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den 17. Oktober 2017

#268

Steilvorlagen für den Unternehmenserfolg - Willi Bredemeier - Information Professionals - Frankfurter Buchmesse - Teilnehmerumfrage - Studierende - Praxisrelevanz - Arbeitshilfen - Networking - Arbeitskreis Informationsvermittlung - Öffentlichkeitsarbeit

 

Steilvorlagen für den Unternehmenserfolg:
Digitization: Redefining and Innovating New Businesses

 

88%: Erwartungen erfüllt oder übertroffen

83% würden die Veranstaltung
weiterempfehlen

95%: Die Tagung war professionell

Networking als wichtiger Aspekt - Steilvorlagen 2017 (Bild Vera Münch / b.i.t. online)

 

Von Willi Bredemeier

Fünfte „Steilvorlagen“-Veranstaltung auf der Frankfurter Buchmesse in Folge, diesmal mit dem Untertitel „Digitization: Redefining and Innovating New Businesses“. Gleichfalls zum fünften Mal in Folge wurde eine Teilnehmerumfrage durchgeführt. Diese gibt nicht nur wertvolle Hinweise für die Weiterentwicklung der „Steilvorlagen“-Veranstaltung, sondern ganz allgemein auch für die Gestaltung von Veranstaltungen in unserer Branche. Konturen der gegenwärtigen Chancen und Herausforderungen für InfoPros werden deutlich, wenn man insbesondere die qualitativen Vorschläge der Information Professionals für die künftigen Themen der „Steilvorlagen“-Veranstaltung heranzieht.

Bias durch studentische Antworten. Insgesamt gingen aus der Teilnehmerumfrage 57 Fragebögen ein. Damit lässt sich angesichts 106 zahlender Teilnehmer von einer Response Rate von mindestens 50% sprechen. Die Ergebnisse haben insoweit ein Bias, als die kritischen Bewertungen und Anmerkungen vor allem von Studierenden kamen. Obgleich die Umfrage anonym war, ließen sich von Studenten ausgefüllte Fragebögen als solche identifizieren, wenn sie auf die Frage: „Wie haben Sie von der Konferenz erfahren?“ mit „Hochschule“, „Dozent“, „HdM“ oder Ähnliches antworteten. Beispielsweise waren von sieben Personen, die auf die Frage: „Wurden Ihre Erwartungen erfüllt?“ mit „Nicht erfüllt“ antworteten, mindestens fünf Studierende. In der Tat gehört die Vermittlung prüfungsrelevanten Wissens oder die Imitierung wissenschaftlicher Veranstaltungen (anstelle des Kriteriums der Praxisrelevanz) nicht zum „Steilvorlagen-Konzept“.

88%: Erwartungen erfüllt. Gleichwohl wird die „Steilvorlagen“-Veranstaltung von den Teilnehmern insgesamt gesehen nach wie vor sehr positiv bewertet. So gaben 88% der Teilnehmer an, dass ihre Erwartungen an die „Steilvorlagen“-Veranstaltung erfüllt oder übertroffen worden seien. 9% erklärten, ihre Erwartungen seien übertroffen worden.

Ein Teilnehmer gab den Kommentar ab: „Sie (die Erwartungen) sind hoch, aufgrund früherer Veranstaltungen“. Diesen Gewöhnungseffekt und das damit verbundene Hochschrauben von Erwartungen gilt nicht nur für die „Steilvorlagen“-Veranstaltung, sondern auch für andere Branchenveranstaltungen, die das „Steilvorlagen“-Konzept imitiert haben. Für die Gestalter der „Steilvorlagen“ kann damit das Erreichen hoher „Erfüllungswerte“ mit den Jahren zu einer Herausforderung werden. Andererseits sollten höhere Standards für Branchenveranstaltungen für alle erwünscht sein.

Wurden Ihre Erwartungen erfüllt?

83% würden die Veranstaltung weiterempfehlen. Ähnlich positive Ergebnisse ergaben sich auf die Frage: „Würden Sie die Veranstaltung weiterempfehlen?“ 83% der Teilnehmer würden das tun, 16% würden das nicht tun.

Würden Sie diese Veranstaltung weiterempfehlen?

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Jeder dritte Teilnehmer nahm an vier oder an allen Steilvorlagen-Konferenzen teil.

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Ein indirekter Indikator für die Attraktivität der „Steilvorlagen“-Veranstaltung ergibt sich auf die Frage: „Zum wievielten Mal nehmen Sie an der Steilvorlagen-Konferenz teil?“ Jeder dritte Teilnehmer hatte 2017 an vier oder an allen Steilvorlagen-Konferenzen teilgenommen, mehr als jeder zweite mindestens zweimal. Die Tagung kann damit auf ein „Stammpublikum“ bauen (das mit den Jahren weiter ausbaubar ist), ohne dass die Attraktivität für neue Teilnehmer darüber zu kurz kommt.

Zum wievielten Mal nehmen Sie an der Steilvorlagen-Konferenz teil?

Ein weiterer Indikator, nämlich für die Attraktivität der Frankfurter Buchmesse als Plattform der „Steilvorlagen“-Veranstaltung, ergibt sich auf die Frage: „Würden Sie auch ohne diese Veranstaltung die Buchmesse besuchen?“ 56% der Teilnehmer antworteten mit „Ja“, so dass die „Steilvorlagen“-Veranstaltung auf der Plattform „Buchmesse“ gute Akquisitionsmöglichkeiten erhält. Umgekehrt übt die Buchmesse auch über die „Steilvorlagen“-Veranstaltung eine Werbewirkung für Interessenten aus, da 35% der Teilnehmer ohne die „Steilvorlagen“-Konferenz nicht auf die Buchmesse gekommen wären.

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Praxisbeispiele, Anregungen für die eigene Arbeit, Networking: Dieser „Mix“ ist erwünscht.  

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Ist das Konzept der „Steilvorlagen“-Veranstaltung, nämlich „gute Beispiele aus der Praxis“ bekannt zu machen, „Anregungen für die Arbeit der InfoPros“ zu liefern und ein ausgiebiges Networking zu ermöglichen, auch nach fünf Jahren noch tragfähig? Diese Frage ist eindeutig zu bejahen:

• Zwischen 53% und 83% der Teilnehmer bestätigten, dass sie eben diese Services von der „Steilvorlagen“-Veranstaltung erwarteten. Dabei nahmen die Teilnehmer im Schnitt 2,1 Bewertungen vor, wünschten sich also typischerweise einen „Mix“ aus den oben genannten Dienstleistungen.

• Von der Möglichkeit, „Sonstiges“ anzukreuzen, machten nur sechs Teilnehmer Gebrauch. Dabei lassen sich die meisten Konkretisierungen von „Sonstiges“ den oben genannten Kategorien zuordnen („Kontakte knüpfen“, „neue Kollegen kennenlernen“, „Neue Impulse zu aktuellen Herausforderungen“, „Denkanstöße“, „Impulse aus den Vorträgen, keine Konkretisierung von „Sonstiges“).

Allerdings ist auch eine deutliche Abstufung in der Wertigkeit der einzelnen Funktionen der „Steilvorlagen“-Veranstaltung zu beobachten. 83% der Teilnehmer wollten „gute Beispiele aus der Praxis kennenlernen“, 68% „Anregungen für die eigene Arbeit erhalten“ und 53% „eigene Erfahrungen mit Kollegen austauschen“. Andererseits ist es noch nicht lange her, dass „Networking“ nicht zu den offiziellen Zielsetzungen von Veranstaltungen gehörte.

Was haben Sie von Ihrem Besuch der Veranstaltung erwartet?

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Die Vermittlung unmittelbar umsetzbaren und nicht trivialen Wissens bleibt eine Herausforderung.

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Eindeutige bis sehr eindeutige Ergebnisse ergaben sich auch bei den Beurteilungen zu den Inhalten der Veranstaltung. 97% stimmten der Aussage „Die Veranstaltung war inhaltlich klar strukturiert“ vollständig oder teilweise zu. Jeweils 95 % gingen mit den Aussagen „Der zeitliche Umfang war dem Thema angemessen“ und „Während der Veranstaltung hatte ich hinreichend Gelegenheit zur Diskussion“ vollständig oder teilweise konform. Für die Aussage „Ich kann die Ergebnisse praktisch umsetzen“ beträgt der entsprechende Anteil immer noch 67%.

Deutlichere Abstufungen in der Verteilung der Antworten ergeben sich, wenn man die Anteile der Kategorie „Stimme voll zu“ heranzieht. Das sind bei „Die Veranstaltung war inhaltlich klar strukturiert“ 70%, bei „Der zeitliche Umfang war dem Thema angemessen“ 53% und bei „Während der Veranstaltung hatte ich hinreichend Gelegenheit zur Diskussion“ 44%. Dieser Wert sinkt bei „Ich kann die Ergebnisse praktisch umsetzen“ auf 16%. Hier sind die Anteile von „Stimme kaum zu“ (22%) und „Stimme zu“ (11%) unter allen Aussagen bei weitem die höchsten.

Wohl ist die Vermittlung von Ergebnissen, die unmittelbar umsetzungsrelevant und nicht trivial sind, schwierig. Dies gilt umso mehr, als es diverse Subkulturen der Information Professionals von den „Patentprofessionals“ über die technisch-wissenschaftlichen InfoPros bis zu den Vermittlern von Wirtschaftsinformationen mit unterschiedlichen Routinen sowie Chancen und Herausforderungen gibt. Man könnte also im Falle niedriger Erwartungen damit zufrieden sein, dass 89% der Teilnehmer mindestens etwas für sie unmittelbar praktisch Umsetzbares auf der „Steilvorlagen“-Veranstaltung herauskam. Angesichts der Anforderungen, die die Gestalter der „Steilvorlagen“ an sich stellen, bleibt die Erhöhung der Praxisrelevanz jedoch eine Herausforderung.

Wie beurteilen Sie den Inhalt der Veranstaltung?

Die positiven Ergebnisse setzen sich bei den Bewertungen mehrerer Aspekte der „Steilvorlagen“-Veranstaltung fort. 95% stimmten der Aussage „Die Organisation ist professionell“ vollständig oder teilweise zu. 82% waren sogar vollständig dieser Meinung. Das ist in dieser Umfrage der Positivrekord. Auch wenn sich die Mitglieder des Arbeitskreises Informationsvermittlung an der Lösung organisatorischer Lösungen beteiligt haben, dieses Ergebnis von 2017 ist auch als Kompliment an die Frankfurter Buchmesse zu verstehen.

88% gingen mit der Aussage „Die Veranstaltung ist gut für meine Zwecke geeignet“ voll oder teilweise konform, dies eine weitere Bestätigung der Praxisrelevanz der „Steilvorlagen“-Veranstaltung. Allerdings überwiegen hier die Anteile der Kategorie „Stimme teilweise zu“ (48% - „Stimme voll zu“ 39%). Damit wird eine Herausforderung für die Gestalter der „Steilvorlagen“-Veranstaltung sichtbar, die unter der „praktische Umsetzbarkeit der Ergebnisse“ diskutiert worden ist.

86% fanden ganz oder teilweise, dass das „Pries-Leistungs-Verhältnis“ angemessen sei, 66% waren sogar vollständig dieser Meinung. Das ist aus der Sicht der Veranstalter nach einer Anpassung der Eintrittspreise in diesem Jahr gleichfalls ein sehr positives Ergebnis.

Wie gefielen Ihnen die folgenden Aspekte der Veranstaltung?

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Drei beinahe gleichwertige Kanäle für die Besuchergewinnung: Mailing der Buchmesse – Netzwerk der InfoPros – die Fachpresse.
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Die Ergebnisse auf die Frage „Wie haben Sie von der Konferenz erfahren?“ bestätigen die Erfahrungen der vergangenen Jahre, dass die Werbung um Teilnehmer der „Steilvorlagen“-Veranstaltung mehrgleisig verlaufen sollte. Drei Kanäle sind nach der Verteilung der Ergebnisse beinahe gleich vielversprechend, das „persönliche Anschreiben der Buchmesse“ (25%), „Fachpresse, Open Password, Newsletter“ (20%) und das informelle Netzwerk unter Information Professionals (17%). Hinzu kommt die Werbung der Hochschullehrer an die Studierenden.

Hingegen spielen die Sozialen Netzwerke für die Gewinnung von Besuchern kaum und die Website der Buchmesse keine Bedeutung. Push statt Pull sind hier gefragt.

Wie haben Sie von der Konferenz erfahren?

Teilweise Mehrfachnennungen

Lesen Sie in der nächsten Folge: Die qualitativen Vorschläge der Information Professionals – Vergleich zu den Ergebnissen vorangegangener Jahre.

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