Open Password: Donnerstag, den 14. Juli 2016

Open Password - Thomson Reuters - Onex - Baring Private Equity Asia - Private Equity - David Worlock - Yvonne Nobis - Hype-Kommerz - Ostasien - GPA Global - Springer - Lexis - Anna Knoll - Information Professionals - Kenia

Open Password gestern

Thomson Reuters verkauft
Intellectual-Property- und Science-Informationen
an Private-Equity Unternehmen

Web of Science und Journal Science Reports bald im Einzelverkauf?

Wissenschafts- und Patentdaten
in westlichen Ländern
auch international nicht das beste Geschäft

Open Password berichtete gestern, dass Thomson Reuters seine Geschäftsbereiche Intellectual Property und Science Information an die Private-Equite-Unternehmen Onex. Corp. (Toronto) und Baring Private Equity Asia für 3,55 Milliarden Dollar in bar verkauft hat und 1,5 Milliarden Euro für Schuldenrückzahlungen und den Rest für Investitionen dafür verwenden will.

Durch einen technischen Fehler wurde der gestrige Pushdienst nicht an alle Abonnenten verschickt. Wir bitten alle, die sich bei uns registriert haben und diesen Pushdienst nicht bekommen haben, um Entschuldigung. Der gesamte Beitrag kann unter

www.password-online.de

nachgelesen werden.

 

Open Password heute

Trend zum Hyper-Kommerz verschärft
Polarisierung zwischen
privater und öffentlicher Kultur
auf den Informationsmärkten

Ostasien mit vielen Patenten, Nutzern
und bald auch mit Global Playern?

Sorgen um künftige Preisentwicklungen
und Servicequalität

Von Willi Bredemeier

Der Megadeal des Jahres in der Informationsbranche und mittlerweile eine scheinbar flächendeckende Berichterstattung weltweit, aber kaum Bewertungen und Kommentare? Das hat auch damit zu tun, dass die Betroffenen des Verkaufs der Intellectual-Property- und Wissenschaftsinformationen durch Thomson Reuters, also die Wissenschaftler, nicht gern aus der Hüfte schießen und schnell in den Ruf der Unseriosität gerieten, wenn sie es täten. Ein noch wichtigerer Grund lautet, dass wir zwar wissen, dass viele Private-Equity-Unternehmen höchst profitabel agieren, dass wir aber letztlich nicht beurteilen können, ob die Unternehmen und Geschäftsbereiche, nachdem sie übernommen, zerschlagen, reportioniert, auf Effizienz getrimmt und mit Gewinn wiederverkauft wurden, besser und kundenfreundlicher geworden sind. Ist Springer, nachdem es de-germanisiert, anglisiert und internationalisiert wurde, ein besseres Unternehmen aus der Sicht seiner Kunden geworden? Die Medienarbeit hat sich jedenfalls verschlechtert.

Immerhin ist auf meinen Kooperationspartner über viele Jahre, David Worlock in London, Verlass. Dieser behandelt in seinem Kommentar freilich viele Fragen, die mir nicht in den Sinn gekommen wären. Andererseits macht er mit Cinven, Springer Nature und den Lexis-Teil von LexisNexis die aus seiner Sicht viel versprechendsten Kaufinteressenten aus. Die Leiterin der UB Cambridge, Yvonne Nobis, twitterte stellvertretend für uns alle eine wichtige Frage: "Should the academic community buy@web of science? We need metrics to be publisher neutral."

Reihen wir uns also in die noch übersichtliche Schar der Bewerter und Kommentatoren mit einer deutschen Stimme und ersten Überlegungen ein:

1) Der Megadeal ist ein weiteres Indiz dafür, dass das Postulat der Gewinnmaximierung und die Private-Equity-Kultur die Informationsbranche, soweit sie privatwirtschaftlich organisiert und international orientiert ist, tief durchdrungen hat. Man könnte auch aus der Sicht der betroffenen Wissenschaftler sagen: Erst haben sie das Konzept der Gewinnmaximierung erfunden, und jetzt werden sie damit konfrontiert. Dabei hätte sich Thomson, immerhin ein Familienunternehmen, auch anders entscheiden können, zumal der abgestoßene Geschäftsbereich wahrscheinlich hochprofitabel war, es sich bei einzelnen Produkten um "Cash Cows" handelt und man sich kaum vorstellen kann, dass man mit einem anderen Produkt als dem "Web of Science" mehr Reputation erwerben kann. Auch sehe ich den weitgehenden Konsens in Großunternehmen, an dem Private Equity voll teilhat, dass sich Unternehmen auf ihr Kerngeschäft konzentrieren und alles andere abstoßen sollten, mehr als Glaubenssatz denn als empirische Wissenschaft und auf jeden Fall als risikosteigernd an. Angesichts der nunmehr abermals geförderten Tendenz zum Hyper-Kommerz wird die antagonistische Polarisierung der privaten und öffentlichen Kultur innerhalb der Informationsbranche, die unter anderem zu den Konflikten um Open Access geführt hat, anhalten und weitere Konflikte stiften.

2) Mittlerweile haben wir uns daran gewöhnt, dass in Ostasien viele Patente heranreifen und es eine Menge Nutzer sowieso in Japan, aber nun auch in China und den kleinen Tigerländern gibt. Aber mit den Käufen von Baring Private Equity Asia erscheint scheint zum ersten Mal die Möglichkeit auf, dass in Asien auch außerhalb von Japan globale Player auf dem Informationsmarkt erscheinen. Das kann zu völlig neuen Fragestellungen und Gefahren führen, beispielsweise wenn der chinesische Staat, der zwar unseren Enthusiasmus für die Wissenschaft teilt, aber nicht für die Werte, die für uns hinter der Wissenschaft stehen, über einen von ihm abhängigen Global Player in den weltweiten Informationsmarkt eingriffe. iam-media.com hebt in seinem Kommentar auf den Zusammenhang zwischen Megadeal und der Innovationspraxis in ostasiatischen Unternehmen ab:

"There are many signs to suggest that the Asia-Pacific region´s importance as an IP market is on the up. But while patent purchases and M&A acitivity involving IP owners can tell us part of the story, it could be argued that growth in IP services provision is just as useful a bellwether for determining if there is an actual IP industry in the making. In any case, ... the Thomson Reuters buyout ... can only mean, that IP is no longer just a passing thought for Asian companies. Instead, they now see IP as a source of value - and they want to achieve much, much more with their portfolios."

3) Ich folge Worlock und Nobis in ihren Einschätzungen, dass der IP- und Science-Bereich bislang im Besitz von Thomson Reuters zerschlagen und in Teilen verkauft werden wird. Das ist bei Private Equity die übliche Praxis. Wahrscheinlich wird die Unsicherheit bei Mitarbeitern und Kunden in den nächsten Jahren zunehmen, da zu den Effizienzsteigerungen durch Private Equity auch das Cost Cutting gehört und die Private-Equity-Eigentümer schon deswegen unsensible Entscheidungen fällen müssen, weil sie ihr Geschäft erst kennenzulernen haben. Da wir davon ausgehen können, dass Private Equity seine IP- und Science-Informationen nur an Anbieter von Patent- und Wissenschaftsinformationen verkaufen wird, dürfte der Oligopolisierungsgrad auf den Informationsmärkten weiter zunehmen. Das lässt für Preisentwicklungen und Servicequalität wenig Gutes erwarten,. Man muss nur an die Arroganz von Elsevier oder Chemical Abstracts Service mitsamt seinen Satelliten gegenüber ihren Kunden denken.

Tweets mit Yvonne Nobis

Should the academic community buy
@web of science?

Springer Nature to be consolidated with Web of Science? Thomson Reuters $3 Billion IP Unit Potential Bidders

I wonder what this will mean for the journal impact factor? Thomson Reuters may sell science unit in parts http://www.thebaron.info/news/article/2016/03/04/thomson-reuters-may-sell-science-unit-in-parts …

Should the academic community buy@web of science? We need metrics to be publisher neutral.

 

Der Mega-Deal

Die viel versprechendsten Kaufinteressenten
sind CPI Global, Lexis und Springer Nature

Von David Worlock

Canada is a large and wonderful country where things do tend to come in large packets . Land mass . Tar sands . Forests . And now information market deals . Toronto – based Onex Corporation ( in company with Barings Asia) have paid $3.55 billion for Thomson Reuters Science and Intellectual Property . This represents a premium over the market estimates of around $3.2 billion being bruited about in London and New York last week , and the fact that it is a cash offer , unconditional , and requiring nothing but routine regulatory clearance anywhere will come as a great satisfaction to its Canadian sellers as well as , presumably , it’s Canadian buyers . At least there could be no reasonable criticism from shareholders that cash had been left on the table , a thought that obviously occurred to some when the last divestment , Thomson Healthcare , went to a PE firm for $1.2 billion , only to be resold two years later to IBM Watson Health for exactly double that sum .

And so Thomson Reuters is now a svelte and streamlined non-portfolio operation organized around offering services across the whole corporate workflow , from capital and equity markets through the spectrum of global corporate investment environments to tax and corporate law and risk and governance and compliance . The whole angst and agony , in other words, of corporate markets in a sluggish post-recession corporate world where growth is hard to find . Yet putting capital raised by divestment to get growth is just what Thomson Reuters must strive to do . They now have the right players in the orchestra – now they need the score and an able conductor . In the siloed world of a large portfolio player this was not so important since each investment justified itself – or didn’t : if growth is now a necessity , and it is, then the whole corporate body needs a new energy to fill the gaps with new product development , to embrace customer participation by innovating across the old divisional structures to react to emerging needs , by being agile and re-iterative in bringing innovation to their markets .

Easier to type than to do . And to be fair Thomson Reuters do many good things already . But the most noticeable factor about post-portfolio players desperately regrouping after divestment is their difficulties around concentrating data in the right places . All those siloed data empires and all those CTOs and their defensive strategies and their unique database configurations . This is hard to break down : no one sees data strategically , or at least strategically enough . There is no more important decision than deciding on the interfacing systems which will enable product development teams in any part of a large niche -focussed group like Thomson Reuters to bring data from any silo in the group and mash or remix it with other data types or with end user data . By rights this is a board decision and must carry the stamp of the CEO and COO . Thomson Reuters now have a chance to get this right , or lapse back into post-imperial stagnation , where powerful operating company barons can shield and block the sharing of data , which , wherever it comes from , is the lifeblood of the company and the key to growth .

And what about Onex and it’s shiny new toys ? Well , it has bought the Thomson Reuters cash cows in the hopes that the cash will continue to flow while they break it up and sell the parts . Aging though it is , and desperately in need of a face lift that folds in altmetrics and the revolutionary changes arising from usage data for the measurement of “good science ” , Web of Science is still a necessary component of every university library worth its salt . On the other side of the acquisition , IP Advisor , Derwent and services in the trademark registration area are wonderful long term assets and should hold up during the two years it will take to seperate the two parts , making savings in overheads which will be unpleasant but helpful in getting the margins to an even more desirable pitch in both parts of the former business . The former owner neglected , in the last decade , to invest in this cash cow what was needed to refresh its product offering and undertake the M&A work it needed to do . This was the company that needed to buy Mendeley , not Elsevier . This was the company that needed to buy Altmetrics , not Nature . And so on … But one other thing is certain . The new buyer , while there may be a few cosmetic deals , will not do so either . That is not the name of the new game plan in Toronto.

The cost which the new owners do have to bear is the cost of the break-up of the two parts , each of which is destined for a different ultimate buyer in the next two years . Here is the dream scenario. Cinven are the PE owners of CPA Global , one of several challengers to the Thomson Reuters position in patent and trademark information . They might have been more serious bidders in this round but for the fact that they did not want Science . They may face some regulatory pressures , but they could always disgorge some of the current Thomson Reuters holding in this area to Lexis , who are proving hungrier in this sector lately .On the other flank , Thomson Reuters Science is believed to have been a target of Springer Nature for many years .That company,is owned by BC Partners ( who may indeed have been early stage bidders but probably did not like the IP side if they were )and by Holtzbrinck. It would be strange if these partners did not eye the Science division as a natural add-on , either before or after the IPO due in 15 months time . Would that deal add a final touch to their valuation or not?

So will the cash cow go on producing for two more year without being fed ? And will this enable the Toronto PE men to exit at $ 5.2 billion plus after debt and loans are taken into account ? We will all have to wait for those answers . All we know today is that a very big tree has just been felled in the Canadian information forest .

 

Open Password gestern

Anna Knoll
durchforstet das Netz

Skills necessary to stay relevant
tomorrow

Insights instead of Data

What Information Professionals need
in Kenya (and worldwide)

Für alle, die den gestrigen Pushdienst nicht erhalten haben, hier noch einmal das Screening des Netzes durch Anne Knoll:

@AIIMIntl: What skills do you need to be developing now to stay relevant tomorrow? Find out: hubs.ly/H03x5jv0 (Paper nur nach E-Mail-Registrierung downloadbar)

Keynote-Slides von John Mancini (langjähriger Präsident von AIIM): http://de.slideshare.net/jmancini77/aiim16-keynote-why-the-h-should-you-care-about-information-professionals

Eine kurze Zusammenfassung des oben genannten Papers.

@annalamparter: Very useful article about Twitter search commands! http://www.infotoday.com/OnlineSearcher/Articles/Features/Advanced-Twitter-Search-Commands-109498.shtml

@ZAppleCI: A great insight right here! "We need better insights, not more data!" http://dannybrown.me/2013/01/24/we-need-better-insights-not-more-data/

The mediating role of Information professionals in Environment scanning for the Intelligent Corporate Financial competitive edge in Kenya

von Dr. Naomi W Mwai, Dr. Mbenge T.Ndiku

http://repository.tukenya.ac.ke/bitstream/handle/123456789/1488/PUBLICATION%201.pdf?sequence=1&isAllowed=y

Auszüge:

„The role of Information Professionals is to mediate between users and information by ensuring that the information center is functionally performing its responsibilities of harnessing information to satisfy the information needs of the organizations.“

„What Information Providers need to do to facilitate effective [Environment] scanning?“ Be proactive in role as information intermediaries; requesting for adequate funds; provide value added addition to information; marketing the information center; outsource information services; assessing and communicating the value of information to the organization‘s clients in acceptable forms; outreach services etc.

 

Aus dem Archiv

Push-Dienst Archiv 2016

Push-Dienst Archiv 2016 Frisch per E-Mail: Aktuelle Beiträge und Meldungen Mit dem Password Push-Dienst sind sie bestens informiert. Kostenfrei und regelmäßig informiert der Newsletter über die Informationsbranche. Per Klick können Sie den jeweiligen Push-Dienst öffnen. April 2016 Gescheiterter Protest - 5 vor dem Komma - Wochenrückblick Unternehmensbibliotheken zwischen Neupositionierung und Überlebenskampf Welcher Interessensverbund vertritt die Information Professionals? Oh wie schön …

Mehr...

---