Open Password: Mittwoch, den 04.Mai 2016

DGI Vizepräsident und die Bedeutung der InfoPros - Wortmeldungen InfoPro´s zu ZBMED - Miram Harders zu Marktdaten auf NIMIRUM -

Bedeutungslosigkeit: Warum Schweigen und eine Windschatten-Strategie nicht hilft

Information Professionals -
Wegducken und Windschatten Haltung

Wie ein Verein den Niedergang
seiner Klientele als unausweichlich betrachtet

Nachdenken über die eigene Kommunikation
als Pflicht- und Strategieaufgabe

 

Von Michael Klems

Michael Krake, Geschäftsführer von Lexis Nexis bringt es in seinem Open Password Beitrag „Information Professionals: Strategien gegen den fortschreitenden Bedeutungsverlust“ in zu den Ursachen des Erfolgsverlustes von Information Professionals auf den Punkt. Die Antwort des Autors ist lapidar und stimmig. Für Endanwender ist eben mal im Internet suchen kein Problem mehr.

Der Suchschlitz der großen Anwortmaschine aus Mountain View (Kalifonieren) macht es denkbar einfach und zaubert Lösungen direkt auf den Schirm. Die gefundenen Informationen zusammenfassen und zu bündeln wird zu Jobrettenenden Maßnahme des Mitarbeiters. Er sucht, er hat zu tun und ist voll ausgelastet. Das sieht für den Betrieb und den Vorgesetzten gut aus. Emsig wie die Beinen sitzen die Mitarbeiter vor den Schirmen und stellen Auswertungen und Berichte zusammen. Was früher noch als Ablenkung eingestuft wurde hat Hype-Charakter. Der Mitarbeiter arbeitet online und ist „frisch gesurft“, wie es Prof. Dr. Gunter Dueck tituliert.

Eine Form der Arbeitsteilung für diese Tätigkeiten ist in vielen Firmen nicht bekannt. Auf diese Weise wird der Mitarbeiter zum partiellen Information Professional. Zumindest führt er Tätigkeiten durch die ein Informationsvermittler ebenfalls leistet. Hierzu gehören auch Recherchen in Datenbanken. Für deutsche Verhältnisse ein Schlaraffenland. Viele Informationen liegen kostenfrei, wie die Nutzung der Autobahn vor. DPMA, GTAI oder Bundesanzeiger bieten eine Grundversorgung mit Informationen an, die vergleichsweise zur Kinderbetreuung an die Zeiten der ehemaligen DDR erinnert. Informationen für Alle aus dem Gleichheitstopf. Nur einige wenige wissen um andere Quellen. Die Datenbankhosts haben es in diesem Segment noch lange nicht geschafft an die tätige Masse in den Betrieben zu gelangen. Kommerzielle und besondere Quellen mit einer UIP (Unique Information Position) genießen immer noch den Geheimtipp Status.

Das Arbeitsschritte sich in der Informationsbeschaffung, -aufbereitung und Vermittlung teilen und delegieren lassen ist dem Mitarbeiter nicht bekannt. Das unter Umständen je nach Unternehmen eine spezialisierte Abteilung Zugriff auf „Geheimtipp Quellen“ anbieten kann ist ebenfalls nicht geläufig. Wie sollte es der gemeine Mitarbeiter oder Bereichsleiter in einem Unternehmen wissen? Kein Mitarbeiter, kein Dokument oder YouTube Video hat es ihm gezeigt.

„Hätte ich das bloß früher gewusst – Herausforderungen eines Informationsdienstleisters“ – lautete der Vortrag (Link zum Podcast Mitschnitt - http://goo.gl/M8wDJ1)  von Sabine Kruse (Head of Global Scientific Library, Merck KGaA) auf der #infopro14 der die täglichen Anstrengungen einer Informationsabteilung schilderte Mitarbeiter an die Informationsdienstleistung heranzuführen. Bereits 2013 hatten Ute Keidel und Dirk Pfannenschmidt mit dem Referat " Inside einer internationalen Unternehmensberatung" von der Unternehmensberatung A.T. Kearney über den täglichen Kampf des Überlebens berichtet (Link zum Audio Mitschnitt - http://goo.gl/oqeUhG). Informationsabteilungen und deren Professionals  mühen sich ab über Intranets, interne Social Media Tools und klassische Schulungen Basisarbeit in der informellen Top-Versorgung zu leisten. Ein langer und vor allem beschwerlicher Weg. Dieser ist jedoch ein Erfolgsmodell, auch wenn eine Unterstützung von Außen es den internen Kollegen erheblich einfach machen würde. Hier sind die externen Player einerseits gefordert zu kommunzieren, aber auch die Informationsabteilungen müssen den Willen aufbringen offen über die Arbeitsweise zu berichten.

 

Sendezeit zur PrimeTime für Infopros

Man stelle sich vor. Das „heute journal“ oder die „Tagesthemen“ laufen. Ein deutscher oder internationaler Top Vorstand schwärmt über die phantastischen Möglichkeiten professioneller Datenbanken und berichtet über die gewonnen Vorteile. Das Unternehmen verfügt über Innovations- und Wettbewerbsvorteile aufgrund des Einsatzes versierter Rechercheure. Beschrieben wird diese Arbeitsweise mit Buzzwords wie Digitalisierung, Industrie 4.0 oder Cloud-Working.

Der Durchbruch für Information Professionals nach der Ausstrahlung wäre gelungen. Am Folgetag könnten sich die Informationsprofis sowohl in den Unternehmen, aber auch externe Dienstleister vor Anfragen nicht retten. Profunde Rechercheleistungen mit Datenbanken sind breites Wissen und ein gefragtes Gut. Der Faktor Information als Rohstoff wird seinem Ruf nun endlich gerecht. Die Erläuterung der Dienstleistung ist durch den Fernsehauftritt des Managers bestens vorbereitet und hat durch eine feste Begrifflichkeit eine Definition und Wiedererkennung. Der Information Professional als Buzzword oder starke Marke. Dieser Wunsch und die Suche nach genau dieser Positionierung beschäftigt die Informationsbranche seit dem Anschlag auf die Twin Tower in New York vom 11.September.

Eine Frage des Handelns

„Frage nicht, was dein Land für dich tun kann – frage, was du für dein Land tun kannst.“ So lautet einer der berühmtesten Sätze John F. Kennedys, der auch die Information Professionals leiten sollte. Stefan Zillich (www.stz-info.de)  macht es sich in seinem Beitrag „Welcher Interessensverbund vertritt die Information Professionals?“ etwas zu einfach. Man gebe die Kommunikation nach Außen an eine Interessenvertretung und alle Probleme werden gelöst. Die Durchdringung eines Marktes und das Erreichen von Empfängergruppen kann über Organisationen und Verbände nur ein Teil einer Kommunikationsstrategie sein. Auch die angesprochenen Empfängergruppen können mit einer Interessensorganisation in der Regel nur wenig anfangen, außer deren Relevanz ist übergreifend erkennbar. Am Anfang steht jedoch der Einzelne mit seinem Engagement und der persönlichen Reichweite. Dieser unternehmerische Egoismus sollte immer gelten und nicht an eine Interessensvertretung abgegeben werden. Sich auf Dritte zu Verlassen mag beim Einschalten einer Kommunikations- oder PR-Agentur noch sinnvoll erscheinen. Jedoch eine Interessensorganisation für die PR und Außenkommunikation einsetzen zu wollen ist bequem und nicht zielführend.

Welche Organisation kommuniziert für die Information Professionals?

Wer sich von den Information Professionals eine Breitenkommunikation einer Interessensvertretung erhofft wird im Falle der DGI als möglicher Kommunikator enttäuscht. In einem aktuellen Blog-Kommentar und einer Stellungnahme verweist der DGI Vizepräsident Luzian Weisel (FIZ-Karlsruhe) auf den unausweichlichen Bedeutungsverlust der Information Professionals:

"Ich gehe davon aus, dass dieser Prozess des Bedeutungsverlustes weitergeht und unumkehrbar ist. "

Die Ausführungen gleichen einer Bankrotterklärung  an die eigene Branche die unausweichlich wie die Titanic nach der Eisberg-Kollision untergehen wird. In den Versuchen einer Kommunikation mit Breitenwirkung sieht der DGI-Vorstand keinen dauerhaften Erfolg.

 „Da helfen auch keine regelmäßigen „Steilvorleger“ auf der Buchmesse oder ständige Appelle in einschlägigen Branchenorganen oder Weblogs sowie das Twittergewitter.“.

Auch Events die mit einer Breitenwirkung die Leistungsmerkmale von Information Professionals in Unternehmen näher beleuchten erteilt er einer klaren Absage.  Dabei geht die DGI, auch wenn es paradox klingt einen zwangsläufig logischen Weg. Der Verein wird in den Kommunikationsmaßnahmen nicht messbar und ist damit auch nicht gezwungen Erfolgsnachweise in den Medien zu führen.  Die kritische Größe und die engen finanziellen Mittel führen zu dieser „Windschatten-Haltung“.  Diese Haltung zeigt sich im aktuellen Fall der Zentralbibliothek der Medizin #keepzbmed sehr deutlich. Während Information Professionals wie Wolfgang Lutz über die Folgen des Wegfalls der Informationseinrichtung kommunizieren (Open Password Pushdienst http://goo.gl/vOhbRL) ist auf den DGI Blog kein Hinweis zum Krisenfall „ZBMED“ zu finden. Ein möglicher Niedergang einer Branche oder Teilen dieser findet faktisch in den eigenen Medien der Vertretungsorganisation nicht statt Die Welt ist so gesehen in Ordnung und die Aussichten für Information Professionals sind besser denn je, wie es der Vizepräsident der DGI schlussfolgernd im Blogkommentar formuliert.

"Ich stelle dagegen fest, dass die Berufsaussichten für den Informationsnachwuchs noch nie so gut waren wie gegenwärtig!"

Das beste was den Information Professionals passieren konnte

Schnell ergibt sich der Eindruck, dass die Information Professionals nun vertretungslos die Eigenkommunikation übernehmen müssen. Aus der Not eine Tugend machen, ist dabei das beste was der Branche passieren kann. Kommunikation in Eigenregie als Inbound Marketing für die Unternehmenseinrichtungen oder über Online-Publishing für externe Dienstleister weist nur Vorteile auf. Der Einzelne wird nun regelrecht gezwungen die Komfortzone zu verlassen und neue Maßnahmen und Methoden der Kommunikation zu erlernen. Auf diese Weise entstehen neue innovative Dienstleistungs- und Marketingmerkmale. Wer darauf wartet hier geführt zu werden ist fortlaufend die Nr. 3 oder 4 im Innovationsprozess.

Wie kommunizieren? - Zielgruppen benötigen Lösungen

Das Erfolgskonzept einer gelungenen Kommunikation wird in der PR- und Werbebranche aktuell sehr kontrovers diskutiert. Starker Content der Anwendern einen Mehrwert bietet im Rahmen von Storytelling setzt sich derzeit als Kommunikationsmasstab gegenüber platten Werbemaßnahmen durch.

Dabei stehen Lösungen für den Anwender immer im Vordergrund. Die Beiträge holen den Suchenden regelgerecht ab und werden von den Suchmaschinen mit einem oberen Platz belohnt. Dieser Effekt führt mittelfristig zur Wahrnehmung des Dienstleisters bei seinen Empfängergruppen und über eine gut platzierte Handlungsaufforderung („Call to Action“) Passage zu einer „Conversion“.

Ein Benchmark bei den Blogs der Informationsanbieter stellt der Lexis Nexis Blog mit starken Praxisbezügen zu den Themen „Compliance“ und „Management Risk“ dar. Von den Informationskollegen aus Düsseldorf können Information Professionals lernen, wie Themen aufbereitet und kommuniziert werden können. Auch den Blick auf die Branche, so beim ReQuest Wettbewerb der FH Köln und im Falle des Beitrages von Herr Krake der Fall.

Externes Publishing befeuert das Inbound Marketing

Das Befeuern der Empfängergruppen für Fachinformationen mit Lösungsansätzen über eine externe Publikation unterstützt die Inhouse-Bemühungen der Informationsabteilungen. Mittels Materialien oder Verweisen kann weitaus leichter argumentiert und auch verkauft werden.

Diese Breitenkommunikation basierend auf verschiedenste Publikationsformen (Blog, Print, Twitter, Whitepaper oder Video) wird auch wieder die Vertretungsorganisationen auf den Plan rufen. Die Beiträge der „Mitglieder“ üben auf diese Weise einen indirekten einen Druck aus.

Erfolge durch Kommunikation kommen nicht über Nacht und sind ein langwieriger und vor allem strategisch zu beschreitender Weg. Information Professionals der neuen Ausbildungsgeneration bringen dieses Rüstzeug für das Business mit und haben große Chancen im Markt.

Innovative Blogger und Publisher können das Kommunizieren der „öffentlich sichtbaren Darstellung der beruflichen Qualitäten und Interessen von Information Professionals übernehmen. Damit verbunden: "Interessenbündelung, Interessenvertretung, Aufklärung, Marketing, gezielte Ansprache“ wie es Stefan Zillich wünscht. Diese Informationselemente und Themen sind zweifellos keine Domäne eines Vereins oder Fachgruppe.

Die nötige Informationstiefe wird durch Suchmaschinenauskünfte oft nicht erreicht.

Information Professionals sollten die Probleme der Anwender aufgreifen und Lösungsansätze durch Fachbeiträge aufzeigen. Genau diesen Ansatz geht Marion Harders (infovermittlerin.de) in einem Online-Beitrag beim Market Research Dienstleister NIMIRUM. 

Im Beitrag greift Marion Harders das Grundproblem der Recherche in Suchmaschinen und den fehlenden Einsatz kostenpflichtiger Datenbanken zu Marktdaten auf.

Der Beitrag ist im Blog von NIMIRUM zu lesen.

http://news.nimirum.info/blog_posts/was-tun-da-informationen-auch-weiterhin-nicht-immer-und-uberall-verfugbar-sind-45484

 

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Wie sieht die Zukunft des „Information Professionals“ aus? Findet sich der Mitarbeiter einer Research-Abteilung bald neben Märbelpickern (Kalksteinklopfer), Ameislern (Ameisenpuppensammler) und Rohrpostbeamtinnen (überwacht Rohrpostverkehr) in der kuriosen Liste vergessener Berufe, die Spiegel Online1 im Jahr 2014 auf herrliche Weise bebilderte? Muss der einst von den Unternehmen so nachgefragte, weil für strategische Entscheidungen wichtige Beruf, schon bald noch härter ums Überleben …

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