Open Password - Donnerstag,

den 14. Dezember 2017

#297


Steilvorlagen für den Unternehmenserfolg – b.i.t. online – Vera Münch – Ingrid Fischbach – ZB MED – Bundesministerium für Gesundheit – FH Potsdam – Kerndatensatz Forschung – Bibliotheken – Umsetzung – Umfrage – Rafael Ball – Arne Krüger – Birgit Bauer – Silke Bromann – Michael Klems – Factiva – Education in Information Sciences

 

 ZB MED  

„Erfolgreicher Start einer Neuausrichtung“ 

Die Staatssekretärin des Bundesministeriums für Gesundheit, Ingrid Fischbach, hat sich verhalten positiv zu den Zukunftsaussichten der ZB MED auf eine Anfrage der Linken im Bundestag geäußert. Das neue Management habe „erfolgreich“ begonnen, die Bibliothek mit Standorten in Köln und Bonn neu auszurichten.

Die Positionen der wissenschaftlichen und kaufmännischen Leitung sollten Anfang 2018 neu besetzt werden. Entscheidend für das Gelingen des Transformationsprozesses sei auch der enge Kontakt zu den Nutzern. Die dauerhafte Finanzierung über 2009 sei noch offen.

Briefe 

Implementierung des Kerndatensatzes Forschung in Bibliotheken 

Liebe Kolleginnen, liebe Kollegen, 

im Rahmen meiner Bachelorarbeit im Studiengang Bibliotheksmanagement an der FH Potsdam untersuche ich, inwieweit Bibliotheken Einfluss auf die Implementierung des Kerndatensatz Forschung (KdsF) in der eigenen Einrichtung nehmen können.

Mit Hilfe einer Umfrage möchte ich nun herausfinden, ob und, wenn ja, welche für die Implementierung notwendigen Kompetenzen in Bibliotheken vorhanden sind. Für die Teilnahme an der Umfrage ist es daher nicht erforderlich, dass Ihre Einrichtung bereits Forschungsberichte nach dem Kerndatensatz-Standard verfasst hat oder Ihre Bibliothek schon in den Prozess der Berichterstattung eingebunden war. Im Gegenteil: insbesondere diese Rückmeldungen sind für meine Untersuchung wertvoll. Bitte schrecken Sie auch bei Unkenntnis des Kerndatensatz Forschung nicht vor der Teilnahme an der Befragung zurück! 

Die Umfrage wird maximal 10 Minuten Ihrer Zeit in Anspruch nehmen, ist völlig anonym (es werden keine IP-Adressen erfasst) und bis zum 5. Januar 2018 über den folgenden Link abrufbar: https://www.surveymonkey.de/r/8DBNP33  Ich würde mich sehr freuen, wenn Sie mich durch Ihre Teilnahme an der Umfrage unterstützen würden. Die Ergebnisse der Umfrage werde ich nach Abschluss der Arbeit über Zenodo zur Verfügung stellen. 

Herzlichen Dank Jens Erling, Robert Koch-Institut, Bibliothek, Berlin

Steilvorlagen für den Unternehmenserfolg

Mittlerweile hat auch b.i.t. online, Medienpartner der Buchmesse-Veranstaltung „Steilvorlagen für den Unternehmenserfolg“ über „Steilvorlagen“ 2017 berichtet. Autorin ist Vera Münch, die von Open Password zur „Frau des Jahres 2017“ gewählt wurde. Im Einzelnen schreibt sie:

„Wir stolpern mit der emotionalen Ausstattung der Steinzeit und den Institutionen des Mittelalters
in die technische Neuzeit“

Die Konferenz „Steilvorlagen für den Unternehmenserfolg“ wird von der Frankfurter Buchmesse mit dem Arbeitskreis Informationsvermittlung ausgerichtet. Sie fand unter der Überschrift: „Information Strategies and Solutions in Challenging Times“ in diesem Jahr zum fünften Mal statt. Alle Vorträge können im Podcast nachgehört oder auf Youtube angesehen werden.

Im Eröffnungsvortrag beleuchtete Dr. Rafael Ball, Direktor der ETH-Bibliothek und Chefredakteur von b.i.t.online, die Frage „Digital Disruption: Braucht Zukunft noch Herkunft?“ Nein, so seine These, die er mit zahlreichen Beispielen untermauerte. 1958 sei nach Standard&Poor 500 ein führendes Unternehmen in den USA im Durchschnitt 60 Jahre alt geworden. Aktuell läge die Lebenserwartung von Unternehmen bei 15 Jahren und 2027 werde die Lebenserwartung von Unternehmen auf fünf Jahre gesunken sein.

Im Verlauf seiner Ausführungen setzte er sich u.a. mit Theorien des Gießener Philosophen Odo Marquardt auseinander. Ball legte eine Abkehr davon nahe, was er damit begründet, dass der digitale Wandel ein „qualitativer Sprung“ und damit etwas „grundsätzlich Anderes“ sei. Für einen derart radikalen Paradigmenwechsel in der Informationsbranche wie in allen anderen gesellschaftlichen Bereichen könne man nicht mehr auf die Strukturen und Regeln der analogen Zeit zurückgreifen. „Wir stolpern mit der emotionalen Ausstattung der Steinzeit und den Institutionen des Mittelalters in eine technische Neuzeit“, zitierte er den Sozialbiologen E.O. Wilson. In Bildern und anhand von Beispielen wie dem Untergang der minoischen Kultur, dem Ersatz der Dampfmaschine durch den Elektromotor und dem Flugzeug, das lange für die Weiterentwicklung von Booten missverstanden wurde, arbeitete Ball heraus, welche Notwendigkeiten und Anforderungen sich für Handlungsverantwortliche daraus ergeben.

Abschließend ging er auf Technologien, technologiegetriebene Veränderungen und deren Auswirkungen ein, die, so Ball „kritisch zu analysieren“ seien, um dann „sinnvoll und mutig eingesetzt“ zu werden. Seine Punkte: 1. Big Data, die eine Ablösung von der Bindung an strukturierte Daten und eine Abkehr von der Genauigkeitsideologie ermöglichen. 2. Die Auflösung der Grenzen zwischen bezahlt und kostenfrei sowie zwischen legal und illegal. Zur Frage, wer in Zukunft für qualitativ hochwertige Inhalte bezahlen soll, tobe bereits ein Kulturkampf. Für Bibliotheken ein Wettbewerbsnachteil, da sie sich auf solche Praktiken nicht einlassen könnten und wollten. 3. Künstliche Intelligenz, die er als Werkzeug sieht, das intellektuelle Unterstützung und Ordnung immer seltener notwendig machen wird. Im 4. und letzten Punkt ging er auf neue Medienformen und die Neubestimmung der Wissenschaftskommunikation ein, die Bibliotheken, Informationsvermittler und Verlage vor große Fragen stellten.

Mit praxisnahen Vorträgen zu den beruflichen Herausforderungen in der Informationsbranche will „Steilvorlagen“ die „Leitveranstaltung der deutschen Information Professionals auf der Frankfurter Buchmesse“ sein. Doch selbst wenn mit Arne Krüger, mtc – Moving Targets Consulting, Berlin, Birgit Bauer, Bauer Business Research, Wien und Dr. Silke Bromann, (Japan Consulting), Wettenberg drei erfolgreiche selbstständige Information Professionals die Erfolgsgeschichten ihrer Unternehmen offenlegten und über ihre Strategien berichteten, wurde sehr deutlich: Für kleine und mittelständische Betriebe (KMU) liegt der Erfolg im Informationsgeschäft in der Nische, und er setzt eine sehr hohe Qualifikation und großen persönlichen Einsatz voraus. Mal eben schnell Geld verdienen gibt es in diesem Geschäft nicht.

Arne Krüger führt sein Unternehmen mit fast hundert Fachkräften sehr kollegial und unkonventionell. Mit der gebündelten Kreativität aller schafft mtc es, den Mitbewerbern in Sachen IT-basierter Patentinformationsaufbereitung sowie anderer Zukunftsentwicklungen immer ein paar Schritte voraus zu sein. mtc entwickelt leistungsstarke Softwaretools für Patentüberwachung, Patentrecherche, zur eigenen Technologieüberwachung oder Wettbewerbsbeobachtung. Krüger wies in seinem unterhaltsamen Vortrag unter anderem auf einen großen Standortnachteil in Deutschland hin. „In der Türkei gibt es im letzten Dorf Internet“, was er bei seinen Reisen dorthin selbst ausprobiert habe. „Aber Mehmet spielt nur Candy Crush“, so eine seiner Beobachtungen.

Birgit Bauer zählt zu den Pionieren des Informationbrokering in Österreich. Seit Anfang 2000 sucht, beschafft, analysiert und erschließt sie systematisch Informationen als Grundlage für

Managemententscheidungen aller Art. 2010 gründete sie Bauer Business Research mit den Schwerpunkten Business Research und Recherche-Training. Zu ihren Kunden gehören namhafte österreichische und internationale Unternehmen sowie österreichische Behörden und wissenschaftliche Organisationen. Sie führt regelmäßig Recherche-Workshops durch und hält Gastvorlesungen und Vorträge.

Dr. Silke Bromans Nische ist Japan. Sie hat Betriebswirtschaftslehre, Japanologie und Sinologie an der Universität Trier und der Nagoya Gakuin University (Japan) studiert, ihre Masterarbeit zum interkulturellen Management in Japan geschrieben, und an der Universität Duisburg-Essen mit einer Arbeit zum Informationsmanagement in mittelständischen japanischen Zulieferbetrieben promoviert. Sie spricht, schreibt und liest die Sprache fließend und fährt zur Kontaktpflege regelmäßig nach Japan. Das, so erklärte sie, sei ein ganz wichtiger Punkt, um in diesem Markt erfolgreich zu sein.

Alle Vorträge können im Podcast www.infobroker.de/podcast nachgehört oder auf Youtube

https://www.youtube.com/user/infobrokertv angesehen werden. Michael Klems, Mitglied des Arbeitskreises Informationsvermittlung, stellt die Dokumentation der Vorträge und Diskussionen in Bildern, Podcasts und Texten bereit. Aktuelle Textberichterstattung ist im Password-Pushdienst erschienen (registrierungspflichtig). Auf Twitter gibt es Statements unter dem Hashtag #Infopro17. Das vollständige Programm liegt unter dem Stichwort „Steilvorlagen“ auf der Webseite der Buchmesse.

Factiva 

Neue Adresse 

Dow Jones mit Factiva und The Wall Street Journal sind nach über zwölf Jahren in den Baseler Arkaden in den Tower 185 umgezogen. Die neue Adresse lautet: In den Tower 185, 33. Obergeschoss, Friedrich-Ebert-Anlage 35-37, 60327 Frankfurt am Main.  


Call for Papers 

Future of Education
in Information Sciences 

10.-11. September 2018, International Symposium on the Future of Education in Information Sciences (FEIS 2018), in Pisa (Italien). http://feis2018.di.unipi.it und https://easychair.org/conferences/?conf=feis2018.

Suggested topics include (but are not limited to): 

Educational trends in higher education worldwide
Information professionals in changing and challenging digital environment (new profiles, old  skills and new competencies, social role) 
Entrepreneurship and the information professional 
The future of information professional education 
Ethical values in IS (Universal access, collaboration, intellectual freedom, fairness)
Multidisciplinary issues and relation with other sciences (Computer Sciences, Digital Humanities, Economics, etc.) 
Best educational practices and current challenges 
Software tools and platforms for collaborative learning and teaching 
Open educational resources 
Role and responsibility of archives, libraries and documentation centres in higher education
Entrance into the labour market of IS graduates. 

 

 

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