Open Password - Freitag, den 18. Mai 2017

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Dieter Schumacher – Bürokratie - Philosophie der Bürokratie – Informationsbranche – Max Weber – Tanja Estler-Ziegler – Archive – Berlin-Brandenburgisches Wirtschaftsarchiv – Berliner Arbeitskreis Information – Thomson Reuters – Eikon – Finanzinformationen – Finanzhandel – Christoph Haxel – Patentinformationen - 1st International Indian Patent Information Conference for Patent Searchers)

In der Pipeline

Branchenpionier und -satiriker
Dieter Schumacher
zur Käfighaltung des Menschen

Eine Philosophie der Bürokratie

Branchenpionier und Branchensatiriker Dieter Schumacher wird mit einem größeren Werk voraussichtlich Ende Mai herauskommen: Die Käfighaltung des Menschen – Eine Philosophie der Bürokratie, ISBN 9783744819749. Die Informationsbranche wird nicht explizit, aber doch immer wieder zwischen den Zeilen angesprochen (Wer sich an Schumacher „Reden an die Online-Nation“ erinnert, mag ahnen, wohin die Reise gehen wird). Ist denn die Informationsbranche überbürokratisiert? Das wohl nicht, aber über die Jahrzehnte überproportional von Großbürokratien abhängig - sei es in der Förder- und Evaluationspolitik, sei es im Verhältnis zwischen kleinen Töchtern und großen Müttern - und das nicht nur, aber immer wieder auch zum Schaden einzelner Einrichtungen und der gesamten Branche. Open Password wird auf das Werk Schumachers, der seit Jahrzehnten in Password und Open Password publiziert, näher eingehen.

Beschreibung: Machen Sie auch die Bürokratie für alle gesellschaftlichen und individuellen Störungen verantwortlich? Schimpfen Sie immer über „die da oben“ und vergessen, dass auch Sie Ihren Beitrag zur Bürokratie leisten? Was können wir von Max Webers Metapher vom „eisernen Käfig“ lernen, in denen Menschen in der postindustriellen Gesellschaft geraten können? Solchen Fragen geht diese Tour d´Horizon quer durch alle Gesellschafts- und Wissensbereiche nach und zeigt, dass Bürokratie etwas mit Ordnung und Chaos zu tun hat. Diese kommen in allen Lebensbereichen bis hin zur Natur vor und sind insoweit ein natürliches Phänomen, mit dem man leben kann und muss. Der „Blick über den Tellerrand“ verhilft Wissenschaft, Gesellschaft und Individuen zu einer neuen Sicht der Bürokratie.

Themenschwerpunkte: Was wir über Bürokratie wissen … Max Webers Eiserner Käfig … Was Bürokratie mit Käfigen zu tun hat … Materielle und immaterielle Käfige … Wie Verwaltungen strukturiert sind und arbeiten … Hierarchie und Zuständigkeit … Ermessenspielräume und Rituale … Die Sprache der Bürokratie … Papierverarbeitung … Bürokratiekosten … Bürokratie, Ordnung und Chaos … Der Büokratiekreislauf … Verwaltungsmilieus … Typologie von Bürokraten … Was wir von der Tier- und Pflanzenwelt lernen können … Naturwissenschaftliche und medizinische Assoziationen … Entbürokratisierung und Bürokratieabbau … Das Verursacherprinzip … Bürokratiespiele … Bausteine einer Theorie der Bürokratie … Das Büron als Elementarteilchen der Bürokratie … Bürokratie-Axiome … Entwurf einer Bürokratiedurchführungsverordnung. 

Tanja Estler-Ziegler
gegen die Vorurteile über Archivare
und mit einem ersten Erfahrungsbericht

„Ich bin keine Archivmaus!“

Tanja Estler-Ziegler vom BAK und Open Password haben des öfteren eng zusammengewirkt – zum Wohle von Open Password und hoffentlich auch zum Wohle des Berliner Arbeitskreises Information. Nachdem sie zum Berlin-Brandenburgischen Wirtschaftsarchiv übergewechselt ist, räumt sie in ihrem Blog www.archivspiegel.de/aktivitaeten/ich-bin-keine-achivmaus-arbeiten-im-berlin-brandenburgischen-wirtschaftsarchiv/ mit Vorurteilen über Archivare auf gibt einen ersten Erfahrungsbericht:  

Jetzt arbeite ich schon drei Monate im Berlin-Brandenburgischen Wirtschaftsarchiv und habe mich immer noch nicht an die merkwürdigen Reaktionen von Nicht-Archivaren gewöhnt, wenn ich erzähle, dass ich in einem Archiv arbeite. Von einem freundlichen Desinteresse, über Stirnrunzeln bis hin zu einem abschätzenden Blick über meine Gesamtgestalt – alles habe ich schon erlebt. Am liebsten sind mir aber die Menschen, denen ganz spontan und aus tiefstem Herzen der Satz entfleucht: „Das wäre ja nichts für mich, den ganzen Tag in einem staubigen Keller sitzen und in altem Papier wühlen.“

Für alle, die es interessiert, ich arbeite nicht in einem dunklen, staubigen Keller und ich lese auch nicht den ganzen Tag alte staubige Akten. Ich trage auch keine mausgraue Kleidung und habe nicht vor, mir in der nächsten Zeit einen Dutt anzuschaffen. Eine Brille besitze ich tatsächlich, aber das schon seit vielen Jahren.

Mein Arbeitsplatz befindet sich in den ehemaligen „Deutschen Waffen- und Munitionsfabriken“ in Berlin-Reinickendorf. Diese wurden Anfang des 20. Jahrhunderts gebaut. Wir sitzen in einem Backsteingebäude, das typisch für Fabriketagen, meterhohe, lichtdurchflutete Räume hat. Und die Arbeit macht richtig Spaß, ist vielseitig und hat nur manchmal etwas mit Staub zu tun. Da wir nur zu zweit sind (der Chef und ich), mache ich alles, was in einem Archiv anfällt und vieles mehr.

Gleich im Januar habe ich eine Woche lang einen Mitarbeiter eines Wirtschaftsunternehmens geschult, der ein historisches Archiv für die Firma aufbauen soll. In den Bereich Schulungen gehört es auch Schülergruppen durch das Archiv zu führen und den Teilnehmenden die Archivarbeit näher zu bringen. Außerdem bin ich für die Betreuung der Praktikanten zuständig. Im Februar habe ich gelernt, was für ein enormer Verwaltungsakt es ist Fördermittel zu beantragen. Alle, die schon mal ihren Förderantrag in „Eureka 2020“ eingestellt haben, wissen, von was ich spreche. Nebenbei müssen Blogbeiträge für unseren Archivblog geschrieben werden, lizenzfreie Fotos dafür gesucht oder selbst aufgenommen werden und die eine oder andere Publikation redigiert werden.

„Können Sie mir eine Liste von Bekleidungsfabrikationen aus dem späten 19. und frühen 20. Jahrhundert zusammenstellen?“ „Haben Sie Informationen zur Firma xyz?“ „Ich brauche die Ausbildungsordnung für Maschinenschlosser aus den 80er Jahren.“ „Ich benötige einen Ausbildungsnachweis für meinen Rentenantrag.“ Das ist nur eine Auswahl von Fragen, die unsere Nutzer an uns stellen. Um diese Fragen beantworten zu können, recherchieren wir in unseren eigenen Archiv- und Bibliotheksbeständen, aber auch in verschiedenen Datenbanken im Internet.

Als Verantwortliche für das Magazin bin ich gerade mit der Umstrukturierung desselben beschäftigt. Das ist nicht nur eine logistische Aufgabe, sondern auch eine körperliche, wenn gefühlte Tausende von Archivkartons von einem in ein anderes Regal verfrachtet werden müssen. Zudem soll ich mich um eine neue Archivdatenbank und der dazugehörigen Technik kümmern. Auch wir wollen unsere Archivalien ins Archivportal D stellen. Darum besuche ich auch Weiterbildungen insbesondere zur Digitalisierung.

Eine Bibliothek mit 30.000 Büchern haben wir auch. Da diese bisher nicht verzeichnet wurde und auch nur zum Teil geordnet ist, muss auch hier eine Lösung gefunden werden…Es wird also auch weiterhin spannend bleiben.

Jetzt freue ich mich, dass mein Chef nach Ostern aus seiner zweimonatigen Elternzeit zurückkommt. Dann kann ich mich endlich in den „Keller“ zurückziehen, die staubigen Akten „lesen“ und verzeichnen – was übrigens auch eine Hauptaufgabe einer Archivarin ist.

Thomson Reuters

Aufhebung der Grenzen
zwischen Finanzinformationen und Finanzhandel
auf der Plattform Eikon

Investmentbanken können ab sofort weltweit Deals über Thomson Reuters Eikon abwickeln. 

Mit der von SIA entwickelten App SIABookbuilding können Investmentbanken Börsengänge, Folgeplatzierungen und Convertible Bonds abwickeln und dabei gleichzeitig auf die Daten wie Eigentümer, Ranglisten, News sowie Forschungen und Analysen von Thomson Reuters zugreifen. Weil auf der Plattform nicht nur Finanzdaten eingesehen, sondern gewünschte Aktionen gleich ausgeführt werden können, wird „ein effektiver und integrierter Transaktionsworkflow geschaffen und Equity Capital Market-Teams können somit ihre Investmententscheidungen verbessern und optimieren“, so der Anbieter. Zusätzlich sorgt ein intuitives Dashboard für eine schnelle Auftragsverfolgung, eine erleichterte Preiserfassung und eine Analyse von Investorenprofilen.

 

Briefe

Christoph Haxel expandiert
nach Bangalore

Dear Colleagues

We are happy to announce that the preminilary programme for the First Patent Information Conference in Bangalore is published. We have speakers from the European Patent Office , Shell, DowChemicals, Lighthouse, minesoft, Gridlogics and and and ...

See the full programme at http://www.haxel.com/ii-pic/2017/meeting

I would like to invite you or your colleagues in your organization to attend my next conference in Bangalore (II-PIC - 1st International Indian Patent Information Conference for Patent Searchers). The registration is open and we offer special prices for the first 100 attendees: 5,999 INR (85 EUR) for Indian residents only and 9,990 INR (140 EUR) for Non-resident Indian. http://www.haxel.com/ii-pic/2017/registration. If you like to exhibit or to sponsor this event please do not hesitate to contact me. http://www.haxel.com/ii-pic/2017/exhibition More information about conferences in Nice (II-SDV April 2018), Heidelberg (ICIC October 2017) and Bangalore (II-PIC November 2017) can be found at www.haxel.com

Kind regards from Heidelberg Christoph (Haxel)

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