werden.
•    Die Qualität der informationswissenschaftlichen Ausbildung in Düsseldorf zeigt sich auch daran, dass eine ganze Reihe von Absolventen an zentralen Positionen in Wissenschaft, Praxis und den Schnittstellen von Wissenschaft und Praxis (beispielsweise in den wissenschaftlichen Bibliotheken) untergekommen ist. Mehrere von ihnen sind in ihren Spezialisierungsbereichen zu führenden, wenn nicht zu den führenden Experten in Deutschland geworden. Das trifft beispielsweise für die Bereiche „Suchmaschinen“ zu (nachweisbar an internationalen Veröffentlichungen und Positionen) und  „Social Web“ (nachweisbar an der inhaltlich mit erfolgreichsten Tagung zu Sozialen Medien im deutschsprachigen Raum in Düsseldorf).
•    Prof. Dr. Dirk Lewandowski, Absolvent von Düsseldorf und Professor an der HAW Hamburg, hat die Abteilung für Informationswissenschaft als „eines der forschungsstärksten informationswissenschaftlichen Institute in Europa“ bezeichnet, „was sich unter anderem durch 20-30 referierte wissenschaftliche Publikationen pro Jahr zeigt“.
•    Die Meinung, die wir hier vertreten, ist nicht eine unter vielen anderen. Vielmehr herrscht dazu in der deutschsprachigen Informationswissenschaft und in der Informationsbranche Konsens. Davon zeugen die vielen Stellungnahmen, die per Schneckenpost oder E-Mail versendet wurden oder auf Twitter, Facebook und Xing veröffentlicht worden und zum Teil auch bei Ihnen eingegangen sind. Diese lesen sich unter anderem wie ein Who´s Who der deutschsprachigen Informationswissenschaften. Nicht zu vergessen die internationalen Stellungnahmen, nicht zuletzt von führenden Wissenschaftlern der angelsächsischen Information Science. Dazu kommen viele Stellungnahmen aus der Informationspraxis.
•    Arbeitsplätze und Wachstum werden in Mitteleuropa vor allem in der Informationswirtschaft geschaffen. Auch wird unsere zur Informations- und Wissensgesellschaft gewordene Gesellschaft fortlaufend und radikal durch diese neuen Technologien verändert. Um hier mithalten und die laufenden Entwicklungen verstehen zu können, bedarf es der Forschung und Lehre. Die Informationswissenschaften haben hier mit ihrem eher an Inhalten orientierten Ansatz eine zentrale Position neben der mehr technologieorientierten Informations- und Kommunikationstechnik inne.
•    Bundesregierung, Landesregierung Nordrhein-Westfalen, Wissenschaftsministerium NW und Hochschulen der Region sind sich der besonderen Bedeutung der digitalisierten Wirtschaft und Gesellschaft und der notwendigen Qualifizierung für sie und ihrer geistigen Durchdringung bewusst. Das sollte aus unserer Sicht auch in Ihrer Entscheidung über die Informationswissenschaften in Düsseldorf deutlich werden.

Mit freundlichen Grüßen
Arbeitskreis Informationsvermittlung

Für den Arbeitskreis

Susanne Funk
Eveline Pipp
Dr. Willi Bredemeier
Michael Klems
Stephan Holländer

Herausgeber:
Password Redaktionsbüro
Dr. Willi Bredemeier
Erzbergerstraße 9-11
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Password-Nachrichten - Samstag, den 23. Januar 2016

Informationswissenschaften Düsseldorf – Willi Bredemeier – Michael Klems – Informationswissenschaften im deutschsprachigen Raum – Information Science – change.org – #saveiws – Password

Der Protest

Weitgehende Mobilisierung
der deutschsprachigen Informationswissenschaft
gegen Düsseldorfer Schließungspläne

Proteste auch aus der
angelsächsischen Information Science

Petition bei Change.org
von 514 Unterstützern unterschrieben

Der Protest gegen die Schließung der Düsseldorfer Informationswissenschaften hat sich am Freitag ausgeweitet, teilweise abgerundet und institutionalisiert. Dazu haben auch Willi Bredemeier und Michael Klems, als Partner bei „Steilvorlagen“ und für das neue „Open Password“ miteinander verbunden, beigetragen. InfoSzene Newsroom ?@infoszene sah das gestern so:

„Bereits mehr 1.000 Abrufe der offenen Briefe von Bredemeier und Klems an Uni Rektorin #saveIWS #iwhhu http://ht.ly/Xn9JC“.

Mittlerweile lässt ich von einer weitgehenden Mobilisierung der deutschsprachigen Informationswissenschaften sprechen und liest sich die Liste der Protestierenden wie ein „Who´s Who“ dieser Disziplin. Hinzu kommen sehr viele Proteste direkt und indirekt betroffener Studenten sowie viele Proteste namhafter Wissenschaftler aus dem nicht-deutschsprachigen Ausland, insbesondere auch aus der angelsächsischen Information Science. Lucas Tuczykont hat bei „Change.org“ eine Möglichkeit eingerichtet, eine Petition zur „Erhaltung des Studienfaches Informationswissenschaft an der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf“ zu unterschreiben:

https://www.change.org/p/erhaltung-des-studienfaches-informationswissenschaft-an-der-heinrich-heine-universit%C3%A4t-d%C3%BCsseldorf-saveiws

In diesem Augenblick, da ich dies schreibe, beträgt die Zahl der Unterstützer 514.

Der Hashtag für Kommentare auf Twitter lautet:

#saveiws

Beispiele aus den letzten Stunden lauten:

Silke Bromann ?@Silke_Bromann: „Informationswissenschaften in Düsseldorf vor dem Aus?“ #infobroker #iwhhu #saveiws http://www.infobroker.de/blog/informationswissenschaften-in-duesseldorf-vor-dem-aus/ …

Marie B. ?@mariebki: Suddenly im Zeitalter der Digitalisierung. „Hey! Lasst uns Informationswissenschaft abschaffen!“ Seems legit. #iwhhu #HHU #saveIWS

Ulrike Küsters ?@Ulli42: @ Düsseldorfer Informationswissenschaft: Wir bei Fraunhofer brauchen gut ausgebildete Informationswissenschaftler #SaveIWS

Mithin lässt sich einer weitgehenden Mobilisierung der relevanten Infomationswissenschaft auf allen Ebenen sprechen. Eine vergleichbare Bereitschaft zur Mobilisierung gab es allenfalls, als seinerzeit der Lehrstuhl Wersig in Berlin abgewickelt werden sollte. Aber damals war E-Mail noch nicht das selbstverständliche Kommunikationsmedium von heute und existierten die Sozialen Medien nicht.

Am Montag, rechtzeitig vor der entscheidenden Sitzung der Philosophischen Fakultät der Universität Düsseldorf am Dienstag, werden die Initiatoren des Protestes, die Düsseldorfer Absolventen und Password-Autoren Dirk Lewandowski, Isabella Peters, Jasmin Schmitz, Violeta Trkulja und Katrin Weller die Proteste, soweit sie ihnen zugänglich sind, bündeln und sowohl der Philosophischen Fakultät als auch dem Rektorat noch einmal verfügbar machen – dies auch für den Fall, dass die inneruniversitäre Verteilung von Briefen aus der Schneckenpost zeitlich verzögert funktioniert. Über die Beteiligung der Praxis an dem Protest gegen die Schließung der Düsseldorfer Informationswissenschaften berichten wir in Kürze.

 

Brief von Password

Blick eine Kooperationspartners
auf eine relevante
und praxisoffene Informationswissenschaft

Nordrhein-Westfalen täte gut daran,
seine viel versprechenden Potenziale
zu pflegen

Sehr geehrte Frau Prof. Dr. Steinbeck,
sehr geehrter Herr Professor Dr. Rosar,

seit dreißig Jahren gebe ich die Fachzeitschrift „Password“ für kommerzielle und freie Internet-Dienste für den deutschen Sprachraum heraus und erreiche damit die Information Professionals in der Industrie, im Dienstleistungssektor und in öffentlichen Einrichtungen, die Informationsanbieter und die Informationswissenschaften.

In diesen dreißig Jahren hat sich eine besonders enge Zusammenarbeit mit den Informationswissenschaften in Düsseldorf ergeben. Seit einer Reihe von Jahren sind die Autoren meiner Zeitschrift, die dort regelmäßig veröffentlichen, mehrheitlich im informationswissenschaftlichen Studiengang der Heinrich-Heine-Universität ausgebildet worden. Heute sind sie führende, wenn nicht die führenden Experten beispielsweise in den Bereichen Suchmaschinen, Social Web, Wissenschaftliches Publizieren und Linked Data. Der gegenwärtige Lehrstuhlinhaber in Düsseldorf, Prof. Stock, betreute über ein Jahrzehnt eine bedeutende Rubrik in Password, in der er die wichtigsten elektronischen Produkte für die Informationsversorgung von Wirtschaft und Wissenschaft auf dem deutschen Markt auf Qualität der Inhalte, Funktionalität und Preis-Leistungs-Verhältnis testete. Sein Vorgänger, Prof. Henrichs, gilt als einer der großen Pioniere der deutschsprachigen Informationswissenschaft, der die Anfänge dieser Disziplin mitgeprägt hat.

Ich habe die Düsseldorfer Informationswissenschaften immer als besonders relevant, offen für neue Entwicklungen, offen für die Probleme der Praxis und kooperationsfähig kennen gelernt. (Es gibt auch eine Reihe grundlagenorientierter Schriften, um die ich mich mit Password weniger gekümmert habe.) Die Düsseldorfer Informationswissenschaften haben sich aus meiner Sicht um die Entwicklung ihres Faches besonders verdient gemacht. Dies gilt auch für die Beziehungen zur Praxis (für die zum Beispiel Möglichkeiten einer engeren Zusammenarbeit zwischen den Informationsanbietern und den wissenschaftlichen Bibliotheken entwickelt wurden). Nach allen mir vorliegenden Indizien besteht eine bedeutende Nachfrage nach Absolventen der Düsseldorfer Informationswissenschaften, die zu einem guten Teil an zentralen Positionen unserer Informations- und Wissensgesellschaft unterkommen.

Aus meiner Sicht stellen die Informationswissenschaften, so wie sie in Düsseldorf betrieben werden, mit ihrer Begleitung des Digitalisierungsprozesses unter besonderer Berücksichtigung von Inhalten und gemeinsamer Schnittstellen zu den Medien einen positiven Standortfaktor dar. Nordrhein-Westfalen, das in den letzten Jahrzehnten wirtschaftlich hinter dem Süden der Republik zurückgefallen ist, ist in den Bereichen Informationswirtschaft sowie Informations- und Wissensgesellschaft nicht besonders stark aufgestellt, obgleich gerade in diesen Bereichen Arbeitsplätze geschaffen und unsere Zukunft gestaltet wird. Das Land täte gut daran, die viel verprechenden Potenziale, über die sie in diesen Bereichen bereits verfügt, zu pflegen.

Ich appelliere an Sie, meine Argumente für Ihre Entscheidung über die Zukunft der Düsseldorfer Informationswissenschaften mit zu berücksichtigen.

Mit freundlichen Grüßen
Dr. Willi Bredemeier
Chefredakteur und Verleger von Password

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Password-Nachrichten - Mittwoch, den 20. Januar 2016

APE – Open Access – Relevanz der Wissenschaften – Common Sense – DLD – Whatsapp – Netflix – YouTube – Airbnb – EU – Instagramm – Recht auf Vergessen – Iconic Turn – SUMA – Suchmaschinen – FAIL! – Davos – UK – Trustbarometer

Academic Publishing
in Europe

Nur 13% aller wissenschaftlichen
Publikationen sind Open Access

Dabei hätten wir genügend Geld

A too commodified view
of the societal relevance of science?

Alexander Grossmann ?@SciPubLab: Only 13% of scientific publications are #openaccess (representing 4% of budget w/o hybrid) says R. Schimmer #APE2016

ScienceOpen ?@Science_Open: If we spend about €8-10 billion each year on partial access via subscriptions, there’s definitely money to use for #openaccess #APE2016

Kontra_psiyon ?@twig2noise: The discussion at #ape2016 focusses on efficiency, #ROI, and numbers. This is a very commodified view of the societal relevance of science.

semantico @semantico: There are no rules which take priority over common sense, says Jan-Peter Wissink – I agree! #APE2016

Eine ausführliche Berichterstattung zur APR 2016 folgt.

Digital, Life, Design

Netflix: „Tage des linearen TV
sind gezählt“

„Iconic Turn“: Bilder werden
unsere neue Sprache
und sind kulturübergreifend

Innovationskonferenz DLD (Digital, Life, Design) mit 1.500 internationale Gästen und 150 Referenten im Münchner HVB-Forum. DLD sei im zwölften Jahr zu einem Ökosystem rund um den digitalen Wandel gewachsen, erklärte DLD-Gründerin und -Geschäftsführerin Steffi Czerny.

Whatsapp will seinen Dienst rund um die Welt wieder kostenlos anbieten. Das erklärte Gründer Jan Koum. Vor zwei Jahren schloss Whatsapp den Milliarden-Deal mit Facebook. Dieser Verkauf habe Whatsapp Wachstum ermöglicht, die Nutzerzahl habe sich verdoppelt. Dennoch arbeite man noch immer unabhängig „wie ein Start-Up“.

Netflix-Gründer Reed Hastings sagte, die Tage des linearen Fernsehens seien gezählt. „Menschen möchten heute auf jeglichem Screen schauen können, personalisiert.
Und sie möchten eine Applikation, die sich konstant weiterentwickelt und verbessert.“ Mit seinen neuen Shows habe der Streaming-Anbieter internationale Anerkennung gefunden.
Ziel sei die weitere globale Expansion – „mit Geduld“ auch in Länder wie China. Robert Kyncl, Chief Business Officer bei Youtube, gab bekannt, dass jede Minute 400 Stunden Video-Material auf der Plattform hochgeladen werden. Zwanzig Millionen Youtube-Kanäle
monetarisierten ihre Bewegtbild-Inhalte über Verträge mit YouTube

Airbnb-Gründer Nathan Blecharczyck hob die Bedeutung des europäischen Marktes hervor. Mehr als die Hälfte der Umsätze würden hier gemacht. Besonders wichtig sei Deutschland.

Die EU-Kommissarin für Wettbewerb Margrethe Vestager sprach sich für einheitliche Regeln aller Unternehmen in Europa aus und plädierte für das „Recht auf Vergessen“: „Für Menschen ist es wichtig, dass sie die Möglichkeit haben, auch in der digitalen Welt ihre Spuren verwischen zu können, oder sie freizugeben, je nachdem was ihnen wichtig ist.“

Marne Levine, Chief Operating Officer von Instagram, sprach über den „Iconic Turn“. Bilder würden unsere neuen Worte, sogar unsere neue Sprache werden. Denn „Bilder lösen die
gleichen Emotionen aus, kulturübergreifend.“ Die mobile Nutzung würde dies noch befeuern.

Brief von SUMA

Ein Etappensieg, nicht mehr.

Muss der SUMA-EV
bald für nicht Beabsichtigtes haften?

„Einen Etappensieg konnte der SUMA-EV beim Landgericht Hannover erzielen. Das Gericht hat die Eilbedürftigkeit des Anliegens abgewiesen und die Klägerin zur Übernahme der Kosten verpflichtet. Die klagende Anwältin fordert, das Recht auf Vergessen auch auf Assoziationen zu beanstandeten Begriffen, beispielsweise Namen, auszuweiten …

Damit würde der Betrieb von Suchmaschinen unkalkulierbaren Risiken ausgesetzt. Schließlich sind die Zahl der Tippfehler oder Abweichungen von Originalbegriffen unübersehbar.

SUMA-EV ist Betreiber der Suchmaschine MetaGer… Das Gericht lehnt die Klage nur aufgrund mangelnder Eilbedürftigkeit ab; eine Entscheidung in der Sache liegt nicht vor. Wenn die Klägerin in die Berufung oder ins Hauptverfahren geht, dann kann das Verfahren auch ganz anders ausgehen. Eine Entscheidung gegen MetaGer würde den Betrieb aller
Suchmaschinen in Deutschland gefährden. Das Internet in Deutschland wäre
kaum mehr nutzbar, die Digitale Agenda wäre Makulatur.“

SUMA e.V. Hannover

Die wichtigsten Tweets und Links
bis heute abend

Workshop: Was in
der Social-Media-Forschung
nicht funktionierte

Was von Davos zu erwarten ist

UK-Berufungsgericht urteilt:
Journalismus ist kein Terrorismus

Mehr Vertrauen in Online,
weniger Vertrauen in Print

Katrin Weller ?@kwelle: #fail2016: our 3. workshop „FAIL! Things that didn’t work out in social media research“ has been accepted at #icwsm https://failworkshops.wordpress.com/fail-at-icwsm-16/ …

FT Video ?@ftvideo: What to expect at Davos 2016 #WEF16 #Davos

Edward Snowden ?@Snowden: Edward Snowden hat David Miranda retweetet – Huge: Appeals Court rejects UK’s effort to criminalize an act of journalism as „terrorism.“ https://pbs.twimg.com/media/CZFBZmSVIAA4yDa.png …

MEEDIA ?@MEEDIA: Trustbarometer: mehr Misstrauen gegenüber klassischen Medien, mehr Vertrauen in Online-Medien http://meedia.de/2016/01/19/trustbarometer-mehr-misstrauen-gegenueber-klassischen-medien-mehr-vertrauen-in-online-medien/ …

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