DIMDI – ZB MED

Recherchen nach Informationen
im Bereich Lebenswissenschaften

Der einstige Pionier der Fachinformationsbranche
gibt alle Literaturdatenbanken auf

Der Dienstleister des Gesundheitsministeriums
konzentriert sich künftig auf Fakten

ZB MED wird zentraler Ansrpechpartner
für Recherchen
im Bereich der Lebenswissenschaften

Ulrich Korwitz: „ZB MED prüft, welche Datenbank
sie in Livivo übernehmen kann“

Ab 2017 konzentriert DIMDI (Köln) sein Datenbankangebot auf medizinische Fakten und nimmt seine Literaturdatenbanken aus dem Programm. Damit setze es, so der bisherige Informationsanbieter, Ressourcen frei, um seine gesetzlich begründeten Informationsaufgaben ausbauen zu können. Weiterhin anbieten und weiterentwickeln will DIMDI seine Informationssysteme und Datenbanken zu Arzneimitteln, Medizinprodukten, medizinischen Begriffssystemen, Versorgungsdaten und Health Technology Assessment. Neue zentrale Anlaufstelle für Recherchen im Bereich der Medizininformationen oder allgemeiner der Lebenswissenschaften wird ZB MED.

DIMDI begründet die Umstrukturierung seiner Produktpalette mit seinem „erheblichen Zuwachs an gesetzlichen Aufgaben in den letzten Jahren“. Datenbanken werde es nur noch im Rahmen der gesetzlich begründeten Informationssysteme anbieten. Zum Jahresende 2016 nimmt das Institut daher mit Ausnahme von DAHTA, GMS und GMS Meetings alle Literaturdatenbanken aus seinem Angebot. Die elektronische Literaturversorgung für die Medizin ist ab 2017 bei der ZB MED konzentriert.
Die Chancen, ein ganz großer Informationsanbieter zu werden, durften nicht aufgegriffen werden.

Die Aufgabe der Literaturdatenbanken bei DIMDI stellt einen Bruch in der Entwicklung der (Fach-)Informationsbranche dar. In den Pionierjahren der Branche gab es Literaturdatenbanken und sonst nichts. DIMDI war einer der ganz großen Pioniere der Informationsbranche, der sich im Prestigewettbewerb mit anderen Fachinformationszentren immer wieder mit der Einführung neuer Funktionen als erster auf dem deutschen Markt hervortat. Dazu vertrieb DIMDI die großen internationalen Medizininformationsdatenbanken wie MEDLINE auf dem deutschen Markt, dies in Konkurrenz mit den privaten internationalen Anbietern.

Die Chance, ein ganz Großer im Bereich der Medizininformation zu werden, indem DIMDI in den damals noch nicht besetzten Bereich der Medizininformation und -beratung für tatsächliche und potenzielle Patienten vorzustoßen – eine Möglichkeit, die ich in den 80er Jahren wiederholt mit dem damaligen Geschäftsführer des DIMDI diskutiert habe -, blieb dem Anbieter als nachgeordnetes Institut des Bundesgesundheitsministeriums versagt.  Dies führte auch dazu, dass sich das Aufgabenprofil in den letzten Jahren immer stärker in Richtung höchstspezialisierter Aufgaben, die in den Augen des Ministeriums hochrelevant, für die Branche jedoch von geringerer Bedeutung waren, verschob. Auf der anderen Seite rückte das ZB MED mit immer neuen innovativen Projekten stärker ins Zentrum der Informationsbranche und der Informationsinfrastruktur.

DIMDI werde  auch künftig von seinen Erfahrungen mit Literaturdatenbanken profitieren, sagt der Anbieter. Denn es behalte „mit seinen Informationssystemen eine aktive Rolle als Anbieter medizinischer Datenbanken und baut diese sogar aus: So bietet sein jüngstes, noch im Ausbau begriffenes System mit Versorgungsdaten der gesetzlich Versicherten für die Forschung ganz neue Möglichkeiten, das Versorgungsgeschehens im Rahmen der Versorgungsforschung und für Steuerungsaufgaben zu analysieren.“

Medizinrecherche: zentral bei der ZB MED

DIMDI weiter: „Die ursprüngliche Trennung zwischen elektronischer Information in Literaturdatenbanken und der papiergebundenen Form in Bibliotheken ist im Laufe der Jahre mehr und mehr verschwunden. Der langjährige DIMDI-Partner ZB MED – Leibniz-Informationszentrum Lebenswissenschaften hat zunehmend auch elektronische Angebote übernommen, einige Datenbanken hatte das DIMDI schon vor Jahren für dessen Suchportal LIVIVO zugänglich gemacht. Heute bündelt die ZB Med beide Aufgaben und ist damit für Deutschland der zentrale Anbieter für Literatur aus den Lebenswissenschaften. Dort sind auch einige der künftig beim DIMDI nicht mehr angebotenen Datenbanken verfügbar, beispielsweise MEDLINE, aber auch Psyndex und Ethmed, die bisher nur beim DIMDI recherchierbar waren.

Dazu der Leiter von ZB MED, Ulrich Korwitz, zu Password: „ZB MED prüft, welche Datenbank sie in Livivo übernehmen kann.“

Originäre Daten weiterhin beim DIMDI

Neben den oben genannten Informationssystemen und Datenbanken betreibt das DIMDI auch künftig seine originären Datenbanken und Register wie im Portal PharmNet.Bund (Arzneimittelinformationen des Bundes und der Länder) oder das Register mit Objekt-Identifikatoren für den Bereich „Deutschland Gesundheitswesen“. Im Programm bleiben weiter spezielle Datenbanken für begrenzte Nutzerkreise (insbesondere Behörden).

Folgende Datenbanken entfallen ab 2017:
•         BIOSIS Previews
•         Cochrane-Datenbanken (CCTR, CDSR, CDAR, INAHTA, NHSEED)
•         CAB Abstracts
•         Global Health
•         EMBASE/EMBASE Alert
•         Ethmed
•         ISTPB + ISTP/ISSHP
•         MEDLINE
•         PsycInfo
•         Psyndex
•         SciSearch

Ergänzende Informationen auf der DIMDI-Website:
•    Datenbank-Informationen (mit Kontaktangaben zu Herstellern)
•    Informationssystem Arzneimittel
•    Informationssystem Medizinprodukte
•    Informationssystem Versorgungsdaten
•    Informationssystem HTA
•    PharmNet.Bund
•    OID-Register

Weitere Informationen im Web:
•    Portal PharmNet.Bund
•    LIVIVO (Portal der ZB Med)

Herausgeber:
Password Redaktionsbüro
Dr. Willi Bredemeier
Erzbergerstraße 9-11
45527 Hattingen

Tel: (02324) 67009
E-Mail: w.bredemeier@password-online.de
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