Open Password: Freitag, den 2. Juni 2016

Bundestag - FIZ Technik - Hans-Christoph Hobohm - beck-online - kommmunikation@gesellschaft - Katrin Weller - Stadtbibliothek Köln - ZB MED - Bundesministerium für Gesundheit - Wissenschaftsministerium NW - Leibniz Gemeinschaft - Gemeinsame Wissenschaftskonferenz - Medienkompetenz - SUMA - Wolfgang Sander-Beuermann

Briefe

Auch FIZ Technik erreichte
den Bundestag

Zu: Die Fachinformationspolitik erreicht zum ersten Mal den Bundestag, in: Open Password 

Nicht "zum ersten Mal". Bei der Schließung von FIZ Technik gab es auch eine kleine Anfrage der Abgeordneten Andrea Wicklein - auf mein Betreiben hin.

Prof. Dr. Hans-Christoph Hobohm, Fb. Informationswissenschaften, FH Potsdam

Die Branche twittert

beck-online wird 15

Call for Papers zu Algorithmen,
Kommunikation und Gesellschaft

Mit dem digitalen Staubwedel
durch die Stadtbibliothek

Verlag CHBECK Recht ‏@CHBeckRecht : Die juristische Datenbank beck-online wird 15 - eine Erfolgsgeschichte, http://presse.beck.de/home/auf-erfolgskurs-15-jahre-juristische-datenbank-beck-online.aspx …

Katrin Weller ‏@kwelle: Call for Papers Sonderausgabe von kommunikation@gesellschaft zum Thema Algorithmen, Kommunikation & Gesellschaft http://www.kommunikation-gesellschaft.de/CfP_Algorithmen_Kommunikation_Gesellschaft.pdf …

Bibliotheksverband@bibverband: Stimmt! Die @stbibkoeln mit digitalem Wedel entstaubt (via @koelnischeR)

 

ZB MED

Chancen auf Weiterförderung wesentlich gestiegen

Weitgehende Kritik der Bundes- und Landesministerien
an Beschlussfassung der Leibniz Gemeinschaft

Entscheidung fällt am 24. Juni

Die entscheidende Differenz
machte die Mobilisierung

Die Chancen einer Weiterförderung der ZB MED haben sich nach einer ersten Sitzung der Gemeinsamen Wissenschaftskonferenz (auf Referentenebene) wesentlich erhöht. Das Bundesministerium für Gesundheit und das Wissenschaftsministerium Nordrhein-Westfalens haben sich auf eine gemeinsame Position zur Weiterförderung verständigt. Sie üben deutliche Kritik an die Beschlussfassung des Senates der Leibniz Gemeinschaft. Sie räumen indirekt ein, dass ihre Position eine andere gewesen wäre, wenn es die Mobilisierung zugunsten der ZB MED nicht gegeben hätte.

Die endgültige Entscheidung für eine vorläufige Weiterförderung der ZB MED fällt am 24. Juni, wenn sich die Gemeinsame Wissenschaftskonferenz ein zweitesmal (diesmal auf Staatssekretärsebene) trifft.

Ein Paper des Wissenschaftsministeriums, das die Positionen der Bundes- und Landesministerien verdeutlicht, liegt Open Password vor. Darin heißt es:

"Die ZB MED soll weiterhin zu einem modernen Fachinformationszentrum entwickelt werden, in dem strategisch koordinierte angewandte Forschung und Methodenentwicklung betrieben wird, um so moderne Fachinformationsdienste in den Lebenswissenschaften anzubieten. MWF und BMG bitten die GWK deshalb darum, diesen Transformationsprozess zu unterstützen."

Das klingt zunächst gut. Allerdings folgt eine problematische Passage:

"Am Ende dieses Prozesse soll unter neuer wissenschaftlicher Leitung eine unmittelbare Wiederaufnahme der ZB MED in die gemeinsame Bund-Länder-Förderung nach erfolgreicher wissenschaftlicher Begutachtung entweder als selbständige Einrichtung oder als strategische Erweiterung einer bestehenden Leibniz-Einrichtung stehen."

Diese Zielsetzung lässt sich nur als "Raus in die Kartoffeln, rin in die Kartoffeln" interpretieren. Als Leibniz-Einrichtung fiele die ZB MED abermals der Politik der Leibniz Gemeinschaft anheim, Bibliotheksdienstleister und Fachinformationszentren systematisch mit Forschungsinstituten zu verwechseln und danach zu beurteilen. Aber auch dann, wenn die ZB MED eine selbstständige Einrichtung werden sollte, inwieweit könnte der Wissenschaftsrat von ähnlichen Missdeutungen wie die Leibniz Gemeinschaft befallen werden?

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Der ZB MED wurden Vorgaben gemacht, die sie in der Zeit bis zur nächsten Evaluierung nicht erfüllen konnte.

Die Kritik der Ministerien an die Vorgaben der Leibniz Gemeinschaft.

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Immerhin setzen sich Bund und Land deutlich von den Beurteilungen und Entscheidungen des Senates der Leibniz Gemeinschaft ab, so dass ihnen zuzutrauen ist, dass sie die Gefahren sehen, die mit einer Rückkehr der ZB MED in die Leibniz Gemeinschaft verbunden wären:

• "(Die Ministerien) bedauern diese Empfehlung (des Leibniz-Senates), die bei Umsetzung der ZB MED, die über Jahrzehnte überregionale Informations- und Literaturversorgung in den Fachgebieten Medizin und Gesundheitswesen sowie Ernährungs-, Umwelt- und Agrarwissenschaft bereitstellt, die Finanzierungsgrundlage entzieht."

• "Die ZB MED befindet sich seit der letzten Evaluierung in einem tiefgreifenden Transformationsprozess, dessen entscheidender letzter Schritt mit den nun unmittelbar vor dem Abschluss stehenden Berufungen von Informationswissenschaftlern auf zwei Professuren umgesetzt werden sollte."

• "(Die Zuwendungsgeber weisen) darauf hin, dass die ZB MED wie kaum eine Einrichtung nach der letzten Evaluierung grundlegend transformiert wurde und der letzte Schritt mit der informationswissenschaftlichen professoralen Neubesetzung der Leitung der ZB MED nun unmittelbar bevorsteht. Voraussetzung dafür ist aber die Perspektive einer fortgesetzten Finanzierung durch Bund und Länder."

• "Das MWF und BMG als Zuwendungsgeber hätten es bevorzugt, wenn der ZB MED die notwendige Zeit für diese Klärung durch Besetzung der unmittelbar vor dem Abschluss stehenden Berufungsverfahren gegeben worden wäre und nach weiteren drei Jahren eine Überprüfung der Fördervoraussetzungen angestanden hätte."

• "Vom Forschungsbereich Lebenswissenschaften, dem europaweit budgetstärksten Forschungsgebiet, werden Beiträge zur Klärung großer gesellschaftlicher Herausforderungen erwartet. Vor diesem Hintergrund erscheint es nicht zielführend, dass für die ZB MED als eine der international größten Informationsinfrastrukturen im Bereich der Lebenswissenschaften mitten in einem tiefgreifenden und grundlegenden Transformationsprozess die gemeinsame Bund-Länder-Förderung beendet werden soll".

Damit sehen auch die Ministerien, dass der ZB MED von der Leibniz Gemeinschaft Vorgaben gemacht wurden, die sie in der Zeit bis zur nächsten Evaluierung zwar in Angriff nehmen, aber nicht erfüllen konnte.

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 Ohne die Mobilisierung der Branche wäre die Position der Ministerien eine andere gewesen.

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In dem Paper wird indirekt eingeräumt, dass die Position der Ministerien ohne die Mobilisierung der Branche zugunsten der ZB MED eine andere gewesen wäre. Dazu heißt es in der Sprache der Ministerialbeamten:

"Hierin sehen sich die Zuwendungsgeber dadurch bestätigt, dass unmittelbar im Zusammenhang mit der Bekanntgabe der Entscheidung des Senats der Leibniz-Gemeinschaft von der Wissenschaftsgemeinschaft initiiert eine Online-Petition "Keep ZB MED" entstanden ist, die bis zur Schlusszeichnung dieses Schreibens von fast 10.000 Personen unterzeichnet und  zum Teil kommentiert wurde. MIWF und BMG haben zahlreiche Zuschriften von Fachverbänden erhalten, die sich für einen Fortbestand der ZB MED als wichtigen Informationsversorger in den Lebenswissenschaften einsetzen und das Potenzial der ZB MED erhalten und ausgebaut wissen wollen."

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 Damit bleibt, die Arbeitsfähigkeit der ZB MED durch angemessene Aufgaben, Trägerschaften und Rahmenbedingungen sicherzustellen.

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Die Ministerien empfehlen, die laufenden zwei Berufungsverfahren fortzusetzen, die in eine neue Leitung der ZB MED münden soll. Zur anhaltenden Bedeutung der ZB MED heißt es:

 "Es gibt in Deutschland derzeit keine andere Einrichtung, die die überregionale Informationsversorgung im Bereich der Lebenswissenschaften sicherstellen könnte, so dass hier eine forschungspolitische Dienstleisterfunktion wegbrechen würde."

Damit bleibt nur noch die Aufgabe, die Arbeitsfähigkeit der ZB MED durch angemessene Aufgaben, Trägerschaften und Rahmenbedingungen sicherzustellen.

 

Briefe (2)  

Deutschlands Bildung wird
im Cyberspace verteidigt!

Medienkompetenz gilt als Kernkompetenz. Wenn es um die Zukunft der Kinder und Jugendlichen geht, spielt die Stärkung von IT-Fähigkeiten eine große Rolle. Die Vermittlung dieser Inhalte soll in den Schulen verwirklicht werden. Oftmals liegt der Fokus dort auf der Vermittlung von reinen Anwendungskompetenzen. Das ist gut, reicht aber nicht aus.

Wir vom SUMA-EV haben uns deshalb gefragt, welchen Beitrag wir als Betreiber der maximal datensicheren Suchmaschine MetaGer leisten können, um die Medienkompetenz junger Menschen zu stärken. Ein Schwerpunkt unserer Vereinsarbeit liegt in der Aufklärung über dieundurchsichtige Organisation und die Verschleierung ökonomischen Handelns im Internet.  Die scheinbar kostenlose Nutzung vieler Apps und Programme verleitet viele Menschen zum Ausverkauf persönlicher Daten. Daher haben wir uns zum Ziel gesetzt, jungen Menschen die Werthaltigkeit ihres persönlichen Lebensbereiches (und eben ihrer persönlichen Daten) vor Augen zu führen und ihnen Mittel an die Hand zu geben, ihre persönlichen Daten zu schützen. 

Jugendliche sollen fundierte Kenntnisse über die Funktionsweise von Suchmaschinen und Datenschutz gewinnen. Um dieses Ziel zu realisieren, haben wir eine Zusammenarbeit des SUMA-EV mit der Auerbach Stiftung (Tettnang) und der IGS Hannover Mühlenberg initiiert. An der IGS wird am 6.  und 7. Juni 2016 im Rahmen einer Projektwoche ein Pilotprojekt für zwei 9.  Klassen durchgeführt, das diese Ziele mithilfe unseres expertenbasierten Konzeptes verwirklichen soll. Im Rahmen einer zweitägigen Veranstaltungsreihe werden die von uns definierten Themenbereiche vermittelt. Detaillierte Informationen dazu finden Sie hier:http://suma-ev.de/aktivitaeten/medienkompetenz-an-schulen.html

                                                                 Wolfgang Sandar-Beuermann, SUMA, Hannover

 

 

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