Open Password: Mittwoch, den 7. September 2016

ODOK 2015 – Anna Knoll – Datenanalysten – Digitale Transformation – Digitale Schweiz – Stephan Holländer – USA – EU – Informationspolitik – dfv mediengruppe

 

Neue Beiträge zur Qualifizierung
mit Anna Knoll

Vor dem 17. Österreichischen Dokumentartag

Verwandeln sich Bibliothekare
in Datenanalysten?

ODOK 2016: 16. Österreichisches Online-Informationstreffen und 17. Österreichischer Dokumentartag (27.-29.09.2016): http://odok.at/2016/de/

Ich nehme am 28. und 29. September teil und werde im Anschluss darüber berichten.

@ZAppleCI: Are Librarians becoming Data Analysts? http://www.linexsystems.com/blog/are-librarians-becoming-data-analysts  @LinexSystems havent’t they always been?

@wissensfabrik: Diese digitalen Fähigkeiten brauchen wir für die digitale Transformation: https://www.weforum.org/agenda/2016/06/8-digital-skills-we-must-teach-our-children/

@npsig: #IFLACamp „New skills for new librarians“: https://hackpad.com/New-skills-for-the-new-librarians-0IOdYOwbPyu

Was sind #Kompetenzen und #Stärken? Einführungsartikel von @wbweb_de: https://wb-web.de/wissen/lehren-lernen/kompetenzen-und-starken.html

 

«Strategie Digitale Schweiz»

Im Vergleich zur USA und EU:

Ziemlich spät
und alles noch sehr vage

Von Stephan Holländer

Der Bundesrat hat die "Strategie Digitale Schweiz" verabschiedet. In dem 15-seitigen Papier fasst der Bundesrat vor allem bisher verabschiedete Teilstrategien (unter anderem zu E-Health und E-Government) zusammen. Etwas konkreter ist der «Aktionsplan Strategie Digitale Schweiz». Weiter gediehen ist die Strategie der EU. Die USA haben die früheste und konkreteste Strategie.

Die «Strategie Digitalisierung Schweiz» ist der letzte Wurf in einer Reihe von Digitalisierungsstrategien, die rund um die Welt von Regierungen und ihren Einrichtungen ausgearbeitet wurden. Es lohnt sich, ein Blick in zwei weitere Strategien zu werfen, um zu sehen, wo sich die Strategie des Schweizer Bundesrates im Vergleich zu anderen Strategien verorten lässt. Als Vergleich sollen die Strategien der EU und der Vereinigten Staaten herangezogen werden.

Im 15-seitigen Papier "Strategie Digitale Schweiz" (PDF) fasst der Bundesrat vor allem bereits verabschiedete Teilstrategien (unter anderem zu E-Health und E-Government) zusammen. Etwas konkreter ausgefallen ist der «Aktionsplan Strategie Digitale Schweiz» (PDF).

Die EU plant, die Schweiz analysiert. Im Aktionsplan wird festgehalten, dass das Staatsekretariat für Wirtschaft (Seco) bis Ende dieses Jahr einen Bericht zu den Rahmenbedingungen für die digitale Wirtschaft in der Schweiz erarbeiten soll. Ausserdem soll das Bundesamt für Kommunikation (Bakom) eine "Auslegeordnung zum Thema Datenpolitik im Bund" erstellen. Wie die Schweiz künftig mit Daten umgeht, soll zwischen 2017 und 2020 wenn nötig gesetzlich neu geregelt werden. Das Eidgenössische Departement des Innern (EDI) muss Open-Government-Data weiter entwickeln.

Einige weitere Absichten im Aktionsplan werden ein wenig konkreter ausgewiesen: Das sich bereits in Teilrevision befindende Fernmeldegesetz sei so zu ändern, dass die Schweiz flächendeckend mit "Hochbreitband" versehen wird. Das Seco will zudem einen Prototyp für einen "Identitätsverbund Schweiz" und ein Konzept für eine E-ID entwickeln.

Die Brüsseler Behörden der EU hatten ihre Strategie (http://eur-lex.europa.eu/legal-content/EN/TXT/?qid=1447773803386&uri=CELEX:52015SC0100) ein Jahr zuvor im Mai 2015 vorgestellt (http://europa.eu/rapid/press-release_IP-15-4919_de.htm ). Die EU-Kommission will unter anderem mit einer «Wissenschaftswolke», Innovations-Hubs und gemeinsamen Standards der Digitalisierung der Wirtschaft auf die Sprünge helfen. Konkret beschloss die EU ihre Strategie auf drei Säulen zu stellen:

1.          einem besseren europaweiten Zugang für Verbraucher und Unternehmen zu digitalen

Waren und Dienstleistungen, einerseits durch Regulierungen zur Erleichterung des grenzüberschreitenden elektronischen Handels, andererseits durch ein Verbot ungerechtfertigten Geoblockings sowie durch eine Überarbeitung der Richtlinien zum europäischen Urheberrecht;

2.         der Schaffung günstiger Bedingungen und gleicher Voraussetzungen für florierende digitale Netze und innovative Dienste mittels einer Revision der Vorschriften für Telekommunikation und Datenschutz;

3.         der bestmöglichen Ausschöpfung des Wachstumspotenzials der digitalen Wirtschaft mittels Normung und Sicherstellung der Interoperabilität in Bereichen wie e-Gesundheit, Verkehrsplanung und intelligente Verbrauchsmessungen für den Energiebereich.

Die USA waren früher als die Europäer dran. Bereits 2012 gab sich die amerikanische Regierung eine Strategie zur Digitalisierung des Landes (https://www.whitehouse.gov/digitalgov/deliverables ). Sie besteht aus drei Punkten:

• Daten sollen jederzeit und überall auf den verschiedensten digitalen Geräten in hoher Qualität zur Verfügung stehen.

• Die Regierung unterstützt und fördert Geräte und Softwareanwendungen, damit Daten auf smarte und sichere Weise und zu finanziell tragbare Bedingungen genutzt werden.

• Das Potential der Daten wird über eine Vielzahl von Daten landesweit nutzbar und in den Dienst der Bürger gestellt.

Diese Ziele sollen in fünf Umsetzungsfeldern erreicht werden:

• Ministerien und Ämter entwickeln Apps für spezifische Datenanwendungen.

• Die zur Verfügung gestellten Daten werden inhaltlich und mengenmäßig ausgeweitet.

• Für die Daten werden öffentliche Plattformen eingerichtet. Die Daten lassen sich über die Mobilgeräte der Bürger nutzen.

• Die Nutzung wird durch kundenfreundliche Maßnahmen gesteigert. Ihre Erfolge werden kontrolliert.

• Hinzukommen Strategien zur Datensicherheit und für den Schutz der Privatsphäre.

Es fällt auf, dass die US-Strategie keine Beschlüsse und Hinweise zur Entwicklung der Privatwirtschaft enthält – dies ganz im Gegensatz zu den europäischen Strategien. Im Land der großen Internet-Konzerne scheint man dem Credo zu folgen, dass Google, Uber, Air BnB und Folgen es punkto Markt schon richten werden. Die volkswirtschaftlichen Kollateralschäden werden da gerne dabei übersehen, wie die amerikanische Reaktion auf die verlangten Steuernachzahlungen für Apple durch die EU in Irland uns glauben lässt. Wirtschaft floriert aus US-Sicht eben am besten, wenn man sie sich selbst überlässt. Die Fokussierung auf die Nutzerseite hat zu einem beeindruckenden Programm für die weitere Öffnung einer serviceorientierten Verwaltung und die Indienststellung neuer Technologien für Bürgerdienste geführt. Im EU-Programm werden die Bürger zwar genannt. Prioritär geht es aber Kommission und Ministerrat darum, dass die europäische Digitalwirtschaft ihren Rückstand zu der amerikanischen aufholt – obgleich sie in diesem «Hase-und-Igel-Spiel» noch nie gewonnen hat.  

Fazit. Ein Vergleich der drei Strategien fördert ein interessantes Ergebnis zutage. Die USA haben konkrete Projekte formuliert und geben die zu erreichenden Ergebnisse und deren Meilensteine auf ihrer Webseite an. Die Europäische Union formuliert konkrete Aktionsfelder wie Schaffung einer Wissenschaftscloud und die Entfaltung eines digitalen Binnenmarkts durch eine gemeinsame Normung und Standardisierung innerhalb der EU. Da die Entwicklung in den einzelnen EU-Ländern unterschiedlich weit fortgeschritten ist, werden allerdings keine näheren Angaben zur Umsetzung in den einzelnen Mitgliedsländern gemacht.

Der Aktionsplan der Schweiz erscheint im Vergleich dazu sehr vage. Hier gilt es nachzuarbeiten, da man noch weit von der Konkretisierung einzelner Projekte entfernt ist. Gegenwärtig ist die Zivilgesellschaft der Schweiz eingeladen, ihre Vorstellung gegenüber den Behörden zu konkretisieren. Dazu könnte das Land aus den bereits vorliegenden Regierungsproblemen lernen und im besten Fall eine gelungene Balance zwischen den Interessen der Bürger und der Digitalwirtschaft anstreben.

70 Jahre dfv Mediengruppe

Nach Werbeumsätzen führend
in Deutschland

Vor datenbasierten Beratungsangeboten
und Ausbau von Digital-Abonnements

Die dfv Mediengruppe (Frankfurt) ist 70 Jahre alt geworden. Aktuell publiziert sie an neun Standorten im In- und Ausland über hundert Fachmedienmarken in elf Branchen -  mit Zeitungen, Zeitschriften und Fachbüchern, Websites, Newslettern und Apps sowie Kongressen und Fachmessen. Mit allen Titeln erreicht sie eine verbreitete Auflage von rund 16 Millionen Exemplaren im Jahr. Sie beschäftigt 970 Mitarbeiter und setzte im letzten Jahr 147 Millionen Euro um. Das Jahr 2015 war damit das umsatzstärkste in der Firmengeschichte.  Die dfv Mediengruppe ist nach wie vor im Besitz der Gründerfamilie Lorch und vergrößerte sich auch durch eine gezielte Akquisitionspolitik.

Im jährlichen Ranking der werbeumsatzstärksten Fachzeitschriften Deutschlands ist die dfv Mediengruppe auf den ersten fünf Plätzen mit drei Titeln vertreten: Die Lebensmittel Zeitung steht an erster Stelle, TextilWirtschaft und HORIZONT, Zeitung für Marketing,

Werbung und Medien, folgen auf Rang 3 bzw. 4. Sehr gute Platzierungen erreichen darüber hinaus AHGZ - Allgemeine Hotel- und Gastronomie-Zeitung, fvw Magazin für Touristik und Business Travel, Sportswear International, Immobilien Zeitung, Travel Wirtschaft, afz - Allgemeine Fleischer Zeitung, food-service, agrarzeitung, ABZ - Allgemeine BäckerZeitung und gv-praxis. Die Liste der nach Werbeumsätzen führenden Fachmedienhäuser in Deutschland führt die dfv mit weitem Vorsprung an.

Die dfv Mediengruppe gehört zu den frühen digitalen Pionieren. Mit Websites von HORIZONT sowie Lebensmittel Zeitung und TextilWirtschaft ist sie seit 1996 bzw. 1997 am Markt. Heute gibt es über 100 digitale Angebote, darunter Websites und eine Vielzahl von Apps für Smartphones und Tablets im Portfolio. 2015 hat die dfv Mediengruppe den Umsatz mit digitalen Angeboten um gut 15 Prozent auf 15 Millionen Euro gesteigert. Mit Veranstaltungen wurden 16 Millionen Euro Umsatz gemacht.

Als wichtige Themen der Zukunft sieht die dfv Mediengruppe datenbasierte Beratungsangebote und den Ausbau von Digital-Abonnements.   

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