Open Password - Donnerstag,

den 5. Oktober 2017

#262


Steilvorlagen für den Unternehmenserfolg – Digitalisierung – Digitalisierungshemmnisse – Kantar TNS – Sabine Graumann – Information Professionals – Informationsvermittlungsstellen – Nadine Adler – Wissensmanagement – Resource Discovery Systems – EBSCO – ExLibris – Google - Herausforderungen

 

Steilvorlagen für den Unternehmenserfolg

Die Digitalisierungshemmnisse
in deutschen Unternehmen

Die diesjährige Buchmesseveranstaltung „Steilvorlagen für den Unternehmenserfolg“ steht im Zeichen der Digitalisierung. Dr. Sabine Graumann von Kantar TNS ist Mitglied des „Arbeitskreises Informationsvermittlung“ und stellt in ihrem Video-Statement Umfrageergebnisse zu den Digitalisierungshemmnissen in Unternehmen vor.

Video-Statement Link: https://youtu.be/ZYIPVz8fGp4

Information Professionals

Der InfoPro hat das Wort

Dramatische Situation
für Informationsvermittlungsstellen

IVS, Wissensmanagement und
Resource Discovery Systems

Die Herausforderungen

der kommenden Jahre

Zweiter Teil

Nadine Adler hat 23 Informationsvermittlungsstellen im deutschsprachigen Raum befragt und die Situation der IVS als dramatisch beschrieben. Als besondere Problemgrößen drängen sich ihr auf:

• Informationsüberflutung als Herausforderung für die Weiterbildung.

• Informationsbeschaffung wird teurer, Budgets sinken.

• Kunden und Mitarbeiter glauben, googlen kann jeder.

• Lösung komplexer Aufgaben wird auf Knopfdruck erwartet.

• Management erkennt Kompetenzen der Information Professionals und der von ihnen geschaffenen Mehrwerte nicht.

• InfoPro blieb in der Außenwelt weitgehend unbekannt.

Die weiteren empirischen Ergebnisse:

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Wissensmanagement und Resource Discovery Systems.

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Gibt es in Ihrem Unternehmen ein Wissensmanagement und wenn ja, ist Ihre Informationsvermittlung für dieses zuständig? – 21 Antworten.

24% kein Wissensmanagement;

19% Mischabteilung (IVS + andere Abteilung);

19% eigene Abteilung Wissensmanagement.

Die „Einzelaussagen“ machen 38% der Antworten aus und besagen: Ja, aber nicht im Sinne der Frage, da externer Dienstleister - Ja: Current Content Dienste / Alerts; Expertenverzeichnisse; Know How Datenbank, Einbindung bei IT-Projekten bzgl. Content, Retrieval und Nutzerfreundlichkeit; Maßnahmen der Personalabteilung z.B. Lecture Lunch - Ja, Datenbank aller Berichte, um das Wissen von 25 Jahren zu erschließen, im Volltext recherchierbar         - Knowledge Science: Bibliothek & IT bieten gemeinsame Dienstleistungen an - My Site unter Sharepoint, dort kann jeder sein Profil und Wissen pflegen, liegt aber nicht in den Händen der Library - Recherche-Datenbank - Ja, aber kein offizielles Konzept.

Bietet Ihre Informationsvermittlungsstelle ein Resource Discovery System an, um eine Metasuche über alle Ihre angebotenen Informationsquellen zu ermöglichen? – 23 Antworten, davon elfmal nein.

Die verbleibenden elf „Einzelaussagen“ lauten: Nein, Services ins Intranet eingebunden – Metasuche über eLibrary (nur bibliographische Daten, keine Volltexte) – Ist geplant, abwarten, ob Verbund RDS-System passt – Kombination von iFinder (Intrafeind) und dg desktop (dataglobal) – Nein, viele Angebote geprüft und keinen Mehrwert gefunden – Leider nein – Ja, PRIMO von ExLibris als „OneSearch“ auf dem Library Portal – Ja, von EBSCO an die Bedürfnisse angepasst. Wird gut angenommen, viel Lob – Ja, von EBSCO; EBSCO Discovery Service (EDS) wird wesentlich häufiger angefragt als Bibliotheks-OPAC – Ja, von ExLibris. Kaum bekannt oder genutzt. Werbung stößt nicht auf Interesse.- Nein. Bibliothekskatalog.

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Die Herausforderungen der kommenden Jahre.
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Welche Herausforderungen wird es Ihrer Meinung nach für Informationsvermittlungsstellen zukünftig geben? - 72 Antworten

• Fünfmal genannt: Jeder kann googlen und ist Experte im Suchen;

• Viermal genannt: Mehrwert der IVS gegenüber dem Unternehmen / Mitarbeitern / Kunden deutlich machen;

• Dreimal genannt: Informationsüberflutung / steigendes Informationsangebot;

• Dreimal genannt: Weiterentwicklungen der Services, Mehrwert liefern;

• Zweimal genannt: Marketing;

• Zweimal genannt: Steigende Erwartungen hinsichtlich Beitrag zum Unternehmenserfolg;

• Zweimal genannt: Tendenz, an externe Dienstleister auszulagern;

• Zweimal genannt: Schulungen im Sinne „Hilfe zur Selbsthilfe“ statt Recherchedienstleistungen.

Einmal wurden genannt: Digitale Transformation: Manuelle Services standardisieren, integrieren und automatisieren; neue Aufgaben: Pflege und Wartung der Systeme – Services müssen einfach bedienbar sein und Knowledge darf nichts kosten – Erwartungshaltung, dass komplexe Anfragen von Informationsexperten auf Knopfdruck gelöst werden müssen und möglichst wenig kosten dürfen – Sinkender Kostendruck vs. Sinkende Budgets – Weiterbildung und Spezialisierung der Mitarbeiter, um weiterhin Mehrwert liefern und Existenz der Abteilung rechtfertigen zu können – IVS unsichtbar, da kein Marketing – Kunden wissen nicht um die höhere Qualität der Recherchen der IVS–Konkurrenz durch Verlage für IVS, wollen IVS ersetzen – Eigene Kompetenzen vermarkten und zeigen durch Hochschulabschluss, Besuch von Tagungen, Austausch mit Branche, Lektüre, Weiterbildung – Geforderte IT-Kompetenz der Mitarbeiter – Vom Bund geförderte zentrale Servicestelle für IT-Projekte als Vorschlag zur Abhilfe der IT-Kompetenz-Probleme - Information darf nichts kosten – Gute Vernetzung und Beziehungen im Betrieb – Urheberrecht muss lebbar gestaltet werden – Auflösung von Kategorien, Systemen und Medienklassen macht eine Kategorisierung der Informationen schwerer – Trend: Weg von der reinen Vermittlung, Schaffung von Mehrwertdiensten – Ausbildungsgrad und Kompetenzen kaum bekannt – Informationsvermittlung gekoppelt am Einkauf oder IT, daher Problem der Verantwortlichkeiten.

Bedarf an Grundlagenschulung für Recherchevor-, -nach- und -aufbereitung – Systembereitsteller statt Systemnutzer – Zusammenarbeit mit IT, um neue Themenfelder mitgestalten zu können – Sensibilisierung und Abgrenzung öffentliche Quellen / kostenpflichtige Quellen – Abgabe von nicht wertschöpfenden Tätigkeiten oder Rationalisierung der Einkaufstätigkeiten mittels Systemeinsatz – IVS muss zum Kunden, nicht Kunde zur IVS: Bedürfnisse der Kunden individuell kennen und erfüllen – Technikfreaks (Google weiß alles) und Schüchterne als Kundengruppen kennen und zur Nutzung der Dienstleistung animieren – Digitalisierung: Abkehr vom gedruckten Buch – Informationsquellen kombinieren und durchsuchbar machen – Preissteigerungen bei Datenbanken und Zeitschriften – Durch Kostenleistungsrechnung ergibt sich zeitaufwendige Dokumentationspflicht – Umstellung auf RDA – Geeignete Tools einsetzen, die helfen, das Wichtige vom Unwichtigen zu unterscheiden – Experten in der IVS, die sich mit Info-Recherche, Text Mining, Text Analytics, Semantic Web, Veracity of Information, Visualisierung von Ergebnissen auskennen – Werkzeuge und Prozesse finden, die die „Güte“ einer Publikation beurteilen.

Verbindung in die IT-Welt nicht scheuen, sondern suchen und den Anschluss nicht verlieren – Elektronisierung: Zugriff der Mitarbeiter vom Arbeitsplatz auf die Inhalte, Kontakt zu IVS und Verständnis über deren Arbeit gehen verloren – Unterstützung von Wissenschaftlern beim Publikationsprozess (Fragen zum Open Access und Urheberrecht) – Unterstützung von Wissenschaftlern beim Forschungsdatenmanagement – Konzentration der Datenbankanbieter auf wenige Hosts, die nur noch auf Großunternehmen und auf Endkunden ausgerichtet sind (schwindende Funktionalität der Retrievalsprachen, nicht bezahlbare Flatratemodelle) – Beweisen, dass Google nicht alles ist – Recherchekompetenz der Mitarbeiter schulen – Träger / Entscheider erkennen den Mehrwert oft nicht – Trend: Informationsvermittlung wird outgesourct oder durch spezialisierte Tools ersetzt – Weg von bibliothekarischen Services hin zu Text und Data Mining und Knowledge Discovery – Immer weniger Budget und Personalressourcen, dennoch akzeptable Dienstleistungen vorhalten (Kein Geld, kein Personal, trotzdem erfolgreich) – Fachlich in Bezug auf Themen des Unternehmens als auch im bibliothekarischen Umfeld auf dem Laufenden bleiben – Zusammenarbeit mit Instituten und punktuelles Outsourcing, um von Routinearbeiten zu entlasten – Bestand einer zentralen IVS sichern – Integration von Print- und elektronischen Quellen bei Dienstleistungen – Qualitätsstandards trotz Kostendruck und Personalengpässen sichern.

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