Open Password - Donnerstag,

den 8. März 2018

#331


Stadtarchiv Köln - Notfallverbund der Archive und Bibliotheken - ZB MED - TH Köln - Open Access - Management digitaler Ressourcen - Tom Becker - GESIS – Landtag Baden-Württemberg – Sowiport – Willi Bredemeier – Benno Homann – UB Heidelberg – SOLIS – FORIS – Leibniz-Evaluierungen -  Daniel Born - Boris Weirauch - Stefan Fulst-Blei - Ramazan Selcuk – Landesregierung BW – MWK – Open Science – London Info International – Info International Events – Staatsbibliothek zu Berlin – Zensur Russland – Marianna Tax Choldin – Erdmute Lapp

 

Stadtarchiv Köln

Neun Jahre nach Einsturz
Notfallverbund der Archive
und Bibliotheken

Alle zwei Jahre am ersten Märzwochenende findet bundesweit der Tag der Archive statt. In diesem Jahr fiel er auf den neunten Jahrestag des Einsturzes des Kölner Stadtarchivs am 3. März 2009. Aus diesem Anlass war der Aktionstag gekoppelt mit einer weiteren Veranstaltung: der Gründung des Notfallverbundes der Kölner Archive und Bibliotheken. Insgesamt 21 Kölner Einrichtungen, darunter die ZB MED, haben sich auf Aufgaben und Maßnahmen zur Notfallversorge geeinigt, um im Katastrophenfall schriftliches Kulturgut zu retten. Mit dem Notfallverbund werden nun gegenseitige Unterstützungsmaßnahmen, Beschaffung von Notallmaterialien, die Kooperation mit den Einsatzkräften sowie weitere Einzelheiten abgestimmt.

Nach dem Einsturz retteten Archivare, Feuerwehr, Technisches Hilfswerk sowie mehrere tausend freiwillige Helfer 95 Prozent der 30 Regalkilometer Archivgut, das vom Einsturz betroffen war. Davon sind 31 Prozent heute wieder eingeschränkt nutzbar. Das Archiv rechnet damit, dass es 30 bis 40 Jahre dauern wird, bis das gesamte Material der Öffentlichkeit wieder zur Verfügung steht.

 

Briefe

Professur für Open Access
und Management digitaler Ressourcen

Sehr geehrte Damen und Herren, liebe Kolleg*innen,

an der Fakultät für Informations- und Kommunikationswissenschaften der Technischen Hochschule Köln am Campus Südstadt ist zum nächstmöglichen Zeitpunkt folgende W2-Professur zu besetzen:

Professur für Open Access und Management digitaler Ressourcen (50%)

Die Besetzung erfolgt zeitlich befristet auf fünf Jahre.

Sie vertreten in Lehre und Forschung das Aufgabengebiet „Open Access und Management digitaler Ressourcen“ in Lehre und Forschung in den bibliothekarischen und informationswissenschaftlichen Bachelor- und Masterstudiengängen am Institut für Informationswissenschaft.

Es wird auf der fachlichen Ebene Expertise in den Bereichen Wissenschaftskommunikation und Management digitaler Ressourcen erwartet sowie ausgewiesene Kompetenzen und Erfahrungen in den Bereichen Lizenzierung, Publikationsmodelle und Open Access. Fähigkeiten und Erfahrungen im Bereich Bibliotheksmanagement sind ebenfalls unabdingbar, ferner werden Kompetenzen und Erfahrungen in der Durchführung empirischer Forschungsprojekte erwartet.

Die Stellenausschreibung in Gänze sowie weitere Informationen finden Sie unter:

https://www.th-koeln.de/hochschule/professur-fuer-open-access-und-management-digitaler-ressourcen-50_52320.php

Fragen zum Verfahren richten Sie bitte anFrau Madlen Chall (T: + 49 221-8275-3509 | E: madlen.chall@th-koeln.de), fachliche Fragen zu der Stelle beantwortet Ihnen gerne Frau Prof. Dr. Inka Tappenbeck (T: + 49 221-8275-3390 | E: inka.tappenbeck@th-koeln.de). Bitte leiten Sie die Ausschreibung gerne an potentielle Bewerber*innen weiter.

Danke und sonnige Grüße aus einem kalten Köln.

Ihr Tom Becker, Professor für Medienmanagement
und Medienvermittlung in Bibliotheken (FH), TH Köln

GESIS

Landtag Baden-Württemberg

nimmt Befürchtungen der sozialwissenschaftlichen Forschungsgemeinschaft auf

Zu: GESIS: Warum wir Sowiport 2017 einstellen – Willi Bredemeier: Weshalb die Begründungen von GESIS unbefriedigend sind – Warum wird ein grundlegendes Rechercheinstrument nicht mehr vorgehalten, obgleich das nichts kostet?, in: Open Password, 12. Dezember 2017, #296

Die Schließung des Informationsportals Sowiport durch das Leibniz-Institut für Sozialwissenschaften GESIS hat mittlerweile zu einer kleinen Anfrage von vier SPD-Abgeordneten an die Landesregierung Baden-Württemberg geführt. Dieser Erfolg in der politischen Öffentlichkeitsarbeit ist womöglich Benno Homann von der Universitätsbibliothek Heidelberg zu verdanken, der als einer der ersten auf die insgeheime Schließung von Sowiport durch GESIS aufmerksam geworden war und diese öffentlich als „Missachtung von Interessen des wissenschaftlichen Nutzerkreises“ kritisiert hatte. GESIS nahm zu der Schließung von Sowiport erst Stellung, nachdem es von mehreren Personen und Einrichtungen kritisiert worden war.

In seinem Kommentar zur Begründung von GESIS sah Willi Bredemeier eine besondere Verpflichtung gerade eines sozialwissenschaftlichen Instituts zur Kommunikation mit seinen Nutzern. Überdies sei der ständige Austausch zwischen Anbietern und Nutzern Leitbild der Informationsbranche und Teil ihres Geschäftsmodells. Wenn man Open Access, Open Data und Open Science, auf die sich GESIS immer wieder beziehe, als Werte verstehe, komme man um Offenheit und Öffentlichkeit in den Beziehungen zu den eigenen Kunden nicht herum.

Bredemeier bemängelte ferner, dass die Rechtfertigung von GESIS sich darauf beschränke, dass prozedural alles mit rechten Dingen zugegangen sei. Wenn es vor der Schließung „Portfolio-Überprüfungen“ und ähnliche Untersuchungen gegeben habe, so könnten diese nicht für eine Begründung herangezogen werden, solange die Ergebnisse nicht veröffentlicht würden und einer womöglich sehr freien Interpretation durch GESIS überlassen blieben. Wenn SOLIS eine geringe Nutzung andeute, so widerspreche das einer weiteren Verlautbarung von SOLIS, dass das Vorhalten von SOLIS und FORIS sogar von kommerziellen Informationsanbietern als lohnend eingestuft werde. Wenn sich GESIS „stets auf dem neuesten Stand der sozialwissenschaftlichen Forschung“ befinden möchte, hänge GESS einem falschen Verständnis des sozialwissenschaftlichen Fortschritts oder einem oberflächlichen Verständnis von „Moderne“ an, „weil Fortschritte der soziologischen Theorie, auf die sich auf Dauer aufbauen ließe, nicht vorhanden sind und daher der Rückgriff auf die Klassiker und weitere historische Beiträge ebenso wichtig sein kann wie die Rezeption aktueller Beiträge“.

In zwei von fünf Abschnitten seiner Mitteilung legte GESIS sein Engagement für Open Access, Open Data und Open Science dar. Damit werde unterstellt, so Bredemeier, dass zwischen diesen Aktivitäten und SOLIS/FORIS ein konkurrierendes Verhältnis bestünde. Tatsächlich hätten diese beiden Aktivitätsbereiche nichts miteinander zu tun. Dies gelte sogar für die Inanspruchnahme von Ressourcen, da das Vorhalten der historischen Dokumente von SOLIS und FORIS praktisch nichts kosten würde.

Warum also diese Praxis und diese mangelhafte Informationspolitik? Bredemeier vermutet, dass die Evaluierung des Leibniz-Instituts nach Kriterien, die nichts mit ihrem Kernauftrag zu tun haben, zu Kollateralschäden geführt haben: „Ja, „Glamour“ bringen SOLIS und FORIS wirklich nicht ein und in eine Adaption des Jargons der Unternehmensberater statt in einer von den Sozialwissenschaften beeinflussten Sprache sind sie womöglich schwer unterzubringen. Vielmehr sind diese Datenbanken nicht mehr als „grundlegende Rechercheinstrumente für sozialwissenschaftliche Fragestellungen.“

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Für eine weitergehende Transparenz im Bereich der Forschungsinformationen.

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Die „Kleine Anfrage“ der SPD-Abgeordneten Daniel Born, Dr. Boris Weirauch, Dr. Stefan Fulst-Blei und Ramazan Selcuk  wird im Folgenden wiedergegeben:

„Schließung des sozialwissenschaftlichen Informationsportals Sowiport durch das Leibniz-Institut für Sozialwissenschaften GESIS

Wir fragen die Landesregierung:

• Wie bewertet sie den Umstand, dass das Leibniz-Institut für Sozialwissenschaften GESIS, das auch einen Standort in Mannheim unterhält, zum Ende des Jahres 2017 das sozialwissenschaftliche Informationsportal Sowiport eingestellt hat?

• War das Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kunst (MWK) als einer der Zuwendungsgeber von GESIS über seine Vertreterin im Kuratorium, welches auch die langfristige Entwicklungsplanung der Einrichtung genehmigt, an der Meinungs- und Entscheidungsfindung zur Zukunft von Sowiport beteiligt, und wenn ja, mit welcher Position hat es an dieser mitgewirkt bzw. Einfluss genommen?

• Wie bewertet sie insgesamt die strategische Neuausrichtung von GESIS, derzufolge das Institut seine Dienstleistungen im Lichte von Zielgruppenbefragungen und Trendanalysen auf steigende Bedarfe für „Open Science“ konzentrieren möchte?

• Hält sie es für ein angemessenes und ausreichendes forschungstaugliches Ersatzangebot von GESIS, demzufolge die Informationen und Daten aus Sowiport, insbesondere auch die beiden Datenbanken SOLIS und SOFIS, der sozialwissenschaftlichen Forschungsgemeinschaft künftig über diverse andere Online-Portale weiterhin zur freien Verfügung stehen sollen? …

Begründung. Die Einstellung des sozialwissenschaftlichen Informationsportals Sowiport durch das Leibniz-Institut für Sozialwissenschaften GESIS hat in der Forschungscommunity offenbar Befürchtungen geweckt, dass danach rund 400.000 Publikationen nicht mehr frei zugänglich recherchiert werden können. Mit dieser Anfrage soll eine über die offizielle Erklärung von GESIS vom 22.12.2017 hinausgehende Transparenz in diesen forschungsrelevanten Vorgang gebracht werden.“

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Der unschätzbare Vorteil der Demokratien: Zu sagen können, was ist.
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Mit „Kleinen Anfragen“ im Landtag lassen sich sicher keine Welten bewegen. Auch werden die Dinge in Demokratien nicht zwangsläufig besser geregelt als in Autokratien oder intransparenten Netzwerken. Der unschätzbare Vorteil von Demokratien besteht jedoch darin, dass „sich sagen lässt was ist“ und dies im besten Fall vor einer größeren Öffentlichkeit. Damit verbindet sich die vage Hoffnung, dass beim nächsten ähnlich gelagerten Fall die eigenen Argumente zur Entscheidungsfindung herangezogen werden.

Provider´s Corner

Info International

Engagement in creative, bespoke,
engaging and exclusive events

Dear Willi,

Info International is proud to announce the launch of IIE (Info International Events), a new sister company that offers creative, bespoke, engaging and exclusive events.

IIE enables organisations to create events that facilitate networking, growth, sales and best practice. We specialise in delivering tailor made solutions for our clients to ensure we create an event that will be talked about for years to come. From small scale networking workshops with keynote speakers to running trade shows and international conferences.

What we do. IIE is proud to boast a team with over 50 years’ experience in the events industry. We pride ourselves in taking the time to understand your requirements and needs, to designing an event that surpasses all expectations and to delivering the exceptional!

Some of our services:

Network engagement
Exhibitions
Conferences and meetings
Event logistics management
Product launches and roadshows
Gala dinners and themed evenings 
Awards dinners

Why are we different?  We listen to every requirement, we work with meticulous detail, we deliver exactly what our clients want and more, on budget and with transparency.

To find out more contact us today on events@info-international.co.uk

Clive Snell, London Info International

Staatsbibliothek in Berlin

Auf den Spuren der Zensur in Russland

Lieber Herr Dr. Bredemeier,

hiermit laden wir Sie herzlich ein zur Buchvorstellung „Der Garten der zerbrochenen Statuen. Auf den Spuren der Zensur in Russland“ mit der Autorin Marianna Tax Choldin aus Chicago am 20. März 2018 um 18 Uhr in die Staatsbibliothek, Potsdamer Str. 33, 10785.

„Was führte eine Amerikanerin über 50 Mal in 50 Jahren nach Moskau?‘“ Diese und weitere Fragen an ihr Leben als Slavistin, Bibliothekarin und Kämpferin für eine offene, demokratische Gesellschaft wird Frau Schneider-Kempf, Generaldirektorin der Staatsbibliothek zu Berlin, ihrem Interview-Gast aus Chicago stellen. Frau Tax Choldin wird begleitend dazu Passagen aus ihrem Buch lesen. Olaf Hamann, Leiter der Osteuropa-Abteilung der Staatsbibliothek, führt in das Buch „Der Garten der zerbrochenen Statuen“, die Lebenserinnerungen von Marianna Tax Choldin, ein. Das Buch ist 2018 in der deutschen Übersetzung von Silke Sewing und Erdmute Lapp im Simon-Verlag für Bibliothekswissen erschienen.

Frau Tax Choldin wird im Anschluss ihr Buch signieren.

Die gesamte Veranstaltung wird in deutscher Sprache abgehalten. Ausführliche Informationen http://blog.sbb.berlin/termin/buchvorstellung-mit-marianna-tax-choldin/ Bitte melden Sie sich an über Oeffentlichkeitsarbeit@sbb.spk-berlin.de[mailto:Oeffentlichkeitsarbeit@sbb.spk-berlin.de]

Mit freundlichen Grüßen Silke Sewing,Staatsbibliothek zu Berlin – Preußischer Kulturbesitz

In der Pipeline. Eine Rezension des Buches zur russischen Zensur vom Redakteur von Open Password, Willi Bredemeier, erscheint in Kürze.

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