Open Password: Mittwoch, den 21. September 2016

Pushdienst 2016#106

BMBF – Open Access – Steilvorlagen für den Unternehmenserfolg - Rainer Michaeli - arbido – Beat Estermann – Big Data – Bibliotheken & Archive – NWB – ProQuest – Information Professionals – Publizieren – Michael Klems

BMBF

Jetzt mit umfassender

Open-Access-Strategie:

OA-Klausel für alle geförderten Projekte,
nationale Kompetenz- und Vermittlungsstelle,
Weiterentwicklung mit der Wissenschaft

Das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) hat heute (Dienstag) eine umfassende Open Access-Strategie gestartet. Die neuen Maßnahmen sollen dazu beitragen, dass Open Access sich als Standardmodell des wissenschaftlichen Publizierens in Deutschland etabliert.

Eine zentrale Maßnahme ist die Einführung einer Open-Access-Klausel für alle durch das BMBF geförderten Projekte. Wissenschaftliche Artikel aus diesen Projekten sollen entweder gleich unter einem Open-Access-Modell publiziert oder nach Ablauf einer Embargofrist in einen geeigneten Dokumentenserver eingestellt werden können. Die Forscher bleiben frei in ihrer Wahl, ob und in welcher Zeitschrift sie veröffentlichen wollen. Die Bundesregierung hat die rechtliche Grundlage hierzu 2014 mit der Einführung des unabdingbaren Zweitverwertungsrechts für Autoren wissenschaftlicher Beiträge geschaffen.

Das BMBF wird Länder, Hochschulen und Forschungseinrichtungen mit einer Nationalen Kompetenz- und Vernetzungsstelle beim Ausbau ihrer Open-Access-Aktivitäten unterstützen. In einem Wettbewerb werden innovative Ideen gefördert, die helfen, die neuen Publikationsformate an den Hochschulen und Forschungseinrichtungen zu verankern. Gemeinsam mit der Wissenschaft will das Ministerium das Thema Open Access weiterentwickeln.

arbido – Beat Estermann

Wie Bibliotheken und Archive
mit Big Data umgehen sollten:

Sechs Thesen

Mit Open Data
dem Kundenauftrag besser gerecht werden

Vor dem Betrieb eines Registers
aller Schweizer Gedächtniseinrichtungen?

arbido, die Schweizerische Zeitschrift für Archivare, Bibliothekare und Informationsspezialisten, die Password und Open Password mittlerweile seit Jahrzehnten in Kooperationszusammenhängen verbunden ist, ist mit einem neuen Schwerpunkt zum Thema „Vernichten um zu bewahren?“ herausgekommen. Eine Frage, die im Zentrum des Selbstverständnisses der Zielgruppen von arbido steht: „Wir sind jene, die wissen, was wie aufzubewahren ist – und dementsprechend jene, die vernichten müssen“, wie das Editorial feststellt. Open Password bringt im Folgenden die zur Diskussion gestellten sechs Thesen aus dem Beitrag von Beat Estermann (FH Bern) zu „Big Data: Den digitalen Wandel aktiv gestalten“:

• Wie aus einer internationalen Befragung von Gedächtnisinstitutionen hervorgeht, können Gedächtnisinstitutionen dank Open Data und Open Content die Sichtbarkeit der Institutionen und ihrer Bestände verbessern, die Vernetzung zwischen den Institutionen erhöhen, die Inhalte für Benutzer einfacher zugänglich machen und die Interaktionen mit ihren Nutzern verbessern. Rund 70% der Institutionen schätzen, dass sie dadurch ihren Kernauftrag besser gerecht werden.

• Die Vernetzung der Institutionen untereinander im Bereich der Findmittel dürfte in den kommenden Jahren weiter an Bedeutung gewinnen. Was bei den Bibliothekskatalogen bereits Tradition hat, beginnt sich auch in anderen Bereichen auszubreiten, wie das Linked-Data-Projekt des Bundesarchivs und mehrerer Staatsarchive illustriert, welches zum Ziel hat, eine integrierte Suche über mehrere Archivbestände hinweg zu ermöglichen. In eine ähnliche Richtung zielen die neue Plattform für Schweizer Fotografie des Fotobüros Bern und die geplante Plattform der darstellenden Künste der Schweizerischen Theatersammlung und des Schweizer Tanzarchivs. Wir haben es mit einer Entwicklung zu tun, bei der im Rahmen von thematischen Plattformen die Metadaten in diversen Bereichen unter anderem dank Linked Data immer weiter integriert werden, was nicht nur die Suche, sondern auch die Verknüpfung mit weiteren Daten vereinfacht und im Endeffekt auch neuen Forschungserkenntnissen den Weg bereiten dürfte.

• Die Gedächtnisinstitutionen sollten sich an der Diskussion zu den Basisregistern beteiligen: Einerseits geht es darum, bestehende Register aus anderen Bereichen zu identifizieren, welche bei der Anreicherung und Vernetzung von Metadaten eine zentrale Rolle spielen könnten; andererseits gibt es auch im Bereich der Gedächtnisinstitutionen selber Verzeichnisse, die am besten gemeinsam gepflegt und allen Institutionen als Linked-Data-Dienste zur Mitbenutzung bereitgestellt werden. Der Betrieb eines Registers aller Schweizer Gedächtnisinstitutionen wäre ein naheliegendes Vorhaben.

• Zentral ist die Erkenntnis, dass Daten den Charakter von Infrastruktur-Ressourcen haben. Diese zeichnen sich dadurch aus, dass sie durch ihre Nutzung nicht aufgebraucht werden und gleichzeitig als Inputs für eine breite Palette von nachgelagerten Wertschöpfungsprozessen dienen. Insofern sie Voraussetzung für die Bereitstellung diverser nicht nur privater, sondern auch öffentlicher und sozialer Güter und Dienstleistungen sind, ist es unter gesamtwirtschaftlichen Gesichtspunkten am sinnvollsten, sie gemäß dem Open-Access-Prinzip bereitzustellen. Wichtig ist in diesem Zusammenhang auch, dass die Daten und digitalisierten Inhalte so bereitgestellt werden, dass weitere Tools, z.B. Annotierungstools, darauf aufbauen könnten. Zentralisierte Datenplattformen sind zwar wichtige Treiber der Datenintegration, doch sollten Datenebene und Darstellungsebene klar voneinander getrennt und die Plattformen so konzipiert werden, dass Dritte die Daten oder Teile davon auch in anderen Kontexten nutzen und im Rahmen anderer Dienste mit weiteren Daten verknüpfen können. Neben der Erschließung historischer Bestände gelten die Überlegungen zum Infrastruktur-Charakter der bereitgestellten Daten insbesondere auch für Forschungsdaten und die akademische Literatur – hier haben die Universitätsbibliotheken eine zentrale Rolle zu spielen – sowie für Datenbanken der Verwaltungsgeschäfte, deren Archivierung und Langzeitbetrieb im Zuständigkeitsbereich der staatlichen Archive liegt.

• In Sachen informationeller Selbstbestimmung dürften Bibliotheken und Archive nicht unmittelbar von den aktuellen Entwicklungen betroffen sein. Es gilt aber, die Entwicklungen im Bereich Mydata zu beobachten und auf die mittelfristige Relevanz für Archive zu überprüfen, welche personenbezogene Daten in ihren Beständen haben, die für weiterführende Auswertungen von Interesse sein könnten. Des Weiteren sollten die Vor- und Nachteile sowie die ethischen Implikationen im Zusammenhang mit der Personalisierung von Angeboten und dem Tracking der Nutzung von Beständen mit Blick auf den Datenschutz sorgfältig abgewogen werden. Wie die Big-Data-Studie der Berner Fachhochschule zeigt, stehen die Nutzer der zunehmenden Personalisierung von Angeboten eher zwiespältig gegenüber. Einerseits kann daraus eine deutliche Verbesserung von Dienstleistungen resultieren, andererseits ruft sie bisweilen auch Unbehagen hervor und wird als invasiv empfunden.

• Im Zusammenhang mit Big Data dürfte der Fokus bei den Bibliotheken und Archive vor allem auf dem Aspekt der Verknüpfung von heterogenen Datenbeständen liegen. Was die Verarbeitung großer Datenmengen anbelangt, so werden bei den klassischen Daten eher geringe Volumina erreicht. Eine Ausnahme dürften die Entwicklungen im Bereich Bildanalyse und Bilderkennung bilden, wo beim eigentlichen Content durchaus mit großen Datenmengen zu rechnen ist. Von einer hohen Aktualisierungskadenz dürfte bei der Datenanalyse hingegen kaum etwas zu spüren sein. Im Zusammenhang mit der Integration von heterogenen Datenbeständen dürfte es lohnenswert sein, ergänzend zum Linked-Data-Ansatz auch das Potenzial von Wikidata auszuloten, welches sich immer stärker in Richtung einer globalen Datendrehscheibe entwickelt und dessen Daten mittlerweile auch über einen SPARQL-Endpoint abrufbar sind, womit sie sich nahtlos ins Semantic Wev (Linked Data) einfügen.

Bereits zum vierten Mal ist die Veranstaltung Steilvorlagen für den Unternehmenserfolg – organisiert und durchgeführt von der Frankfurter Buchmesse und dem Arbeitskreis Informationsvermittlung – die Leitveranstaltung für Information Professionals, Informationsvermittler, Großnutzer und Informationsanbieter im Rahmen der Frankfurter Buchmesse.

Jetzt anmelden: http://www.buchmesse.de/infopro16
#infopro16 #fbm16 

NWB

130 Titel als pdf-E-Book
über ProQuest

Der NWB-Verlag (Herne) hat sein Angebot für institutionelle Bibliotheken erweitert. Ab sofort stehen über ProQuest 130 der wichtigsten Titel als pdf-E-Book zur Verfügung. Das Titelangebot enthält Lehrbücher, Praxistitel und Textausgaben und wird ständig erweitert und optimiert.

Bereits seit 2013 stehen E-Books im epub-Format zur Verfügung.

Zitat

Schreiben lohnt sich und
technische Fragen lösen sich
beinahe von selbst

„Viele Bekannte und Geschäftskollegen schreiben nicht. Warum? Keine Zeit, was soll das bringen und lohnt sich der Aufwand? Dr. Wilhelm Heinrich Bredemeier betont immer wieder, dass durch das Publizieren Erfolge eintreten. Persönlich kann ich nur sagen, dass meine berufliche Laufbahn ohne das Veröffentlichungen von zwei Büchern sich nicht so positiv entwickelt hätte.

An der Technik kann das Schreiben nicht mehr scheitern. Diese Ausrede zieht nicht. Meine aktuelle Empfehlung: Schauen Sie sich Medium an. Einfacher kann das online schreiben kaum noch gehen.“

Michael Klems: https://www.getrevue.co/profile/michaelklems/issues/michael-
klems-issue-4-30200

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