PASSWORD - Nachrichten - Freitag, den 5. Februar 2016

21. IK Symposium in Berlin – 2016 Edelmann Trust Barometer – 21.000 Penguin E-Books bei Ebsco – Alerts bei Dialog ProQuest einrichten - Wechsel bei der Google Entwicklungsabteilung

Dieses Jahr treffen sich die Information Professionals der Finanzbranche in Berlin und haben BIG DATA als Themenschwerpunkt für sich entdeckt.

BIG DATA – WIRKLICH ALLWISSEND?

Chancen, Anwendungen und Risiken

Große Datenmengen und ihre Verarbeitungsmechanismen sind für die Informationswirtschaft kein Neuland. Das Sammeln, Archivieren und Analysieren von Informationen gehörte schon immer mit zu den Aufgaben der Branche. Mit Big Data kommt eine neue Dimension hinzu. Unter dem Titel „Big Data – wirklich allwissend? Chancen, Anwendungen und Risiken“ lädt der Informations- und Kommunikationsring der Finanzdienstleister zu seinem 21. Symposium ein – und fragt: Was bedeutet Big Data für Finanzdienstleister, was speziell für Informations- und Kommunikationsexperten? Ist Big Data eine große Offenbarung und Geldmaschine oder werden Datenschutzprobleme und falsche Datengläubigkeit nur vergrößert? Schon heute gehören Big Data-Methoden zum Arbeitsalltag in vielen Unternehmen – auch und gerade in der Finanzwelt. Welche Einsatzgebiete sind vorstellbar und wie werden sie unser Arbeitsleben verändern? Prominente Experten geben Antworten, diskutieren über Trends und wagen Prognosen.

Die Referenten und Themen

Big-Data-Einsatz im Überblick - Chancen, Verantwortung, Leitlinien
Susanne Dehmel Mitglied der Geschäftsleitung Bitkom e.V.

Big Data als Game Changer - Anwendungen und Chancen am Beispiel der Finanztechnologie (FinTech)
Dr. Volker Stümpflen Director Data Science Sanostro AG

Innovationsfaktor Analytics. Neue Handlungsfelder und aktuelle Lösungen
Klaus Fabits Director Center of Excellence der SAS Institute GmbH

Big Data - Innovative Chancen und Risiken. Zur Dynamik komplexer Systeme in Natur, Technik, Finanz und Gesellschaft
Prof. Dr. Klaus Mainzer Technische Universität München

Podiumsdiskussion: Jenseits von Ursache und Wirkung: Wie mit Big Data die Korrelation zur Wahrheit wird
Einführung und Moderation: Dr. Rafael Ball Beiratsmitglied IK Direktor ETH Bibliothek Zürich

Termin: 15.04.2016
Veranstaltungsort: Bundesverband öffentlicher Banken

Weitere Informationen, ein Flyer und die Anmeldung zur kostenfreien Veranstaltung kann über die Webseite des IK unter http://www.ik-info.de/aktuelles/21-ik-symposium-big-data-wirklich-allwissend vorgenommen werden.

Die Junge Generation vertraut Suchmaschinen mehr als Journalisten

Die jährliche Untersuchung des PR Gurus Richard Edelmann alarmiert die Journalistenszene. Die klassischen Medien erreichen die jungen Generationen nicht mehr.

So haben die klassischen Print- und TV-Medien in den vergangenen Jahren beim Vertrauen um 6% eingebüßt. Mit 56 Prozent holen die Suchmaschinen mittlerweile die klassischen Medien ein. Auch ein Gewinner sind die Online-Medien. Sie legten alleine seit 2012 um 16 Punkte, auf jetzt 46 Prozent zu.

Als Lösung empfiehlt der Stratege den klassischen Medien einen absoluten Ansprache- und Formatwandel.

Links und Tweets

#studie #Digitalisierung: die Arbeit wird flexibler, dezentraler. Kommunikationsfähigkeit ist wichtig http://www.faz.net/-gyl-8cy2f#GEPC;s91 … via @faznet

21,000 Penguin Random House Ebook Titles Now Available on @EBSCO #eBooks Platform & More News Headlines ow.ly/XXffO #

Tips on creating alerts in ProQuest Dialog: ow.ly/XGTtF.

#fiznewsline: #Google‘s Suchmaschinen-Chef Amit Singhal geht – Es folgt John Giannandrea, der bisher an #KI forschte bit.ly/1NRCWsn


#saveIWS: Das große Theater der Informationswissenschaften in Düsseldorf

Informationswissenschaften Düsseldorf
nur mit realer Überlebenschance
bei Fortsetzung des Protestes
und Einbindung von Politik und Medien

Nach Abwicklungsbeschluss der Medien muss die Rektorin entscheiden

Von Michael Klems

Da sitzt sie nun, die kleine Maus. Sie starrt auf die rasselnde Schlange und hofft, wenn sie nur keine Bewegung macht, nicht zur Mahlzeit des Reptils zu werden. Diesen Eindruck mag der außenstehende Wirtschaftler von der Entwicklung in Düsseldorf haben, die zu einer Entscheidung führte, die der Informationsbranche überhaupt nicht schmeckt: Die geplante Einstellung des Studiengangs „Informationswissenschaft“ an der Heinrich-Heine-Universität ereignete sich nicht so plötzlich, wie sie nach Außen erscheinen mag. Ein Professor geht nicht ungeplant in Rente und ein Dekan fällt eine Entscheidung nicht über Nacht. Kürzungspolitik, Mittel- und Projektlaufzeiten sind weitreichend bekannt wie der jährliche Heilig-Abend-Termin. Es folgt der Versuch einer Darstellung der Rollenverteilung in diesem Drama mit mehreren Akten, von denen wir nur die beiden finalen Akte sehen werden. Wenn dann der Vorgang fällt, wird dieses Stück in das Archiv der Mythen verschwinden.

 

Als Betrachter von #saveIWS entwickelt man über die Beiträge und Tweets, aber auch über weitere Gespräche ein Bild. Meine erste Reaktion nach dem Bekanntwerden einer möglichen Schließung des Fachbereichs Informationswissenschaft war ein Telefonat mit Willi Bredemeier. Für mich war es wichtig zu erfahren, welche Relevanz die Informationswissenschaft für die Branche hat. Ich bin hier ehrlich: Was bringt Informationswissenschaft den Information Professionals? Diese Message hatte mich bislang nicht erreicht. Die Webseiten der Ausbildungsgänge im Bereich Dokumentation und Informationswissenschaften hatte ich unter der Vorbereitung für die „Steilvorlagen Veranstalltungen“ ab und an eingesehen. Das wird sich jedoch ändern.

 

Jeder Person und Gruppierung kommt im Fall #saveIWS eine Rolle zu. Das Bild hierzu habe ich mir über die öffentliche Darstellung und Gespräche beispielsweise mit der Fachschaft (Podcast Interview)  gebildet. Eine Übersicht bietet Ihnen das Storyfi Board zu #saveIWS. Es ist eine subjektive Sichtweise. Nutzen Sie bitte die Kommentarfunktion für Ihre Meinung und Sichtweise. Sie haben durch ihre Informationen einen anderen Blick auf die Dingen. Es wäre interessant, diese zu erfahren.

 

„Mit den Studenten wird Roulette gespielt“

Die meisten Studenten haben vom Sachverhalt sehr wahrscheinlich genauso spät erfahren, wie die Medien und Köpfe außerhalb des Campus. Wir kennen dies aus Unternehmensgeschichten, bei denen die Mitarbeiter erst über die Presse erfuhren, dass man die Firma dicht machen wird. Wie immer handelt es bei diesen Ereignissen um eine Vielzahl von Einzelschicksalen. Selbst bei den Studenten muss differenziert werden. Diejenigen Studis, die kurz vor dem Abschluß stehen oder diesen in greifbarer Nähe haben, wird sich nicht viel tun. Vielleicht ist es nun ein kleiner Push (Tritt in den…), die Sache schnellstmöglich zu Ende zu bringen. Weitaus dramatischer stellt sich die Situation für die Einsteiger in den ersten beiden Semestern dar. Es steht ein Niedergang der Ausbildungsqualität durch schwindendes Personal und enormer Druck bevor. Der Druck resultiert aus der Notwendigkeit, in einer festgelegten Zeit das Studium beenden zu müssen, bevor die Lichter in der Düsseldorfer Informationswissenschaft ausgehen.

Die Studentenschaft hat durch das Auftreten bei der Fakultätsratssitzung eine Präsenz gezeigt. Wieviele Studenten sind im Fachbereich? Wie viele waren auf der Abstimmungsveranstaltung? Da ist noch Luft nach oben – auch bei der Nutzung der sozialen Medien. Immerhin lernen dies die Studenten laut Vorlesungsplan. Eine wirklich liebe Truppe und im Sinne von Gunther Dueck zu lieb. Wer mag, darf sich mein Pinterest-Board zu lieben Information Professionals anschauen.

 

Hilflos in Düsseldorf – die Fachschaft strampelt sich ab

Krisenkommunikation und Krisenmanagement sind Aufgaben, die ein Fachschaftsrat sicherlich kaum als Kernaufgabe ins Auge fasst, wenn er sein Amt an der Hochschule antritt. Wir kennen diese Rolle aus anderen Ereignissen im betrieblichen Umfeld. Hier sind es die Betriebsräte, die gemeinsam mit den Gewerkschaften versuchen müssen, zu retten was vielleicht nicht zu retten ist. Diese haben jedoch ein gesetzlich verbrieftes Recht der Mitwirkung. Bei der Fachschaft bleibt es bei der Anhörung. Gemeinsam mit allen Akteuren wird es eine Kernaufgabe der Fachschaft sein, die Aktivitäten zu bündeln und zu koordinieren. Die Kunst der Fachschaft muss es zusätzlich sein, den Laden zusammen zu halten. Mir will das Bild der Musiker auf der sinkenden Titanic nicht aus dem Kopf.

 

Prof. Dr. Stock: Der Lotse geht von Bord

Jahrelang hat der Professor für seine Studenten und Mitarbeiter die Geschicke des Bereichs Informationswissenschaft gelenkt. Lotsen werden an Bord geholt, um die Navigation in nicht bekannten Gewässern mit dem Kapitän des Schiffs zu managen. So wissen diese frühzeitig, wann Untiefen folgen und was hinter der nächsten Flussbiegung folgt. Aus journalistischer Sicht hätte ich drängende Fragen an den Professor: Seit wann waren Ihnen die Planungen zu Einsparungen in Ihrem Fachbereich bekannt? Hätte man aus dem Niedergang in Potsdam nicht Schlüsse ziehen müssen? Wie engagiert gehen Sie persönlich gegen die Abschaltung der Informationswissenschaft vor? War es taktisch nicht unklug, erst auf  öffentlichen Widerstand und Protest zu setzen, als die Entscheidung zur Abwicklung der Informationswissenschaft fast unmittelbar bevorstand? Wäre es vielleicht besser gewesen, über die Informationswissenschaften hinaus stärker auf eine Mobilisierung der Medien und der Politik zu setzen, zumal es Buzzwords wie „Digitalisierung“ und „Wissenschaftsgesellschaft“ gibt, die die Sache der Informationswissenschaft stützen und in den Ohren von Politik und Medien gut klingen?

 

Trotz aller Leistungen der Vorjahre bleibt der fade Beigeschmack, die Informationswissenschaft nicht lebenserhaltend betrieben zu haben. Das Finanzamt spricht bei selbständigen Tätigkeiten, die mehr Kosten als Nutzen verursachen, von Liebhaberei. Sicherlich ist es bei der Informationswissenschaft weitaus anders. Doch diese Information hat die Öffentlichkeit und wichtige Gremien nicht erreicht. Ohne eine stützende Hand, eine Schippe Sand unter dem Kiel wird die Durchfahrt nichts. Professor Stock: Seine Aufgabe ist es, auch diese Unterstützungen frühzeitig mit zu organisieren und taktisch bei künftigen Schritten vielleicht ein wenig gewiefter zu sein.

 

Dekan Prof. Dr. Rosar: Hardliner aus Überlebensgründen 

Auch der Dekan stand unter Druck und hatte nach eigenen Worten „beschissene“ Entscheidungen zu fällen. Die landesweiten Folgen dürften ihn kaum interessieren, denn er muss Kennzahlen und Vorgaben seiner Hochschule umsetzen. Ein großer Posten ist der Finanzetat, den sein Haus erhält. Diesen hat er aufzuteilen und nutzbringend zu investieren. Reine Mathematik für einen Professor der Philosophie, der die Digitalisierung als SmartPhone oder am PC-Arbeitsplatz nutzt. Diese wird auch ohne den Fachbereich Informationswissenschaft weitergehen. Er muss Prioritäten setzen und effizient sein.

Zwar hatte Rosar im Vorfeld Gesprächsbereitschaft signalisiert. So sagte er zumindest. Wie der Verlauf der Fakultätssitzung am letzten Dienstag allerdings nahe legt, bedeutete Gesprächsbereitschaft für ihn nicht, Argumente, die seine vorab getroffene Entscheidung hätten infrage stellen können, in einer ernsthaften Weise zur Kenntnis zu nehmen. Als Hochschulpolitiker muss die Versuchung für ihn, die ihm vom Rektorat vorgegebenen Kürzungen um zwei W3-Stellen dort vorzunehmen, wo dies am geräuschlosesten zu bewirken, groß gewesen sein. Und aus diesem Kalkül lag die Eliminierung der Informationswissenschaft am ehesten nahe, da Prof. Stock in drei Jahren in Rente geht und es keine weiteren Professoren in Düsseldorf gibt, die die Informationswissenschaft als eigenes Fach hätten verteidigen können. Hätte er versucht, in einem anderen Bereich zu kürzen, hätten die dortigen Professoren wahrscheinlich eine Phalanx gegen ihn gebildet. Aber so brachte er seine Fakultätsmitglieder in der Abstimmung mit zehn Ja-Stimmen geschlossen hinter sich, die nach dem St.-Florians-Prinzip lieber für eine Eliminierung der Informationswissenschaften stimmten als Kürzungen im eigenen Bereich hinzunehmen. (Die drei Gegenstimmungen und zwei Enthaltungen kamen ausschließlich aus dem studentischen und außerwissenschaftlichen Bereich.)

 

Rektorin Prof. Dr. Steinbeck: Mutti wird es richten

Alles blickt auf die Grand Dame der Hochschule der Landeshauptstadt in Nordrhein Westfalen. Dabei war sie es, die den Prozess in Bewegung setzte, der letztlich zum Fakultätsbeschluss führte, die Düsseldorfer Informationswissenschaften abzuwickeln. Die Rektorin richtet, um den Ruhm ihrer Hochschule zu mehren, einen Innovationsfonds ein. Dieser soll finanziert werden, indem querbeet durch die Fachbereiche der Hochschule Einsparungen vorgenommen werden.

Allerdings sollen diese Einsparungen in Verhandlungen zwischen Rektorat und den Fachbereichen vorgenommen werden. Wenn Prof. Rosar also einen Fakultätsbeschluss durchdrückt, nach dem die Informationswissenschaften abzuwickeln sind, und auch einer Bitte des Rektors nicht nachkommt, diesen Punkt von der Tagesordnung zu nehmen, so handelt er nicht im Konsens mit dem Rektorat. Aber reicht diese Verstimmung für den Rektor aus, sich auf die Seite der Informationswissenschaften zu stellen? Sicher nicht, auch wenn die eleganteste Lösung des Konfliktes darin bestünde, die Informationswissenschaften aus den Philosophentürmen herauszunehmen und in den Innovationsfonds der Rektorin zu stellen.

 

Die Rektorin kann auf Einzelschicksale keine Rücksicht nehmen. Sie muss das große Ganze im Blick haben. Laut ihrem Profil kommt Frau Steinbeck aus dem gewerblichen Rechtsschutz. Sie wird also genau wissen, wie wichtig Informationen für die Forschung und Entwicklung, aber auch für den Fortbestand eines Unternehmens sind. Einerseits wird sie unnötigen Ärger mit ihren Fachbereichen zu vermeiden suchen und also gleichfalls in Versuchung geraten, in der Zustimmung zu dem Beschluss der Fakultät den geräuschlosesten Weg und damit die Lösung zu sehen. Andererseits ist die Rektorin anders als der Dekan und seine Fakultätsmitglieder nicht nur für inneruniversitäre und innerwissenschaftliche Einflussnahmen offen. Die vielen Proteste aus Wissenschaft und Praxis dürften sie daher stärker beeindruckt haben als den Dekan. Diese Prognose darf daher gewagt werden: Wenn die Informationswissenschaften in Düsseldorf eine reale Überlebenschance haben sollen, wird es ohne eine Fortsetzung des Protestes und ohne eine Einbeziehung der Medien, der Ministerialverwaltungen und der Politik nicht gehen.

 

Die Ehemaligen: Retter aus Überzeugung

 Wären die ehemaligen Absolventen nicht mit einer Meldung an die Öffentlichkeit getreten und hätte Willi Bredemeier und sein Netzwerk (zu dem ich auch zählen darf) mobilisiert, so wäre die gesamte Angelegenheit nicht derart ins Rollen gekommen. Redlich versuchen Prof. Dr. Dirk Lewandowski, Prof. Dr. Isabella Peters, Dr. Jasmin Schmitz, Dr. Violeta Trkulja und Dr. Katrin Weller zu retten, was kaum noch zu retten erscheint. Getrieben werden diese durch die Erkenntnis, dass Belege für die Wichtigkeit der Informationswissenschaft gefragt sind. Redlich versuchen sie zu flankieren, zu mobilisieren und zu motivieren und scheitern dennoch, da Krisenmanagement und PR nicht auf dem Lehrplan stand.

„Ich sehe die einzige Rettung nur durch Hilfe von Institutionen aus dem Nicht-Wissenschaftlichen-Umfeld. Dies haben einzelne Akteure noch nicht erkannt“ – Michael Klems

 

DGI: „Wir sind nicht der ADAC der Branche“

Es tut mir leid, aber dieses Zitat, welches mir in einer Debatte mit einem damaligen Vorstandsmitglied der DGI vorgehalten wurde, sitzt tief und zeigt, welche Chance dieser Verein in dieser Situation abermals nicht genutzt hat. Mit seiner Organisation „Junge DGI“ hätte er die Studentenschaft unterstützen sollen. Dabei darf es nicht nur bei einem Schreiben bleiben, das erst auf Nachfrage per Twitter veröffentlicht wird. Das Schreiben des Vorstands ist das Mindeste, was dieser Verein leisten kann. Das Abschaffen eines Studiengangs der Mitglieder muss Chefthema und Nummer 1 auf der Agenda der weiteren DGI-Tätigkeiten sein. Die „Junge DGI“ wird ihrer Berufung auch hier nicht gerecht und ist ein weiterer Punkt des DGI-Leistungsprofils ohne besonderen Nachweis. Der Verein, der für sich selbst Branchenrelevanz auf die Fahnen schreibt, sollte in umfassender Transparenz alle Aktivitäten in einem solchen Fall im Tagebuch-Format darstellen. Digital nennt sich ein solches Tagebuch Blog. Die zahlenden Mitglieder, insbesondere die Studenten, haben diesen Tätigkeitsnachweis im Krisenfall mehr als verdient und sollten dies in einer Mitgliederversammlung unter dem Punkt „Verschiedenes“ einfordern. Dabei geht es in der aktuellen Situation nicht um eine Autopanne, sondern hier steht ein Haus im vollen Brand.

 

„Ja ich habe es wieder getan und nutzen Sie bitte Ihre Energie für den Einsatz der Studentenschaft in Düsseldorf.“ – Michael Klems

 

Bredemeier, Hochschulradio und Umstätter – Gnadenlose Analysten

Das Hochschulradio versucht, eine objektive Sichtweise auf die Ereignisse zu geben, während Bredemeier und Umstätter schonungslos den Niedergang der Informationsbranche nicht nur, aber auch als Folgen rückläufiger Finanzierung dokumentieren.

Fachliche Argumente spielen auch bundesweit kaum eine Rolle, wenn es um die Finanzen geht. Die Geschichten von Niedergängen in der Informationsbranche werden nicht abreißen.

 

Die aktuellen Ereignisse in Düsseldorf sollten allen Beobachtern zu denken geben. Sind Studiengänge passend in der Hochschule eingebunden? Wie ist die Wahrnehmung eines informationswissenschaftlichen Fachbereiches an der Universität, international und national in der eigenen Disziplin sowie in Wirtschaft, Politik und in den Medien? Aber auch der Markt der Information Professionals muß sich viele Fragen gefallen lassen. Sind wir präsent? Sind wir wahrnehmbar und werden wir überhaupt nach Außen vertreten?

 

Die Informationsbranche ist auf dem besten Wege, die Hoheit über den Begriff „Information“ zu verlieren und diesen an andere Branchen abzugeben. Diese Anderen sind die Digitals mit den Schwerpunkten Content, Internet der Dinge und Industrie 4.0. Information ist ohnehin da und kommt aus der Suchmaschine. Qualitätsinformation und Tiefgang muß spektakulär verpackt werden. Die Marktteilnehmer, die es schaffen, dies zu besetzen und auch zu verkaufen werden als Profiteure hervorgehen.

 

Persönlich möchte ich allen Akteuren für ihren Einsatz danken und zu mehr Geschlossenheit aufrufen. Die Branche ist da, jedoch zu leise und zu still. Lassen Sie uns das ändern.

 

Ich freue mich auf Ihre Kommentare.

Über den Autor
Michael Klems ist seit 1991 als selbständiger Information Professional tätig. Bereits 1994 hat er mit dem Buch „Informations-Broking“ die Tätigkeit eines Information Professionals lange vor dem Internet Hype beschrieben. Er ist Autor zahlreicher Fachbeiträge im Online-Bereich und als Trainer für die elektronische Recherche in Europa tätig. Klems ist der Kopf hinter dem Online-Dienst infobroker.de. Seit 2011 ist der Kölner in seiner Wahlheimat in Sonthofen im Allgäu tätig.


Breaking News - Dienstag, den 2. Februar 2016

DIMDI – ZB MED

Recherchen nach Informationen
im Bereich Lebenswissenschaften

Der einstige Pionier der Fachinformationsbranche
gibt alle Literaturdatenbanken auf

Der Dienstleister des Gesundheitsministeriums
konzentriert sich künftig auf Fakten

ZB MED wird zentraler Ansrpechpartner
für Recherchen
im Bereich der Lebenswissenschaften

Ulrich Korwitz: „ZB MED prüft, welche Datenbank
sie in Livivo übernehmen kann“

Ab 2017 konzentriert DIMDI (Köln) sein Datenbankangebot auf medizinische Fakten und nimmt seine Literaturdatenbanken aus dem Programm. Damit setze es, so der bisherige Informationsanbieter, Ressourcen frei, um seine gesetzlich begründeten Informationsaufgaben ausbauen zu können. Weiterhin anbieten und weiterentwickeln will DIMDI seine Informationssysteme und Datenbanken zu Arzneimitteln, Medizinprodukten, medizinischen Begriffssystemen, Versorgungsdaten und Health Technology Assessment. Neue zentrale Anlaufstelle für Recherchen im Bereich der Medizininformationen oder allgemeiner der Lebenswissenschaften wird ZB MED.

DIMDI begründet die Umstrukturierung seiner Produktpalette mit seinem „erheblichen Zuwachs an gesetzlichen Aufgaben in den letzten Jahren“. Datenbanken werde es nur noch im Rahmen der gesetzlich begründeten Informationssysteme anbieten. Zum Jahresende 2016 nimmt das Institut daher mit Ausnahme von DAHTA, GMS und GMS Meetings alle Literaturdatenbanken aus seinem Angebot. Die elektronische Literaturversorgung für die Medizin ist ab 2017 bei der ZB MED konzentriert.
Die Chancen, ein ganz großer Informationsanbieter zu werden, durften nicht aufgegriffen werden.

Die Aufgabe der Literaturdatenbanken bei DIMDI stellt einen Bruch in der Entwicklung der (Fach-)Informationsbranche dar. In den Pionierjahren der Branche gab es Literaturdatenbanken und sonst nichts. DIMDI war einer der ganz großen Pioniere der Informationsbranche, der sich im Prestigewettbewerb mit anderen Fachinformationszentren immer wieder mit der Einführung neuer Funktionen als erster auf dem deutschen Markt hervortat. Dazu vertrieb DIMDI die großen internationalen Medizininformationsdatenbanken wie MEDLINE auf dem deutschen Markt, dies in Konkurrenz mit den privaten internationalen Anbietern.

Die Chance, ein ganz Großer im Bereich der Medizininformation zu werden, indem DIMDI in den damals noch nicht besetzten Bereich der Medizininformation und -beratung für tatsächliche und potenzielle Patienten vorzustoßen – eine Möglichkeit, die ich in den 80er Jahren wiederholt mit dem damaligen Geschäftsführer des DIMDI diskutiert habe -, blieb dem Anbieter als nachgeordnetes Institut des Bundesgesundheitsministeriums versagt.  Dies führte auch dazu, dass sich das Aufgabenprofil in den letzten Jahren immer stärker in Richtung höchstspezialisierter Aufgaben, die in den Augen des Ministeriums hochrelevant, für die Branche jedoch von geringerer Bedeutung waren, verschob. Auf der anderen Seite rückte das ZB MED mit immer neuen innovativen Projekten stärker ins Zentrum der Informationsbranche und der Informationsinfrastruktur.

DIMDI werde  auch künftig von seinen Erfahrungen mit Literaturdatenbanken profitieren, sagt der Anbieter. Denn es behalte „mit seinen Informationssystemen eine aktive Rolle als Anbieter medizinischer Datenbanken und baut diese sogar aus: So bietet sein jüngstes, noch im Ausbau begriffenes System mit Versorgungsdaten der gesetzlich Versicherten für die Forschung ganz neue Möglichkeiten, das Versorgungsgeschehens im Rahmen der Versorgungsforschung und für Steuerungsaufgaben zu analysieren.“

Medizinrecherche: zentral bei der ZB MED

DIMDI weiter: „Die ursprüngliche Trennung zwischen elektronischer Information in Literaturdatenbanken und der papiergebundenen Form in Bibliotheken ist im Laufe der Jahre mehr und mehr verschwunden. Der langjährige DIMDI-Partner ZB MED – Leibniz-Informationszentrum Lebenswissenschaften hat zunehmend auch elektronische Angebote übernommen, einige Datenbanken hatte das DIMDI schon vor Jahren für dessen Suchportal LIVIVO zugänglich gemacht. Heute bündelt die ZB Med beide Aufgaben und ist damit für Deutschland der zentrale Anbieter für Literatur aus den Lebenswissenschaften. Dort sind auch einige der künftig beim DIMDI nicht mehr angebotenen Datenbanken verfügbar, beispielsweise MEDLINE, aber auch Psyndex und Ethmed, die bisher nur beim DIMDI recherchierbar waren.

Dazu der Leiter von ZB MED, Ulrich Korwitz, zu Password: „ZB MED prüft, welche Datenbank sie in Livivo übernehmen kann.“

Originäre Daten weiterhin beim DIMDI

Neben den oben genannten Informationssystemen und Datenbanken betreibt das DIMDI auch künftig seine originären Datenbanken und Register wie im Portal PharmNet.Bund (Arzneimittelinformationen des Bundes und der Länder) oder das Register mit Objekt-Identifikatoren für den Bereich „Deutschland Gesundheitswesen“. Im Programm bleiben weiter spezielle Datenbanken für begrenzte Nutzerkreise (insbesondere Behörden).

Folgende Datenbanken entfallen ab 2017:
•         BIOSIS Previews
•         Cochrane-Datenbanken (CCTR, CDSR, CDAR, INAHTA, NHSEED)
•         CAB Abstracts
•         Global Health
•         EMBASE/EMBASE Alert
•         Ethmed
•         ISTPB + ISTP/ISSHP
•         MEDLINE
•         PsycInfo
•         Psyndex
•         SciSearch

Ergänzende Informationen auf der DIMDI-Website:
•    Datenbank-Informationen (mit Kontaktangaben zu Herstellern)
•    Informationssystem Arzneimittel
•    Informationssystem Medizinprodukte
•    Informationssystem Versorgungsdaten
•    Informationssystem HTA
•    PharmNet.Bund
•    OID-Register

Weitere Informationen im Web:
•    Portal PharmNet.Bund
•    LIVIVO (Portal der ZB Med)

Herausgeber:
Password Redaktionsbüro
Dr. Willi Bredemeier
Erzbergerstraße 9-11
45527 Hattingen

Tel: (02324) 67009
E-Mail: w.bredemeier@password-online.de
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Password-Nachrichten - Montag, den 1. Februar 2016

Informationswissenschaft Düsseldorf - Informationswissenschaft Deutschland - 
Walther Umstätter - AStA Universität Düsseldorf - Isabella Peters - 
Europäische Kommission - Altmetrics

Informationswissenschaft

Schließung der Informationswissenschaft
schreitet seit Jahrzehnten voran

Wenn die Informationswissenschaft
nicht fundamental aufgebaut wird,
macht der Letzte hier bald wirklich das Licht aus

Mittlerweile haben praktisch alle regelmäßigen Autoren von Password gegen die beabsichtigte und von der Philosophischen Fakultät der Universität Düsseldorf durchgewunkene Schließung der Düsseldorfer Informationswissenschaft Stellung bezogen. Password-Autor Walther Umstätter setzt den Vorfall in die allgemeinere Entwicklung des jahrzehntelangen Niederganges der Informationswissenschaft nach Stellen und Finanzierung und fürchtet um die Existenz der gesamten Disziplin. Wir übernehmen seinen Beitrag aus „Internet in Bibliotheken“.

 „Für diejenigen Informationsspezialisten, die es inzwischen vergessen haben sollten: Die Schließung der Informationswissenschaft schreitet in Deutschland seit Jahrzehnten voran. Nachdem die Nachfolge von Wersig an der FU Berlin, die von R. Kuhlen in Konstanz, die von H. Zimmermann in Saarbrücken, oder auch die von P. Kaegbein in Köln gestrichen war, ist nun die von W. Stock in Düsseldorf virulent. Auch die Streichung der Dokumentation in Potsdam ist nicht zu vergessen.

Siehe auch. die Schule für Medizinische Dokumentation in Ulm.

Ich entsinne mich noch gut daran, dass P. Kaegbein nach dem Mauerfall noch viel Kraft in den Neuaufbau des Instituts für Bibliotheks- und Informationswissenschaft der HU-Berlin gesteckt hatte, und dass ich, nachdem ich bei diesem Neuanfang zufälligerweise die erste berufene Professor an der HU inne hatte, den Dekan der Philosophischen Fakultät. I 1994 besuchte, um mir bereits anzuhören, dass nun wieder Stellenstreichungen im Gange waren. Was lag für die Fakultät näher, als ein Institut zu streichen, das noch gar nicht vollständig besetzt war. Danach waren wir, bis zu meiner Emeritierung 2006 vorwiegend damit beschäftigt, alles zu tun, um dieses Institut zu retten. Als gäbe es nichts Wichtigeres in der Informationswissenschaft zu tun. Es gab damals viele, die uns halfen, so wie auch Prof. E. Mittler, der die Neubesetzung durch Prof. M. Seadle sehr professionell erreichte. Danach kamen noch Prof. P. Schirmbacher und Prof. V. Petras hinzu. Trotzdem kann man sich nicht sicher sein, ob dieses Institut auf längere Sicht in trockenen Tüchern ist.

Es gehört mit zu der aktuellen Diskussion „Sind Universitäten unregierbar?“, dass der Ausbau von Hochschulen, oder auch die Streichung von Instituten keine Frage der inhaltlichen Diskussion sind, sondern fast ausschließlich aus taktischen Erwägungen entspringen. Was lässt sich mit dem geringsten Widerstand streichen? Ab wann sind Studentenunruhen zu erwarten? Es ist auch gleichgültig, wie viele iatrogene Schäden die Medizin und die Pharmazie jährlich erzeugt, ihre Lobby sorgt für ungebremstes Wachstum bei den Versicherungen.

Ich entsinne mich, dass sich unser Dekan, bei seinen Streichungsüberlegungen vehement dagegen verwahrte, dass sich Außenstehende in seine Entscheidungsfindung einmischen wollten. Dazu pickte er sich auch gern Argumente von Briefschreibern heraus, die er anhand ihres mangelhaften Insiderwissens lächerlich machen konnte, um damit auch unsere Bemühungen wenn möglich ins Lächerliche zu ziehen. Ich vermute, dass die Entscheidungsträger in Düsseldorf auch auf ihre „Informationswissenschaft und Sprachtechnologie“ verweisen werden.

Ein Argument, unser Institut zu schließen, war damals auch, dass der hohe Praxisbezug eine Aufgabe der Fachhochschule in Potsdam sei. Insofern sollten Informationswissenschaftler, die den hohen Praxisbezug betonen, der ja unzweifelhaft besteht, vorsichtig sein, wenn sie dabei das informationstheoretische Fundament der Informationswissenschaft vernachlässigen.www.welt.de/print-welt/article332009/Information-ist-neben-Materie-und-Energie-die-oft-vergessene-dritte-Saeule-der-Physik.html

Es würde mich zwar freuen, aber auch wundern, wenn sich an den bevorstehenden Beschlüssen in Düsseldorf argumentativ noch so rasch etwas ändern ließe und ob genug Studierende dafür auf die Straße gehen, ist fraglich.

Auch die Resonanz hier in Inetbib lässt noch nicht erhoffen, dass es einen Aufschrei der Empörung geben wird. … Schon kurz nach dem IuD-Programm hatte die Bundesrepublik Deutschland aufgegeben, der dokumentarischen Vormachtstellung der USA Paroli zu bieten. Während man hierzulande diskutierte, ob es Digitale oder Hybride Bibliothek heißen sollte, hat man im Digital Library Programm der USA Google aus der Taufe gehoben. Schon am Beginn des Internets erkannte das US-Amerikanische Militär welches Potential im Internet (Arpanet) steckte, während man hier Jahrzehnte danach über die Enthüllungen von E. Snowden Erstaunen demonstrierte.

Alle beklagen die Monopolstellung von Google, und der Kollege D. Lewandowski versucht ja auch mit einem konstruktiven Vorschlag zu seinem freien Web-Index Abhilfe zu schaffen, aber wenn die Informationswissenschaft ab- und nicht fundamental aufgebaut wird, macht der Letzte hier bald wirklich das Licht aus.

MfG Walther Umstätter“

#saveIWS 

Studierende und AStA nicht oder zu spät
von Düsseldorfer Schließungsplänen informiert

Hätten die Studenten der Informationswissenschaft bereits vor zwei Monaten von
den Schließungsplänen zu den Informationswissenschaften in Düsseldorf wissen können? Glaubt man dem Kommentar auf dem Hochschulradio unter so liegt es am
Desinteresse der Studierenden, die AStA-Veranstaltungen zu besuchen.

Kommentar Hochschulradio: http://hochschulradio.de/politur-am-donnerstag-28-januar/

Die AStA stellt den Kommentar der unter den Studierenden für sehr viel Ärger
sorgte auf Facebook klar: „An dieser Stelle, möchten wir auch betonen, dass wir nicht eher über die Schließung der Informationswissenschaften Bescheid wussten. Wir wussten nur
von den unkonkreten Plänen, die aber schon seit Jahren bestanden haben.“
https://www.facebook.com/AStAHHU/posts/10153433527890292

Isabella Peters

Empfehlungen für ein Bewertungssystem
jenseits des Impact Factors

Password-Autorin Isabella Peters wurde von der Europäischen Kommission als Mitglied der High Level Expert Group „Expert Group on Altmetrics“ berufen (Generaldirektion Forschung und Innovation).

Die sechs Mitglieder der EU-Expertenkommission sollen Vorschläge für ein alternatives Bewertungssystem wissenschaftlicher Arbeit jenseits des quantitativen zitationsbasierten Impact Faktors erarbeiten. Isabella Peters ist Wissenschaftlerin am ZBW und Professorin für Web Science an der Uni Kiel.

Herausgeber:
Password Redaktionsbüro
Dr. Willi Bredemeier
Erzbergerstraße 9-11
45527 HattingenTel: (02324) 67009
E-Mail: w.bredemeier@password-online.de
Web: www.password-online.de

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Open Password - Donnerstag, den 28. Januar 2016

Open Password – Arnoud de Kemp – APE – Visualisierung – Anna Knoll – Awards – Informationswissenschaft Düsseldorf –  Dirk Lewandowski  – Isabella Peters – Jasmin Schmitz – Violeta Trkulja – Katrin Weller  
Open Password (1)

Passwords neuer Auftritt
mit wunderbarem Partner

Die nächste APE
am 17. und 18. Januar 2017

Lieber Willi,

.ich weiß nicht, ob das alles schon lange angedacht bzw. in der Planung war,  aber über den neuen Auftritt von Password freue ich mich sehr und Du hast natürlich einen wunderbaren Partner gefunden….

Glückwunsch!

Viele Grüße aus Berlin Arnoud (de Kemp, Berlin)

Gestärkt durch ein großes Votum, weiter zu machen: APE 2017 findet am 17.-18. Januar 2017 statt. Wieder in Berlin, wieder in der Berlin-Brandenburgischen  Akademie der Wissenschaften am Gendarmenmarkt.

Open Password (2)

Visuell Anteil nehmen
am aktuellen Geschehen der Branche

Open Password entwickelt sich von Tag zu Tag weiter. In der Pipeline für die nächsten Tage befindet sich das Konzept von Open Password für Förderer, Sponsoren und weiteren Kooperationspartner. www.password-online.de

Kontinuierlich nimmt auch die Zahl der Registrierungen für diesen Pushdienst zu. Für die neue Seite kommt von mehreren Seiten Anerkennung für das professionelle Design. Die vielleicht wichtigste Neuerung: Das aktuelle Geschehen in der Branche wird in Bildern dargestellt.

Nehmen Sie visuellen Anteil an die Berliner Konferenz „Academic Publishing in Europe“ und an der Fakultätssitzung, auf der die Abwicklung der Düsseldorfer Informationswissenschaften mit einem Stimmenverhältnis von 10:3:2 beschlossen wurde.

Awards

Informationswissenschaftlicher Preis
an Password-Autorin
und Steilvorlagen-Referentin

Sehr geehrte Kolleginnen und Kollegen,

Am 25.01.2016 hat die Vergabekommission des Vereins zur Förderung der Informationswissenschaft (VFI) entschieden, in diesem Jahr einen mit 300 Euro dotierten Anerkennungspreis für folgende Arbeit zu vergeben:

Anna Knoll (Anna Lamparter): Kompetenzprofil von Information Professionals in Unternehmen. Masterarbeit, Hochschule Hannover, 2015.

Diese Arbeit beinhaltet eine fundierte Untersuchung mit einem interessanten Methoden-Mix, die für Ausbildungsfragen relevant und hilfreich ist.

Der Preis wurde damit zum zehnten und letzten Mal vergeben.

Mit freundlichen Grüssen

Dr. Otto Oberhauser (Schriftführer). Verein zur Förderung der Informationswissenschaft (VFI), http://www.vfi-online.org

Informationswissenschaft Düsseldorf

Dank für die vereinigte Unterstützung
der Informationswissenschaften

Der Fakultätsrat hatte sich wohl vorher
für die Abwicklung entschieden

Wendet sich die Rektorin
gegen Beschluss der Fakultät?

Liebe Kolleginnen und Kollegen,

wir möchten uns nochmals herzlich für Ihre Unterstützung für den Erhalt der Düsseldorfer Informationswissenschaft bedanken.

Leider war das Ergebnis der gestrigen Fakultätsratssitzung, dass die Abteilung Informationswissenschaft geschlossen werden soll. Das Abstimmungsergebnis war 10 für die Schließung, 2 dagegen, 3 Enthaltungen. Zwar gab es eine mehr als zweistündige, teils hitzige Diskussion (nachzuverfolgen bei Twitter: https://twitter.com/hashtag/saveiws), allerdings dürfte am Ende ausschlaggebend gewesen sein, dass der Dekan mehrfach betont hatte, dass Einsparungen notwendig seien, und diese eben andere Abteilungen treffen würden, würde man die Informationswissenschaft erhalten.

Das Ganze ist natürlich extrem schade und enttäuschend. Es sieht so aus, dass sowohl der Dekan als auch der Fakultätsrat schon vor der Sitzung entschieden waren, die Informationswissenschaft aufzulösen. Daher haben auch weder die Argumente aus den mehr als 60 Protestbriefen noch die von der Fachschaft initiierte Petition (unter https://www.change.org/p/petition-zur-erhaltung-des-studienfaches-informationswissenschaft-an-der-heinrich-heine-universität-düsseldorf-saveiws) mit mehr als 1.500 Unterstützern, noch die Anwesenheit von mehr als 80 Studierenden oder die von Professor Stock vorgebrachten Argumente geholfen.

Allerdings besteht noch eine Chance, die Düsseldorfer Informationswissenschaft zu retten. Letztlich muss die Entscheidung vom Rektorat getroffen werden, und wir hoffen, dass die Rektorin sich gegen die gestrige Entscheidung wendet und eine andere Lösung findet. Wir gehen davon aus, dass sie den vorgebrachten Argumenten und den Protestbriefen offener gegenüberstehen wird.

Wir halten Sie gerne auf dem Laufenden und melden uns wieder, sobald wir weitere Informationen haben.

Nochmals vielen Dank für Ihre Unterstützung durch die vielen persönlichen Briefe! Und natürlich auch dafür, dass Sie die Nachricht über alle möglichen Kanäle verbreitet haben, dass Sie die Petition unterzeichnet haben, und vieles mehr. Mit so einer überwältigenden Resonanz auf unseren Aufruf hatten wir nicht gerechnet, und wir sehen es als ein sehr positives Zeichen an, dass die informationswissenschaftliche Community in schweren Zeiten zusammenhält.

Viele Grüße
Prof. Dr. Dirk Lewandowski (Hochschule für Angewandte Wissenschaften Hamburg)
Prof. Dr. Isabella Peters (ZBW Leibniz-Informationszentrum Wirtschaft & Christian-Albrechts-Universität zu Kiel)
Dr. Jasmin Schmitz (ZB MED –  Leibniz-Informationszentrum Lebenswissenschaften)
Dr. Violeta Trkulja (Humboldt-Universität zu Berlin)
Dr. Katrin Weller (GESIS Leibniz-Institut für Sozialwissenschaften)
Herausgeber:
Password Redaktionsbüro
Dr. Willi Bredemeier
Erzbergerstraße 9-11
45527 Hattingen

Tel: (02324) 67009
E-Mail: w.bredemeier@password-online.de
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Breaking News - Open Password, 26. Januar 2016 (II)

Informationswissenschaften Düsseldorf
Das Ergebnis:

10:2:3 für Schließung

Wurde nur nach
dem St. Florians-Prinzip abgestimmt?

hochschulradio 97.1 ‏@hochschulradio: Das Ergebnis ist da: 10 sind für die Schließung, 2 dagegen, 3 Enthaltung. Das könnte das Ende für Info-Wiss @HHU_de gewesen sein. #saveiws

hochschulradio 97.1 ‏@hochschulradio: Der Rat beendet die Studiengänge noch nicht gänzlich, sondern gibt mit dem Votum eine Empfehlung ans Rektorat #saveiws

Silke ‏@SilkeKramer: Dekan Rosar ist verstockt. Jetzt kommt es auf die Einsicht der Fakratmitg. an. Jeder hat Angst, dass woanders gespart wird. #saveIWS

sabelle ‏@bezwitschernd: Wir sollten jedoch bedenken, am Ende entscheidet immer noch die Rektorin #weiteremedienaktivieren #SaveIWS

Der Verlauf der Sitzung:

Der Dekan spricht –
hatte er Argumente?

hochschulradio 97.1 ‏@hochschulradio: Rosar: Verlässliche Daten zu besorgen ist zu langwierig/zu teuer. Evaluation von Studiengängen soll langfristig verbessert werden #saveiws

Kaffeekautz ‏@Kaffeekautz: „Leider kann ich nicht nur an die Studierenden denken“ Prof Ulrich Rosar #saveIWS

hochschulradio 97.1 ‏@hochschulradio: Rosar: Was die Lehre angeht, ist es das kleine Problem, einen Studiengang zu schließen, der strukturell problematisch ist. #saveiws

michaelklems ‏@michaelklems: Kann er nicht gehen? RT @hochschulradio: Rosar: Ich muss zwei W3 Profs einsparen #saveiws

hochschulradio 97.1 ‏@hochschulradio: 1/2Rosar: Struktuelle Beweggründe spielen auch eine Rolle. Fak. soll zukunftsfest gemacht werden. Kooperation mit anderen Fakultäten #saveiws

Der Verlauf der Sitzung:
Wolf Stock spricht

hochschulradio 97.1 ‏@hochschulradio: Prof Stock: Die Rektorin möchte Leuchttürme an der @HHU_de haben und wir sind ein Leuchtturm in Sachen Forschungsprojekten! #saveiws

Erster Kurzkommentar
von Password

Entscheidung wie zu erwarten

Aber auch leidenschaftliche Mitwirkung
betroffener Studenten
und Sozialer Medien

Jedes dritte Fakultätsmitglied
nicht für Abschaffung
der Informationswissenschaften

Das war zu erwarten, dass der Dekan der Philosophischen Fakultät sein Ding durchziehen würde. Denn hätte er nicht zuvor den Antrag auf 14 Tage Vertagung gleichfalls abschmettern lassen, so hätte ihn das angesichts des gegenwärtigen Standes der Mobilisierung in eine noch größere Bedrängnis gebracht. Dennoch kann man zu Recht mit Karen Maluszak erbost sein, die twitterte:

Karen Maluszak ‏@KMaluszak: @hochschulradio Noch bedauerlicher ist es eine Sitzung abzuhalten, deren Entschluss bereits vorab abgeschlossen zu sein schien. #saveiws

Was mich persönlich erbost, ist, dass wie seinerzeit bei der Cause Poetzsch in Potsdam seitens des Dekans und seiner Anhänger nur so getan wurde, als ob diskutiert wurde. Nehmen wir einmal hin, dass die Philosophische Fakultät die Stellen von zwei W3-Professuren einstellen muss, hätte da nicht zuvörderst begründet werden müssen, warum diese Stellen und nicht die anderen? Dazu – soweit die Tweets den Verlauf der Sitzung korrekt wiedergeben – kein Wort, allenfalls Leerformeln wie „strukturelle Beweggründe“. Müsste das Argument nicht die Kernkompetenz der Hochschullehrer sein und sie sich selbst zu schade, auf den Level von Als-Ob-Argumentationen zu sinken?

Es gibt aber auch positive Ergebnisse. Die durch die Sozialen und weiteren Medien erreichte Mobilisierung war so hoch, dass sich scheinbar die gesamte Informationswissenschaft und beachtliche Teile der Informationsbranche zu Wort meldeten. Der Verlauf der Düsseldorfer Sitzung konnte per hochschulradio 97.1 und per Twitter von der gesamten Informationsszene in Echtzeit mitverfolgt werden. Dies trug dazu bei, dass viele der betroffenen informationswissenschaftlichen Studierenden während der Sitzung leidenschaftlich mitdiskutierten. Den Hochschulen mit ihren intransparenten und abgeschotteten Strukturen können mehr Demokratie und auch ein wenig Populismus nur gut tun.

Und wer weiß, vielleicht veränderte der Einfluss der Medien sogar das Abstimmungsverhalten. Auch wenn jetzt der Fachbereich Informationswissenschaften an der Heinrich-Heine-Universität abgeschafft werden soll und alle verbleibenden Hoffnungen auf die Entscheidung der Rektorin liegen, immerhin jedes dritte Mitglied der Fakultät beugte sich mit seiner Stimme nicht dem Willen des Dekans.

Wili Bredemeier

Der Protest

Die Informationsanbieter
stimmen mit ein

Change.org jetzt mit 1.537 Unterschriften. Auch die Informationsanbieter stimmen in den Protest mit ein:

FirmenWissen ‏@FirmenWissen: Hoffentlich ist es noch nicht zu spät! Retten Sie die Informationswissenschaft an der HHU in Düsseldorf: https://www.change.org/p/petition-zur-erhaltung-des-studienfaches-informationswissenschaft-an-der-heinrich-heine-universit%C3%A4t-d%C3%BCsseldorf-saveiws/c … #saveIWS

WTI Frankfurt ‏@WTI_FfM:  Das Team von WTI-Frankfurt drückt die Daumen. #saveIWS
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#saveIWS - die Fakultätsratssitzung in Tweets und Bildern

Spannender hätte es kaum sein können. Der für die Fakultätsratssitzung angesetzte Termin in der Heinrich Heine Universität zu Düsseldorf hatten einen Brennpunkt auf der Agenda. Die geplante Schließung der Informationswissenschaft. Die Kampagne #saveIWS hatte es geschaft jede Menge Studierende zu mobilisieren. Wir beleuchten diese wichtigen Minuten des Fachbereichs über die Tweets die versendet wurden.

Das absolut Wichtigtse, nämlich das Ergebnis zu diesem Termin geben wir in einem Tweet des Hochschulradios wieder.

Noch mehr Tweets zu Thema

Unter #saveIWS und #iwhhu ist viel vor, während und auch danach getwittert worden. Aber es gab auch offene Briefe und Beiträge in den Medien. Eine recht umfangreiche Zusammenstellung finden Sie im Storyboard von infobroker.de.

Ihre Meinung ist gefragt?

Was meinen Sie? Wie stehen Sie zum Sachverhalt und letztendlich zum Ergebnis? Welche Folgen sehen Sie für die Informationswissenschaft? Bitte nutzen Sie die Kommentarfunktion hier im Beitrag.


Academic Publishing in Europe -Übergang der Wissenschaft zu Open Access

Neue Möglichkeiten, Reputation
zu messen und zu erwerben –
allerdings auch durch Betrug

Prekäre Existenz
der Nachwuchswissenschaftler

 

Von Elisabeth Simon

 Digital Agenda: the Road ahead for Scholarly Communication. Diesen Titel trug die APE- Konferenz in der schönen Leibniz-Halle der Akademie der Wissenschaften in Berlin. Mit der  Richtungsanweisung The Road Ahead wurden all die Unsicherheiten über den Weg angesprochen, den wir zu gehen haben. Welche Brüche, Stolpersteine, Risse gibt es und wo stellt die Straße einen glatten Fahrweg dar? Es spricht für den Mut der Veranstalter, dass diese Unsicherheit in größerem Maße als auf vergangenen Veranstaltungen üblich diskutiert wurden.

Arnoud de Kemp auf der APE 2016

Arnou de Kemp, Inititator, Organisator und Integrator der APE: Weiter die erfolgreichste internationale Veranstaltung unserer Branche

 

In der Keynote Science als Social Machines wurde die These vertreten: Data loss is real and significant while data growth is staggering. Dem wurde nicht widersprochen, dafür die verschiedenen Lösungen in ihrem Kontext diskutiert. Die European Open Science Cloud (EOSC) wurde gleich von vier Speakern erörtert. Es ging um Cross Reference, um the Enclosure of Scholarly Infrastructure und immer wieder um die Archivierung und Sicherung von Daten. What does the scholarly communication want the publishers to do for the infrastructure – to ”secure storage”.

Ulrich Korwitz auf der APE 16

Ulrich Korwitz, Direktor von ZBMED – Leibniz-Informationszentrum-Lebenswissenschaften: Hilfen bei Open Access und Electronic Publishing

 

Grundlegende Entscheidungen in der Wissenschaftspolitik haben das internationale Handeln nicht erleichtert. Die seit der Berliner Erklärung geführte Diskussion über Open Access (2004) schlägt auf die Wissenschaftspolitik durch und wird die Wissenschaftslandschaft grundlegend verändern. Die sogenannten Umbrella-Institutionen leiden an einer immer größer werdenden Knappheit an Ressourcen. In Open Access Policies in Europe: An Overview of Science Europe Members wurden die mangelnden Aktivitäten für die Gestaltung einer notwendigen internationalen Infrastruktur kritisiert, dies trotz allen geleisteten koordinativen Anstrengungen. Die Deutsche Forschungsgemeinschaft hat mit der Aufgabe der Förderung der Sondersammelgebiete und Einrichtung von Fachinformationsdiensten dem deutschen föderativen Ansatz einer flächendeckenden Literaturversorgung gerade auf dem Gebiet der Forschungsliteratur aufgegeben. Die Wissenschaft selber soll ihre Bedürfnisse artikulieren und folgerichtig wird den Bibliotheken eine enge Zusammenarbeit mit den jeweiligen Forschungsverbünden nahe gelegt. Da aber die Mittel für solche Fachinformationszentren jeweils beantragt werden müssen, sind einer internationalen Kooperation sehr enge Grenzen gesetzt. Eine Begründung für die Aufgabe der Sondersammelgebiete, man habe sie geschlossen, um die internationale Zusammenarbeit zu fördern, ist demnach nicht stichhaltig. Ralf Schimmer von der Digital Library der Max-Planck-Gesellschaft beschrieb in Open Access Transformation of Scientific Journal Publishing – Perspectives after Berlin 12 den völligen Bruch mit dem Subskriptionsmodell und den Übergang zur Open-Access-Zeitschrift. Diese stellt einen epochalen Wandel für die Wissensgesellschaft und die ihnen dienenden Bibliotheken dar.

 

Natürlich will man damit auch Mittel einsparen. Wie diverse Zeitschriften berichteten, verschlechtern sich die Karrierechancen der Wissenschaftler, dies mit Blick auf die Gehälter, die Arbeitsmöglichkeiten in Projekten und Zwang zu kurzfristig angelegten Arbeiten, die die Erarbeitung relevanter Forschungsergebnisse erschwerten. Währenddessen sei im Zusammenhang mit wissenschaftlichen Veröffentlichungen eine Diskussion um professionelle Ethik aufgekommen. Auch in den USA wurden in den letzten Jahren die Mittel für den akademischen Nachwuchs nicht aufgestockt. David Nicholas wies dezidiert auf die Währung in der Wissenschaft hin: Reputation. The main currency for the scholar is not power, as it is for the politician, or wealth, as it is for the businessman, but reputation. Reputation wurde über den Impact Factor, der die Menge der Zitationen in anerkannten Zeitschriften zusammenfasst, erworben. Open Access öffne neue Wege, um Reputation zu erwerben und zu messen.

 

Breitet sich in der Wissenschaft die Bereitschaft aus, Reputation zu erwerben und dabei zu betrügen? Fraud or Beautification?, also die Verfälschung und Schönung von Ergebnissen, wurden als wachsende Gefahr gesehen. Als Gründe, sich in Versuchung führen zu lassen, wurden angeführt: Zeitmangel, fehlerhafte Ausbildung, ausbleibende Entdeckungen, der Zwang, positive Resultate zu präsentieren, und fehlende Konsequenzen bei der Aufdeckung geschönter Ergebnisse. Häufig bleibe Misconduct im Dunkeln. Freilich habe es Plagiate und Schönfärbung wissenschaftlicher Ergebnisse immer gegeben. So wies Walther Umstätter auf diverse Studien im Auftrage der Zigarettenindustrie hin, die bewirkten, dass sich das Wissen um die Gefahren des Rauchens erst sehr spät in der Wissenschaft und in der Öffentlichkeit durchsetzten. Die Frage, ob Pre- oder Postreviewing die bestehenden Gefahr eindämmen können, wurde letztlich nicht beantwortet. Es wurde aber deutlich, dass die Prüfung und Beurteilung wissenschaftlicher Ergebnisse eines institutionalisierten Systems aus Checks and Balances bedarf, damit keine einflussreichen Geldgeber oder Wissenschaftler-Netzwerke erfolgreich darauf hinwirken, dass unliebsame Resultate verfälscht oder verhindert werden. Es muss sich – auch bei Projekten, die von der öffentlichen Hand finanziert werden – die Überzeugung durchsetzen, dass auch ein negatives Resultat wissenschaftliche Erkenntnis und wissenschaftlichen Fortschritt bedeuten kann.

ape-2016-900-400

Beim „Elektronisches Publizieren“ gibt es auch einiges zu lachen: Das APE-Plenum in Form (mit der Geschäftsführerin von FIZ-Karlsruhe, Sabine Brünger-Weilandt in der vordersten Reihe/Mitte)

 

Weitere Probleme, die die Scholarly Community belasten und in Berlin erörtert wurden, sind die technologische Entwicklung und die Herausforderung, mit den neuen technischen Möglichkeiten Schritt zu halten, sowie die Befürchtungen der Verleger, die um den Verlust einer großen  Einnahmequelle wissen, wenn Subskriptionen durch Open Access ersetzt werden. Veranstaltungen wie die APE sind geeignet, den Diskurs darüber zu führen und Lösungen zu finden.

Über die Autorin
Elisabeth Simon, früher Leiterin des Bereiches „Internationale Beziehungen“ im Deutschen Bibliotheksinstitut, danach Inhaberin des „Simon Verlag für Bibliothekswissen“. Veröffentlichungen zu zentralen Themen rund um das Bibliothekswesen, aber auch Schriftenreihen zu „Zeitzeugen“ und zur „Neuen Musik“. Veröffentlichungen von Arbeiten der Password-Autoren Willi Bredemeier und Walther Umstätter.

Bildmaterial: Vera Münch


Open Password - Montag, den 25. Januar 2016

Open Password – Montag, den 25. Januar 2016

Open Password – Michael Klems – Willi Bredemeier – Informationswissenschaften Düsseldorf – change.org – Deutscher Erfinderverband – Arbeitskreis Informationsvermittlung
Open Password

Der Start

Das neue Password, „Open Password“, ist am Wochenende früher als angekündigt und mehr als pünktlich gestartet. Alles elektronisch. Alles kostenfrei zum Ansehen, zum Downloaden, zur Nachnutzung, was auch immer. Mit Reservierungsbutton, damit jeder, der will, die neu angehenden Nachrichten per E-Mail zugesandt bekommt. Seitdem gehen fortlaufend Anmeldungen ein.

Das geschieht alles im Geiste von „Open Access“. Unsere Branche braucht eine Plattform, wo sie sich zusammenfindet – wie beim gegenwärtig laufenden Düsseldorfer Protest. Schauen Sie rein: www.password-online.de

Wir finden, das sieht schon mal sehr gut aus. Sie meinen, das sieht aus wie eine Baustelle? Ja, das auch, aber jeden Tag gibt es ein paar Türmchen und Söller und Erker und vieles andere mehr.

Einen ganz großen Dank an Michael Klems, der zuletzt am Wochenende wie ein Verrückter gearbeitet hat, um das neue Password technisch fertigzustellen.

Nicht zu vergessen die Inhalte. Auch Sie sind gefordert. Konfrontieren Sie uns mit Ihren Erwartungen. Erlauben Sie uns, dass auch wir Erwartungen an Sie richten. Wir brauchen Sie – mit Ihren Kommentaren, Beiträgen, Hinweisen und Informationen. Machen Sie mit und melden Sie sich.

Willi Bredemeier
Der Protest

Fast universaler Protest
der deutschsprachigen Infowissenschaftler

Alle ständigen Autoren von Password
haben zur beabsichtigten Schließung
der Düsseldorfer Informationswissenschaften
Stellung genommen

change.org mit 1.049 Unterschriften,
Protestbriefe von Klems und Bredemeier
mit 2.489 und 2.269 Abrufen

Der Protest gegen die beabsichtigte Schließung der Düsseldorfer Informationswissenschaften hält an. Rainer Kuhlen hat in Inetbib die Ansicht von Password bestätigt, dass nahezu alle Multiplikatoren der Informationswissenschaften auf die Barrikaden gegangen sind. Mittlerweile haben sich alle ständigen Autoren von Password zu Wort gemeldet und gegen die beabsichtigte Schließung Stellung genommen. Die Unterschriften unter die Petition gegen die Schließung der Düsseldorfer Informationswissenschaften auf change.org hat sich über das Wochenende mehr als verdoppelt und umfasst nunmehr 1.049 Unterschriften. Immer mehr meldet sich auch die Informationspraxis zu Wort. Der Arbeitskreis Informationsvermittlung, der in enger Partnerschaft mit der Frankfurter Buchmesse die Veranstaltung „Steilvorlagen für den Unternehmenserfolg“ ausrichtet,  hat ein Protestschreiben an die Düsseldorfer Entscheider gerichtet, desgleichen der Deutsche Erfinderverband:

InfoSzene Newsroom ‏@infoszene: Offenes Schreiben des Deutscher Erfinderverband e.V. an die #hhu_de Rektorin #saveIWS http://ht.ly/XswTf

Die Protestbriefe von Michael Klems und Willi Bredemeier wurden allein von infobroker.de 2.489.mal und 2.269-mal abgerufen.

Das ist alles noch nicht vorbei, da die entscheidende Sitzung der Philosophischen Fakultät an der Heinrich-Heine-Universität erst am Dienstag stattfindet:

Katrin Weller ‏@kwelle: Katrin Weller hat Stefanie Haustein retweetet – It’s still time to help us save the information science department at University of Düsseldorf (@HHU_de) #saveiws

Selbst wenn eine Vertagung der Entscheidung nicht erreicht werden sollte, die letzte Entscheidung liegt bei der Rektorin. Hier, so wird überlegt, gibt es immer noch Chancen, zumal die Rektorin, da in Fragen des gewerblichen Rechtsschutzes zu Hause, nicht ganz branchenfremd ist.

Die aktuelle Stimmung im Fachschaftsrat wird in einem Podcast von Michael Klems beschrieben:

michaelklems ‏@michaelklems : Angespannte Stimmung in der Informationswissenschaft – aktueller #podcast mit dem Fachschaftsrat #saveIWS http://ht.ly/XpPDS

Steilvorlagen für den Unternehmenserfolg

Auch Arbeitskreis Informationsvermittlung
protestiert gegen mögliche Schließung
der Düsseldorfer Informationswissenschaften

Sehr geehrte Frau Prof. Dr. Steinbeck,
sehr geehrter Herr Prof. Dr. Rosar,

wir vom „Arbeitskreis Informationsvermittlung“ führen in enger Partnerschaft mit der Frankfurter Buchmesse die jährliche Veranstaltung „Steilvorlagen für den Unternehmenserfolg“ für die Information Professionals in der Industrie und in privaten Dienstleistungsbereichen mit Success Stories und Best-Practice-Beispielen durch. Diese mittlerweile zum dritten Mal durchgeführte Veranstaltung hat sich vom Start weg als eine der erfolgreichsten Branchenveranstaltungen durchgesetzt. Sie ist universal in der Branche bekannt und sehr weitgehend anerkannt. Über sie wird ausführlich in der gesamten Fachpresse berichtet.

Die Nachricht, dass die Düsseldorfer Informationswissenschaften vielleicht vor der Schließung stehen, erfüllt uns mit großer Sorge. Dies gilt umso mehr, als zwischen den Düsseldorfer Informationswissenschaften und unserem Arbeitskreis und seinen Mitgliedern enge Bindungen bestehen. Unter den Teilnehmern der Branche befanden sich immer zahlreiche Studierende aus den Düsseldorfer Informationswissenschaften, um „Praxisluft“ zu schnuppern und Kontakte zu den führenden Informationszentren im deutschen Sprachraum zu knüpfen. Prof. Stock und mehrere seiner ehemaligen Mitarbeiter hatten und haben bedeutende Teile der Berichterstattung in „Password“, der Zeitschrift für die deutsche Informationsbranche, übernommen und so die Branchenöffentlichkeit über neue technologische, wirtschaftliche und wissenschaftliche Trends in Kenntnis gesetzt. (Der Chefredakteur und Inhaber von Password, Dr. Willi Bredemeier, ist Mitglied unseres Arbeitskreises und einer der Initiatoren der „Steilvorlagen“-Veranstaltung.)

Wir bitten Sie, die folgenden Tatbestände und Zusammenhänge bei Ihrer Entscheidung mit zu bedenken:

•    Es besteht eine bedeutende Nachfrage in den Informationszentren der Industrie und des privaten Dienstleistungsleistungssektors nach Absolventen mit einer qualitativ hochwertigen systematischen und gleichwohl praxisorientierten Ausbildung, die zudem mit neuen Fähigkeiten und Fertigkeiten ausgestattet sind, die in den Informationszentren dringend benötigt werden.
•    Die Qualität der informationswissenschaftlichen Ausbildung in Düsseldorf zeigt sich auch daran, dass eine ganze Reihe von Absolventen an zentralen Positionen in Wissenschaft, Praxis und den Schnittstellen von Wissenschaft und Praxis (beispielsweise in den wissenschaftlichen Bibliotheken) untergekommen ist. Mehrere von ihnen sind in ihren Spezialisierungsbereichen zu führenden, wenn nicht zu den führenden Experten in Deutschland geworden. Das trifft beispielsweise für die Bereiche „Suchmaschinen“ zu (nachweisbar an internationalen Veröffentlichungen und Positionen) und  „Social Web“ (nachweisbar an der inhaltlich mit erfolgreichsten Tagung zu Sozialen Medien im deutschsprachigen Raum in Düsseldorf).
•    Prof. Dr. Dirk Lewandowski, Absolvent von Düsseldorf und Professor an der HAW Hamburg, hat die Abteilung für Informationswissenschaft als „eines der forschungsstärksten informationswissenschaftlichen Institute in Europa“ bezeichnet, „was sich unter anderem durch 20-30 referierte wissenschaftliche Publikationen pro Jahr zeigt“.
•    Die Meinung, die wir hier vertreten, ist nicht eine unter vielen anderen. Vielmehr herrscht dazu in der deutschsprachigen Informationswissenschaft und in der Informationsbranche Konsens. Davon zeugen die vielen Stellungnahmen, die per Schneckenpost oder E-Mail versendet wurden oder auf Twitter, Facebook und Xing veröffentlicht worden und zum Teil auch bei Ihnen eingegangen sind. Diese lesen sich unter anderem wie ein Who´s Who der deutschsprachigen Informationswissenschaften. Nicht zu vergessen die internationalen Stellungnahmen, nicht zuletzt von führenden Wissenschaftlern der angelsächsischen Information Science. Dazu kommen viele Stellungnahmen aus der Informationspraxis.
•    Arbeitsplätze und Wachstum werden in Mitteleuropa vor allem in der Informationswirtschaft geschaffen. Auch wird unsere zur Informations- und Wissensgesellschaft gewordene Gesellschaft fortlaufend und radikal durch diese neuen Technologien verändert. Um hier mithalten und die laufenden Entwicklungen verstehen zu können, bedarf es der Forschung und Lehre. Die Informationswissenschaften haben hier mit ihrem eher an Inhalten orientierten Ansatz eine zentrale Position neben der mehr technologieorientierten Informations- und Kommunikationstechnik inne.
•    Bundesregierung, Landesregierung Nordrhein-Westfalen, Wissenschaftsministerium NW und Hochschulen der Region sind sich der besonderen Bedeutung der digitalisierten Wirtschaft und Gesellschaft und der notwendigen Qualifizierung für sie und ihrer geistigen Durchdringung bewusst. Das sollte aus unserer Sicht auch in Ihrer Entscheidung über die Informationswissenschaften in Düsseldorf deutlich werden.

Mit freundlichen Grüßen
Arbeitskreis Informationsvermittlung

Für den Arbeitskreis

Susanne Funk
Eveline Pipp
Dr. Willi Bredemeier
Michael Klems
Stephan Holländer

Herausgeber:
Password Redaktionsbüro
Dr. Willi Bredemeier
Erzbergerstraße 9-11
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Tel: (02324) 67009
E-Mail: w.bredemeier@password-online.de
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Open Password - Mission Statement

Dies ist "Open Password" mit Berichten und Nachrichten aus der Informationsbranche. "Open Password" will einen unverzichtbaren Beitrag zur Informationsversorgung der Informationsbranche leisten und die Kommunikationsplattform der Informationsbranche sein.

Damit verbunden will sie

  • die führende Publikation in der Informationsbranche im deutschen Sprachraum sein;
  • sich zu der Publikation entwickeln, um die man in der Informationsbranche sowohl informationsmäßig als auch in Auseinandersetzungen und Debatten nicht herumkommt;
  • die Branche wieder zusammenführen und über die Kerngruppen der Branche hinaus Zielgruppen gewinnen, die der Branche verloren gegangen beziehungsweise noch nicht erschlossen sind.

 

"Open Password" fühlt sich dem ethischen Impetus der Open-Access-Bewegung verpflichtet. Alle Beiträge können kostenfrei herunter geladen oder per E-Mail bezogen werden.

Nachfolger von Password

"Open Password" schließt bruchlos an Password Print (Januar 1986 - Januar 2016) und 4die werktäglich erscheinenden elektronischen "Password-Nachrichten" (ab 2003) an. Die Publikation greift auf ein eingespieltes Team und Netzwerk aus Autoren, Kommentatoren, Branchenmultiplikatoren, Informanten, Förderern und weiteren Kooperationspartnern zurück, Diese Partnerschaften werden Schritt für Schritt ausgebaut.

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Beispiele für wichtige Lesergruppen, die "Open Password "ereicht und in den sie ihre Reichweite fortlaufend ausbaut, sind:

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