Open Password - Donnerstag, den 23. März 2017

#178

NRW – Landeskulturbericht – Bibliotheken – Verlage – London Info International – Paul Blake – Vincent Cassidy – Due Diligence – Menschenrechte – Nestlé – Salvatore Saporito – LexisNexis – Risikobewertungen – United Nations – Fair Labor Association

Nordrhein-Westfalen

Fast nur Negativ-Trends
im Bereich „Rund um das Buch“

Das Land Nordrhein-Westfalen hat den bundesweit einzigen Landeskulturbericht herausgegeben und kommt für den Bereich „Rund um das Buch“ für den Zeitraum 2010 – 2014 zu ernüchternden Zahlen. So nahm die Zahl der Buchhandlungen, bewirkt durch den Amazon-Effekt, um 23,1% auf 846 ab. Die Zahl der öffentlichen Bibliotheken ging um 6,6% auf 1.551 zurück, die Zahl der Bibliotheken in kirchlicher Trägerschaft sogar um 7,3% auf 1.276.

Weitere Trendmeldungen lauten: Beschäftigte minus 12,5% (2014: 2.448) – verfügbare Medien minus 4,2% (2014: 23,5 Millionen) – Zahl der Entleihungen minus 6,5% (2014: 72,8 Millionen) – physische Besuche minus 6,7 Prozent (2014: 25,6 Millionen).

Immerhin wurden für öffentliche Bibliotheken nominal 5,4% mehr ausgegeben (2014: 207,3 Millionen Euro). Und die Zahl der Verlage stieg sogar um 27,5 % auf 478. Die dürfte allerdings ein weitgehend außerwirtschaftliches Phänomen sein und in den Bereichen Selbstausbeutung und Selbstverwirklichung anzusiedeln

London Info International 2017

New Rules in the post Brexit,
post Trump World

Fostering the educated user
in an age of mistrust

Impact, acccess, ownership and rights

By Paul Blake and Vincent Cassidy, Co-chairs, London Info International Conference, www.londoninfointernational.com

This year’s conference will focus on three core themes:

1.Planning for uncertainty. The world around is changing rapidly and it is increasingly difficult to rely on the comfort of traditional social and political reference points. Faced with shifting and new strategic and financial challenges how do we navigate a course? In this session we reflect on the impact of the last year on our industry and how to prepare for the future.

• New realities, new rules - the information industry in the post Brexit, post Trump world

• Trusting what you trust - retaining information integrity in the age of fake content

2. Networks, personalisation and the market of one. As informed and engaged users meet increasingly atomised information in the networked world, both information consumers and information providers strive towards personalisation. Is personalisation the endpoint of information networks and what does this mean for the information chain?

• Fostering the educated information user - increasing engagement and literacy, while also learning from users themselves on how they want to engage with information services

• Search in an age of mistrust – how to make sure your searches are accurate, valid and trustworthy

• The emergence of a new generation of information and content technology – is this the birth of an infotech sector?

• Winning the context game - providing information to users at the right moment and in the right context

3. Impact, access, ownership and rights. The open agenda is transforming our landscape. Research funders are exercising their rights on publication outcomes, researchers are more able to influence the impact of their research and the fragmentation of information in the networked world presents opportunities and challenges in equal measure.

• Demonstrating value – showing the measurable and indisputable value of information in uncertain times

• Information rights under stress - how can the information industry adjust to the challenges of a growing low or no pay, sharing culture among information consumers

• The Open agenda – open science and the politics of change

We’re planning an inclusive event. Our invitation to participate is open to everyone in the information world. We’re looking for real-world experiences, insightful stories, unique perspectives and good work – whether you’re a senior information professional, midway in your information career or just starting out.

Submit a speaker proposal. Submit a speaker proposal. In chairing the conference, we see ourselves as acting as a conduit to bring the information community together – and, by submitting a speaker proposal, you’ll have the chance to create with us a unique and special event.

On our conference website, you’ll find a full list of themes, as well as an online form to submit your speaker proposal. The deadline for submissions is Friday April 21st. At this time, we’re just looking for three or four paragraphs outlining your idea.#

We’re looking forward to seeing your proposals.

Menschenrechts-Due-Diligence

Reputationsrisiken und -chancen:
Der Fall Nestlé

Von Salvatore Saporito (LexisNexis)

Laut einer Untersuchung der Ethical Corporation aus dem Jahr 2016 gaben fast 50 % der Unternehmen an, dass Menschenrechte in diesem Jahr ihr wichtigstes Supply-Chain-Thema seien. Seit 2011 gibt es mit den UN-Leitprinzipien für Wirtschaft und Menschenrechte (United Nations Guiding Principles on Business and Human Rights, UNGPs) einen globalen Standard. In diesem Beitrag stellen wir das Beispiel eines internationalen Unternehmens vor, das Menschenrechtsprobleme aus der Vergangenheit aufarbeiten muss, aber in den letzten Jahren einer der Vorreiter bei der Einführung einer ständigen Menschenrechts-Due-Diligence war.

UNGPs – der globale Rahmen. Die UN-Leitprinzipien für Wirtschaft und Menschenrechte (UNGPs) wurden 2011 verabschiedet. Sie stellen das maßgebliche internationale Rahmenwerk für Wirtschaft und Menschenrechte dar und basieren auf den drei Säulen „Protect, Respect, Remedy" („Schutz, Achtung und Rechtsmittel"):

• der Pflicht des Staates zum Schutz der Menschen vor Menschenrechtsverstößen;

• der Unternehmensverantwortung zur Achtung von Menschenrechten; der Verantwortung von Unternehmen, zu vermeiden, dass die Rechte anderer verletzt werden, und mögliche negative menschenrechtliche Auswirkungen ihrer Geschäftstätigkeit zu beenden;

• der Notwendigkeit, Betroffenen besseren Zugang zu effektiven Rechtsmitteln zu verschaffen, eine Aufgabe des Staates und der Unternehmen.

Unternehmensverantwortung zur Achtung von Menschenrechten. Um ihrer Verantwortung zur Achtung von Menschenrechten gerecht zu werden, müssen Unternehmen gemäß UNGP15 über je nach Größe und Umständen geeignete Richtlinien und Prozesse verfügen. Dazu gehören:

• eine Selbstverpflichtung, ihrer Verantwortung nachzukommen, die Menschenrechte zu achten;

• ein Menschenrechts-Due-Diligence-Prozess, um menschenrechtliche negative Auswirkungen zu ermitteln, ihnen vorzubeugen, sie zu senken und alle Aktivitäten im Zusammenhang mit den menschenrechtlichen Auswirkungen ihrer Geschäftstätigkeit zu dokumentieren;

• Prozesse, um Abhilfemaßnahmen für etwaige menschenrechtliche Auswirkungen zu ergreifen, die das Unternehmen verursacht oder zu denen es beiträgt.

Die Leitlinien des Büros des Hohen Kommissars für Menschenrechte (United Nations Office of the High Commissioner for Human Rights, OHCHR) zur Umsetzung der UNGPs raten, während des Aufbaus einer neuen Geschäftstätigkeit oder -beziehung möglichst früh eine Menschenrechts-Due-Diligence anzustoßen. Grund dafür ist, dass Menschenrechtsrisiken bereits während der Erarbeitung von Verträgen und anderen Vereinbarungen erhöht oder gesenkt oder im Zuge von Fusionen oder Übernahmen geerbt werden können.

Andere Arten von Due Diligence sind häufig mit einer konkreten Transaktion verknüpft und werden nur anlassbezogen durchgeführt. Menschenrechts-Due-Diligence hingegen sollte „laufend durchgeführt werden, da sich mit der Weiterentwicklung der Geschäftstätigkeiten eines Unternehmens und Änderungen des betrieblichen Umfelds auch Menschenrechtsrisiken verändern können" (UNGP17).

Fallbeispiel: Nestlé, moderne Sklaverei und Menschenrechts-Due-Diligence. In den letzten Jahren sind weltweit die aufsichtsrechtlichen Anforderungen an Menschenrechts-Berichterstattung gestiegen. Gleichzeitig wurden die straf- und zivilrechtlichen Bestimmungen für die Verantwortlichkeit von Unternehmen für Tätigkeiten ihrer Lieferanten und Subunternehmer verschärft. Gemäß den OHCHR-Leitlinien zu den UNGPs können auch wegen des Vorwurfs, ein Unternehmen habe zu einem Schaden beigetragen, Zivilklagen angestrengt werden.

Ein Beispiel, das das zeigt und die Bedeutung kontinuierlicher Due Diligence und Überwachung unterstreicht, ist der Fall Doe vs. Nestle SA: Sechs Männer aus Mali verklagen Nestlé vor einem US-Gericht (ein erster Versuch war gescheitert). Die Männer in den Zwanzigern/Dreißigern haben Klage eingereicht, weil sie als Kinder zur Ernte von Kakaofrüchten auf Kakaoplantagen in der Elfenbeinküste gezwungen wurden. Die Plantagen belieferten internationale Schokoladenkonzerne. Die Männer vertreten die Ansicht, Nestlé müsse von Menschenrechtsverletzungen in den Betrieben der Lieferanten gewusst haben.

Laut eines Berichts von Bloomberg steht in der Anklageschrift, die Jungen hätten „14 Stunden am Tag gearbeitet, unter Aufsicht eines bewaffneten Wachmanns, sechs Tage die Woche, ohne Bezahlung. Sie haben in verschlossenen Räumen auf dem Fußboden geschlafen und nur Lebensmittelreste zu essen bekommen. Wer versucht hat zu fliehen, wurde verprügelt oder gezwungen, Urin zu trinken. Manchen wurden die Füße aufgeritzt und Salz oder Pfeffer in die Wunden gestreut."

Die Reaktion von Nestlé. In Zusammenarbeit mit der Fair Labor Association (FLA) nahm Nestlé 2012 den Kampf gegen Kinder- und Zwangsarbeit in ihrer Kakao-Lieferkette auf. Die FLA ist ein gemeinnütziger Zusammenschluss verschiedener Stakeholder und will große Unternehmen dabei unterstützen, die Arbeitsbedingungen in ihren Lieferketten zu verbessern. Nestlé und die FLA entwickelten gemeinsam einen Aktionsplan, um Menschenrechtsverletzungen entlang der Lieferkette vorzubeugen. Die FLA empfahl Nestlé, „ein robustes und umfangreiches internes Überwachungs- und Abhilfesystem zu entwickeln, das alle Faktoren der Lieferkette (einschließlich Bauern, Naturalpächtern, Landarbeitern und ihren Familien) abdeckt". Nestlé arbeitet mit der International Cocoa Initiative zusammen, um ein solches System zu entwerfen und einzuführen.

Das steht in Einklang mit UNGP13, demzufolge Unternehmen einen Menschenrechts-Due-Diligence-Prozess einführen müssen, der über die wahrnehmbaren Risiken für das Unternehmen hinausgeht und auch Risiken für Rechteinhaber umfasst. Zusätzlich zu den direkten Auswirkungen ihrer eigenen Geschäftstätigkeiten sollen Unternehmen sich außerdem „bemühen, negative menschenrechtliche Auswirkungen ihrer Geschäftspartner zu verhindern oder zu mindern, die unmittelbar mit ihren Aktivitäten, Produkten oder Leistungen verbunden sind, auch wenn sie nicht selbst dazu beigetragen haben". …

Nestlé und die UNGPs. 2015 war Nestlé neben Unilever, Ericsson, H&M, Newmont und ABN AMRO eines der ersten sechs Unternehmen, die sich dem UNGP-Rahmenwerk zur Berichterstattung (UNGP Reporting Framework) anschlossen. Dieses Rahmenwerk baut auf den UNGPs auf. Mit Blick auf die Unternehmensverantwortung zur Achtung der Menschenrechte als Säule der UNGPs sieht das Rahmenwerk eine Reihe direkter Fragen vor. Unternehmen müssen eine Antwort auf diese Fragen haben, um zu wissen und zu zeigen, dass sie in der Praxis Menschen­rechte achten. Die Datenbank des Rahmenwerks umfasst zurzeit 67 Unternehmen, darunter die größten Unternehmen (nach FT 500) der Bekleidungsindustrie, des Bankwesens und der Finanzdienstleistungsbranche, der Rohstoffindustrien, der Lebensmittel- und Getränke­industrie sowie des IKT- und des Tabaksektors. Das ist ein weiterer Beleg dafür, dass sich die UNGPs als weltweiter Standard für Wirtschaft und Menschenrechte durchgesetzt haben.

Wie Sie jetzt direkt damit anfangen können, Ihre Menschenrechts-Due-Diligence zu verbessern.

• Verwalten Sie die Risiken in Verbindung mit Ihren Lieferanten und Dritten mithilfe von LexisNexis Entity Insight. Die Lösung greift auf umfangreiche Market-Intelligence-Inhalte zurück, die im frei verfügbaren Internet nicht zugänglich sind, und wendet das branchenübliche PESTEL-Scoring- und Analyse-Rahmenwerk (Akronym für Political, Economic, Socio-cultural, Technological, Environmental and Legal; zu deutsch: politisch, wirtschaftlich, soziakulturell, technisch, rechtlich und ökologisch) an, um eine schnelle Risikobewertung möglich zu machen.

• Führen Sie einen starken Due-Diligence-Prozess ein: Entdecken Sie Lexis Diligence®, eine Lösung für die umfassende Due Diligence von Lieferanten und Produktionsketten, die Zugang zu Millionen von Profilen von börsennotierten und Privatunternehmen, ausführlichen länderspezifischen Risikoanalysen, biografischen Quellen sowie anderen frei zugänglichen Quellen wie internationalen, nationalen und regionalen Zeitungen und Blogs eröffnet.

• Melden Sie sich zur LexisNexis Compliance Solutions Conference kostenfrei an und finden Sie den passenden Compliance-Partner für Ihr Unternehmen.

 

 

 

 

 

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