Open Password - Donnerstag, den 1. Juni 2017


 #207

Fake News – Zukunft der Informationswissenschaft – Winfried Gödert – MetaGer – Suche in der Suche - Wolfgang Sander-Beuermann – Pro Quest - Kurt Sanford - Matti Shem Tov - Bar Veinstein – Sicherheitsindex – DsiN - Martin Scheffler – Kantar TNS – Datenschutz-Grundverordnung – Varonis Systems

 

Briefe

Informationswissenschaft und Informationspraxis
auf umfassendere Kontexte beziehen

Zu: Was sagt uns die Debatte zu „Fake News“ über die Qualität unserer etablierten Medien?, in: Open Password, 29. Mai

Lieber Herr Bredemeier,
Ihr heutiger Beitrag zum Thema "Was sagt uns die Debatte zu „Fake News“ über die Qualität unserer etablierten Medien?" in Open Password hat mich sehr angesprochen. Ich sehe darin zunächst wieder einmal gewisse Parallelen unserer Beobachtungenzur Zukunft der Informationswissenschaft. Dabei begrüße ich sehr, dass nicht allein größere Kontexte auf die Informationspraxis heruntergebrochen, sondern aus der Informationswissenschaft und -praxis Analysemöglichkeiten und -vorgehensweisen für größere Kontexte vorbereitet und angewendet werden.

Viele Grüße Winfried Gödert

MetaGer 

Neu: Die Suche in der Suche 

Von Wolfgang Sander-Beuermann 

Kennen Sie das? Sie suchen etwas im Internet und die Suchmaschine liefert Ihnen auch viele Ergebnisse.  Aber Sie sind nicht sicher, ob unter genau diesen Ergebnissen schon das Richtige zu finden ist oder ob etwas geänderte Suchwörter sinnvoll sind.  Also machen Sie eine neue Suche mit den geänderten Suchwörtern.  Das Ganze vielleicht ein paar Mal hintereinander. 

Stellen Sie sich beispielsweise vor, Sie wollen ein verlängertes Wochenende in die schönen Berge des Harz-Gebirges fahren, etwas Urlaub machen – dazu auch Interessantes anschauen, wie z.B.  die berühmten Harzer Bergwerke. Also verschaffen Sie sich einen Überblick über den dortigen Bergbau: seine Geschichte, was dort zutage gefördert wurde, und wie das geschah – die Technik dahinter. Sie suchen also mit https://metager.de vermutlich erstmal ganz allgemein mit den Wörtern >Bergbau Harz<, dann mit >Bergbau Harz Geschichte<.  Ihnen fällt dabei auf, dass es Ergebnisse mit dem Wort "Weltkulturerbe" gibt.  Da das oft wirkliche Sehenswürdigkeiten sind, suchen Sie auch noch nach >Harz Weltkulturerbe<.  Wenn Sie das nacheinander so machen, dann kommen sehr schnell sehr viele Ergebnisse zusammen und es wird unübersichtlich. 

Aber nun kommt MetaGer mit der "Suche in der Suche": Ohne jetzt bereits ganz genau hinzusehen, fischen Sie aus allen Suchen erstmal das heraus, was auf den ersten Blick eventuell infrage kommen könnte.  Dazu klicken Sie auf das kleine blaue Dreieck rechts neben jedem Ergebnislink und wählen dort "Speichern in Tab".  Damit werden dann alle so ausgewählten Ergebnisse in einen neuen Speicher kopiert.  Sie sehen den Inhalt, wenn Sie auf "gespeicherte Ergebnisse" unterhalb der Sucheingabebox oben klicken. Probieren Sie es aus!

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Auf das kleine blaue Dreieck kommt es an!

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Und nun kommt der Trick: Hierin, in diesen gespeicherten Ergebnissen, können Sie dann nochmal GENAU hinsehen und sich nur noch mit dem Relevanten befassen.  Die Sache mit dem "Weltkulturerbe" interessiert Sie: Also tippen Sie in die mit "Filtern" beschriftete Eingabebox das Wort >Weltkulturerbe<. Damit werden alle Ergebnisse, die nicht dieses Wort enthalten, ausgeblendet, und Sie können nur diese Treffer ganz genau anschauen. 

Sie lernen dabei dann wahrscheinlich den Begriff "Oberharzer Wasserregal" kennen, und Sie fragensich, was das wohl für ein seltsames Regal ist. Bei Wikipedia finden Sie schließlich die Erklärung (https://de.wikipedia.org/wiki/Oberharzer_Wasserregal): "Regal bedeutet in diesem Zusammenhang königliches Hoheitsrecht. Mit dem Bergregal verlieh der Landesherr das Recht, Bergbau zu betreiben und mit dem Wasserregal das zur Verfügung stehende Wasser dafür zu nutzen".

Mit dem "Speichern im Tab" können Sie sich gewissermaßen einen Pool von Ergebnissen anlegen, in dem Sie dann gezielt weitersuchen. In Ihren gespeicherten Ergebnissen aus den obigen Suchen wollen Sie sich dann vielleicht nur noch solche anzeigen lassen, die explizit das Wort >Bergbau< enthalten: Also geben Sie in die Filter-Box, das Wort >Bergbau< ein.  Blitzartig verschwinden alle Ergebnisse, die nichtdieses Wort enthalten, und Sie lesen einiges mehr zu diesem Thema. Oder Sie suchen unter den gespeicherten Ergebnissen mit der Browser-Suchfunktion (üblicherweise STRG/CTRL-F oder aus dem Suchen-Menü des Browsers).  Auch umsortieren können Sie die Ergebnisliste.  

Wenn Sie aus dem Speicher in die ursprüngliche Suche zurückgehen wollen, klicken Sie einfach auf den Suchfokus, mit dem Sie gesucht haben (meist "Web"). Dann können Sie auch noch weitere Treffer in die "gespeicherten Ergebnisse" aufnehmen. Für den bevorstehenden Urlaub können Sie dann wählen, ob Sie lieber in die Tiefen der Bergwerke "einfahren" oder in den Teichen des Oberharzer Wasserregals baden gehen. Oder am besten beides machen. 

MetaGer.de ist unseres Wissens die einzige Suchmaschine, welche diese fortgeschrittene Suchmöglichkeit bietet.  Und das alles immer unter Wahrung Ihrer Privatsphäre: Ihre Daten werden nicht gespeichert, und Sie können die Ergebnisse mit dem Klick auf "anonym öffnen" immer ohne Big Brother als Zuschauer erreichen. 

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Die gesicherte Privatsphäre, auch in Maps.metager.de.

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Die Sicherung der Privatsphäre im Zeitalter der globalen Datenkraken hat uns auch bewogen, https://maps.metager.de zu entwickeln: Der (unseres Wissens) einzige Routenplaner, der die vollen Funktionalitäten via Browser und App bietet - ohne dass Nutzer-Standorte gespeichert werden.  All dies ist nachprüfbar, denn unsere Softwaren sind Open Source. Wenn Sie dann im Harz zu den Bergwerken, und zu den Teichen des Wasserregals wandern, wird Ihnen Maps.metager.de auch hier den Weg weisen - OHNE dass BigBrother zuschaut, wo Sie sich aufhalten. 

Demnächst noch vor den Sommerferien wird maps.metager.de wesentliche Erweiterungen bekommen: Den Download von Karten, damit das Wandern auch ohne Internet-Verbindung überall klappt ...  Wir freuen uns darauf, auch diese Features demnächst zu veröffentlichen!

 

ProQuest

Kurt Sanford übergibt Geschäftsführung
an Matti Shem Tov von ExLibris

Matti Shem Tov, Präsident von Ex Libris, eine ProQuest-Tochter, folgt Kurt Sanford als Geschäftsführer von ProQuest. Zur Übergabe kommt es im Herbst.

Shem Tov organisierte bei Ex Libris seit 2003 den Übergang von lokal eingesetzten Lösungen zu cloudgestützten Diensten einschließlich der Entwicklung des Bibliotheksmanagementdienstes Alma. Seit der Fusion mit ProQuest koordinierte er die Integration der ProQuest Workflow Solutions in Ex Libris. Sein Nachfolger wird Bar Veinstein, bislang VP Resource Management Solutions von Ex Libris.  

 

Zitat

Außenstehende, Fatalisten, Gutgläubige bilden Mehrheit unter den Nutzern

„Bei den meisten Verbrauchern fallen Sicherheitswissen und -verhalten erkennbar auseinander. Dazu gehören vor allem die Gruppen der Außenstehenden, Fatalisten und Gutgläubigen. Zwar ist die Gruppe der außenstehenden Nutzer kleiner geworden, doch bilden sie mit den Fatalisten und Gutgläubigen unter den Verbrauchern weiterhin eine Mehrheit mit erhöhtem Aufklärungsbedarf zu IT-Sicherheit und Datenschutz.”

Hartmut Scheffler, Geschäftsführer von Kantar TNS,
zum Rückgang des DsiN-Sicherheitsindexes angesichts gestiegener Bedrohungen

 

Datenschutz-Grundverordnung

Trotz empfindlicher Bußgelder
gerade in Deutschland
ein Klima der Nachlässigkeit

Ein Jahr vor Inkrafttreten der Datenschutz-Grundverordnung sehen 75 Prozent der Unternehmen weltweit große Herausforderungen in der pünktlichen Umsetzung der Vorgaben. Dies ist ein zentrales Ergebnis einer repräsentativen Umfrage im Auftrag von Varonis Systems, in der 500 IT-Entscheidungsträger aus den USA, UK, Frankreich und Deutschland befragt wurden.

Hierzulande stellt sich die Situation noch angespannter dar: 81 Prozent der Befragten zweifeln an der fristgerechten Einführung in ihren Unternehmen. Gleichzeitig betrachten 58 Prozent die Umsetzung nicht als Priorität – trotz empfindlicher Bußgelder von bis zu 20 Millionen Euro oder 4 Prozent des weltweiten Umsatzes (je nachdem, was höher ist). Weitere Ergebnisse zu Deutschland:

• 57 Prozent der Unternehmen sehen beim „Recht auf Vergessen werden“ Schwierigkeiten in der Identifizierung und im Auffinden der entsprechenden Daten sowie im automatischen Löschen auf Kundenaufforderung.

• 52 % der Unternehmen befürchten Schwierigkeiten bei der Identifizierung personenbezogener Daten und wer in welchem Umfang hierauf Zugriff hat. 

• Sowohl in Deutschland (85 Prozent) als auch weltweit (76 Prozent) herrscht Einigkeit darüber, dass die Bundesrepublik am strengsten die Umsetzung überprüfen und Verstöße ahnden wird.

 

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