Open Password - Freitag, den 20. Januar 2017

#149

LexisNexis – Compliance – Transparency International – Corporate Social Responsibility – arbido – Information Professionals – Sichtbarkeit – Schweiz – Sara Marty – Urs Hafner - Daniel Leutenegger – Archivare – Bibliothekare - Stephane Gillioz - Michel Gorin – DINI – RfII – Forschungsdatenmanagement - Mathias Manecke – Hybrid-Erschließung -  Tanja Estler-Ziegler - BAK 

LexisNexis

Compliance, Korruption

und Social Responsibility
im Unternehmensbereich

Anbieterinformationen werden häufig mit Public Relations, wenn nicht Produktwerbung gleichgesetzt. Zu Unrecht, wie Open Password kürzlich in einem längeren Beitrag belegte. In den letzten Wochen haben LexisNexis und seine Autoren wieder zu wichtigen allgemeinen Themen, insbesondere zur Legalität, Legitimität und Moral im Unternehmensbereich Stellung genommen. Die Veröffentlichungen im Einzelnen:

Compliance-Trends 2016 im Jahresrückblick: Welche waren die wichtigsten Compliance-Themen und wie haben sie sich entwickelt?
https://www.lexisnexis.de/blog/compliance/compliance-trends-2016

Korruption nach Transparency International das größte Problem in einer ganzen Reihe von Ländern. So halten aktuell ein Drittel der Menschen in Europa und Zentralasien Korruption für eines der größten Probleme.
https://www.lexisnexis.de/blog/compliance/korruption-groesstes-problem

PR im Bereich Corporate Social Responsibility wirksam nutzen: Die Generation von heute ist mit direkter Kommunikation zu Marken aufgewachsen. Erfahren Sie, wie Sie Ihre PR wirksam nutzen und wie wichtig dabei Corporate Social Responsibility dabei ist.
https://www.lexisnexis.de/blog/medienbeobachtung/csr-pr-wirksam-nutzen

Das Zitat

Soziale Verantwortlichkeit muss
durch Medienarbeit ergänzt werden

Das Zeitalter charakterlose Konzerne
nähert sich dem Ende

Corporate Social Responsibility bietet für PR-Abteilungen große Chancen, die Bedeutung des gesamten Unternehmens zu stärken. Das Zeitalter charakterloser Konzerne nähert sich dem Ende. Die heutigen Konsumenten haben das Bedürfnis, zu wissen, wie Unternehmen mit Ressourcen umgehen und ob sie wirklich daran interessiert sind, die Welt zu verbessern.

Eine gut ausgeführte und geplante PR-Strategie ist eine der Grundvoraussetzungen für diese Unternehmen. Denn selbst die größten sozialen Maßnahmen können einen verschwindend kleinen Effekt auf das Branding haben, wenn sie nicht effektiv beworben werden. Wenn potenzielle Kunden und Partner nicht die CSR-Programme von Unternehmen studieren müssen, sondern bereits durch Medienberichterstattung davon wissen, dann wissen PR-Verantwortliche, dass sie einen guten Job gemacht haben.

                           Aus: LexisNexis GmbH, Corporate Social Responsibility PR wirksam nutzen

 

arbido

“Erhöht Eure Sichtbarkeit!”,
aber wie?

Dazu wissen auch die Schweizer Kollegen
wenig zu sagen

Interne Querelen behinderten
wirkungsmächtiges Auftreten nach außen

arbido, die Schweizerische Medienpartnerin von Open Password, ist mit einem neuen Schwerpunktheft zum Thema “Zeigt euch!” (oder: “Sorgt dafür, dass man Euch sieht!”) herausgekommen. Dass die Information Professionals ihre eigene Sichtbarkeit erhöhen müssen, ist eine der Lieblingsthesen von Open Password und stellt für uns eines der wichtigsten Handlungserfordernisse für die Mitglieder in unserer Branche dar. Insoweit können wir die getroffene Themenwahl nur begrüßen.

Allerdings kann die Schweiz in diesem Bereich kaum als Vorreiter für den deutschen Sprachraum dienen, sofern die Veröffentlichungen in diesem Themenheft eine repräsentative Darstellung der Bemühungen der Schweizer Kollegen um mehr Sichtbarkeit ergeben sollten. Denn außer einer Fallstudie aus zwei Bibliotheken, der Beschreibung eines Kundenmanagementsystems, der allgemeinen Aufforderung des Titelblattes und Warnungen, was um jeden Preis vermieden werden sollte, kommt in den deutschsprachigen Darlegungen wenig heraus.

Immerhin schreibt arbido-Chefredaktorin Sara Marty unter der Überschrift “Es braucht Mut, sich zu exponieren”: “Dünkel ist fehl am Platz: Archivarinnen und Bibliothekare können es sich schlicht nicht leisten, gewisse Partner von vornherein auszuschließen, weil sie vielleicht nicht wissenschaftlich genug, nicht frankophon genug, nicht kulturaffin genug sind. … Die Unsichtbaren können sich zwar herovrragend verstecken. Irgendwann gehen sie aber schlicht vergessen in ihrem Versteck.”

Dazu gibt es aus Anlass des Überganges von arbido zum “Electronic-Only”-Format einen Rückblick auf die Geschichte von arbido, in dem die strukturellen Behinderungen oder internen Querelen aufgelistet werden, die eine wirkungsmächtige Darstellung der Profession nach außen behindert, wenn nicht verhindert haben. Dass arbido überhaupt so lange überlebt hat, sieht Urs Hafner in seinem Beitrag als “Das Wunder von Bern”. Unter anderem schreibt er: “Mehr als einmal drohte der Publikation das Aus. Das ist nicht erstaunlich. arbido ist eigentlich ein Ding der Unmöglichkeit, weil die in der Bern hergestellte Zeitschrift so viel Verschiedenes vereint: mindestens drei Landessprachen – Deutsch, Französisch, Italienisch, manchmal Englisch -, die Interessen mindestens dreier Berufsgruppen, die auch in sich heterogen sind, und die journalistische Ausrichtung des bezahlten Chefredaktors mit der Ehrenamtlichkeit der Autoren, von denen manche betont wissenschaftlich schreiben.”

Der ehemalige Chefredakteur Daniel Leutenegger erinnere sich daher, “dass zwischen den Verbänden mehr oder weniger offen ausgetragene Animositäten bestanden. Mal hätten die Archivare eine eigene Publikation gewollt, mal hätten die Bibliothekare gefunden, sie müssten mehr Platz im Heft haben. Ein häufiger Vorwurf von allen Seiten lautete, die Zeitschrift sei zu journalistisch, doch allzu spezialisierte Texte habe er halt der äußerst vielfältigen Leserschaft nicht zumuten wollen. Und man habe leider für Bilder kein Budget gehabt.”

Sein Nachfolger Stephane Gillioz habe seine Hauptaufgabe darin gesehen, das Feuer seiner Spezialisten und Autoren “so zu zähmen, dass ihre Expertise einem möglichst großen Leserkreis zugutenkommen sei. In der Redaktion habe er seine Rolle darin gesehen, die hochstehenden, aber auch zuweilen langwierigen Diskussionen zum richtigen Zeitpunkt zu beenden und die publizistische Richtung vorzugeben.”

Der nächste Chefredakteur Michel Gorin machte “zwei chronische Problemherde” um arbido aus: “Erstens habe er permanent – eine Konstante in der Geschichte von arbido – mit der Sprachenfrage von arbido zu kämpfen gehabt. Manche Romands hätten zwar moniert, die Zeitschrift weise zu wenig französischsprachige Artikel auf, hätten aber kaum welche geschrieben. Zweitens sei die Zusammenarbeit mit den Archivaren nicht immer einfach gewesen, die zwar viele Artikel zu ihren Themen gewünscht, aber viel weniger bezahlt hätten als die Bibliothekare. Zudem seien ihre Texte manchmal sehr spezialisiert gewesen. Er habe oft ausgleichend wirken müssen.”

Da kann man nur hoffen, dass die guten Absichten um das neue arbido Erfüllung finden. So “soll arbido mit neuen Gefäßen, etwa einer Diskussionsseite, seine Brückenfumktion zwischen den verschiedenen Berufen und Verbänden besser denn je erfüllen können.”

                                                                                                                     Willi Bredemeier

 

Positionspapiere 

DINI begrüßt RfII-Empfehlungen
zum Forschungsdatenmanagement
als große Chance

Die Deutsche Initiative für Netzwerkinformation (DINI), ein überregionaler Zusammenschluss von wissenschaftlichen Bibliotheken, Medienzentren, Rechenzentren und Fachgesellschaften hat ein Positionspapier zu den Empfehlungen des Rates für Informationsinfrastrukturen „Leistung aus Vielfalt - Empfehlungen zu Strukturen, Prozessen und Finanzierung des Forschungsdatenmanagements in Deutschland. Göttingen, 2016“ veröffentlicht. https://dini.de/fileadmin/docs/DINI-Stellungnahme-RfII-2017.pdf. Zu den Empfehlungen des Rates: http://www.rfii.de/de/index/. In einer Zusammenfassung des Positionspapiers heißt es:

„Mit den lange erwarteten Empfehlungen des Rates für Informationsinfrastrukturen (RfII) „Empfehlungen zu Strukturen, Prozessen und Finanzierung des Forschungsdatenmanagements in Deutschland“ ist für die zunehmend datenbasierten Forschungs- und Lehraktivitäten ein Ziel-Szenario aufgemacht worden, das notwendige Weiterentwicklungen von Infrastrukturen für die Generierung, Speicherung, Publikation und langfristige Verfügbarkeit von Forschungsdaten aufzeigt und deren Realisierung in mittelfristiger Perspektive fordert. Das ist eine große Chance für Hochschulen, Forschungseinrichtungen, Infrastruktureinrichtungen (Bibliotheken, Medien- und Rechenzentren) und Einrichtungen des kulturellen Erbes, die zügig aufgegriffen und umgesetzt werden muss. Themen der Empfehlungen des RfII sind vor allem:

 Etablierung einer Nationalen Forschungsdateninfrastruktur (NFDI) als bundesweit verteiltes Netzwerk,

 Klare Verankerung der Datenverantwortung in der Wissenschaft für alle Phasen des ‚Datenlebenszyklus‘,

 Schaffung von Anreizen für erfolgreiches Forschungsdatenmanagement sowie Personalentwicklung,

 Internationalisierung von Aktivitäten und Strukturen über den nationalen Kontext hinaus,

 Nachhaltige Ausrichtung von Projektförderungen zu Forschungsdaten-Infrastrukturen,

 Bewältigung des notwendigen, mehrjährigen Umgestaltungsprozesses und Bereitstellung von Mitteln zu dessen auskömmlicher Finanzierung.“

 

Briefe

Hybrid-Erschließung
im Deutschen Buch- und Schriftmuseum

Lieber Herr Bredemeier, 

der BAK Information hat wieder einmal eine interessante Veranstaltung.  

Mathias Manecke spricht zum Thema Hybrid-Erschließung im Deutschen Buch- und Schriftmuseum - Wie erschließt man Archivgut, Museumsobjekte und Buchbestände mit RDA in einer Datenbank?

Mathias Manecke ist im Deutschen Buch- und Schriftmuseum (DBSM) der Deutschen Nationalbibliothek (DNB) für die Organisation der Erschließung und für das Datenmanagement verantwortlich. In dieser Eigenschaft beschäftigt er sich seit Jahren mit der Integration bibliothekarischer, archivalischer und museologischer Erschließung in einem System. Seit ca. einem Jahr werden alle Ressourcen des DBSM unabhängig davon, ob es sich um Publikationen handelt oder nicht, im zentralen Nachweissystem der DNB erfasst. Die Erschließung richtet sich nach dem neuen Regelwerk für die Bibliotheken, den RDA (Resource Description and Access) und wird durch museologische und archivalische Erschließungselemente ergänzt. Die Erfahrungen mit dieser „Hybrid-Erschließung“ werden im Vortrag thematisiert. 

Vortrag und Diskussion finden am Donnerstag, den 26. Januar 2017 um 18:30 Uhr im Hörsaal 14 der Universitätsbibliothek der TU, Fasanenstr. 88, 10623 Berlin (R/S/U Zoologischer Garten) statt. Anmeldung (030-755 183 66) oder per Mail (bak[at]ub.tu-berlin.de) an.

Mit freundlichen Grüßen Tania Estler-Ziegler, Beliner Arbeitskreis Information (BAK), http://bak-information.de/

 

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