Open Password - Freitag, den 15. September 2017

#254

Eveline Pipp – Arbeitskreis Informationsvermittlung – ULB Innsbruck – VÖB – Bundestagswahl – Wahlprüfsteine – Deutscher Bibliotheksverband – Erwin König – b.i.t.verlag – Dinges & Frick - b.i.t.-online – Library Essentials - fachbuchjournal


Arbeitskreis Informationsvermittlung

Eveline Pipp

Dr. Eveline Pipp, Leiterin der Abteilung Datenbanken und Neue Medien in der Universitäts- und Landesbibliothek Tirol (Universität Innsbruck), ist nach langer und schwerer Krankheit mit 61 Jahren gestorben. Die international anerkannte Expertin gehörte dem Präsidium der Vereinigung Österreichischer Bibliothekarinnen und Bibliothekare an. Als Mitglied des Arbeitskreises Informationsvermittlung brachte sie die „österreichische Perspektive“ in die Debatten über die Gestaltung der nächsten Veranstaltung „Steilvorlagen für den Unternehmenserfolg“ auf der Frankfurter Buchmesse ein und hielt für den Arbeitskreis den Kontakt zur österreichischen Informations-, Bibliotheks- und Verbandsszene.

Die engagierte Bibliothekarin trug in ihrer Einrichtung maßgeblich dazu bei, eine den modernen Lehr- und Forschungserfordernissen entsprechende Literaturversorgung sicherzustellen. Als Herausgeberin der Tagungsbände des Österreichischen Dokumentartages und des Österreichischen Online-Informationstreffens brachte sie die Debatte um die Zukunft der Bibliotheken und der Informationsbranche voran.

Die Bibliotheks- und Informationsbranche verlieren mit Dr. Eveline Pipp eine äußerst geschätzte und beliebte Kollegin.

Bundestagswahl

Die Wahlprüfsteine für Bibliotheken
und die Antworten der Parteien

Die Wahlprüfsteine des Deutscher Bibliotheksverbandes zur Bundestagswahl 2017 und die Antworten der Parteien (pdf, 275 KB).
http://www.bibliotheksverband.de/dbv/themen/bundestagswahl-wahlpruefsteine.html?t=1&cn=ZmxleGlibGVfcmVjc18y&refsrc=email&iid=554b817fc09a462ab2685f775d3d72ab&uid=114522405&nid=244+2

 

Briefe

Viel positive Resonanz
nach Berichterstattung in Open Password

Lieber Herr Bredemeier,

zunächst bedanke ich mich ganz herzlich bei Ihnen, mir die Möglichkeit zu geben zu der außergewöhnlichen Situation kurz Stellung zu nehmen und natürlich auch bei Ihren Lesern, von denen ich sehr viel positive Resonanz auf Ihre erste Berichterstattung erhalten habe. Es war sehr aufbauend in dieser nicht ganz einfachen Umbruchphase. …

Erwin König, b.i.t.verlag

b.i.t.verlag

Gute Inhalte und den Leser
auch unterhalten

Bereitstellung „raschen Überblickwissens“
über Fachzeitschriften
wird in Zukunft noch attraktiver

 Erwin König, b.i.t.verlag - in Aufbruchstimmung

Open Password berichtete am 17. August (#241): „Dinges & Frick GmbH insolvent. Erwin König führt Verlag in eigener Verantwortung weiter.“ Heute folgt ein Gespräch mit Erwin König.

Dinges & Frick Drucktechnik, Medientechnik & Verlag - warum trug das Geschäftsmodell Ihres früheren Unternehmens nicht mehr? Das Geschäftsmodell an sich trug sich eigentlich in allen Bereichen. Wir waren als mittelständische, alteingesessene Druckerei gut aufgestellt und hatten eine gute Auftragslage. Der Verlag, der schon die ganzen Jahre buchhalterisch eigenständig geführt wurde, hat mit seinen Produkten dazu beigetragen. Was hauptsächlich auschlaggebend für das Insolvenzverfahren der GmbH war, waren falsche Personalentscheidungen. Sie führten dazu, dass junge, gute Leute aus der Vertriebsabteilung das Druckunternehmen verließen. In der Folge kam es zu einem dramatischen Umsatzeinbruch im Druckbereich. Hier muss man der Geschäftsleitung ganz klar den Vorwurf machen, nicht rechtzeitig die Weichen für Nachfolge und Erhalt gestellt zu haben. Sicher ist die gesamte Lage im klassischen Druckgeschäft nicht einfach. Aber wir waren in unserer Nische gut aufgestellt.  

Was ändert sich mit dem - rechtlich gesehen - Start eines neuen Verlages, und was ändert sich für Sie? Die b.i.t.verlag gmbh ist ein im rechtlichen Sinne neu gegründetes, komplett eigenständiges Unternehmen mit mir als alleinigem Geschäftsführer. Das Team des alten Verlages ist aber komplett mit an Bord. Wir werden die Produkte in gewohnt hochwertiger Weise fortführen und durch die neue Unabhängigkeit jetzt auch anders vorantreiben können.

Für mich persönlich ändert sich natürlich alles: mehr Verantwortung, mehr Arbeit und weniger Geld. ((lacht))

Wie ist die wirtschaftliche Ausgangsposition der b.i.t.verlag gmbh beschaffen? Natürlich sind wir nicht mit hunderttausenden von Euros ausgestattet. Aber wir haben es hinbekommen, eine solide finanzielle Basis zu schaffen, die es uns ermöglicht hat, einen ziemlich reibungslosen Übergang hinzulegen.

Was die Verhandlungen mit Banken angeht – das möchte ich an dieser Stelle nicht weiter ausführen. Das würde den Rahmen sprengen. Vermutlich sollte ich darüber irgendwann ein Buch schreiben. Nur eins sei gesagt: Dem klassischen Verlagswesen stehen die Banken hierzulande nicht unbedingt optimistisch und förderbereit gegenüber - und das gibt einem schwer zu denken, wenn man sieht, wie viel Geld in welche anderen Branchen und vage Geschäftsideen gepumpt wird!

Auch die Fachpresse ist von rückläufigen Abonnements, einem sinkenden Anzeigenaufkommen und geringen Einnahmen aus dem Online-Vertrieb betroffen. Natürlich sehen wir das auch. Aber wir sehen auch, dass ganz neue Zeitschriften sehr erfolgreich gegründet werden - Fachzeitschriften, die ganz verschiedene Zielgruppen und Märkte ansprechen - erst online publiziert werden und dann irgendwann doch gedruckt. Die Fachzeitschrift als Publikationsmedium, das Entwicklungen bestimmter Branchen aktuell und übersichtlich zusammenfasst und Hintergründe kompetent beleuchtet, hat sich nicht überholt. Die Präsentationsformen werden nur vielfältiger. Aber von guten Redaktionen ausgewählte, komprimierte Inhalte sind nach wie vor wichtig. Wir sind fest davon überzeugt, dass dieses Grundkonzept weiterhin Zukunft hat. Ja, wir glauben sogar, dass es bald wieder wichtiger wird, den Leserinnen und Lesern einen schnellen Überblick über die dynamischen Entwicklungen und Märkte zu bieten.

Wir haben uns vorgenommen, mit unserer bewährten und engagierten Mannschaft weiter an unseren Produkten zu arbeiten, sie in beiden Kanälen weiter zu entwickeln und unseren Zielgruppen Bibliotheken und ihren Dienstleistern sowie der Informationswirtschaft und -wissenschaft zu zeigen, dass sie durch unsere Produkte auf einem hohen publizistischen Niveau informiert werden. Gute bis sehr gute Inhalte werden auch in Zukunft ausschlaggebend sein. Natürlich muss das elektronische Angebot immer weiterentwickelt werden. Da stehen wir mit unserem kleinen Verlag auch nach zwanzig Jahren online noch ziemlich am Anfang. Wir müssen uns aber im Vergleich zu anderen kleinen und mittelständischen Verlagen nicht verstecken.

Wie verorten Sie b.i.t. online publizistisch, was ist die aktuelle Entwicklung, was sind die Perspektiven? Als wir vor fast zwanzig Jahren b.i.t.online entwickelten, war die ursprüngliche Idee, eine reine Onlinepublikation zu schaffen. Viele Gespräche damals mit Bibliothekarinnen und Bibliothekaren haben aber den Ausschlag gegeben, dann doch mit einem Hybrid-Modell an den Start zu gehen, was letztendlich auch die richtige Entscheidung war. Unsere Zielgruppe liest gerne und viel, aber nicht unbedingt alles am Bildschirm. Dort arbeiten wir ohnehin den ganzen Tag. Die hybride Form hat sich deshalb bestens bewährt. Wir werden an unserem Modell festhalten.

Die Printausgabe von b.i.t.online möchte ich als „Die etwas andere Fachzeitschrift“ bezeichnen. Wir erheben ja nicht den Anspruch, eine hoch wissenschaftliche Publikation zu sein. Wir wollen unseren Leserinnen und Lesern mit einer guten Mischung aus Fachbeiträgen, Nachrichtenbeiträgen, Reportagen, Interviews und weiteren Meldungen ein Arbeitswerkzeug an die Hand geben, das ihnen hilft, ihre Branche im Blick zu behalten und, das ist uns sehr wichtig, bei dem sie auch Freude haben, es zu lesen. Diesen Weg werden wir konsequent weiter ausbauen, inhaltlich und gestalterisch. Auf unserer Homepage respektive bei unserem Online-Auftritt werden wir in den kommenden Monaten weitere Mehrwerte schaffen und mittelfristig unsere Kunden und Interessenten mit einer ganz neuen Oberfläche überraschen.  

Gehen wir zum fachbuchjournal über… fachbuchjournal ist für Einkäuferinnen und Einkäufer im Handel, Erwerbungsverantwortliche in Bibliotheken und für den Leser, den Endkunden, das optimale Entscheidungswerkzeug zum Entdecken und Beschaffen neuer Fach- und Sachliteratur. Wir konnten uns hier im Laufe der letzten Jahre einen absolut einmaligen Rezensentenstamm aufbauen, der zusammen mit unserer Redaktion eine Zeitschrift mit hohen Mehrwerten produziert, die unsere Leser immer wieder begeistert und zu Erwerbungsentscheidungen führt. Wir sehen es als eine der Hauptaufgaben für die kommenden Monate, das fachbuchjournal im deutschen Buchhandel noch stärker bekannt zu machen. Auch an der Sichtbarkeit im Internet und an einer neuen Homepage arbeiten wir mit Hochdruck.

… und zu Library Essentials. Unser jüngstes Baby hat sich solide entwickelt. Wir wollen hier über den Tellerrand des bibliothekarischen Lebens hinausschauen und den Leserinnen und Lesern schnelle, nicht zu umfangreiche Information an die Hand geben, die er oder sie bei Bedarf vertiefen kann. Dieses erfolgreiche Konzept wollen wir parallel zu neu entstehenden technologischen Möglichkeiten und den neuen Chancen von Open Access kontinuierlich weiterentwickeln. 

Weitere Objekte in der Pipeline, weitere Perspektiven? Sicherlich kreisen sehr viele Ideen durch meinen Kopf und es wird bestimmt das eine oder andere neue Objekt in unserem Verlag geben. Aber vorerst heißt es erst einmal, die stürmische See der letzten Monate zu verlassen und in ruhigere Fahrwasser zu kommen.  

Sie sind ja seit langem nicht nur verlegerisch, sondern auch journalistisch und publizistisch tätig. Wenn endlich wieder mehr Zeit ist, kann ich mir vielleicht sogar ein Buch vorstellen. Aber wenn ich ganz ehrlich bin, habe ich da für die kommenden Jahre wenig Hoffnung, denn zwischenzeitlich spielen auch schon vier Enkelchen eine ganz entscheidende Rolle in meinem Leben. Und meine Frau, die jetzt schon befürchtet, dass wir nie mehr in den Urlaub fahren werden, würde ich auch ungern enttäuschen. Also schauen wir mal!

Wie kann und wie sollten sich die Branchenmedien in den kommenden Jahren weiterentwickeln? Gute Inhalte, die Leserinnen und Leser nicht nur gut informieren, sondern auch beim Lesen unterhalten. Das sollte eine entscheidende Rolle spielen. Internet und Social Media können viel. Aber eigentlich sind es immer nur Happen, die einem hingeworfen werden. Danach ist man auf sich alleine gestellt. Genau da beginnt eine unserer wichtigsten Aufgaben!

Video: Zukunftsperspektive der Informationsbranche?

Innerhalb der Planungen zur Steilvorlagen Veranstaltung waren die kommenden Herausforderungen durch Digitalisierung und Wandel in den Unternehmen ein ständiges Thema im Arbeitskreis.

Bereits im Juni haben sich Stephan Holländer und Michael Klems über die kommenden Herausforderungen unterhalten. Wie sieht die Zukunft der Informationsbranche aus?

Link zum Video >>

 

Der Branchentreff - Jetzt Ticket sichern!

Beteiligen Sie sich an der Diskussion am 12. Oktober in Frankfurt. Der Branchentreff "Steilvorlagen für den Unternehmenserfolg" hat mit dem Schwerpunktthema "Digitalisierung" den fortlaufenden Wandel der Branche als Schwerpunktthema.

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